Antioxidantien sind chemische Verbindungen, die sogenannte oxidative Schäden in Körperzellen verlangsamen oder sogar ganz verhindern. Diese Schäden richten reaktionsfreudige Moleküle an, die auch unter dem Namen „freie Radikale“ bekannt sind.

Antioxidantien kommen in vielen unserer täglich konsumierten Lebensmittel vor. Zum Beispiel in [1]:

  • Vitamin C (frisches Obst und Gemüse)
  • Vitamin E (Pflanzenöle)
  • Flavonoide und Resveratrol (Tee, Kaffee, Soja, Kakao, Zimt und Rotwein)
  • Carotinoide (Obst, Gemüse und Eier)

Freie Radikale und oxidativer Schaden – Was ist das?

Antioxidantien schützen uns also vor oxidativen Schäden, indem sie freien Radikalen entgegenwirken. Was genau bedeutet das?

In der Chemie heißen Moleküle, denen ein Elektron fehlt, auch Radikale. Diese Radikale sind sehr reaktionsfreudig, denn ohne das fehlende Elektron sind sie unvollständig. Sofort sind sie auf der Suche nach einem zusätzlichen Elektron und stehlen es von einem vollständigen Molekül. So können sie Schaden anrichten [2].

In unserem Körper spielen Radikale vor allem in Form von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) eine wichtige Rolle, es gibt aber auch andere. Wie ihr Name schon sagt, handelt es sich bei ROS um Sauerstoff-enthaltende Moleküle und, wenn diese einem anderen Molekül ein Elektron stehlen, bezeichnet man den Vorgang als Oxidation. Deshalb wird der entstandene Schaden auch oxidativer Schaden genannt [3].

Nach der Oxidation fehlt dem vorher reaktionsfreudige Molekül nun kein Elektron mehr, dafür fehlt jetzt dem „bestohlenen“, vorher vollständigem Molekül ein Elektron. Eine Kettenreaktion hat begonnen. Ist nun die Konzentration von reaktiven Sauerstoffspezies erhöht, laufen viel mehr dieser Kettenreaktionen ab.

Freie Radikale – Schädlich oder doch nützlich?

Reaktive Sauerstoffspezies entstehen unter natürlichen Umständen in geringen (physiologischen) Mengen im Körper. Sie entstehen zum Beispiel bei der Umwandlung von Energie zu Adenosintriphosphat (ATP) in unseren Mitochondrien, der Körper setzt sie aber auch zur Abwehr von Viren und Bakterien ein. Zusätzlich dienen sie auch als wichtige Signalmoleküle [4, 5].

In geringen und damit ganz normalen Mengen sind Radikale bzw. ROS also nicht schädlich. Im Gegensatz, sie sind sogar nützlich. Der Körper hat selbst Möglichkeiten, sich vor oxidativen Schäden zu schützen. Zum Beispiel kann er Enzyme und Hormone bilden, die selbst Antioxidantien sind, und so die Kettenreaktion beenden.

Wie so oft kommt es auch bei freien Radikalen und Antioxidantien auf das Verhältnis an. Oxidativer Stress bezeichnet den Zustand, wenn zu viele freie Radikale oder zu wenig Antioxidantien im Körper vorhanden sind und deshalb oxidative Schäden entstehen können.

Freie Radikale: In geringen Mengen nützlich, aber in großen Mengen schädlich!

Unter normalen Umständen kommen freie Radikale nur in geringen Mengen in unserem Körper vor. Äußere Einflüsse können aber zu einem starken Anstieg an freien Radikalen führen. Dazu gehören:

  • UV-Strahlung durch zu lange oder ungeschützte Sonnenbäder [6, 7]
  • Viele andere Arten von Strahlung wie Röntgen-, radioaktive und elektromagnetische Strahlung [6, 7]
  • Luftverschmutzung [6]
  • Alkohol und Zigaretten [8, 9]
  • Körperfremde Chemikalien, die zum Beispiel in Pestiziden und Reinigungsmitteln vorkommen können
  • Zucker und andere raffinierte Kohlenhydrate wie Weißmehl [10]

In hohen Konzentrationen haben freie Radikale negative Auswirkungen. Durch die Oxidation können Zellen oder sogar die DNS der Zelle geschädigt werden. Dies kann zu folgenden Krankheiten führen [11, 12]:

  • Krebserkrankungen
  • Arteriosklerose
  • Alzheimer

Dies kann natürlich auch schon bei einer niedrigen Konzentration passieren, aber der Körper hat selbst Möglichkeiten, sich vor (normalen Mengen an) oxidativen Schäden zu schützen. Denn das Verhältnis zwischen freien Radikalen und Antioxidantien bestimmt, ob freie Radikale schädlich oder nützlich sind.

