Ernährung bei Schizophrenie: Klarer denken mit Hilfe von Keto

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Ernährung bei Schizophrenie: Klarer denken mit Hilfe von Keto

Wir alle kennen das, wenn wir die Augen schließen und anfangen zu träumen. Plötzlich befinden wir uns in einer fremden, andersartigen Welt. Wir hören Stimmen, für die es keine Quelle gibt. Wir sehen Bilder, die eigentlich nicht da sind. Wir nehmen Gedanken wahr, die scheinbar nicht zu uns gehören.

Sobald wir aufwachen, ist aber wieder alles beim Alten. Wir wissen, dass wir geträumt haben und beschäftigen uns nicht weiter damit.

Doch was, wenn wir nicht mehr zwischen Wirklichkeit und Einbildung unterscheiden können? Für Millionen von Menschen ist dies kein Traum. Sie leiden an Schizophrenie.

Die richtige Ernährung bei Schizophrenie beschäftigt die Menschheit schon seit dem letzten Jahrhundert. Aufgrund der Schwere der Krankheit überlegen Wissenschaftler, wie Betroffene über die Ernährung ihre Symptome lindern können. Tatsächlich scheint es einen Zusammenhang mit unseren Essgewohnheiten zu geben.

Vielleicht hattest du ja selber schon einmal einen schizophrenen Schub. Oder du kennst eine nahestehende Person, die die Diagnose Schizophrenie gestellt bekam. Egal, was bei dir der Fall ist: Dieser Artikel soll dir dabei helfen, einen Überblick über die Ernährung bei Schizophrenie zu bekommen. Danach solltest du besser beurteilen können, welche Lebensmittel für dich geeignet und welche eher ungeeignet sind.

Bevor ich auf die Ernährung bei Schizophrenie zu sprechen komme, möchte ich die Störung kurz etwas näher beleuchten. Schizophrenie ist nämlich nicht gleich Schizophrenie. Und so individuell das Krankheitsbild ist, so individuell sind auch die Betroffenen.

Was verstehen wir unter Schizophrenie?

Bei Schizophrenie1 handelt es sich um eine Gruppe schwerer psychischer Krankheiten. In Europa sind ungefähr 0,5 bis 1 % aller Menschen schizophren. Es gibt keine Geschlechtsunterschiede. Männer erkranken aber in der Regel zeitiger als Frauen. Was die Störung auslöst, ist noch nicht vollends bekannt. Forscher gehen von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus.

Im akuten Stadium der Krankheit zeigen die Betroffenen oft charakteristische Störungen in mehreren psychischen Bereichen. Dazu zählen:

  • Antrieb
  • Denken
  • Wahrnehmung
  • Gefühle
  • Ich-Funktionen (zum Beispiel die Fähigkeit, sich selbst zu organisieren)
  • Psychomotorik (Emotionen, Wahrnehmungen, Denken oder Verhalten in Wechselbeziehung mit unseren Bewegungen)
  • Wille

Außerdem haben sie oft Halluzinationen. Wobei akustische Halluzinationen häufiger sind als visuelle. Die Betroffenen hören Stimmen, für die es keine reale Existenz gibt. Sie leiden zudem an Wahnvorstellungen. Viele glauben, verfolgt oder ausspioniert zu werden. Mitunter glauben die Betroffenen sogar, dass sie von Außerirdischen entführt wurden oder Teil einer politischen Intrige sind.

An Schizophrenie Erkrankte ziehen sich oftmals auch von sozialen Aktivitäten zurück. Sie erscheinen depressiv, motivations- und antrieblos. Zudem haben sie Probleme, auf bewegende Situationen emotional zu reagieren. Viele wirken daher gefühllos und kalt. Das hat nicht selten zur Folge, dass sie ausgegrenzt werden.

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Die zwei Gesichter einer Schizophrenie

Je nach Symptomen unterscheiden Psychologen verschiedene Arten der Schizophrenie. Zudem unterteilen sie die Symptome in Positiv- und Negativsymptome.

Zu den Positivsymptomen gehören zum Beispiel Halluzinationen und Denkstörungen. Die Betroffenen reagieren oft wahnhaft oder psychotisch. Ihr Erleben ist übersteigert und realitätsfern.

Negativsymptome sind durch Einschränkungen des normalen Erlebens gekennzeichnet. Viele Betroffenen wirken emotionslos und gleichgültig. Sie haben keine Willenskraft, keine Entschlossenheit und keinen Antrieb. Häufig sind sie zudem depressiv.

Manche Schizophrenien sind vor allem durch Positivsymptome gekennzeichnet – andere überwiegend durch Negativsymptome. Es gibt auch Mischformen. Schizophrenien mit überwiegend positiven Symptomen beginnen oft sehr plötzlich. Meistens haben sie einen günstigen Verlauf. Demgegenüber beginnen Schizophrenien mit überwiegend negativen Symptomen eher schleichend. Sie verlaufen meistens ungünstig.

Häufig sind die Betroffenen auch kognitiv beeinträchtigt. Sie haben Probleme mit ihrer Aufmerksamkeit und ihrem Gedächtnis. Zudem können sie Handlungen nicht angemessen planen. Ihre Intelligenz ist davon allerdings nicht betroffen.

Welche Unterformen gibt es?

