5 Dinge die Du tun kannst, wenn Du zu empathisch bist (und was Keto damit zu tun hat)

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5 Dinge die Du tun kannst, wenn Du zu empathisch bist (und was Keto damit zu tun hat)

An einem schönen Tag versammelte sich eine Menschenmenge um einen jungen Mann, der lauthals prahlte, dass er weit und breit das perfekteste Herz, ohne Fehler und Fleck, habe. Die Menschenmenge bewunderte sein perfektes Herz, während man bei ihm den Stolz in den Augen sah.

Ein älterer Mann lief an der Menschenmenge vorbei und behauptete aus dem Nichts: „Mein Herz ist perfekter als deines!“ Die Menschen um ihn herum begutachteten daraufhin auch sein Herz. Es schlug sehr kräftig, war jedoch mit Lücken und Narben versäht. An manchen Stellen waren Stücke ersetzt worden, die aber nicht genau in die bestehende Furche passten.

Den Menschen sah man an, dass sie sich fragten, wie denn der alte Mann denken konnte, dass sein Herz perfekter sei. Der junge Mann lachte und begegnete mit: „Wie kannst du dein vernarbtes und tränengeplagtes Herz nur mit meinem perfekten Herz vergleichen?“

Der alte Mann entgegnete: „Dein Herz sieht perfekt aus, dennoch möchte ich niemals mit dir tauschen. Habe ich einen Menschen geliebt, so bekam er einen Teil meines Herzens. Ich habe ein Stück herausgerissen und ihm gegeben. Im Gegenzug bekam ich ein Stück von ihm, welches in die leere Stelle meines Herzens passt. Jede Narbe steht für einen geliebten Menschen. Manchmal bekam ich ein kleineres Stück Herz von einem Menschen, manchmal gar keines. Aber jede Lücke, jede Furche erinnert mich an die Liebe, die ich teilte und die Hoffnung, die ich habe, dass die Liebe eines Tages zurückkehren wird und den Lücke ausfüllt. Zu lieben bedeutet auch ein Risiko einzugehen. Hast du jetzt erkannt was wahre Schönheit bedeutet?“

Dem jungen Mann blieb nur noch das Schweigen. Er riss ein Stück aus seinem perfekten Herzen heraus und reichte es sichtlich beeindruckt dem alten Mann. Der alte Mann nahm das Stück an und gab ihm im Gegenzug wortlos ein Stück seines Herzens. Es passte nicht perfekt, aber der junge Mann spürte plötzlich die Liebe durch sein Herz fließen. Ein Gefühl, dass er vorher nicht kannte!

Das ist die Geschichte des perfekten Herzens, die zeigt, was Empathie bedeuten kann. Was bedeutet Empathie? Was können wir tun, um eine ausgeglichene Empathie zu erreichen? Und welche Rolle spielt eine ketogene Ernährung dabei?

Was ist Empathie?

Empathie, das Einfühlungsvermögen, verhält sich wie ein Glas Wasser. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Glas 200 ml oder 500 ml fasst, sondern wie lange du es halten muss. Hältst du es mit ausgestrecktem Arm ein paar Sekunden, spürst du nichts. Werden es Minuten, spürst du einen leichten Schmerz. Dein Arm wird langsam taub und schwer. Nach Stunden wird es zu einer großen Last. Das bedeutet, das Gewicht des Glases ist abhängig davon, wie lange du es halten muss – es wird schwerer! Empathie verhält sich wie dieses Glas Wasser. Je länger du dir Sorgen machst und darüber nachdenkst, desto größer wird der Schmerz, bis der Schmerz irgendwann den ganzen Tag einnehmen wird und dich vollständig in deinem Handeln lähmt.

Als Empathie wird also die Fähigkeit bezeichnet, die Gefühle einer anderen Person verstehen und fühlen zu können. Umgangssprachlich wird von „sich in den Kopf einer anderen Person hineinzuversetzen“ gesprochen.

Sitz der Gefühle

Die drei Formen von Empathie:

  • Emotionale Empathie: Sie lässt uns fühlen, was der Gegenüber fühlt (Mitgefühl, Sensibilität)
  • Kognitive Empathie: Sie lässt uns verstehen, was der Gegenüber fühlt. Daraus können wir ein Verhalten oder eine Absicht ableiten.
  • Soziale Empathie: Sie lässt uns nachvollziehen, wie Menschen anderer Kulturen denken, fühlen und sich verhalten. So können wir uns auch in Menschen aus fernen Kulturen hineinversetzen.

Menschen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Fähigkeiten Empathie zu empfinden. Ob „keine Empathie“ (1) oder eine „stark ausgeprägte Empathie“ (10), die beiden Extreme können sehr gefährlich für eine fremde oder die eigene Person werden.

10
 0  5
 Zu wenig Empathie
Ausgeglichene Empathie
Stark ausgeprägte Empathie

Ein Mensch ohne Empathie kümmert sich nicht um das Ergebnis seiner Taten. Ablehnung und Misserfolge verletzen ihn in keiner Weise.

