Ich bin so hässlich – Warum du dein niedriges Selbstbewusstsein nicht los wirst und wie du damit deine Low Carb Ernährung sabotierst

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Ich bin so hässlich – Warum du dein niedriges Selbstbewusstsein nicht los wirst und wie du damit deine Low Carb Ernährung sabotierst

Man sagt, dass die Schönheit im Auge des Betrachters liegt. Wenn du also zu dir selbst sagst: „Ich bin so hässlich“, liegt es dann an deinem Auge und nicht an deinem Aussehen?

Es gibt schöne Menschen, die sich für hässlich halten und es gibt weniger schöne, die mit sich voll und ganz zufrieden sind und den Blick vom Spiegel nicht abwenden können. Unser Selbstbewusstsein ist meist die Ursache für solche Unterschiede.

Wenn du dich für hässlich hältst, ist es sehr wahrscheinlich, dass du negative Grundüberzeugungen über dich gebildet hast und ein schwaches Selbstwertgefühl hast.

Wir zeigen dir auch Beispiele, wo dein Selbstbewusstsein dein ketogenes LCHF Leben beeinflussen kann.

Ich bin so hässlich: wie die negativen Grundüberzeugungen Tag für Tag aufrechterhalten bleiben

Die negativen Grundüberzeugungen entstehen meist in der frühen Kindheit und in der Pubertät. Sie entstehen auf der Basis unserer negativen Erfahrungen. Als Kinder versuchen wir uns diese Erfahrungen zu erklären und kommen zu Überzeugungen wie: „Ich bin so hässlich“, „Ich bin so blöd“, „Ich bin nicht liebenswürdig“, „Ich bin ein Versager“

Obwohl diese negativen Erfahrungen mehrere Jahre zurückliegen, werden sie in unserem erwachsenen Leben beibehalten und beeinflussen Tag für Tag unser Verhalten. Wie wir uns selbst und unsere Umwelt sehen, wie wir uns verhalten und wie wir auf die alltäglichen Situationen in unserem Leben reagieren – das alles hängt davon ab, welche Überzeugungen wir über uns selbst entwickelt haben.

Und sogar mehr – all diese Verhaltensweisen dienen dazu, dass wir unsere negativen Einstellungen beibehalten!

Ich bin so hässlich: wie wir die Informationen verarbeiten

Wir Menschen als biologische Wesen müssen eine enorme Anzahl von Informationen verarbeiten, um zu überleben und zurechtzukommen. Unser Gehirn muss alles auswerten, was wir sehen, hören, fühlen, schmecken und was in unserem Inneren passiert.

Um mit der Verarbeitung so großer Datenvolumen fertig zu werden, hat unser Gehirn sich als Erleichterung Algorithmen angelegt. Diese Algorithmen legen fest, welche Informationen bevorzugt bearbeitet werden sollten, in welche Richtung unsere Aufmerksamkeit gelenkt wird. Das Gehirn merkt sich, was wir für wichtig halten, was wir über uns und über die Welt denken und wie wir auf die Situationen reagieren – das heißt, das Gehirn merkt sich unsere Überzeugungen.

Ich bin so hässlich Selbstbewusstsein

Das Gehirn lenkt die Aufmerksamkeit bevorzugt auf die Dinge, die es erwartet und verarbeitet es in der Art und Weise, die unseren Überzeugungen entsprechen. Wenn ein Ketarier mit einem guten Selbstbewusstsein einen Ausrutscher hat, tut er den vielleicht ab als menschlich. Das kann jedem mal passieren! Und er findet den Weg wieder zurück zu Low Carb. Ein Ketarier mit einem niedrigen Selbstbewusstsein hat vielleicht die Überzeugung, dass er ständig versagt und sowieso nie etwas hinbekommt. Für ihn wird es viel schwieriger, nach einem Ausrutscher wieder zu einem gesunden Keto Lebensstil zu finden. Sein Gehirn erwartet ja regelrecht, dass etwas nicht klappt, damit es das altbekannte Label „Versager“ verwenden kann. Dieser Ketarier mit niedrigem Selbstbewusstsein wird vielleicht eher zurück in die Zuckersucht fallen und Trost in Süßigkeiten und Pasta suchen. „Es nützt ja eh nichts, ich schaffe es ja eh nicht. Ich bin ein Versager“
Die bekannten Informationen sind für unser Gehirn leichter zu verarbeiten, die bekannten Reaktionen leichter auszuführen. Unser Gehirn ist faul (oder aber effizient, je nach Sichtweise) und wählt den leichteren Weg.

