9 Wege dein Ding durchzuziehen und mit Keto glücklicher zu sein

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9 Wege dein Ding durchzuziehen und mit Keto glücklicher zu sein

Sicher hast du schon einige Diäten ausprobiert. Wenn du ehrlich bist, bist du auch einfach oder mehrfach daran gescheitert. Bei der ketogenen Ernährung handelt es sich jedoch nicht um eine Diät, sondern um eine Lebenseinstellung. Sobald du dich für eine Umstellung entscheidest, werden dich viele Hürden erwarten, die du überspringen musst. Menschen, die nicht überzeugt sind oder hinter dir stehen, Neid, Selbstzweifel, Geldprobleme, soziale Vergleiche etc. Wie gehst du damit um? Welche Tipps können dir helfen?

1.     Die Kunst dein Ding zu machen

Inwiefern ist es wichtig dein Ding zu machen in Bezug auf Ernährung? Sei dir bewusst, dass du viele Gegner haben wirst. Die meisten Menschen werden deine Ernährungsumstellung in Frage stellen. Du wirst mit Fragen konfrontiert wie: „Bist du dir sicher, dass das gesünder ist?“, „Möchtest du dich wirklich so sehr einschränken?“, „Möchtest du das Leben nicht genießen?“, usw. Das bringt dich ins zweifeln. Du wirst häufiger überlegen, ob das was du tust das richtige ist. Speziell bei der Umstellung auf die ketogene Ernährungsweise hebst du dich vom Rest der Masse ab. Du fährst ein anderes Rennen. Das macht dich gewissermaßen in Bezug auf Ernährung zum Außenseiter. Es ist sehr wichtig, dass du dich schon VOR der Umstellung darauf einstellst und dir dessen bewusstwirst. Was dich erwartet und wie du dem entgegnen kannst, erfährst du in den folgenden Rubriken.

Die Meinung der Anderen

Was ist dir wichtiger: (a) Dass andere denken du bist der beste Manager, aber eigentlich hast du schon mehrere Fehlentscheidungen getroffen und weißt dies auch oder (b) dass andere denken du bist ein schlechter Manager, aber eigentlich steht deine Firma prima im Soll und um die Zukunft musst du dir keine Gedanken machen?

Nimm‘ dir etwas Zeit und entscheide!

Wie hast du dich entschieden? Ich denke du hast dich, nach kurzem Hadern, für Antwort B entschieden. Es ist der Konflikt zwischen äußerem und innerem Bewertungsschema.

Um den Vorgang zu verstehen gehen wir 1 Millionen Jahre zurück. Bei unseren primitiven Vorfahren war das äußere Bewertungsschema ein Selektionsvorteil. Bei anderen einen guten Eindruck zu hinterlassen, garantierte auf gewisse Art und Weise das Überleben. Heutzutage in der Zeit von Social Media und Anonymität rückt das äußere Bewertungsschema zunehmend in den Hintergrund. 6% der Menschen, die jemals die Erde bevölkerten leben im Jetzt. Es ist unmöglich, dass du bei allen einen guten Eindruck zu hinterlässt. Außerdem kostet es dich sehr viel Kraft anderen etwas vorzuspielen. Diese Taktik ist nur zeitweise von Erfolg gekrönt!

Was du tun kannst:

  • Werde dir bewusst, dass du die Meinung anderer nicht ändern kannst
  • Leiste etwas, was dich glücklich macht und dich guten Gewissens in den Spiegel schauen lässt.

Die Seuche vom Gefallen wollen

Woher kommt der Drang des Menschen anderen gefallen zu wollen? Springen wir erneut 1 Millionen Jahre zurück und beobachten unsere Vorfahren. In einer Herde, sprich unter Verwandten, wurde aufgrund gemeinsamer Gene kooperiert. Das Ziel eines jeden Lebewesens ist es seine Gene weiterzutragen. Kooperation in einer Herde erwies sich als Selektionsvorteil. Doch warum verhalten sich auch nichtverwandte Lebewesen altruistisch?

