Adipositas, Fettsucht oder Fettleibigkeit bezeichnet ein starkes, oft auch krankhaftes Übergewicht. Die Bezeichnung stammt vom lateinischen „adeps“ für Fett ab .. Als adipös gilt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) wer einen BMI-Wert von mehr als 30kg/m² hat. Adipositas ist oft der Anfang einer langen Reihe von, teilweise schweren, Folgeerkrankungen. Beispiele dafür sind neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Herzinfarkt auch Reflux, Brustkrebs, Arthrose, Gicht, Schlafapnoe, Arteriosklerose und viele weitere. Die ketogene Ernährung bietet dir eine gute Möglichkeit um Adipositas entgegenzuwirken und schädliches Bauchfett abzubauen.
So wird Adipositas bestimmt
Zur Diagnostizierung von Adipositas wird meistens der BMI verwendet. Die Abkürzung BMI steht für den englischen Body-Mass-Index. In Deutschland wird manchmal auch das Maß KMI für Körpermassenindex verwendet. Der BMI wird genutzt um die Körpergröße eines Menschen ins Verhältnis zu seinem Körpergewicht zu setzten. Damit ist der BMI der Quotient aus dem Körpergewicht in Kilogramm und dem Quadrat der Körpergröße in Metern. Als Formel ausgedrückt gibt das: BMI = m/l²
Der Wert wird in kg/m² angegeben. Der BMI stellt einen groben Richtwert dar da er weder Statur noch Geschlecht oder Anteil der Muskel – bzw. Fettmasse berücksichtigt.
Eingeteilt ist der BMI in sechs verschiedene Bereiche. Je nach BMI-Wert wird eine andere Kategorie zugeordnet. Außerdem steigt mit dem BMI-Wert das Erkrankungsrisiko für mit Übergewicht assoziierten Erkrankungen.
| Kategorie | Body-Mass-Index | Erkrankungsrisiko |
| Untergewicht | unter 18,5 | minimal |
| Normalgewicht | 18,5 – 24,9 | mittel |
| Übergewicht | 25 – 29,9 | leicht erhöht |
| Adipositas Grad 1 | 30 bis 34,5 | erhöht |
| Adipositas Grad 2 | 35 bis 39,9 | hoch |
| Adipositas Grad 3 | 40 und höher | sehr hoch |
Damit das etwas klarer wird ein Beispiel: Ein Mann mit 1,85 m Körpergröße hat bei etwa 79 kg einen BMI von 23 und liegt damit im Normalbereich. Adipositas Grad 2 entspricht etwa 130kg.
Wie du in der Tabelle erkennen kannst, wird bei Adipositas zwischen drei verschiedenen Stufen unterschieden. Dabei gilt: je höher der BMI desto höher der Adipositas Grad und damit auch das Erkrankungsrisiko.
Wichtig ist allerdings, dass Übergewicht alleine nicht für ein erhöhtes Erkrankungsrisiko sorgt. Entscheidend ist die Verteilung im Körper. Besonders problematisch ist die bauchbetonte Adipositas (manchmal auch „Apfeltyp“ genannt). Fett an Gesäß oder Beinen sind weit weniger schädlich. Zusätzlich zum BMI wird oft der Bau- oder Taillenumfang gemessen. Erhöht gilt der Umfang bei 80cm (Frauen) und 94cm (Männer). Liegt der Umfang über 88cm (Frauen) und 102cm (Männer) besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen.
Neben dem BMI und dem Bauch- oder Taillenumfang wird von Ärzten das Verhältnis von Bauch-zu Hüftumfang (engl. waist-to-hp-ratio) erfasst. Dazu wird der Bauchumfang durch den Hüftumfang geteilt. Frauen sollten nicht über 0,85 liegen. Bei Männern gilt ein Richtwert von 1,0.
Wir werden immer dicker
In Deutschland sind etwa zwei Drittel der Männer (67%) und die Hälfte der Frauen (53%) übergewichtig. Adipös sind knapp ein Viertel aller Erwachsenen (23% Männer, 24% Frauen). Wenn wir älter werden, ist es ganz normal etwas zuzunehmen. Trotzdem solltest du auf dein Gewicht achten. Denn der höchste Anteil liegt mit über 40% in der Gruppe der 70-79-jährigen Frauen. Außerdem sind 6,3% aller Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren adipös.
Überall auf der Welt gibt es immer mehr Übergewicht und Adipositas. An der Spitze stehen die USA mit 38,2%, Mexiko mit 33,3% und Neuseeland mit 31,6%.
Dazu eine Grafik mit dem Anteil der Erwachsenen mit Adipositas im Zeitraum zwischen 2000 bis 2015.

Gefahren durch starkes Übergewicht und Adipositas
Ein starkes Übergewicht schadet. Da sind sich alle Ärzte einig. Besonders gefährlich ist das viszerale Bauchfett. Also das Fett, welches im Bauchraum um die Organe liegt.Allgemeine Beschwerden bei Adipositas sind verstärktes Schwitzen, Kurzatmigkeit und Gelenkschmerzen. Bei Adipositas 3. Grades sind häufig alltägliche Aktivitäten eingeschränkt. Betroffene berichten oft davon, dass ihr Leben durch das starke Übergewicht eingeschränkt wird. Das sieht man auch daran, dass es für Menschen mit Adipositas wahrscheinlicher ist eine Depression oder Angststörung zu entwickeln.