Wie bereits erwähnt ist Schizophrenie nicht gleich Schizophrenie. Es gibt zahlreiche Unterformen der Krankheit. Aufgrund der Vielfalt der Störung kann dieser Artikel nicht alle auflisten. Im Folgenden seien daher nur ein paar mögliche Formen genannt:

Paranoide Schizophrenie – ist die häufigste Form der Schizophrenie. Die Betroffenen haben oft Wahnvorstellungen und Halluzinationen.

Hebephrene Schizophrenie – beginnt meistens im Jugendalter. Die Personen leiden vor allem an emotionalen Veränderungen. Sie wirken emotional verflacht und desorganisiert. Zudem ist ihr Denken oft gestört.

Katatone Schizophrenie – ist gekennzeichnet durch Bewegungsschwierigkeiten. Die Betroffenen erstarren oder nehmen stereotype Haltungen ein. Dies kann im Wechsel mit erhöhter Erregbarkeit und Unruhe einhergehen.

Woran können wir eine Schizophrenie feststellen?

Laut DSM-5 zeichnet sich eine Schizophrenie durch fünf Merkmale aus:

Wahn – Der Betroffene ist von etwas fest überzeugt. Diese Überzeugung ist unabhängig davon, ob gegenteilige Beweise vorliegen. Dazu gehören zum Beispiel Verfolgungswahn, Beziehungswahn, körperbezogener Wahn, religiöser Wahn oder Größenwahn.

Halluzinationen – Der Betroffene nimmt etwas wahr, ohne dass ein tatsächlicher Reiz vorhanden ist. Die Halluzinationen erscheinen ihm eindeutig und klar. Für gewöhnlich sind sie genauso stark wie normale Wahrnehmungen.

Desorganisiertes Denken und desorganisierte Sprache – Betroffene springen oft von einem Gedanken zum nächsten. Meistens reden sie daneben. Ihre Antworten sind daher oft nur indirekt oder gar nicht mit den Fragen verbunden.

Grob desorganisiertes Verhalten oder gestörte Motorik – Dies kann sich auf unterschiedliche Weise zeigen. Manche Betroffenen sind kindlich-albern, andere unruhig. Meistens haben sie Probleme, zielgerichtet zu handeln. Das schränkt sie in ihren Alltagsaktivitäten ein.

Negativsymptome – Die Betroffenen reagieren oft nicht emotional angemessen, wenn es die Situation erfordert. Außerdem haben sie oft einen reduzierten Willen.

Wie eine Schizophrenie normalerweise verläuft

Die Krankheit erfolgt oft in mehreren Phasen, die in der Regel einige Wochen bis Monate andauern. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen bilden sich die Symptome wieder vollständig zurück. Ein weiteres Drittel macht häufig wiederkehrende Phasen der Krankheit durch. Beim letzten Drittel kommt es zu einem chronischen Verlauf. Dies ist die schwerste Form der Krankheit. Die Betroffenen sind psychisch stark eingeschränkt.

Obwohl die Krankheit in allen Teilen der Welt gleichermaßen auftritt, gibt es Unterschiede im Verlauf. Generell verläuft die Krankheit in armen Ländern meistens besser als in industrialisierten Staaten.

Die 10-Länder-Studie der World-Health Organisation2 fand heraus, dass in den USA lediglich 3 % der Erkrankten nach einer einzelnen Episode wieder vollständig genesen. In Indien sind es hingegen 54%. Fälle mit anhaltenden psychotischen Erkrankungen liegen zwischen 2% in Nigeria und 33% in Japan.

Wie du anhand der Zahlen siehst, spielt die Umwelt beim Verlauf einer Schizophrenie also eine entscheidende Rolle. Unter anderem könnte der bessere Verlauf in ärmeren Ländern dadurch zustande kommen, dass die Erkrankten dort eher akzeptiert werden. Auch gibt es möglicherweise geeignetere Berufe für sie sowie ein stärkeres familiäres Netzwerk, in das sie integriert sind. Darüber hinaus gibt es aber auch Überlegungen, dass die Ernährung bei Schizophrenie eine wichtige Rolle für den Verlauf spielen könnte. Um das zu verstehen, möchte ich dir zunächst ein paar Infos zur Entstehung von Schizophrenie mit auf den Weg geben.

Wie entsteht eine Schizophrenie?

Die Krankheit ist in der Regel genetisch bedingt. Es gibt aber dennoch viel Raum für Umwelteinflüsse. Das Lebenszeitrisiko einer Schizophrenie beträgt bei Kindern von zwei schizophrenen Eltern etwa 45%. In der Praxis ist es jedoch selten der Fall, dass beide Eltern schizophren sind. Selbst die Wahrscheinlichkeit für ein schizophrenes Elternteil ist mit 10% noch sehr gering.

Forscher halten es auch für möglich, dass sowohl genetische als auch nichtgenetische Formen der Störung existieren.

Ebenfalls diskutiert werden Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen. Dieser Zusammenhang dürfte aber eher gering sein.

Einen größeren Einfluss scheint hingegen die Familie zu haben. Dazu zählen zum Beispiel Kritik, Feindseligkeit oder fehlende Gespräche innerhalb der Familie. Ein negatives familiäres Verhältnis führt häufiger zu einem schizophrenen Rückfall. Inwiefern es die Störung auch auslösen kann, ist aber noch nicht vollends geklärt.