Antioxidantien

Antioxidantien schützen den Körper vor oxidativem Stress bzw. oxidativen Schäden. Sie selbst geben an die reaktionsfreudigen Radikalen ein Elektron ab. Sie reagieren danach aber nicht mehr weiter und beenden so die gefährliche Kettenreaktion.

Antioxidantien kommen ganz natürlich in vielen Lebensmitteln vor, aber auch der Körper produziert sie in Form von Enzymen und Hormonen selbst.

Achtung vor Nahrungsergänzungsmitteln: Auch Antioxidantien und Vitamine sind in großen Mengen schädlich!

Angebote für Nahrungsergänzungsmittel in Form von Vitaminen findet man immer wieder im Supermarkt oder im Internet. Doch viele neuerer Studien zeigen, dass die Einnahme solcher Nahrungsergänzungsmittel nicht nur nicht gesundheitlich vorteilhaft, sondern sogar negativ ist.

Die neben der Nahrung zusätzliche Aufnahme von Antioxidantien wie beta-Carotin, Vitamin A, Vitamin C und Vitamin E hatten bei gesunden Menschen mehrere drastische negative Auswirkungen [13, 14, 15, 16]:

  • Steigert die Entstehung von Krebs
  • Verringert die Lebenserwartung
  • Negiert die positiven Effekte von Sport

Antioxidantien und freie Radikale – auf das richtige Verhältnis kommt es an

Das heißt nicht, dass Antioxidantien an sich schädlich sind und auch die normale Aufnahme von Antioxidantien mit der Nahrung reduziert werden sollte.

Aber die hochdosierte Einnahme von Antioxidantien (zum Beispiel durch Vitaminpräparate) kann die Anzahl freier Radikaler auf eine ungesund kleine Menge verringern, also oxidativen Stress durch das Ungleichgewicht des Verhältnisses beider Stoffe erzeugen. Denn auch freie Radikale haben, wie oben beschrieben, wichtige Aufgaben auf deren Ausführung der Körper angewiesen ist [3, 4].

Keto – Natürliche Antioxidantien durch die richtige Ernährung

Am besten ist, das Verhältnis zwischen Antioxidantien und freien Radikalen positiv durch eine gesunde Ernährung zu beeinflussen. Zucker und andere raffinierten Kohlenhydrate tragen zu einer erhöhten Konzentration an freien Radikalen bei, während Obst und Gemüse den Anteil an natürlichen Antioxidantien erhöht [10, 17].

Eine Ernährung, wie die ketogene Diät, die auf Zucker und raffinierte Kohlenhydrate weitgehend verzichtet und einen großen Anteil an Gemüse und Obst sicherstellt, eignet sich dafür sehr gut. Eine ketogene Ernährung reduziert oxidative Schäden im Körper und erhöht die Produktion körpereigener Antioxidantien [18].

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Antioxidans

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Radikal_(Chemie)

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Reaktive_Sauerstoffspezies

[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24999941?dopt=Abstract

[5] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26496603?dopt=Abstract

[6] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16430879

[7] https://physoc.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1113/expphysiol.1997.sp004024

[8] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17613085

[9] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0042698909003721

[10] http://diabetes.diabetesjournals.org/content/54/6/1615

[11] https://www.hindawi.com/journals/amed/2016/9152732/

[12] https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/dmrr.196

[13] https: /www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD007176.pub2/full

[14] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19433800?dopt=Abstract

[15] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17327526?dopt=Abstract

[16] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22419320?dopt=Abstract

[17] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18227481

[18] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23223453