Diese Frage wurde anhand der Spieltheorie, einer mathematischen Theorie, durchdacht und untersucht. Man erkannte ein allgemeines Prinzip, eine psychologische Regel, die auf Reziprozität beruht: Die tit-for-tat-Strategie. Tit-for-tat heißt übersetzt: „Wie du mir, so ich dir.“ Durch einen Gefallen entsteht beim Gegenüber ein Verpflichtungsgefühl. Gehen wir von unseren Vorfahren aus, stieg damit die Chance, dass ein Teilen der Beute mit einem Nichtverwandten in Zukunft erwidert wird. Diese Reziprozitätsregel ist biologisch fest in dir verankert.

An dieser Stelle kommt das Große „Aber“. Durch Gefallen entstehen Schuldgefühle, Pflichten und Erwartungen. Du wirst manipulierbar.

Was du tun kannst:

  • Versuche dich der Manipulation zu entziehen und sage öfters nein. Dabei wird dir keiner böse sein, eher im Gegenteil, deine Konsequenz wird bewundert! Warren Buffet sagte: „Der Unterschied zwischen erfolgreichen Leuten und sehr erfolgreichen Leuten ist, dass die sehr erfolgreichen Leute zu beinahe allem ‚Nein‘ sagen.“

Andere machen die Fehler

Ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann namens Peter Thiel sah sich einst mit einem Problem konfrontiert. Zwei seiner leitenden Angestellten einer jeweiligen Abteilung kooperierten nur ungenügend miteinander. Es entstanden viele Probleme, denn die eine Abteilung schob die Schuld der anderen Abteilung in die Schuhe. Peter Thiel hatte einen sehr cleveren Schachzug parat. Er tauschte kurzerhand die beiden leitenden Angestellten der Abteilungen aus. Ihm war dabei nicht wichtig, ob die nötige Fachkenntnis vorhanden war. Das Arbeiten in der jeweilig anderen Abteilung sollte verstanden werden.

Damit revolutionierte Peter Thiel das Vorgehen in „sehr“ erfolgreichen Unternehmen. Um die Situation der Anderen zu verstehen, musst du sie einnehmen. Der Mensch begreift durch „tun“, nicht durch „denken“. Der allgemein bekannte Satz: „Wir müssen denken wie unsere Kunden“ wird zu „Wir müssen Kunden sein, um wie welche zu denken!“

Betrachte die Kirche, das erfolgreichste Unternehmen der Welt. Sie existiert seit Jahrtausenden und maximierte ihren Reichtum stetig. Das hat sie nur geschafft, weil der Papst, das Oberhaupt der katholischen Kirche, ganz unten angefangen hat. Er hat jede Position durchlaufen. Das Selbe gilt für Universitäten. Der Professor fing als Student an!

Was du tun kannst:

  • Für dich heißt das, wenn du andere verstehen möchtest, dann laufe in deren Schuhen, ansonsten kannst du sie nicht verstehen. Bezüglich Keto bedeutet das, dass du deinen Freunden es anbieten solltest, es selbst zu testen ketogen zu leben. Denn nur so können sie Verständnis für dich aufbringen.

Fahre dein eigenes Rennen – Spezialisierung

„Schuster bleib bei deinen Leisten!“ Aber bei welchen genau?

Springen wir wieder zurück zu unseren Vorfahren. Damals war es von Vorteil ein absoluter Generalist zu sein. Es gab weder einen Fooddesigner, einen Ernährungsberater, noch einen Ökotrophologen. Jeder unserer Vorfahren wusste wie und was er zu essen hatte. Heutzutage treffen wir auf ein Novum der Geschichte. Nie zuvor wurden derart viele Nischen besetzt.

Das heißt für dich, besetze eine Nische in der du der Beste bist, eine Nische, die in deinem Kompetenzbereich liegt. In einem Orchester hast du z.B. als Theremin-Spieler wesentlich größere Chancen aufgenommen zu werden als ein Geiger. Der Grund ist die fehlende Konkurrenz. Lasse dich dabei nicht auf ein Wettrüsten der Kompetenzen ein. Ein Studium ist nur dann sinnvoll, wenn es unverzichtbar ist. Und vor allem, übertrage das Wettrüsten nicht auf dein Privatleben. Es kann dir egal sein wie viel Sport, PS, Schuhe oder Instagramfollower dein Nachbar hat. (Mehr dazu in 9. Einstellungen)

Um deinen Kompetenzbereich und Nische ausfindig zu machen, musst du experimentieren und alle Möglichkeiten gründlich durchgehen. Erste Treffer sind Zufall! Ein Fehler ist, die Dinge zu früh anzuhaken, sonst wird dir die Vielzahl der Möglichkeiten nicht bewusst.