Ein Mensch mit stark ausgeprägter Empathie wirkt schnell überfokussiert auf Emotionen, sei es Freude oder Trauer, Glück oder Pech. Er lässt sich von seinen Gefühlen leiten. Mit Ablehnung und Misserfolgen beschäftigt er sich tagelang.

Ein ausgeglichen empathischer Mensch ist dagegen dazu fähig, seine Gefühle von denen anderer Menschen abzugrenzen, weil er seine Grenzen klar definiert und sich seiner Ziele sowie seinen Willen bewusst ist. Außerdem weiß er über seine Schwächen und leugnet sie nicht, sondern weiß sie sogar als Stärke einzusetzen.

Dinge, die Du als stark empathischer Mensch tun kannst

Keine Empathie oder eine stark ausgeprägte Empathie, beide Extreme hindern dich in der Ausführung eines ketogenen Lebensstils. Im Folgenden erfährst du Methoden, die es dir möglich machen ein ausgeglichenes Maß an Empathie zu erreichen.

Trauriges Mädchen

1.      Neuinterpretation

Die Neuinterpretation von Situationen, die negative Emotionen auslösten, ist in der Psychotherapie eine der am häufigsten angewandten Strategien, um starke Emotionen zu drosseln. Dabei identifizierst du negative Glaubenssätze, die dir das Leben schwermachen und wandelst sie in das Gegenteil um. „Ich werde nur akzeptiert, solange ich keinen Fehler mache“ wird zu „Ich werde geliebt auch wenn ich den größten Scheiß baue“. Die regelmäßige Konfrontation mit diesem abgewandelten Glaubenssatz (tägliche Wiederholungen vor dem Spiegel, in ausgeschriebener Form über dem Bett) hilft dir dabei ihn zu verinnerlichen.

2.      Visualisierung

Der Methode der Visualisierung begegnest du besonders häufig im Sportbereich. Sportler visualisieren den optimalen Verlauf des Wettkampfes, um sich mental auf die emotionale und körperliche Belastung vorzubereiten. Auch beim Yoga findet die Visualisierung Anklang. Durch das kontrollierte Ein- und Ausatmen wird das parasynaptische Nervensystem aktiviert, der Körper entspannt sich.
Auch du kannst zuhause eine Übung aus dem Yoga ganz einfach nachmachen. Atme für 4 Sekunden langsam ein und stelle dir dabei vor, dass dabei nur positive, weiße und frische Luft deine Lunge passiert. Halte den Atem für 2 Sekunden an, sodass die positive Luft sich in deinem Körper ausbreiten kann. Anschließend atmest du für 6 Sekunden alles Schlechte aus. Dabei denkst du an schwarzen, dunklen und verbrauchten Rauch, der alles Negative – Emotionen, Beschwerden, Sorgen – enthält. Weg damit!

3.      Grenzen ziehen

Du solltest, nein du musst dich stets von anderen abgrenzen. Dazu helfen dir physische, mentale und emotionale Grenzen. Falls du dir diesen Grenzen nicht bewusst bist, nehme dir Zeit, einen Stift und ein Blatt Papier zur Hand und notiere dir in aller Ruhe, wo du deine Grenzen in der Zukunft ziehen möchtest. Denke dabei immer an Situationen der Vergangenheit und versuche die Fehler zu identifizieren. Du hast die Wahl den Schmerz eines Anderen anzunehmen oder dich dessen abzugrenzen.

4.      Pass auf dich auf und mache dir weniger Sorgen

Sage zu dir selbst öfters: „Die Sorge ist es nicht wert“ und schaffe dir einen Wohlfühlbereich, der dich abgrenzt. Solltest du einer 8 – 10 auf der Empathieskala entsprechen, ist das ab sofort deine Leitlinie! Dabei darfst du den ersten Teil der Sobald du dir zu viele Sorgen um dich machst, wird es gefährlich. Das Glas Wasser wird schwerer!

5.      Empathie annehmen

Der letzte Schritt, um eine gesunde Mitte auf der Empathieskala zu finden, ist, dass du akzeptierst Emotionen zuzulassen. Empathie ist eben kein Merkmal eines Weicheis, sondern ein natürlicher Prozess, der uns durch das „in andere Hineinversetzen“ aufmerksames Beobachten erleichtert. Das Beobachten ist einer der wichtigsten Eigenschaften des Menschen, die uns das Lernen ungemein erleichtert. Ohne die Fähigkeit der Empathie könnten wir nicht lernen!

Empathie und Keto

Diverse Volksweisheiten deuteten darauf hin, dass die Psyche tatsächlich Einfluss auf den Darm nehmen kann. „Schmetterlinge im Bauch“ – „Auf den Magen schlagen“ – „Hunger macht schlechte Laune“, um nur ein Paar zu nennen.