Generell ist Schizophrenie das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels zwischen mehreren Genen und Umweltfaktoren. Wissenschaftler gehen davon aus, dass vor allem Stress die Krankheit auslösen kann.

Eine Störung kommt selten allein

An Schizophrenie Erkrankte leiden viel häufiger noch an anderen psychischen Störungen als Menschen ohne Schizophrenie. Insbesondere Depressionen und Drogenmissbrauch sind weit verbreitet.

Ungefähr 25% der Betroffenen haben gleichzeitig Depressionen. Nachdem die psychotische Episode abgeklungen ist, haben sie oft mehr Einsicht in ihre Krankheit. Dann sind sie einem besonders hohen Suizidrisiko ausgesetzt. Das betrifft vor allem junge Männer mit hohen Erwartungen an sich selbst, die vor der Erkrankung mitten im Leben standen.

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Vor allem in westlichen Ländern nehmen schizophrene Menschen häufig Drogen. In den USA sind ungefähr 30% der Betroffenen alkoholabhängig und 25% konsumieren illegale Drogen. Weit über 50% sind Raucher. Vor allem aktivierende Drogen wie Amphetamine, Cannabis, Halluzinogene und Kokain sind beliebt. Dadurch verschlechtern sich die psychotischen Symptome meistens noch zusätzlich. Außerdem steigt durch den Drogenmissbrauch die Wahrscheinlichkeit, dass die Betroffenen gewalttätig werden.

Welchen Beitrag spielt die Ernährung bei Schizophrenie?

Nachdem du nun mehr über die Krankheit weißt, möchtest du sicher auch etwas über die Ernährung bei Schizophrenie erfahren.

Ernährung der Eltern

Eine Studie zur Hungersnot in den Niederlanden3 verdeutlichte die Bedeutung der Ernährung für den Beginn und den Verlauf einer Schizophrenie. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges kam es zu einer Hungersnot im westlichen Teil der Niederlande. Eine Blockade durch Nazi-Deutschland verhinderte ab September 1944, dass die Region mit Nahrung versorgt werden konnte. Dies betraf schätzungsweise 4,5 Millionen Einwohner. Forscher vermuten, dass 18.000 bis 22.000 Menschen an den Folgen der Unterernährung starben.

Schwangere Frauen gebaren mit größerer Wahrscheinlichkeit Kinder, die später eine Schizophrenie entwickelten. Insgesamt führte die schwere Hungersnot zu einem zweifachen Anstieg an Schizophrenie, wenn die Mütter in der Frühphase der Schwangerschaft mangelernährt waren. Eine andere Studie zur chinesischen Hungersnot der 1960er Jahre kam zu ähnlichen Ergebnissen4.

Ernährung der Betroffenen

Die richtige Ernährung bei Schizophrenie kann zudem den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Für Betroffene ist es daher besonders wichtig, die geeigneten und ungeeigneten Lebensmittel zu kennen.

Viele Studien haben untersucht, wie spezifische Nährstoffe die Häufigkeit und den Verlauf von Schizophrenie beeinflussen. Dabei konzentrierten sie sich vor allem auf Fette, Antioxidantien und Gluten. Im Folgenden möchte ich auf einige davon näher eingehen.

Fette und wie sie Schizophrenie beeinflussen

Omega-3 als Geheimrezept für unseren Körper

Omega-3-Fettsäuren (Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure) sind in der Forschung heißbegehrt. Das liegt an ihren zahlreichen gesundheitsfördernden Eigenschaften.

Sie reduzieren Entzündungen, regulieren die Neubildung von Nervenzellen und schützen vor oxidativem Stress. Omega-3-Fettsäuren haben daher eine neuroprotektive Wirkung5. Dadurch schützen sie uns zum Beispiel vor neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer6.

Omega-3-Fettsäuren sind zudem wichtige Bestandteile von Zellmembranen7 und der Myelinschicht8. Diese umgibt die Axone unserer Nervenzellen und leitet Signale weiter. Ohne Myelin könnten viele Informationen nur verzögert weitergeleitet werden.
Dies ist zum Beispiel bei Patienten mit Multiple Sklerose der Fall. Sie leiden oft an mehrfachen neurologischen Ausfallerscheinungen bis hin zu Lähmungen. Eine gestörte Myelinproduktion während der Entwicklung könnte zudem spätere Verhaltensauffälligkeiten begünstigen. Dazu zählt auch die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)9.

Des Weiteren deuten Studien darauf hin, dass Omega-3-Fettsäuren zu einer stärkeren Aktivierung des präfrontalen Kortex bei Kindern führen10. Diesen benötigen wir zum Steuern unserer Handlungen sowie zum Regulieren unserer Emotionen. Er bewertet emotionale Ereignisse und integriert diese mit unseren Gedächtnisinhalten. Dadurch merken wir uns Dinge, die uns zu Herzen gehen – egal ob in positiver oder negativer Hinsicht.

Doch damit nicht genug. Es gibt zudem Studien, die eine positive Wirkung von Omega-3-Fettsäuren auf den Verlauf einer Schizophrenie fanden11. Da es sich bei Schizophrenie um eine schwerwiegende psychische Erkrankung handelt, ist eine ausreichende Omega-3-Zufuhr daher sehr wichtig.