Das führt dazu, dass wir uns bevorzugt an die Dinge erinnern, die unseren Erwartungen und unseren Einstellungen entsprechen – unabhängig davon, ob diese Einstellungen positiv oder negativ sind.

Wie funktioniert es im Detail? Zum Beispiel, du bist überzeugt, dass deine Nachbarn unordentlich sind. Du basierst diese Überzeugung auf der Erfahrung der ersten Tage nach deren Einzug. Sie ließen Müll im Treppenhaus liegen und haben nach dem Einzug die Treppe nicht gekehrt.

Diese Überzeugung kann mehrere Jahre bestehen, weil:

  • Du dir nur merkst, wenn das Treppenhaus unordentlich ist und nicht, wenn es sauber ist;
  • Du die Situation immer in dem Licht interpretierst, wie du es gewohnt bist: du schreibst jeden Müll diesen Nachbarn zu, auch wenn du dir nicht sicher sein kannst, ob sie tatsächlich dafür verantwortlich sind.

Aus diesem Grund, wenn du nach deine Nachbarn gefragt wirst, erinnerst du dich nur an die Fälle mit dem unaufgeräumten Treppenhaus. Du sagst: „Sie sind unordentlich“ und bist überzeugt, dass es die absolute Wahrheit ist.

Du glaubst du bist ein Versager? Du wirst dich dadurch weniger an die Male erinnern, bei denen dir etwas gelungen ist. Die Male, die du Zucker widerstanden hast.
Du wirst dich eher an die Male erinnern, an denen du es nicht geschafft hast.

Lass uns jetzt ein Beispiel anschauen, der mit dem schwachen Selbstbewusstsein zusammenhängt. Du sagst: „Ich bin so hässlich“. Diese Überzeugung ist vielleicht  in der Pubertät entstanden. Du warst wie ein „hässliches Entlein“ – eine Überhangsphase aus der Kindheit in die Jugend.

Meist sind Teenager etwas kantig, ungelenk. Manchmal ist das Wachstum unregelmäßig. Der eine hat viel zu dünne und lange Arme, der andere ist etwas pummeliger. Viele haben sehr schlechte Haut und leiden unter Akne. Viele wissen noch nicht, wie sie sich jetzt anziehen sollen.

Wenn so ein Teenager in den Spiegel schaut und sich mit jüngeren, hübscheren Kindern oder mit Erwachsenen vergleicht, findet er sich hässlich. Außerdem sind Teenager besonders anfällig für Kommentare über ihr Aussehen. Egal ob es Gründe dafür gibt oder nicht  – die Teenagerzeit ist besonders schwierig für das Selbstbewusstsein.

Nun aber ist die Zeit längst vorbei, die Haut reiner, der Körper proportionaler. Du stehst aber immer noch vor dem Spiegel, suchst die kleinsten Unreinheiten in deinem Gesicht und findest, deine Haut ist schrecklich. Du merkst nicht, dass deine Augen oder Mund schön sind. Du schenkst deine ganze Aufmerksamkeit deiner Haut und siehst nur die negativen Seiten.

Auch deinen Körper findest du nicht schön. Eventuell hast du sehr schöne Beine, aber du siehst nur die Arme, die dir immer noch zu lang und zu dünn vorkommen. Oder aber, wenn du früher pummelig warst, siehst du immer noch die nicht mehr vorhandenen Fettpölsterchen. Du siehst nicht, dass deine Kurven weiblich und schön sind – und dich Frauen darum beneiden und Männer gerne ansehen. Du siehst nur, dass du nicht so androgyn aussiehst wie die Frauen auf den Laufstegen.
Du siehst die positiven Sachen nicht mehr, du hast verpasst zu bemerken, dass aus dem hässlichen Entlein bereits ein Schwan geworden ist.