Inzwischen wurde wissenschaftlich bewiesen, dass sich Essverhalten auf Emotionen – und Emotionen auf Essverhalten auswirken. Ebenso wurde der Einfluss der Darmflora auf unser Gefühlszentrum im Gehirn (Parracho H, 2005). Der Darm besitzt ein eigenes großes Nervensystem, eine riesige Anzahl von Darmbakterien und kann Signalmoleküle (Hormone) ausschütten sowie wahrnehmen. Diese Punkte spielen nicht nur für die physische, sondern auch für die psychische Gesundheit eine erhebliche Rolle. Der Darm kann über sein Nervensystem Kontakt zum Gehirn aufnehmen und so Emotionen steuern. Dabei nimmt der Darm verschiedene Informationsquellen als Parameter, um dem Gehirn seinen aktuellen Zustand signalisieren zu können. Wichtige Parameter, die der Darm für diese Kommunikation mit dem Gehirn nutzt, können Inhaltsstoffe und Konsistenz der Lebensmittel und die Besiedelung der Darmbakterien sein.

Wenn der Darm als weitere Ursache psychischer Krankheiten gesehen werden kann, könnte man einen neuen Ansatz zur Heilung dieser Krankheiten gefunden haben?

Diese Frage kann man inzwischen klar mit „Ja“ beantworten. Eine Studie des „British Journal of Nutrition“ bestätigte, dass extrem fettarme Ernährung zu einem höheren Aggressionspotenzial bis hin zu Depressionen und Suizid führen kann (Bruinsma Kristen A., 2000). Hormone sind unsere Botenstoffe, deren Steuerung und Aufbau abhängig von der Fettaufnahme ist. Fettarme Ernährungsmethoden bedingen somit enorme Schwankungen im Hormonhaushalt. Der Hormonhaushalt ist ein sehr komplexes System, welches sich selbst regelt und abstimmt. Bringt man es ins Ungleichgewicht, kann das weitreichende Konsequenzen für die Verdauung und Emotionen haben.

Eine ketogene Ernährung, die auf viel Gemüse und gesunden Fetten basiert, sorgt für einen gesunden Darm und positive Emotionen. Für die Hormonbildung stehen alle nötigen Mineralien, Vitamine, Fette und Aminosäuren zur Verfügung und die Darmflora kommt ins Gleichgewicht. Optimale Voraussetzungen für eine stabile Psyche!

Im Klartext bedeutet das, dass eine ketogene Ernährung die Psyche stärkt. Um aus dem Loch von negativen Emotionen und einem ausgeprägten Mitgefühl herauszufinden, kann eine Ernährungsumstellung helfen.

Eine ausgeprägte Empathie kann jedoch auch bei einer ketogenen Ernährung sehr hinderlich sein. Da diese Ernährungsweise extrem auf Fleisch und Fisch basiert, ist es hinderlich zu viel Mitgefühl zu empfinden. Sei ehrlich zu dir selbst und stecke deine Grenzen zum Thema „tierische Produkte“ ab. Beschäftige dich ausgiebig mit dem Thema, wenn du Probleme damit hast! Sage nicht pauschal „Nein“ zu Fleisch, sondern recherchiere die Themen Tierhaltung, Tierversuche, Gefühle von Tieren und Pflanzen, Schmerz und Bewusstsein! Denn Tiere werden in weitaus mehr Sparten (z.B. Tierversuche für Medikamente, Bekleidung) benutzt, um dem Menschen gut zu tun, als es dir vielleicht bewusst ist. Auf Fleisch zu verzichten, heißt mehr als es lediglich nicht zu essen!

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, vegetarisch und sogar vegan ketogen zu essen. Auch wenn das durchaus eine Herausforderung sein kann.

Ansonsten kann zu viel Empathie auch hinderlich sein, wenn du versuchst, dein Ding zu machen. Machst du dir zu viele Gedanken, wie sich wohl deine Kollegin fühlt, wenn du nichts von ihrem gezuckerten Geburtstagskuchen abhaben willst? Oder dass er Kellner noch gestresster sein könnte, weil du statt Pommes lieber Salat möchtest? Dann hast du vielleicht zu viel Empathie. Dann heißt es, zu dieser wundervollen Eigenschaft auch Selbst-Fürsorge und gesunden Egoismus zu lernen.

Hast du Erfahrungen bei der Ernährungsumstellung auf LCHF oder Keto in Bezug auf deine Empathie gemerkt? Wir sind sehr neugierig auf deine Erfahrungen. Schreibe uns etwas in den Kommentaren :).

Dominic Fink

[1] Parracho H. et al., „Differences between the gut microflora of children with autistic spectrum disorders and that of healthy children”, Journal of Medical Microbiology, Oktober 2005, (Unterschiede zwischen der Darmflora von Kindern mit autistischen Störungen und der Darmflora von gesunden Kindern)

[2] Bruinsma, Kristen A., and Douglas L. Taren. „Dieting, essential fatty acid intake, and depression.“ Nutrition review 58.4 (2000): 98-108 (Ernährung, Verzehr von essentiellen Fettsäuren und Depression)

2018-09-18T20:25:31+00:00

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