Falls du selber schon einmal einen schizophrenen Schub hattest oder einen Betroffenen kennst, wirst du vermutlich mit mir übereinstimmen. Deshalb werde ich im Folgenden auf einige Studien zu dem Thema näher eingehen. Damit sollst du einen besseren Überblick über die Forschungslage bekommen. Gleichzeitig soll dir das Wissen um Omega-3 eine Hilfe für die Ernährung bei Schizophrenie sein.

Was die Wissenschaft zur Wirkung von Omega-3 bei Schizophrenie sagt

Eine Studie von 201712 untersuchte 30 Patienten mit Schizophrenie oder schizoaffektiver Störung. Das ist eine Störung, bei der die Betroffenen sowohl Symptome von Schizophrenie als auch von bipolarer Störung aufweisen.

Sechs der Patienten wurden stationär behandelt. Im Schnitt waren sie 73 Tage in der Klinik. Alle Testpersonen bekamen Antipsychotika. Die Autoren testeten die Teilnehmenden auf psychiatrische Symptome. Außerdem überprüften sie, wie ausgeprägt ihre kognitiven und sozialen Fähigkeiten waren.

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass reduzierte Omega-3-Fettsäuren im Blut mit kognitiven Defiziten verbunden waren. Diese beeinflussten wiederum die sozialen Funktionen bei Schizophrenie. Personen mit wenig Omega-3 waren also kognitiv und sozial stärker beeinträchtigt.

Eicosapentaensäure: Ein Wundermittel gegen Schizophrenie?

Peet13 und seine Kollegen untersuchten 45 Patienten mit Schizophrenie. Sie wiesen die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip zu drei Gruppen zu. Die erste Gruppe bekam für drei Monate ein mit Eicosapentaensäure angereichertes Öl. Die zweite Gruppe bekam ein mit Docosahexaensäure angereichertes Öl. Und die dritte Gruppe bekam ein Placebo in Form von Maisöl. Dieses weist keine Omega-3-Fettsäuren auf. Danach beurteilten sie die Stärke der positiven und negativen Symptome der Betroffenen.

Nur zur Erinnerung: Positive Symptome können zum Beispiel Wahnvorstellungen und Halluzinationen sein. Sie beschreiben ein übersteigertes Erleben der Betroffenen. Negative Symptome führen hingegen zu einem eingeschränkten Erleben. Dazu zählen zum Beispiel Depressionen, mangelnder Antrieb oder fehlende Willenskraft.

Die Patienten in der ersten Gruppe zeigten signifikant weniger positive Symptome als die Patienten in der zweiten Gruppe. Eicosapentaensäure konnte die positiven Symptome einer Schizophrenie also stärker reduzieren als Docosahexaensäure. Die Unterschiede zum Placebo fielen nicht signifikant aus. Es gab aber eine Tendenz in dieselbe Richtung. Zudem schnitt Eicosapentaensäure insgesamt besser ab. Wenn wir positive und negative Symptome zu einem Gesamtwert zusammenfassen, ist Eicosapentaensäure also den beiden anderen Gruppen überlegen.

Die Autoren führten noch eine Nachfolgeuntersuchung durch, in der sie die Wirkung von Eicosapentaensäure mit der eines Placebos (wieder Maisöl) verglichen. Die Patienten mit Eicosapentaensäure wiesen sie der Experimentalgruppe zu. Die Placebogruppe diente als Kontrolle.

Am Ende der Studie nahmen alle 12 Patienten in der Kontrollbedingung ein Antipsychotika ein. In der Experimentalgruppe waren es nur acht von 14 Patienten. Trotzdem hatte die Experimentalgruppe bis zum Ende der Studie weniger stark ausgeprägte positive und negative Symptome.

Wie wirkt Eicosapentaensäure mit Medikamenten?

Eine andere Studie von Peet14 untersuchte die Wirkung von Ethyl Eicosapentaenoat auf Patienten, die verschiedene Arten von Medikamenten bekamen. Dazu gehörten typische Antipsychotika, neue atypische Antipsychotika und Clozapin.

Ethyl Eicosapentaensäure15 ist ein Derivat der Omega-3-Fettsäure Eicosapentaensäure. Erwachsene benutzen es vor allem, um ihre Triglyceridspiegel zu senken.

Die Autoren testeten 115 Patienten mit Schizophrenie. 31 Patienten wurden mit Clozapin behandelt. 48 Patienten bekamen neue atypische Antipsychotika. Weitere 36 bekamen typische Antipsychotika.

Zusätzlich zu den Medikamenten bekamen sie entweder ein Placebo (Paraffin) oder 1, 2 oder 4 Gramm Ethyl Eicosapentaenoat für 12 Wochen.

Patienten mit 2 oder 4 Gramm Ethyl Eicosapentaenoat hatten geringere Triglyceridspiegel. Diese waren anfangs durch Clozapin erhöht. Zudem zeigten sie weniger stark ausgeprägte positive und negative Symptome. Dies war insbesondere bei Patienten mit 2 Gramm Ethyl Eicosapentaenoat der Fall. Allerdings gilt der Effekt von Ethyl Eicosapentaenoat nur für diejenigen, die mit Clozapin behandelt wurden. Bei Patienten mit typischen und neuen atypischen Antipsychotika gab es keine bedeutsamen Unterschiede zur Placebo-Gruppe. Paraffin und Ethyl Eicosapentaenoat wirkten dort also gleichermaßen.