Wenn du in einem Club nicht wie deine Freundin zum Tanz aufgefordert wirst, denkst du sofort: „Ist ja klar, ich bin so hässlich!“ Du interpretierst die Fakten so, wie du es immer getan hast.

Dabei könnte es sein, dass jemand sich für dich interessiert, wagt es aber nicht, dich aufzufordern. Oder es könnte sein, dass die Art von Männern, die dich interessant finden würden, solche Clubs meiden. Oder aber du hast Verehrer, die du aber nicht ernst nimmst und einfach abwinkst „Ach, der! Der zählt nicht“.

So sammelst du nur negative Erfahrungen und fühlst dich weiterhin darin bestätigt, dass du nicht hübsch genug bist. Du interpretierst auch jede Situation in dem Licht, der deine negativen Einstellungen bestätigt.

Das größte Problem ist, dass unsere negativen Überzeugungen oft zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden.

Besonders beim Aussehen ist es der Fall: Menschen, die Selbstsicherheit ausstrahlen, wirken meist attraktiver auf ihre Mitmenschen. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz: weil du ein schwaches Selbstbewusstsein hast, wirkst du weniger attraktiv. Weil die anderen dich weniger attraktiv finden, fühlst du dich in deinen negativen Überzeugungen bestätigt, dein Selbstbewusstsein wird weiter geschwächt.

Du hast vielleicht sogar irgendwann angefangen, aus Frust und Traurigkeit jede Menge tröstende Kohlenhydrate zu Essen. Weil du dich darüber hinweg trösten willst, dass du (in deinen Augen) furchtbar hässlich bist… und machst es dir mit dem Übergewicht noch schwieriger, dich selbst anzunehmen. So viel zum Thema selbsterfüllende Prophezeiung.

Ich bin so hässlich: wie du denkst, so verhältst du dich auch

Im vorherigen Artikel So entsteht ein geringes Selbstwertgefühl – und so beeinflusst es deinen Erfolg mit Keto sind wir darauf eingegangen, dass Menschen mit einem schwachen Selbstbewusstsein zu ihrem Schutz bestimmte Regeln und Annahmen bilden.

Wenn du zum Beispiel über dich denkst: „Ich bin so hässlich“, dann könntest du eine Regel aufstellen,  die Clubs, Diskotheken und andere Partys zu meiden. Deine Annahme wäre: „Da interessiert sich ja eh keiner für mich“. Du passt dein Verhalten entsprechend an und findest Ausreden, warum du nicht mitkommen kannst, wenn deine Freunde oder Freundinnen in eine Disco gehen.

Wenn du nicht zu den Partys gehst, dann bleibt dir diese angebliche „Scham“ erspart und du fühlst dich vermutlich wohler. Andererseits wirst du auch nie die Möglichkeit bekommen, deine negativen Annahmen zu widerlegen und irgendetwas in deinem Leben zu verändern.

Ähnlich verhält es sich mit den anderen Regeln, die sich Menschen mit einem schwachen Selbstbewusstsein aufstellen, zum Beispiel: „Ich darf meine Gefühle nicht zeigen, sonst wird sich jeder über mich lustig machen“, „Ich muss hart arbeiten und Überstunden machen, damit ich nicht schlechter als die anderen abschneide“, „Ich darf mir keine Fehler erlauben, sonst werden andere merken, wie unfähig ich bin“, „Ich darf gar niemals aus der Ketose fallen“ usw.

Die Regeln und Annahmen, die wir aufstellen, um unser schwaches Selbstbewusstsein zu schützen, sind letztendlich nicht nützlich, sondern eher hinderlich für uns. Sie führen dazu, dass wir keine Möglichkeit bekommen, unsere negativen Überzeugungen über uns selbst zu testen und diese gegebenfalls zu widerlegen.

Die negativen Regeln und Annahmen dienen dazu, unsere negativen Einstellungen beizubehalten. Das schwache Selbstbewusstsein wird zwar in solchen Fällen nicht akut verletzt, aber es ist immer noch am Leben und schlummert im Hintergrund.