Was du tun kannst:

  • Vergrößere deine Stichprobe, um dir ein kompletteres Bild der Realität zu schaffen. Nur so entsteht Selektivität! Auf Keto bezogen bedeutet das, dass es sinnvoll ist mehrere Ernährungsformen ausprobiert zu haben, um zu wissen, dass Keto für dich die beste ist.

Tun macht‘s

Du weißt erst wie ein Produkt ankommt, wenn es auf dem Markt ist. Eltern werden erst zu Erziehern, wenn sie ein Kind zum Erziehen haben. Was verleitet uns dann teilweise alles tot zu denken?

Denken ist schlicht weg einfacher und angenehmer als tun. Das Risiko ist gleich Null, Scheitern ausgeschlossen. Das Denken ist jedoch nur die Taschenlampe der Einsicht – das Tun ist der Scheinwerfer.

Was du tun kannst:

  • Zusätzliches Grübeln endet im Nichts und bringt ab einem gewissen Punkt nichts mehr. An diesem Punkt musst du es tun! Das heißt, fange einfach mit Keto an, sonst kannst du nie wissen, wie es sich anfühlt. All das philosophieren bringt dich nicht weiter! Pablo Picasso: „Um zu wissen was man zeichnen will, muss man zu zeichnen anfangen!“

Keto mach dein Ding

2.     Werde zum Erwartungsmanager

Eine Ernährungsumstellung ist mit vielen Erwartungen verbunden. Sei es eine zügige Gewichtsreduktion, die Verbesserung der allgemeinen körperlichen Fitness oder ein gesünderer Körper. Wichtig dabei ist, die eigenen Erwartungen herunterzuschrauben und sich zu informieren, was in welchem Zeitraum zu erreichen ist. Denn zu viel Erwartungen schränken dich in deinem Tun ein, solange sie nicht eintreten. Wie du zum Erwartungsmanager wirst, erfährst du im folgenden Abschnitt.

Generell gilt: Je geringer deine Erwartungen sind, desto größer ist dein Glück. Unrealistische Erwartungen sind der Glückskiller Nummer 1.

Eine Erwartung beschreibt die Annahme des Handelnden, was der Gegenüber oder mehrere andere tun würden – eine Antizipation.

Was du tun kannst:

  • Versuche zwischen einem Wunsch, einem Zwang und einer Erwartung zu unterscheiden – möchten, müssen und erwarten. Wünsche sind nicht lebensnotwendig. Das heißt, ein Wunsch liegt außerhalb deiner Kontrolle und ist von vielen anderen Faktoren abhängig. Kette dich nicht daran!
  • Es gibt einen psychologischen Trick, der es dir erleichtert realistische Erwartungen zu bilden:
  1. Wie oben erwähnt, trennst du ab sofort strickt zwischen Wünschen, Notwendigkeiten und Erwartungen
  2. Hast du eine Erwartung bezifferst du deren Wichtigkeit zwischen 0-10
  • Anschließend zeihst du von deiner Ziffer 2 Punkte ab. Das ist nun deine moderate Erwartung auf die du dich einstellen kannst.

 

3.     Sei jetzt Wer – Wie Erinnerungen täuschen

Erinnerst du dich an einen Punkt in deinem Leben, bei dem du zufrieden und ausgeglichen warst? Ein Punkt, bei dem einfach alles passte, gesundheitlich, familiär und äußerlich? Zumindest was den Bereich der Ernährung angeht, möchtest du sicher wieder an diesen Punkt kommen. Wer erinnert sich nicht an eine Zeit, in der man die maximale Fitness aufwies. Tage an denen die Kraft so groß war, dass Bäume hätten rausgerissen werden können. Welche Rolle deine Erinnerungen an Vergangenes spielen, wie sie dich dabei hemmen diesen Punkt erneut zu erreichen und dich täuschen, erfährst du in diesem Kapitel.