Wie verträglich ist Eicosapentaensäure bei chronischer Schizophrenie?

Emsley und seine Kollegen16 untersuchten die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Ethyl-Eicosapentaensäure. Sie verabreichten die Omega-3-Fettsäure als Zusatzbehandlung bei chronischer Schizophrenie. Wie du bereits weißt, ist das die schwerste Form der Krankheit. Daher ist es an dieser Stelle ganz besonders interessiert, wie Eicosapentaensäure abschneidet.

Die Autoren testeten 40 Patienten mit anhaltenden schizophrenen Symptomen über 12 Wochen. Die Patienten erhielten seit mindestens 6 Monaten eine antipsychotische Behandlung. Zusätzlich dazu erhielten sie nun entweder Eicosapentaensäure oder ein Placebo.

Nach 12 Wochen hatten die Patienten mit Eicosapentaensäure eine signifikant niedrigere Gesamtpunktzahl auf der positiven und negativen Syndromskala. Wenn wir positive und negative Symptome zu einem Gesamtwert zusammenfassen, ist Eicosapentaensäure also dem Placebo überlegen.

Zudem verbesserten sich die Dyskinesien der Betroffenen im Vergleich zur Placebogruppe. Diese entstehen oft als Nebenwirkung des jahrelangen Medikamentengebrauchs. Die Betroffenen versteifen, zucken oder blinzeln unkontrolliert mit den Augen, ohne es zu wollen. Dank Eicosapentaensäure können Betroffene diese gestörten Bewegungen jedoch reduzieren.

Wie du mit Keto ausreichend Eicosapentaensäure zu dir nehmen kannst

Wie du nun weißt, ist Eicosapentaensäure im Allgemeinen sehr wirksam und gut verträglich. Es kann sogar bei schwerer chronischer Schizophrenie hilfreich sein. Glücklicherweise kommt diese wichtige Omega-3-Fettsäure in vielen Lebensmitteln vor, die du im Rahmen einer ketogenen Ernährung bedenkenlos essen kannst.

Vor allem Fettfische sind reich an dieser Fettsäure. Dazu gehören zum Beispiel Hering, Makrele oder Lachs. Auch essbare Meeresalgen enthalten viel Eicosapentaensäure17.

Aufgrund der guten Omega-3-Zufuhr können wir Keto daher als eine gute Möglichkeit zur Ernährung bei Schizophrenie ansehen.

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Kohlenhydrate und wie sie Schizophrenie beeinflussen

Glutenunverträglichkeit kann viele Beschwerden und Krankheiten auslösen

Gluten ist ein Stoffgemisch aus Proteinen18. Zusammen mit Wasser bildet es Klebereiweiß, das als Teiggerüst bei Brot und Backwaren dient. Gluten ist in vielen Sorten von Getreide enthalten. Dazu gehören vor allem Roggen, Weizen und Dinkel. Auch viele verarbeitete Lebensmittel enthalten Gluten.

Das ist teilweise problematisch, da einige Personen kein Gluten vertragen. Die Betroffenen leiden an Zöliakie19. Das ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronisch entzündeten Dünndarmschleimhaut führt. Das Immunsystem der Betroffenen bildet Antikörper gegen Gluten. Sie müssen daher eine streng glutenfreie Diät befolgen. Ansonsten könnten Beschwerden auftreten wie Gewichtsverlust, Erbrechen, Durchfall und neurologische Störungen.

Dies betrifft aber nicht nur Personen mit Zöliakie. Manche reagieren empfindlich auf Weizen oder Gluten, ohne dass sie nachweislich Zöliakie haben. Viele berichten von einer Besserung ihrer Beschwerden, wenn sie auf Weizenprodukte verzichten.

Wissenschaftler fanden vor allem Zusammenhänge zwischen Glutenunverträglichkeit und Epilepsie. Eine glutenfreie Diät kann dabei helfen, epileptische Anfälle zu reduzieren oder sogar zu stoppen. Darüber hinaus verbessern sich Verhaltensauffälligkeiten bei ADHS.20

Dohan argumentiert, dass Gluten auch ein Umweltauslöser für Schizophrenie sein kann, wenn der Mensch genetisch anfällig dafür ist. Forscher vermuten insbesondere einen Zusammenhang zwischen Schizophrenie und Zöliakie.

Dokumentierte Berichte zu Getreidekonsum und Schizophrenie

Im zweiten Weltkrieg war die Nahrungsmittelversorgung schlecht. Dadurch sank der Verbrauch von Weizen und Getreide. Dohan21 untersuchte während dieser Zeit fünf Länder mit Weizenmangel. Er überprüfte, wie viele Personen in psychiatrische Anstalten kamen. Dabei stellte er fest, dass weniger Schizophrenie-Aufnahmen verzeichnet waren. Dieser Rückgang hing wiederum mit dem geringeren Weizenkonsum zusammen. In den USA nahm der Weizenkonsum hingegen zu. Dort stiegen auch die Schizophrenie-Fälle an22.

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Die Befunde zu Zöliakie sind durchwachsen – trotzdem ist Vorsicht geboten

Eine bevölkerungsbezogene Fall-Kontroll-Studie aus dem Jahr 200423 untersuchte 7.997 Personen über 15 Jahre. Die Betroffenen waren zwischen 1981 und 1998 zum ersten Mal in einer psychiatrischen Anstalt.