Ich bin so hässlich: wenn das schwache Selbstbewusstsein bedroht wird

Es gibt viele unvorhergesehene Situationen, in denen wir von unseren Regeln abweichen müssen. Unsere Regeln sind meist sehr extrem und unflexibel. Keiner kann es schaffen, immer perfekt zu sein und keine Fehler zu machen. Auch seine Gefühle zu verbergen oder alle Partys zu meiden ist eher unrealistisch. Bei ketogener Ernährung ist es zwar möglich und auch nötig, die Kohlenhydrate bis auf Minimum zu reduzieren. Aber es kann Momente geben, die dich hart auf die Probe stellen – Hochzeiten, Geburtstage, All Inklusive Urlaube,…

Und so kommt es immer wieder zu Situationen, in denen unsere Regeln gebrochen werden oder es besteht die Gefahr, dass sie nicht eingehalten werden könnten. Es sind sogenannte Risikosituationen für unser schwaches Selbstbewusstsein. Diese Risikosituationen sind unvermeidbar, wenn wir unsere inneren Standards zu hoch setzen und von uns selbst Unmögliches erwarten.

Wenn wir in eine Risikosituation geraten, bricht in uns Panik aus. Unsere negativen Überzeugungen über uns selbst werden aktiv, sie beeinflussen unsere Gedanken und Gefühle. Unser schlummerndes schwaches Selbstbewusstsein wacht auf.

Wenn die negativen Einstellungen aktiviert werden, denken wir schlecht über uns selbst und fühlen uns miserabel. Wir erwarten nur das Schlimmste von dieser Situation. Das sind die sogenannten „verzerrten Erwartungen“ (Englisch: „Biased Expectations“). Oder wir denken sehr kritisch über uns selbst – dieser Effekt wird „Negative Selbstbewertung“ (Englisch: „Negative Self-Evaluation“) genannt.

Die verzerrten Erwartungen und die negative Selbstbewertung beeinflussen unser Verhalten. Zum Beispiel könnten wir bestimmte Handlungen komplett unterlassen und aus der Risikosituation flüchten. Bei ketogener Ernährung wäre ein Verzicht auf ein Essen mit Freunden im Restaurant ein Beispiel der Vermeidungsstrategie.

Oder wir könnten zwar in die Risikosituationen einsteigen, aber sie wieder verlassen, wenn es uns zu brenzlich wird. Im Beispiel mit Ketogener Ernährung wäre es der Fall, wenn wir zwar ins Restaurant gehen würden, aber nach dem Blick in die Speisekarte uns verabschieden würden.

Solches Verhalten ist nicht nützlich für uns, es ist dysfunktional. Erstens, wir fühlen uns nicht wohl in solchen Risikosituationen, wir sind verängstigt, verkrampft und gestresst. Zweitens, wir werden in unseren negativen Eistellungen zu uns selbst bestätigt, unsere negativen Grundüberzeugungen werden gestärkt. Drittens – und das ist das Wichtigste – das löst unser Problem nicht.

Unser schwaches Selbstbewusstsein schlummert nicht mehr, es ist akut und zeigt seine Wirkung im vollen Maße.

Wie ein geringes Selbstwertgefühl erhalten bleibt

Im vorherigen Artikel So entsteht ein geringes Selbstwertgefühl – und so beeinflusst es deinen Erfolg mit Keto haben wir das Model des schwachen Selbstbewusstseins eingeführt. Wir erweitern jetzt dieses Model um den zweiten Teil – die Erhaltung des schwachen Selbstbewusstseins:

Ich bin so hässlich – niedriges Selbstbewusstsein los werden

Lass uns das Model an einem Beispiel verdeutlichen. Wenn du zum Beispiel über dich denkst: „Ich bin so hässlich“, hast du dir eventuell die Regel angelegt: “Ich muss immer perfekt aussehen. Ich darf das Haus nicht verlassen, ohne dass ich geschminkt bin und meine Kleidung tadellos aussieht!“. Du hast die Annahme, dass die Menschen peinlich berührt sein werden, wenn sie dich ohne Schminke oder in einer Schlabberhose sehen. Du denkst, sie werden sich nach dir umdrehen, dich auslachen, dich verachten.