Die Peak-End-Regel des Psychologen Kahnemann besagt, dass man sich bei einer erlebten Episode an den Höhepunkt und das Ende erinnert. Die Objektivität und vor allem die Dauer der Episode spielen dabei keinerlei Rolle. Ob ein Strafgefangener 3 Monate oder 3 Jahre im Gefängnis verbracht hat, ist also unwichtig. Er wird die selben Erinnerungen pflegen. So die Annahme Kahnemanns.

Spinnen wir seine Annahme weiter, heißt das, dass kurze Freuden überschätzt und lange Freuden unterschätzt werden. Das Gehirn reagiert extrem auf Veränderung und fast gar nicht auf Kontinuität. Erinnerungen täuschen! Wie die Bits bei einer Festplatte ist eine Erinnerung das Speicherformat des Gehirns. Wie der Computer passt auch das Gehirn eine Erinnerung an. Sie muss konsistent, kompakt und kausal sein, nicht real. Es überrascht also nicht, dass wir uns sehr häufig falsch einschätzen. Wir passen unsere Erlebnisse unseren eigenen Erinnerungen an, sodass das Gesamtbild nicht gestört wird. Falls du das Gefühl hast du könntest dich falsch einschätzen, kannst du Vertraute fragen, wie sie dich sehen. Eine realistische Einschätzung deines Selbst erhöht deine Chancen der zu sein, der du sein willst.

Ohne Erinnerungen scheint dir das Erlebnis wertlos. An dieser Stelle kannst du dir über die folgende Frage Gedanken machen: Stelle dir eine Person vor, der du unbedingt einmal begegnen möchtest. Wie viel würdest du für dieses Erlebnis zahlen? Wie viel würdest du für dieses Erlebnis zahlen ohne danach eine Erinnerung daran zu haben?

Ich bin überzeugt, dass du mehr zahlen würdest für das Erlebnis mit Erinnerungsmöglichkeit. Demente Menschen besitzen die Erinnerungsfähigkeit nicht mehr aber „das erlebende Ich“ funktioniert nach wie vor. Sie erleben jeden Moment bewusst. Der Moment ist kräftiger und farbiger als jede Erinnerung.

Was du tun kannst:

  • Versuche dir über die Täuschung von Erinnerungen im Klaren zu sein.
  • Mache dir einen Plan. Sobald der Plan steht, konzentrierst du dich auf das Jetzt. Du lebst nicht, um dich zu erinnern. Vergangene gescheiterte Versuche deine Ernährung umzustellen, vergiss sie und starte neu!

Sorgen ausschalten

Angst und Besorgnis ist ein natürlicher Schutz, eine Überlebensstrategie. Ohne Angst würden wir uns täglich lebensbedrohlichen Situationen aussetzen – ein Ausschalten ist demnach nicht möglich. Die Sorgen, die wir heute haben, sind jedoch veraltet. 90% der Probleme von früher existieren heute nicht mehr. Für unseren Hunger und Schutz ist größtenteils gesorgt und sich über einen Börsencrash, die Erderwärmung oder Terror zu sorgen bringt nichts.

Finde heraus was genau du beeinflussen kannst. Sich über den Rest Gedanken zu machen, ist schlichtweg Energieverschwendung. Wenn du eine besorgte Persönlichkeit bist, hilft es dir täglich 10 Minuten Sorgenzeit einzuplanen. In dieser Zeit kannst du deine Sorgen notieren. Es wird dir auffallen, dass es sich meistens um die gleichen „unnötigen“ Dinge handelt, auf die du keinen Einfluss ausüben kannst.

Was du tun kannst:

  • Versichere dich
  • Konzentrierte Spiele spielen oder dich mit konzentrierter Arbeit ablenken
  • Wenn du etwas an der Lage der Welt ändern möchtest, dann überlasse die Arbeit Experten und spende. Sie investieren das Geld sinnvoll.
  • Schränke den Nachrichtenkonsum ein!

 

4.     Schicksal – Erfolg basiert auf Glück

Ich kann dir versichern, dass du während deiner Ernährungsumstellung von Schicksalsschlägen heimgesucht werden wirst. Dabei ist es wichtig nicht in alte Raster zu verfallen, der Ernährungsumstellung treu zu bleiben und die Lebensbereiche klar zu trennen. Besonders die ketogene Ernährung solltest du zur Lebenseinstellung machen und nicht als Diät sehen. Denn kommst du aus der Ketose, ist einige zuvor geleistete Arbeit für umsonst gewesen. Wie du angemessen auf Schicksalsschläge reagierst und Erfolge einzuschätzen hast, erfährst du jetzt.