Die Autoren fanden ein 3.2 erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Schizophrenie bei Personen mit Zöliakie. Von den eingewiesenen Patienten gab es also mehr Schizophrene mit Zöliakie, als durch den Zufall erklärbar wäre.

Eine andere Studie aus dem Jahr 200424 verglich 50 volljährige schizophrene Patienten mit 50 Kontrollpersonen ohne Schizophrenie. Die Patienten besuchten eine ambulante Klinik in Israel. Die Kontrollgruppe bestand aus geistig normalen Personen, die in der Vergangenheit keine Zöliakie diagnostiziert bekamen. Alle Teilnehmer in beiden Gruppen machten einen Bluttest auf Serum-IgA-Anti-Endomysial-Antikörper. Diese dienen zur Bestimmung einer Zöliakie.

Die Autoren fanden keine Hinweise auf Zöliakie bei Patienten mit chronischer Schizophrenie. Sie halten es daher für unwahrscheinlich, dass Glutensensitivität und Schizophrenie zusammenhängen.

Doch ist das wirklich so? Es ist unwahrscheinlich, dass die Zusammenhänge in der Fall-Kontrollstudie von Eaton durch Zufall zustande kamen. Immerhin überprüften die Autoren sehr viele Datensätze. Es lässt sich aber auch nicht vollständig ausschließen.

Dies ist der aktuelle Stand der Wissenschaft zu Zöliakie

Cascella und Kollegen führten im Jahr 201125 eine Untersuchung mit Blutproben aus der CATIP Studie (Clinical Antipsychotic Trials of Intervention Effectiveness) durch. Insgesamt überprüften sie 1.401 schizophrene Patienten und verglichen diese mit 900 gesunden Kontrollpersonen.

Die Häufigkeit der Anti-Gliadin-Antikörper war bei Menschen mit Schizophrenie (23,4%) signifikant höher als in der Allgemeinbevölkerung (2,9%). Das könnte auf eine bestehende Zöliakie schließen lassen. Zöliakiepatienten haben neben Anti-Endomysial-Antikörpern nämlich häufig auch erhöhte Anti-Gliadin-Antikörper.

Doch ist das wirklich ein Beleg, dass Schizophrenie mit Zöliakie zusammenhängt?

In einer Übersichtsstudie26 aus dem Jahr 2017 überprüften Wissenschaftler, wie sich Gluten und Zöliakie auf den Beginn von Schizophrenie auswirken. Tatsächlich zeigte sich, dass die Symptome von Schizophrenie mit einer glutenfreien Ernährung minimiert werden können.

Um den Zusammenhang mit Zöliakie zu untersuchen, überprüften sie mehrere immunologische Untersuchungen. Dabei zeigte sich jedoch, dass die meisten schizophrenen Patienten mit erhöhten Anti-Gliadin-Antikörpern keine Zöliakie aufwiesen.

Unser Körper kann diese Antikörper nämlich auch bilden, wenn er keine Zöliakie hat. Das betrifft zum Beispiel Allergiker. Daher muss der Zusammenhang von Glutenunverträglichkeit und Schizophrenie nicht gleichbedeutend mit einer Zöliakie sein.

Dennoch können die Antikörper gegen Gliadin ein Hinweis auf eine Verbindung beider Krankheiten sein. An dieser Stelle müssen Wissenschaftler weitere Studien durchführen, die die Mechanismen der Krankheiten genauer untersuchen.

Das sagen klinische Studien zu Glutenunverträglichkeit und Schizophrenie

Auch wenn die Zusammenhänge mit Zöliakie nicht eindeutig sind, scheint es einen Link mit Glutenunverträglichkeit zu geben. Diese Verbindung reicht bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts zurück.

1969 führte Dohan eine Studie27 zu 102 männlichen Schizophrenen in einer geschlossenen stationären Einrichtung durch. 47 bekamen eine getreidefreie Ernährung. 55 bekamen eine getreidereiche Ernährung.

Dohan berichtete, dass in der getreidefreien Gruppe 62% der Patienten in eine nicht geschlossene Abteilung entlassen wurden. Demgegenüber war dies nur 36% der Patienten mit hohem Getreideanteil der Fall.

Auch einige später durchgeführte Studien fanden positive Effekte von glutenfreier Ernährung.

Eine Studie28 aus dem Jahr 1986 untersuchte 24 Patienten eines Hochsicherheitskrankenhauses für 14 Wochen. Diese litten überwiegend an psychotischen Störungen, vor allem Schizophrenie. Die Personen wurden in zwei Gruppen unterteilt. Die eine bekam eine glutenhaltige und die andere eine glutenfreie Diät. Die Autoren maßen verschiedene Dimensionen des Verhaltens auf dem Psychotic In-Patient Profile.

In der gesamten Gruppe gab es positive Veränderungen in fünf Dimensionen. Die Autoren glauben, dass die Veränderungen durch die bessere Aufmerksamkeit der Patienten zustande kamen. Zwei Patienten hatten während der glutenfreien Zeit bessere Werte, erlitten jedoch nach Wiedereinführung der glutenhaltigen Ernährung einen Rückfall.

Nicht alle Studien sprechen dafür – diese haben allerdings einen Haken

Es gibt auch einige Studien, die keinen positiven Effekt von glutenfreier Ernährung fanden. Ein Review29 aus dem Jahr 2006 stellte allerdings fest, dass diese Studien oft an methodischen Einschränkungen litten.