Du legst also extrem viel Wert auf dein Aussehen, brauchst mindestens eine halbe Stunde,  bevor du das Haus verlässt. Solange du es einhältst, geht es dir einigermaßen gut. Dein schwaches Selbstbewusstsein ist verdrängt von der Oberfläche, schlummert aber im Hintergrund.

Nun stelle dir vor, du bekommst ein Baby. Dein Leben gerät aus den Fugen. Dir fehlt die Zeit, dich vor jedem Spaziergang hübsch zu machen. Und wenn du dir die Zeit nimmst, stört dein Kind dich. Es weint, weil es zu lange dauert.

Noch schlimmer sieht es aus, wenn das Baby plötzlich krank wird oder sich verletzt. Du musst sofort zum Arzt, du hast keine Zeit für die Schminke.

Das sind Risikosituationen für dein schwaches Selbstbewusstsein, weil deine Regel gebrochen wird oder ein Risiko besteht, dass sie gebrochen werden könnte. Wenn das passiert, ist deine negative Überzeugung „Ich bin so hässlich“ aktiviert. Sie tritt in den Vordergrund und bestimmt, wie du dich fühlst und wie du dich verhältst.

Verzerrte Erwartungen

Wenn du keine Möglichkeit hast, deine Regel einzuhalten oder ein Risiko besteht, dass sie nicht eingehalten werden könnte, dann erwartest du nur das Schlimmste. Wir nennen es „verzerrte Erwartungen“. Du könntest denken: „Alle werden mich anstarren“. „Jetzt wird jeder sehen, wie hässlich ich ohne Schminke aussehe“.

Das heißt, die Art und Weise, wie du denkst, führt dazu, alles im negativen Licht zu sehen und einen schlechten Ausgang für die Risikosituation zu erwarten.

Auch die Art, wie du dich verhältst, wird geändert.

Du könntest auf Spaziergänge mit dem Baby verzichten. Das ist die Vermeidungs-Strategie.

Du könntest dich früh morgens, solange das Baby noch schläft, hübsch machen, damit du tagsüber immer perfekt aussiehst und das Haus jederzeit verlassen könntest. Das ist die Sicherheitsvorkehrungs-Strategie.

Du könntest ungeschminkt den Spaziergang machen und die Straßenseite wechseln oder umkehren, sobald du einen entgegenkommen siehst. Das ist eine sogenannte Fluchtstrategie.

In jedem Fall aber fühlst du dich verunsichert, verängstigt, nervös, angespannt. Deine verzerrten Erwartungen, dysfunktionale Regeln und Annahmen und dein Verhalten könnten deine Gesundheit und dein Aussehen beeinflussen.

Wenn du jetzt in den Spiegel schaust und dein blasses verängstigtes Gesicht siehst, fühlst du dich in deinen negativen Überzeugungen bestätigt: „Ich bin so hässlich“. Deine negative Einstellung zu dir selbst bleibt bestehen und ist sogar gestärkt.

Wenn du immer versuchst, die Risikosituationen zu vermeiden oder aus solchen Situationen flüchtest, wirst du deine negativen Überzeugungen nie widerlegen können.

Und wenn du zufälligerweise einer solchen Situation ausgesetzt warst und sie glimpflich für dich ausging, wirst du es eher dem Zufall zuschreiben. Wenn du mal ungeschminkt draußen warst und eine Frau dich freundlich angelächelt hat, wirst du dir irgendetwas zusammenreimen wie: „Sie ist alt, sie sieht bestimmt schon schlecht“ oder: „Wer weiß, ob es ein freundliches Lächeln war oder sie sich über mich lustig gemacht hat“.

Wie du siehst, die Art und Weise, wie du in einer Risikosituation denkst, führt zu unangenehmen Gefühlen und bestätigt dich in deinen negativen Einstellungen.

Negative Selbstbewertung

Wenn du deine Regeln nicht einhalten kannst, bist du beschämt und fängst an, dich selbst zu kritisieren. Du denkst über dich selbst: „Ist ja klar, ich kriege nichts auf die Reihe“, „Wenn ich schon das nicht einhalten kann, was soll man dann von mir in größeren Sachen erwarten?“, „Ich bin ein Versager“.

