Mit Keto gegen Diabetes, Übergewicht und Burnout in der Schweiz

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Mit Keto gegen Diabetes, Übergewicht und Burnout in der Schweiz

Ketose in der Schweiz – Erfahrungsbericht

Name:  Klaus Schöpperle

Tägliche Makros: KH unter 40g / Eiweiß ca. 80-120g Rest aus Fetten und Ballaststoffen.

 

Link: https://www.facebook.com/Keto.Basilea

Facebook Gruppe „LowCarb Schweiz“: https://www.facebook.com/groups/286345271825768/

Meine Homepage: www.keto-basilea.com

 

 

Kannst du erzählen wie du zu ketogener Ernährung gekommen bist?

Es fing mit einem Ende an – nämlich einem körperlichen Kollaps. Ich war mit 130+ Kilo zu schwer für meine Gelenke und meine Muskeln konnten mich nicht mehr länger tragen. Es folgten schmerzhafte Wochen an Krücken, Physiotherapie etc. Dazu kommt erschwerend, das ich seit meinem 35sten Lebensjahr Diabetes Typ II und eine hartnäckige Psoriasis hatte. Immer mal wieder Arthritis … nie jedoch so schlimm wie im Dezember 2015. Und damit hat es angefangen. Ich wollte abnehmen, aber ich hatte schon viele Diäten gemacht. Nichts hatte geholfen. Auch eine Ernährungsberatung die mich nach bekanntem DGE Standard beraten hatte, ergab Null Ergebnis. Da ich ein sehr gläubiger Mensch bin, bat ich irgendwie meinem Schöpfer um die Kraft durch zu halten und das nötige Wissen – eine Möglichkeit zu finden nie mehr solche Schmerzen aushalten zu müssen. Ich weiß nicht mehr genau wie es dann kam, aber irgendwie landete ich auf der Seite Ketoforum.de. Die Hilfsbereitschaft der Leute dort war überwältigend. Ich lernte … lernte … lernte. Und ich bin der Community unendlich Dankbar, dass Sie meine ständigen Fragen geduldig beantwortet haben.

Welche Fehler hast du gemacht, als du mit Keto angefangen hast?

Oh weia … wo anfangen? Ich habe glaub ich jeden Fehler gemacht der möglich war. Die falschen Produkte, zu viel Kohlehydrate, alles Mögliche übertreiben. Zu viel Eiweiß. Bei mir zu Hause stehen noch Tonnen an Nahrungsergänzungen, die völlig über das Ziel hinausschießen.

Was waren für dich die größten Herausforderungen, als du mit Keto angefangen hast – und wie hast du sie gemeistert?

Die schlimmste Herausforderung war es, hier in der Schweiz irgendetwas für eine ketogene Ernährung aufzutreiben. Es gibt Unmengen Bio- und vegane Produkte aber fast nichts, was speziell in die NoCarb Schiene passen könnte. Ich hatte aber einen Vorteil. Ich bin Deutscher Staatsbürger und habe meine Familie und einen Teil meines Freundeskreises in Deutschland. So kann ich in der EU ganz normal bestellen. Ich tastete mich immer wieder im Selbstversuch an die besten Produkte heran. Ich bin immer noch wie ein Tiger auf der Suche nach der noch besseren Brotbackmischung … dem noch besseren MCT … usw. Diese biete ich jetzt auch in meinem Shop an, so dass es auch für Schweizer möglich wird, hochwertige Produkte zu bekommen. Langsam über die letzten Jahre habe ich mir all die Dinge zurückgeholt, wie Sie ein nicht Ketaner jeden Tag kennt. Brot, Nudeln, Reis, Süßes und Herzhaftes und und und. Und ich lerne immer noch neue Produkte kennen. Die Herausforderung hier bestand erst einmal darin, diese Dinge erst einmal zu finden.