Potkin30 fand zum Beispiel keine Unterschiede in den Symptomen von chronisch schizophrenen Patienten nach einer glutenfreien Diät. Das Problem dieser Studie war jedoch die geringe Anzahl an Versuchspersonen. Er testete lediglich 8 Personen. Das sind zu wenige, um Rückschlüsse auf die gesamte Population machen zu können.

Insgesamt können wir also schon davon ausgehen, dass es Zusammenhänge mit Glutenunverträglichkeit gibt. Allerdings scheint dies nur für bestimmte Personen zu gelten. Nicht alle Schizophrenen leiden an Glutenunverträglichkeit. Somit kann eine glutenfreie Ernährung bei Schizophrenie auch nicht allen Betroffenen gleichermaßen helfen. Forscher vermuten an dieser Stelle vor allem immunologische, neurologische und genetische Faktoren.

Dank Keto keine Probleme mit Gluten mehr

Wie du nun weißt, kann Gluten Verhaltensauffälligkeiten begünstigen und schizophrene Symptome verschlimmern. Das gilt nicht für alle schizophrenen Betroffenen. Wenn du jedoch eine Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie hast, solltest du besser auf glutenhaltige Lebensmittel verzichten.

Mit Keto31 fällt dir dies vermutlich leichter, da du mit dieser Ernährung ohnehin wenig Kohlenhydrate zu dir nimmst. Keto bedeutet nämlich, dass wir viel Fett, mäßig Proteine und wenig Kohlenhydrate essen. Durch die Kohlenhydratbeschränkungen müssen wir uns weniger Gedanken um Glutenunverträglichkeiten machen.

Antioxidantien, Vitamine und Schizophrenie

Laut der Mental Health Foundation32 haben einige Studien gezeigt, dass Menschen mit Schizophrenie in der Regel weniger antioxidative Enzyme im Gehirn aufweisen. Dadurch sind ihre Zellen anfälliger für freie Radikale. Diese schädigen die Zellen und Gewebe. Dadurch können die Zellen absterben und Gewebsschäden entstehen.

Eine Studie33 aus dem Jahr 2003 verglich 18 Menschen mit Schizophrenie mit fünfzehn gesunden Kontrollpersonen. Diejenigen mit Schizophrenie wiesen mehr Superoxide auf. Das sind reaktive Sauerstoffverbindungen, die andere Zellen schädigen können.

Zudem zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Superoxide und der Höhe der negativen Symptome. Dies ist ein Hinweis, dass zu viele freie Radikale den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen können.

Weitere Studien untersuchten daher, wie sich Antioxidantien und Vitamine auf die Behandlung von Schizophrenie auswirken. Die Befundlage ist jedoch sehr durchwachsen.

Studien, die Unterschiede fanden

Eine Studie aus The Lancet34 untersuchte 123 Patienten mit einer Major Depression oder Schizophrenie. 41 (33%) hatten grenzwertige oder mangelhafte Folsäurewerte. Diese sollten zusätzlich zu ihren Medikamenten täglich 15 Milligramm Folsäure (Methylfolat) für 6 Monate zu sich nehmen.

Sowohl die depressiven als auch die schizophrenen Patienten zeigten eine Verbesserung ihres klinischen und sozialen Zustandsbildes. Die Unterschiede zwischen Methylfolat- und dem Placebo wurden mit der Zeit sogar noch größer.

Eine andere Studie35 konzentrierte sich auf die Rolle von Vitamin D. Sie wollten den Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Ergänzungen im ersten Lebensjahr und dem Risiko einer Schizophrenie untersuchen.

Die Autoren wählten ihre Testpersonen aus der Geburtskohorte von Nordfinnland aus dem Jahr 1966. Sie untersuchten insgesamt 9.114 Personen.

Männliche Personen mit Vitamin-D-Ergänzungen hatten ein geringeres Krankheitsrisiko verglichen mit denen, die keine Vitamin D-Ergänzungen zu sich nahmen. Auch die Dosis machte einen Unterschied. Männer, die mindestens 2000 IE Vitamin D zu sich nahmen, hatten ein geringeres Risiko verglichen mit denen, die niedrigere Dosen erhielten.

Die Ergebnisse galten allerdings nur für Männer. Für Frauen gab es keine Zusammenhänge zwischen der Häufigkeit oder der Dosis von Vitamin-D-Ergänzungen und Schizophrenie.

Studien, die keine Unterschiede fanden

Eine Studie36 aus dem Jahr 1999 untersuchte die Wirksamkeit einer großen Anzahl an Vitaminen. Sie testeten 19 ambulante Patienten für 5 Monate. Diese bekamen entweder ein Nahrungsergänzungsmittel oder ein alternatives Verfahren. Die experimentelle Gruppe erhielt darüber hinaus Vitamine basierend auf ihren individuellen Blutwerten. Die Kontrollgruppe erhielt 25 Milligramm Vitamin C.

Fünf Monate später zeigten sich deutliche Unterschiede in den Blutwerten. Es gab allerdings keine symptomatischen oder Verhaltensunterschiede zwischen den Gruppen.