Wenn du dir die Frage stellst worauf dein bisheriger Erfolg basiert, werden dir neben der investierten Arbeit weitere Faktoren in den Sinn kommen, auf die du keinen Einfluss hattest. Das Land, die Region in dem du geboren und aufgewachsen bist, die Schule, die dich lehrte zu lernen bis hin zu den Menschen, die du während deines Lebens kennengelernt hast. Viele Dinge haben dir den Weg zufällig gewiesen. Du hattest keinen Einfluss darauf.

Ein weiterer Punkt auf den du keinen Einfluss hast, sind deine Gene. Der Großteil von dem was du bist, verdankst du deinem Genom. Deine Intelligenz, dein Aussehen und deine Fähigkeiten. Fühle dich also nicht schuldig, wenn du gesagt bekommst, Erfolg müsse man sich erarbeiten und verdienen. Erfolg ist größtenteils eine Konsequenz von Glück.

Was du tun kannst:

  • Bleibe bescheiden. Sei nicht stolz, sondern dankbar und teile mit denen, die mit den falschen Genen zur falschen Zeit am falschen Ort geboren wurden.

Das Schicksal ist nicht beeinflussbar

Es gibt in der heutigen Zeit viele Gründe mit dem Schicksal zu hadern. Wie kannst du besser mit Schicksalsschlägen umgehen?

Wenn es schlecht läuft, hat bisher das positive in deinem Leben überwogen. Ansonsten hättest du keinen Grund dich zu beschweren. Alles was du liebst ist vergänglich. Werde dir dessen bewusst.

Was du tun kannst:

  • Akzeptiere das Schicksal und sehe die Dinge, die du liebst als geliehen
  • Glück ist kein Status, sondern ein Gedanke, investiere! Auch wenn es mal nicht läuft mit deiner ketogenen Ernährung, gebe nicht auf, sondern bleibe dran und mache weiter!

Glück und Keto

5.     Gefühle sind ein schlechter Kompass

Vor allem die ersten Tage der Umstellung auf die ketogene Ernährungsweise werden deine Gefühlswelt beeinflussen. Dein Körper verändert sich durch die Aufnahme einer neuen Nährstoffzusammensetzung. In dieser Zeit können dich deine Gefühle täuschen und dir etwas vorspielen. Wie du dich nicht von deinen Gefühlen leiten lässt, sondern rational bleibst, zeigt dir das folgende Kapitel.

Gefühle wenden, drehen und verwirren dich zu oft – du wirst dich verirren. Es gibt in unserer Sprache unglaublich viele Ausdrücke für ein Gefühl, doch alle Gefühle werden durch die bewusste oder unbewusste Wahrnehmung eines Ereignisses initiiert. Teilweise ist ein Gefühl also nicht auf ein Ereignis zurückzuführen. Es wäre nicht von Vorteil sich entsprechend eines Gefühls zu verhalten, wenn dessen Herkunft ungewiss ist. Deine Gefühle weisen dir folglich häufig den falschen Weg zum Ziel.

Was du tun kannst:

  • Die Gefühle der anderen betrachten. Sie geben dir mehr Aufschluss, weil sie objektiver sind
  • Ziehe die Vergangenheit in Betracht und achte auf die Evidenz
  • Versuche deine Gefühle sporadischer zu betrachten. Gefühle verhalten sich wie unterschiedliche Vogelarten, die dich besuchen, vorbeiziehen und auch mal übernachten.

 

6.     Korrektur – Flexibilität ist eine Falle

Meiner Meinung nach ist es in keinem Lebensbereich so wichtig dem Plan treu zu bleiben als im Bereich der der Ernährung. Flexibilität stellt besonders bei der ketogenen Ernährung eine Falle dar. Bist du jeden Tag ein bisschen flexibel, was die Wahl deiner Lebensmittel angeht, wirst du dich auch an keinem Tag in Ketose befinden. Den Unterschied zwischen Korrektur und Flexibilität, sowie die Bedeutung der Planung erfährst du in diesem Kapitel.