Hast du einen langsamen schrittweisen Übergang gemacht oder einen Schnitt mit deinen bisherigen Ernährungsgewohnheiten?

Ich habe mit einer Art starkem Low Carb gestartet. Das war noch nicht ketan. Eher sehr KH reduziert. Damit ging es von 130+ (ich habe mich nimmer wirklich gewogen) auf knapp über 110. Ein riesen Erfolg. Diesen wollte ich nicht mehr verlieren, also versuchte ich die strengste Form der Low Carb Diäten. Und nach ein paar Tagen Durchfall … mehr war da wirklich nicht mehr, war ich in Ketose. Und dann ging es ab. Ich dachte ich träume. Innerhalb der nächsten Monate rauschte mein Gewicht förmlich auf 85 Kilo herunter. Als Nebeneffekt verlor ich sowohl meine Diabetes Typ II, die Arthritis, hohen Blutdruck, Gelenkschmerzen, Psoriasis. Ich wollte eigentlich nur Abnehmen. Das Ketose derartige Auswirkungen auf mich haben würde, hatte ich nicht einmal einkalkuliert. Ich bin heute Medikament frei und überglücklich.

Wie lange ernährst du dich schon ketogen?

Etwas mehr als ein Jahr.

Isst du Bio oder „normale“ Nahrungsmittel?

Ich bevorzuge ganz klar Bio. Als Ketarier esse ich eh nicht all zu viel. Ein Bullet Proof Kaffee am Morgen und ein eiweißreiches Abendessen genügt mir völlig. Ich habe keinen Hunger am Tag mehr. Und wenn man schon wenig isst, dann darf es auch hochwertig sein.

Kannst du eine deiner typischen Einkaufsliste mit uns teilen?

Ich würde mal sagen alle möglichen Fischprodukte. Vom gewöhnlichen Rollmops bis zum Lachs. Bio-Kaffee, Weidebutter, MCT-Öl (Versuche jetzt gerade im Selbsttest das neue MCT C8 Öl von Primal). Hin und wieder Grillen. Einem schönen Schweizer Käse kann ich kaum widerstehen. Ich liebe Nüsse. Vor allem Mandeln und Macadamia. Hin und wieder ein Döner (ohne das Brot oder Pommes) … ähm ja ich ordne das als mein „Cheatday“ ein.

Kannst du dein Lieblings- Ketorezept mit uns teilen?

Mein absoluter All-Time Liebling: Broccoli-Auflauf. Der schmeckt klasse … wirklich … ausprobieren!

Brokkoli Auflauf ketogen

Trinkst du ab und zu Alkohol – und wenn ja, welchen?

Nein. Zu diversen offiziellen geschäftlichen Anlässen lass ich mich zu einem Glas trockenem Rotwein überreden. Aber dabei bleibt es. Privat brauch ich keinen Alkohol.

Was machst du für deine Gesundheit außer dich ketogen zu ernähren?

Natürlich auch etwas Sport. Ich genieße (und dass meine ich) es meine Gelenke wieder zu bewegen. Bei mir Zuhause steht ein Laufband, ein Crosstrainer, ein Rudergerät und eine Gewichtebank. Meine Frau schimpft immer mit mir, weil es so viel Platz wegnimmt. Ich sportle so etwa 30 Minuten pro Tag. Es muss auch nichts Gewaltiges sein. Einen Film gucken während man gemütlich vor sich hin rudert zum Beispiel.

Wie schaffst du es, dich in schwierigen Zeiten zu motivieren?