Lerner und seine Kollegen37 konzentrierten sich hingegen nur auf ein einzelnes Vitamin. Sie untersuchten, wie sich Vitamin B6 auf die Behandlung von positiven und negativen Symptomen auswirkte. Hierfür testeten sie 15 schizophrene und schizoaffektive Patienten über 9 Wochen. Die Patienten erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder ein Placebo oder Vitamin B6. In der ersten Woche bekamen sie 100 mg pro Tag. Die Dosierung stieg jeweils um 100 mg pro Woche an. Die Autoren fanden allerdings keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.

Wir benötigen weitere Studien, um die Rolle von oxidativem Stress bei Schizophrenie zu ermitteln. Da sich Omega-3-Fettsäuren jedoch als wirkungsvolle Maßnahme erwiesen haben, sind Zusammenhänge mit oxidativem Stress sehr wahrscheinlich. Dies sollte auch bei Antioxidantien und Vitaminen der Fall sein, selbst wenn die Studienlage noch durchwachsen ist. Es schadet allerdings auch nicht, auf ausreichend Antioxidantien und Vitamine zu achten. Vor allem Vitamin D und Folsäure scheinen hierbei eine Rolle zu spielen.

Was diese Vitamine mit ketogener Ernährung zu tun haben

Vitamin D und Folsäure befinden sich in vielen ketogenen Lebensmitteln.

Zu den Lebensmitteln mit Vitamin D gehören überwiegende tierische Produkte. Dazu zählen vor allem Fettfische, Innereien und Eier. Aber auch Milchprodukte enthalten in begrenztem Umfang Vitamin D.38 Außerdem befinden sich in vielen Keto Lebensmitteln Cholesterin. Dieses ist der Ausgangsstoff, den der Körper benötigt um Vitamin D zu bauen.

Da wir Vitamin D nur zu 5 bis 20% durch die Nahrung aufnehmen, sollten wir zusätzlich viel Zeit an der frischen Luft verbringen. Unser Körper stellt Vitamin D nämlich in Eigenproduktion durch Sonnenlicht her. Viele Menschen leiden deshalb in den Wintermonaten an Vitamin D-Mangel.

Auch Folsäure ist in vielen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, die wir im Rahmen einer ketogenen Ernährung bedenkenlos zu uns nehmen können.

Lebensmittel mit viel Folsäure sind zum Beispiel39:

  • Kalbs- und Geflügelleber
  • Eigelb
  • Petersilie und Gartenkresse
    • jeweils rund 100µg je 100g
  • Nieren
  • frisches grünes Gemüse
    • jeweils rund 50 bis 100µg pro 100g
  • Rindfleisch und Kalbfleisch
  • gekochter Blattspinat
  • Blumenkohl
  • Tomaten
  • dunkelgrünes Blattgemüse
  • Brombeeren
    • jeweils rund mit 10 bis 50µg pro 100g

Weitere Angaben zu Vitaminen findest du übrigens auch im Ketoseportal40.

Im Folgenden findest du noch einmal alle Ernährungstipps grafisch dargestellt:

Ernährung bei Schizophrenie Keto

Ketogene Ernährung bei Schizophrenie: Wirkmechanismen

Ketogene Ernährung scheint für viele Schizophrene eine Verbesserung ihrer Symptome zu bieten. (Übrigens auch für die Depression41, an der viele Schizophrene zusätzlich leiden).

Es sind noch nicht alle Wirkmechanismen erforscht, die ketogene Ernährung auf Schizophrenie haben könnte. Dies sind mögliche Ansatzpunkte, für die wir auf mehr Forschung hoffen:

  • Hilft bei der Myelinisierung  – besser Signalübertragung im Gehirn
  • Bessere Verwendung von Makronährstoffen – mehr Energie
  • Ketarier essen oft mehr Gemüse als Normal-Essende – selbst mehr als viele Vegetarier
  • Mitochondrien sind gesünder und liefern mehr Energie
  • Neuroprotektive, antioxidative Wirkung durch verringerte Produktion von freien Radikalen
  • Weniger Gluten in der Nahrung
  • Weniger exzitatorische Neurotransmitter im Gehirn und Entzündungen im gesamten Körper
  • Weniger Entzündungen, da du in Keto weniger Zucker und prozessierte KH isst –
  • Mehr Proteine , aus denen dein Körper Hormone machen kann (die in Interaktion stehen mit Serotonin, GABA, Endorphin und Dopamin)
  • Mehr Omega 3 (siehe oben)

Wir hoffen, dass dir der Artikel etwas weiter geholfen hat – für dich, einen Familienangehörigen oder Freund. Wenn du Erfahrungen gemacht hast zur richtigen – oder falschen – Ernährung bei Schizophrenie, freuen wir uns über deine Kommentare unten.

Mehr Informationen zu „Ernährung bei Schizophrenie“ findest du unter:

1 https://de.wikipedia.org/wiki/Schizophrenie

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32 Cornah, D. (2006). Feeding minds: the impact of food on mental health. London: Mental Health Foundation. https://www.mentalhealth.org.nz/assets/ResourceFinder/Feeding-Minds.pdf

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38 https://de.wikipedia.org/wiki/Vitamin_D

39 https://de.wikipedia.org/wiki/Folsäure#Vorkommen

40 https://ketoseportal.de/vitamine-und-ihre-wirkungen-auf-deinen-koerper/

41 https://ketoseportal.de/depressionen-ketose/

2018-04-17T11:43:50+00:00

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