Auch in diesem Fall hat es Auswirkungen auf die Art und Weise, wie du dich verhältst. Du ziehst dich zurück, wirst passiv, träge, lässt dich gehen und achtest weniger auf Ordnung im Haus oder auf deine Kleidung.

Du fühlst dich entmutigt, depressiv, minderwertig, nutzlos, ungeliebt. Depressive Personen denken meist schlecht über sich selbst. Wenn du schlecht über dich denkst oder redest, werden deine negativen Einstellungen zu dir selbst verstärkt.

Die negativen Gefühle und dysfunktionales Verhalten führen dazu, dass du dich bestätigt in deinen negativen Überzeugungen fühlst: „Ich bin so unfähig. Ich bin so hässlich“

Die Art und Weise, wie du denkst, fühlst und wie du dich verhältst während einer Risikosituation führt dazu, dass deine negativen Einstellungen zu sich selbst aufrechterhalten bleiben – auch nachdem die Risikosituation längst vorbei ist!

Geringes Selbstwertgefühl: ein Hamsterrad?

Das komplette Model des geringen Selbstwertgefühls entsteht, wenn wir den ersten Teil des Models aus dem Artikel So entsteht ein geringes Selbstwertgefühl – und so beeinflusst es deinen Erfolg mit Keto und den zweiten Teil aus diesem Artikel zusammenfügen.

Ich bin so hässlich – Warum du niedriges Selbstbewusstsein nicht los wirst

PLUS

Ich bin so hässlich – niedriges Selbstbewusstsein los werden

Der erste Teil zeigt die Entstehung des schwachen Selbstbewusstseins. Wenn wir in der Kindheit oder Pubertät negative Erfahrungen machen, fühlen wir uns unwohl und fangen an, an uns zu zweifeln. Wir kritisieren uns und sehen uns im negativen Licht. Das führt dazu, dass wir über uns selbst negative Grundüberzeugungen entwickeln.

Um uns zu schützen vor diesen negativen Überzeugungen, stellen wir Regeln und Annahmen auf, die uns helfen sollten. Diese Regeln und Annahmen sind aber im Endeffekt nicht hilfreich, weil sie uns davor abhalten, die negativen Einstellungen zu uns selbst auf den Prüfstand zu stellen.

Die Regeln und Annahmen verändern unser Verhalten. Dieses Verhalten ist auch dysfunktional, weil es uns weiterhin bei unseren negativen Grundeinstellungen festhält.

Im zweiten Teil des Models ist die Risikosituation abgebildet. Sie entsteht, wenn eine Gefahr besteht, dass wir unsere Regeln nicht einhalten könnten oder wenn wir diese unflexiblen und unrealistischen Regeln bereits gebrochen haben. Die Risikosituation führt zur Aktivierung unserer negativen Einstellungen.

Wir sind pessimistisch und erwarten von den Risikosituationen nichts Gutes (verzerrte Erwartungen) und wir fangen an, uns zu kritisieren (negative Selbstbewertung). Wir zeigen dabei dysfunktionales Verhalten und haben negative Gedanken, was wiederum zu negativen Emotionen und zu Stärkung der negativen Grundüberzeugungen führt.

Das schwache Selbstbewusstsein ist in einer Risikosituation akut.

Ich bin so hässlich? NEIN! Die gute Nachricht!

Es mag für dich deprimierend sein, zu erfahren, dass dein schwaches Selbstwertgefühl die Wurzeln in deiner Vergangenheit hat – du kannst ja nichts mehr daran ändern! Die negativen Grundüberzeugungen sind bereits entstanden, sie haben sich im Laufe der Jahre verfestigt.

Andererseits, das tägliche Verhalten, dass du zeigst und das deine negativen Überzeugungen aufrechterhält, passiert in der Gegenwart! Das ist etwas, was du ändern kannst.

Du kannst die Art und Weise, wie du über dich selbst denkst, verändern. Du kannst dein Verhalten ändern und dein schwaches Selbstbewusstsein stärken. Es ist aber wichtig, dass du fest entschlossen bist, Tag für Tag deine dysfunktionalen Gedanken und dein dysfunktionales Verhalten zu bekämpfen.