Ich stand Dezember 15 kurz vor einem Burnout. Und ja, es war ein Burnout. Vor allem der Brainfog und das Gefühl absolut überfordert zu sein, machte mir ordentlich zu schaffen. Ich habe die simpelsten Sachen einfach vergessen. Zum Beispiel man hat ein Gespräch mit dem Chef und merkt sich das musst Du noch aufschreiben. Keine 5 Minuten später am Computer war das durchaus wichtige Thema schon vergessen. Das hat auch meinen Chef zur Weißglut gebracht. Zu Recht wie ich finde. Durch die Lebensumstellung hat sich das merklich gebessert. Dazu kommt, ich bin voll motiviert bis in die Zehenspitzen und ich will meine Erfahrung weitergeben. Mein großer Wunsch wäre es, das irgendwann auch beruflich oder selbstständig tun zu dürfen. Sozusagen aus der Berufung einen Beruf machen.

Wie weit bist du darin, die Ziele zu erreichen, die du dir mit Keto gesteckt hast?

Persönlich habe ich meine Ziele erreicht und halte erfolgreich mein Gewicht. Kein Jo-Jo. Wenn ich das Ziel mit in die Frage nehme – die Ernährungsform in der Schweiz bekannt zu machen … bin ich gerade erst am Anfang eines langen und steinigen Weges.

Welche weiteren Vorteile hat ketogene Ernährung für dich?

Wie schon oben erwähnt haben sich gesundheitliche Probleme gleich mit erschlagen, die ich vorher nicht einmal im Visier hatte.

Welche Nachteile hat ketogene Ernährung für dich?

Ich glaube die ketogene Ernährung ist nicht wirklich gesellschafts-geeignet. Typisches Beispiel: Ich bin an einem geschäftlichen Kongress in einem Hotel eingesperrt und muss essen was da so kommt. Und es gibt Spaghetti. Was mache ich denn jetzt -Hilfe-?

Nimmst du irgendwelche Nahrungsergänzungsmittel – und wenn ja, welche?

Ich supplementiere: Vitamin D, Magnesium und Omega3.

Welche Süßstoffe verwendest du?

Da verwende ich ein sehr günstiges Produkt mit Erythrit und Stevia. Ich finde Erythrit wegen der frischen Note echt toll. Notfalls, wenn es nirgendwo etwas Anderes hat auch mal etwas aus dem Supermarkt. Wichtig: Keine Zuckeralkohole die Blutzuckerrelevanz haben. Die dann zwar auch „zuckerfrei“ heißen, aber dennoch zu Heißhunger führen.

Machst du Schummel- oder Ladetage – und wenn ja, was isst du dann?

Es gibt hin und wieder Tage, bei denen ich aus der Ketose fliege. Ich werde dann belohnt mit zwei miesen, heißhungrigen, unkonzentrierten Tagen und einer Erinnerung an mein altes Leben. Das muss ich mir nicht auch noch bewusst geben.

Zählst du Kalorien?

Jaaaa. Ich habe begonnen Kalorien zu zählen. Inzwischen schätze ich nur noch grob, was aber auch gut funktioniert. Man merkt recht schnell, worauf man achten sollte. Ich z.B. bin ein Fan des Schweizer Käse. Ihr glaubt gar nicht was für sensationellen Käse man hier bekommt. Nicht den aus dem Supermarkt. Ja, ich liebe ihn. Meine Fettdepots leider auch. Da muss ich tatsächlich aufpassen.

Wie hast du deine Makros berechnet?

Mit der FDDB App.

Wie hast du gemessen, ob du in Ketose bist?

Ich habe sowohl Keto-Sticks wie auch das FreeStyle Blut Messgerät zu Hause (Beides ist hier einfach zu finden: Gesundheitstest für Keton 100 Stück mit Referenzfarbkarte, FREESTYLE Freedom Lite Set mmol/L o.Codieren, 1 St). Inzwischen muss ich nichts mehr testen. Ich merke definitiv, wenn ich aus der Ketose falle. HUNGÄÄÄÄÄÄÄR.

mitKetogegenDiabetesBeitragsbild

Wie lange hast du gebraucht, um in Ketose zu kommen?

Das lässt sich gar nicht so eindeutig festlegen. Ich war ja vorher schon sehr Low Carb. Ich hatte knapp 2-3 Tage Umstellungsschwierigkeiten.