Die nachfolgende Liste zeigt Krankheiten, die häufig mit Adipositas auftreten oder deren Erkrankungsrisiko durch das Übergewicht erhöht wird:
- Bluthochdruck
- Herzinfarkt
- Atherosklerose
- Schlaganfall
- Zuckerstoffwechselstörung
- Insulinresistenz
- Fettstoffwechselstörung
- Verstärkte Blutgerinnung
- Gicht
- Arthrose
- Diabetes
- Gallenblasenerkrankungen
- Fettleber
- Reflux
- Hormonstörungen
- Lungenprobleme
- Schlafapnoe
- Krebs (z.B. Brustkrebs, Gebärmutterkrebs, Darmkrebs, Gallenblasenkrebs, Nierenkrebs)
- Wundheilungsstörungen
- Demenz
- Erhöhte Komplikationsrate während der Schwangerschaft
- Metabolisches Syndrom
Daran liegt es: Gründe von starkem Übergewicht
Die Ursachen von Übergewicht und Adipositas sind individuell unterschiedlich. Trotzdem gibt es eine Reihe Faktoren, die schnell dazu führen können, dass du zunimmst. Häufig sind:
- Falsche Ernährung: zu viele (kurzkettige) Kohlenhydrate wie in Softdrinks, Fastfood, Weißmehl, Knabberzeug, Zucker etc. oder zu viele minderwertige Fette z.B. raffiniertes Sonnenblumenöl oder gehärtetes Pflanzenfett
- Bewegungsmangel
- Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Diabetes oder Schilddrüsenunterfunktion
- Hormonelle Veränderungen, beispielsweise während der Schwangerschaft oder Wechseljahre
- Medikamente wie Kortison, Antidepressiva, Betablocker, Pille (je nach genauer Zusammensetzung)
- Seelische Ursachen (Stress, Liebeskummer, schlechte Bewältigungsstrategien)
Außerdem hängt Adipositas häufig mit schlechten Gewohnheiten zusammen. Vor allem in Industrienationen sind sehr viele Menschen übergewichtig. Dort ist es typisch, dass zu viel Nahrung angeboten wird und viele auf körperliche Arbeit verzichten. Oft sind die Mahlzeiten zu groß und werden zu schnell gegessen wodurch das Sättigungsgefühl verloren geht.
Was tun gegen Übergewicht und Adipositas?
Die Therapie muss jeweils auf den Betroffenen angepasst werden. Das Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen und der Grad der Adipositas müssen, neben anderen Faktoren, in die Planung der Behandlung einfließen. Aber egal welche Therapieform es am Ende wird: abnehmen gehört immer dazu.
Bei Adipositas Grad 1 empfiehlt die WHO 5-10% Gewichtsabnahme, bei Grad 2 sind es 10-20% und bei Grad 3 10-30%. Um das zu erreichen, wird in den allermeisten Fällen die Ernährung umgestellt, das Bewegungsverhalten geschult und mit alten Gewohnheiten gebrochen.
Dabei kommt auch die ketogene Ernährung ins Spiel. Keto bietet eine Möglichkeit abzunehmen ohne dabei konstant Hunger zu haben. Gleichzeitig wird der Insulinspiegel gesenkt und somit verhindert, dass weiteres Fett eingelagert wird.
Verschiedene Studien zeigen, dass Keto sich besonders gut eignet um viszerales Bauchfett (also das schädlichste Fett) abzubauen. Tatsächlich wirkt sich eine ketogene Ernährung besser auf das Bauchfett aus als eine fettreduzierte oder stark kalorienreduzierte Ernährungsform. Die tägliche Energiezufuhr sollte etwa 500-800 kcal unter dem tatsächlichen Umsatz liegen.
Gleich noch eine gute Nachricht für alle Low-Carb-Fans: Nach vielen Jahrzehnten der Vorurteile gegen Nahrungsfette wurde 2014 in der überarbeiteten Fassung zu den Leitlinien von „Prävention und Therapie der Adipositas“ der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) e.V. die Low-Carb-Ernährung als Therapieansatz aufgenommen.
Wenn du dein Wunschgewicht erreicht hast, kannst du mit einer ketogenen Ernährung weiter gegen die Begleiterscheinungen der Adipositas vorgehen. Besonders hervorzuhaben sind dabei Zuckerstoffwechselstörung, Insulinresistenz und Bluthochdruck.
Zu viel zu lesen? Hier gibt’s die Kurzfassung:
Adipositas bezeichnet ein schädliches Übergewicht, welches durch verschiedene Ursachen ausgelöst wird. Häufig sind eine schlechte Ernährung (z.B. hochverarbeitete Lebensmittel und zu viel Zucker) sowie Bewegungsmangel. Beide Faktoren sind in Industrienationen weit verbreitet. Das führt dazu, dass die Zahl stark übergewichtiger Erwachsener seit Jahrzehnten immer weiter ansteigt. Adipositas ist mit einer Reihe ernsthafter Erkrankungen assoziiert. Besonders häufigen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Daneben kommt es oft zu Diabetes, Arthrose und Schlafapnoe.
Seit 2014 sind Low-Carb-Ernährungen, wie beispielsweise die ketogene Ernährung, als Therapieform von der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) e.V. anerkannt. Diverse Studien belegen den Erfolg von Keto um möglichst schnell das schädliche viszerale Bauchfett abzubauen.
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