Die restlichen Artikel dieser Reihe sind dem Thema der Stärkung des Selbstbewusstseins gewidmet. Wenn du den Ratschlägen aus diesen Artikeln folgst, wirst du dich nach und nach selbstsicherer fühlen und deine negativen Überzeugungen fallenlassen.
Das wird dir auch helfen, deine ketogene Ernährung erfolgreich zu leben. Sei es, dass du die Kraft hast, um deine Freunde vorher um ein passendes Restaurant zu bitten. Das Selbstbewusstsein, den Kellner um eine „Extrawurst“ zu bitten (Brokkoli statt Kartoffeln). Oder den Glauben an dich selbst, dass du es schaffst, nach einem Cheat Day wieder zurück zu deinem Low Carb High Fat Essenstil zu finden.

Die beschriebene Methode der Verhaltensänderung und Stärkung des schwachen Selbstbewusstseins entspricht der sogenannten kognitiven Verhaltenstherapie.  Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine der Richtungen in der Psychotherapie und hat sich gut bewährt bei der Bekämpfung einer Reihe von psychischen Problemen wie Depressionen, Phobien und Essstörungen (Siehe Wikipedia).

Der kognitive Teil der kognitiven Verhaltenstherapie widmet sich der Veränderung der Kognitionen (unserer negativen Überzeugungen), der verhaltensbezogene Teil widmet sich der Veränderung des dysfunktionalen Verhaltens.

In den folgenden Artikeln dieser Reihe gehen wir zuerst das Problem der verzerrten Erwartungen und der negativen Selbstbewertungen an. Nachdem wir das bearbeitet haben, schreiten wir voran zu den dysfunktionalen Regeln und Annahmen. Zuletzt widmen wir uns den negativen Grundeinstellungen.

Wir gehen also in der umgekehrten Reihenfolge vor wie bei der Entstehung des schwachen Selbstbewusstseins.  Du wirst dich bestimmt fragen, warum wir nicht mit den negativen Grundüberzeugungen starten, da sie ja am Anfang der Kette stehen und den Ursprung des schwachen Selbstbewusstseins darstellen.

Der Grund ist, dass die negativen Grundüberzeugungen sehr tief verwurzelte Basisannahmen und schwer veränderbar sind. Wir werden zuerst das verändern, was näher zu der Oberfläche liegt und besser zugänglich ist. Wenn du deine verzerrten Erwartungen, negativen Selbstbewertungen und dysfunktionalen Regeln und Annahmen abgelegt hast, wird automatisch auch ein Teil deiner negativen Grundeinstellungen bröckeln.

Mehr zum Thema niedriges Selbstbewusstsein und wie du damit deine Low Carb Ernährung sabotierst

 

Dieser und die vorangegangenen Artikel sind dem Thema niedriges Selbstbewusstsein, dessen mögliche Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen, dessen Entstehung und Erhaltung gewidmet. In den nächsten Artikeln wird gezeigt, wie du dein schwaches Selbstbewusstsein stärken kannst und deine ketogene Low Carb Ernährung durchhältst.

Wir empfehlen die Artikel in der folgenden Reihenfolge zu lesen, um die positiven Auswirkungen zu maximieren:

  1. Fett und hässlich. Oder einfach nur ein schlechtes Selbstbewusstsein?
  2. So entsteht ein geringes Selbstwertgefühl – und so beeinflusst es deinen Erfolg mit Keto
  3. Ich bin so hässlich – Warum du dein niedriges Selbstbewusstsein nicht los wirst und wie du damit deine Low Carb Ernährung sabotierst (dieser Artikel)
  4. Übergewichtig? So kannst du deinen Selbstwert verbessern – und dich besser ernähren!
  5. Übergewichtig? Schluss mit der Selbstkasteiung!
  6. Sich selbst akzeptieren – egal ob dick oder dünn. Der beste Anfang für eine ketogene Diät!
  7. Wie kann ich lernen, mich selbst zu lieben – und dadurch besser zu essen? Verändere deine Regeln!
  8. Dick? So wirst du selbstsicher und erfolgreich – auch mit deiner ketogenen Diät!

Bela Kunz mit Ergänzungen von Verena Kuhn

2018-09-19T09:58:09+00:00

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