Um zu veranschaulichen was mit Flexibilität und Korrektur gemeint ist, springen wir in die Biologie. Genauer gesagt auf die Ebene einer Zelle. Jede Zelle, die sich in deinem Körper teilt, kopiert ihre DNA, den Bauplan. Dabei können Fehler entstehen. Viele dieser Fehler werden entdeckt und durch bestimmte Proteine korrigiert, denn sonst würde sich der Krebstod einstellen. Der eigentliche Bauplan, die DNA, bleibt jedoch in jeder Zelle identisch. Egal ob es sich um eine Nervenzelle, eine Muskelzelle oder eine Knochenzelle handelt.

Ähnlich verhält es sich mit deinem Leben. Die Wahrheit ist, dass kein Plan funktioniert. Wichtig ist, dass du ein ungefähres, realistisches Ziel, ein Grundgerüst vor Augen hast. Eine Korrektur ist kein Planungsfehler, denn ohne Feinjustierung ist kein gutes und gesundes Leben möglich. Aber sei nicht zu flexibel in deiner Zielsetzung, denn Flexibilität ist eine Falle. Wenn du von Situation zu Situation entscheidest, büßt du an Willenskraft ein und wirkst nicht souverän.

Was du tun kannst:

  • Die Ausgangsposition wird meist überschätzt, die Korrektur unterschätzt. Achte darauf dies nicht zu tun.
  • Setze dir Ziele und Prinzipien, die du beachtest. (Mehr dazu bei 9. Einstellungen)

Korrekturfehler – Wie sie dich weiterbringen

Wird unser Körper von einem Virus befallen, hat das Immunsystem immer einen passenden Antikörper parat. Sobald der passende Antikörper am Virus bindet, vermehrt sich die Immunzelle rasant und beginnt mehr von diesen Antikörpern zu bilden. Ist die Krankheit besiegt und der Virus verschwunden, bildet das Immunsystem Gedächtniszellen. Bei erneutem Befall des gleichen Virus kann das Immunsystem schneller und effektiver reagieren.

Das „psychologische Immunsystem“ funktioniert sehr ähnlich, mit der Ausnahme, dass es anstatt Fehler zu akzeptieren und abzuspeichern den Fokus verlegt. Den Fokus zu verlegen gestaltet sich wesentlich angenehmer als eine Veränderung. Doch radikale Akzeptanz der Fehler und anschließende verändernde Maßnahmen sind der Schlüssel zu mehr Glück und eine Absicherung für die Zukunft.

Was du tun kannst:

  • Erkläre dir deinen Absturz, deinen Fehler und du verhinderst einen Weiteren.

 

7.     Aufmerksamkeit ist dein wertvollstes Gut

Je nach dem auf welche Dinge du deinen Fokus legst, nimmt der Einfluss dieser Tatsache ab oder zu. Genauso verhält es sich mit dem Bereich der Ernährung. Solange du tagtäglich Medien konsumierst, die „das Perfekte, den perfekten Körper“ darstellen, wird es schwer sich auf dich zu konzentrieren. Dein Fokus verschiebt sich. Du beginnst mit Vergleichen und verfällst in Selbstzweifel. Eine Ernährungsumstellung löst je nach Person Effekte unterschiedlich stark aus. Die Schönheit ist dabei nicht alles.

Aufmerksamkeit ist deine wichtigste Ressource für Glück und Erfolg. Eine der am weitesten verbreiteten Irrtümer der heutigen Zeit ist das Multitasking-Phänomen. Merke dir eins: Aufmerksamkeit ist nicht teilbar. Du bestimmst wo die Aufmerksamkeit landet. Theodor Sturgeon, ein Science -Fiction Autor, sagte einst: „Neunzig Prozent von allem ist Mist“. Es gilt die 10% zu selektieren, die relevant sind und deine Aufmerksamkeit passend zu lenken.

Was du tun kannst:

  • Konsumiere so wenige Medien wie möglich
  • Trainiere den Umgang mit Medien und achte auf Relevanz
  • Sei kritisch! Mindestens genauso kritisch, wie wenn dir der Arzt ein Medikament verschreibt. Das ist besonders von Bedeutung, wenn es um die Auswahl der Lebensmittel geht. Bei der ketogenen Ernährung musst du besonders darauf achten, dass der Kohlenhydratgehalt gering ist. Lasse dich nicht von Werbetricks täuschen!

Die Fokusillusion

Je stärker du dich auf einen Aspekt konzentrierst (z.B. Reichtum), desto wichtiger erscheint er dir. Betrachtest du aber das Ganze (all das was Reichtum mit sich bringt), dann verliert der eine betrachtete Aspekt an Bedeutung. Die Fokusillusion kann aus einer Ameise einen Elefanten machen. Auch reiche Menschen schlafen 1/3 ihres Lebens, sitzen auf einem Stuhl, müssen essen, trinken, usw. Die Grundbedürfnisse sind gleich. Der reelle Effekt ist vernachlässigbar. Davon abgesehen bringt Reichtum wieder andere Probleme mit sich (mehr dazu bei 8. Geld – Was es wirklich bedeutet).

Abstrakt ausgedrückt bedeutet das, wenn du an X denkst, nimmt der Fokus zu und du unterschätzt Y, überschätzt jedoch X. Sobald der Fokus abnimmt kristallisieren sich andere Dinge heraus. Das bringt ein Nettoverlust an Glück mit der Zeit mit sich. Materielles, was zu Beginn toll erscheint, verliert folglich an Wert. Erlebnisse sind keine materiellen Dinge. Du erlebst sie. Sie besitzen keinen Nettoverlust. (Achtung: Auch der Job ist ein Erlebnis!)

Was du tun kannst:

  • Betrachte dein Leben ab und an aus einer großen Distanz (aus der Vogelperspektive) als Ganzes
  • Mehr leben, weniger kaufen
  • Dein Gehirn reagiert schwach auf Gewohnheiten und stark auf Veränderungen. Denke daran was du noch nicht besitzt, sondern daran, wie sehr du deinen Besitz vermissen würdest.

Lachen

8.     Geld – Was es wirklich bedeutet

Zugegeben Low-Budget-Keto ist nicht einfach. Jedoch gibt es auch einige Alternativen, die Keto günstiger gestalten. Du kannst dich informieren und kreativ werden. Schaffe neue Wege ohne viel Geld dabei zu benötigen.

Ist dir auch schon aufgefallen, dass du Geld je nach Herkunft anders behandelst? Sobald du einen Geldschein auf dem Boden findest, gibst du ihn auch schneller aus, als wenn du ihn dir verdient hättest. Das Beispiel zeigt, die Tatsache kannst du nicht verändern, die Bedeutung jedoch schon. Es ist wichtig mentale Buchhaltung zu betreiben, um die Bedeutung des Geldes und dessen Wert einschätzen lernen zu können.

Sobald ein Bedürfnis gestillt ist, hat ein Gut keinen Nutzen mehr. Genauso verhält es sich mit Geld. Forscher haben in diversen Studien bewiesen, dass ein jährliches Einkommen von 100.000 Euro das Optimum darstellt. Die Grundbedürfnisse sind gestillt und zusätzlicher Wohlstand führt nicht zu zusätzlichem Glück. Ein Millionär oder Milliardär muss ebenfalls auf die Toilette, schlafen, Zähne putzen und vor allem sterben. Vielmehr noch, er muss seine Angestellten leiten und koordinieren, Investments tätigen, sich vor Dieben schützen, usw. Ein Milliardär beschäftigt sich mit anderen Problemen, die einem anderen unbekannt sind. Geld ist nicht absolut, sondern relativ, es ist eine Interpretation!

Was du tun kannst:

  • Führe ein Spendenkonto ein von dem du „unnötige“ Zahlungen tätigst
  • Schlage immer etwas Geld auf den realen Preis auf
  • Zuerst bezahlen, anschließend konsumieren
  • Lege einen Betrag fest, der dir gleichgültig ist, damit sparst du dir statt des Geldes die Aufregung
  • Nicht an Geld denken, denn dadurch wird es nicht mehr
  • Keine Vergleiche! (Wie reagierst du wohl, wenn du ein Haus mit 5 Zimmern baust, während dein Nachbar eine Villa platziert, die dein Haus wie eine Gartenhütte aussehen lässt?)
  • Bleibe bescheiden und stille deine Grundbedürfnisse

 

9.    Einstellungen

Meinungen, Selbstmitleid, Ziele, Prinzipien, Grenzen und Neid! Wenn du eine ketogene Ernährungsumstellung meistern möchtest, musst du dir über diese sechs Dinge bewusstwerden. Welche Rolle spielen deine Meinungen zu bestimmten Dingen, vor allem dann, wenn du nach einer Meinung gefragt wirst? Was bedeutet Selbstmitleid und welchen Einfluss haben dabei eigene Grenzen? Was bringt Neid und wie können dir eigene Ziele und Prinzipen bei der Ernährungsumstellung helfen? Passe deine Einstellungen an, damit du immun gegen äußere Faktoren wirst, die dich bei der Ernährungsumstellung stören könnten.

Ein Leben ohne Meinung

Eine Meinung zu etwas was dich nicht interessiert ist unnötig. Ebenso zu Fragen, die nicht zu beantworten sind. Schwierige Fragen werden meist vorschnell beantwortet. Man handelt nach der Affektheuristik – Gefällt mir, gefällt mir nicht. Keine Meinung zu haben beruhigt deinen Geist! Du wirst merken, dass Meinungslosigkeit ein Zeichen von Intelligenz ist, während Meinungsoverload eher das Gegenteil darstellt.

Was du tun kannst:

  • Antworte auf eine Frage, bei der du keine Meinung hast mit: „Ich weiß es nicht“ oder „das habe ich nicht durchdacht“.
  • Möchtest du eine Meinung zu einem Thema pflegen, dann bringe sie in Satzform und diskutiere sie mit dir selbst. (So schaltest du die Affektheuristik aus)

Selbstmitleid besiegen

Selbstmitleid verändert nichts, sondern bildet einen Strudel, der bis hin zur Paranoia führen kann. Um dem Selbstmitleid zu entfliehen musst du die Tatsache akzeptieren, dass das Leben nicht perfekt ist. Es macht keinen Sinn unglücklich zu sein, weil man mal unglücklich war!

Was du tun kannst:

  • Wenn du dich in einem Loch befindest, höre auf zu graben

Grenzen ziehen

Werde dir deinen Stärken und Kompetenzen bewusst und finde dein Glück innerhalb diesen. Wenn du deine Kompetenzen überschreitest, wirst du keinen Erfolg haben. Innerhalb deiner Kompetenzen bist du sicher und kannst abschätzen was wann passieren wird.

Was du tun kannst:

  • Tue was du kannst und nicht was du gerne könntest!

Ziele kennen

Alles was du tust, sollte auf ein Ziel hinarbeiten. Die Tatsache ein Ziel erreicht zu haben, wird dich glücklich stimmen. Du wirst anschließend noch mehr tun und dich fokussieren. Dabei musst du darauf achten, dass deine Ziele klar formuliert und erreichbar sind.

Was du tun kannst:

  • Schreibe dir deine Ziele auf und formuliere sie klar und deutlich
  • Achte darauf, dass sie realistisch bleiben

Prinzipien

Es gibt keine Deals innerhalb deiner Prinzipien! Akzeptiere den Preis oder akzeptiere ihn nicht. Sobald du flexibel bist, wirst du einbüßen. Vielleicht kennst du die Lektüre „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt. Dort bietet die steinreiche Claire Zachanassian den Dörflern 1 Milliarde Dollar für den Tod ihres ehemaligen Geliebten. Wie würdest du handeln? Wie wichtig sind dir Prinzipien?

Was du tun kannst:

  • Vertrete nach außen wovon du innerlich überzeugt bist
  • Wirst du dennoch angegriffen, dann entgegne mit: „Bitte wiederhole deine Aussage“ (Meist schaltet der Angreifer in seiner Wortwahl einen Gang zurück)

Neid

Neid ergibt evolutionär keinen Sinn und ist die Ursache von Unglück. Das Managen von Neid ist somit unerlässlich für Erfolg.

Was du tun kannst:

  • Vergleiche dich nicht mit anderen (Achtung: Soziale Medien)
  • Sei dir der Fokussierungsillusion bewusst

 

Dominic Fink

2018-02-13T11:36:51+00:00

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