Wie gehen deine Freunde und Familie mit deiner ketogenen Ernährung um?

Hahahaa … der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Meine eigene Frau (Asiatin) möchte dem Reis nicht abschwören. Meine Mutter, ebenfalls Diabetikerin, schwer Adipös, Schlafstörungen, Arthritis, findet meine Ernährung „nicht gesund“ und ich bekäme ja gleich eine Magersucht. Meine Weight-Watchers Nichten, zählen lieber Punkte und nehmen dennoch zu. Was soll ich sagen … alle haben das gute Beispiel vor der Nase. Aber es muss wirklich „Klick“ im Kopf machen, etwas in seinem Leben ändern zu wollen.

Welches waren deine größten Herausforderungen, Kohlenhydraten zu widerstehen – und wie hast du es geschafft?

Gummibärchen … ja es waren Gummibärchen. Ganz einfach selber machen. Zwei Packungen Blattgelatine in etwa 250ml Wasser. Ein paar Flavour Drops, etwas Erithrit, das Ganze in Wasser sanft ankochen (nur langsam erhitzen) bis die Klümpchen weg sind und die Gelatine eine warme Flüssigkeit ist.  Und ab in den Kühlschrank. E voila … Gummibärchen.

Was isst du in Restaurants?

Außer in einem speziellen Restaurant mit einem „M“ im Namen, das prinzipiell alles zwischen Weißbrot klemmt oder mit Zucker ertränkt, kann ich in jedem Restaurant essen. Es gibt immer Salat, Fleisch oder Fischgerichte. Da habe ich gar kein Problem.

Was isst du wenn du unterwegs bist?

Notfalls ein paar Mandeln, Macadamias, etwas Beef-Jerky … so Sachen halt. Das findet sich in jedem Supermarkt um die Ecke.

Was isst du wenn du Lust auf etwas Süßes hast?

Selbstgemachte Eiscreme 😀 – 100g Whey Pulver oder Collagen, – 500 ml Mandelmilch, Himbeeren, Brombeeren oder einfach Flav Drops, 2 ordentliche EL Flohsamenschalen (für den Darm und das Sättigungsgefühl). Alles gut durchmixen und ab für 45 Minuten in die Eismaschine. Der perfekte Snack für abends vor dem Fernseher.

Welches Buch sollte jeder Ketarier gelesen haben?

Das Keto-Prinzip von Bruce Fife und Anni Pott. Hier werden alle Vorgänge in deinem Körper toll erklärt. Absolut lesenswert. Und: Die Bullet-Proof Diät von Dave Asprey. Noch eine Pflichtlektüre über die Wirkung gesunder Fette im Körper und der Notwendigkeit eines gewissen Clean-Eatings um wirklich Fortschritte zu machen.

Welche Webseiten kannst du empfehlen für ketogene Ernährung?

Haha … meine Low Carb Schweiz … ok keine Schleichwerbung 😀 www.ketoforum.de oder die LCHF Facebook Seite.

Welche Tipps hast du für Leute, die gerade anfangen mit Keto?

Leute habt keine Angst, lasst euch nicht irre machen. Ich habe meinen eigenen Hausarzt erst überzeugen müssen. Jetzt nennt er mich eine „Referenz eines Muster-Diabetikers“. Sucht euch Hilfe. Ich glaube jeder richtige Ketarier einschließlich mir selbst ist jederzeit für Euch da. Wir sind so begeistert, dass wir jederzeit helfen wollen. Fragt uns, löchert uns. Wir lieben das. Wir möchten unsere Erfahrung gerne weitergeben. Und keine Frage kann auch nur annähernd dumm sein. Dumm sind nur die Ess-Mythen denen wir seit den 70 Jahren auf den Leim kriechen.

 

Autor: Klaus Schöpperle

 

Tip von uns: Klaus macht gerade eine Verlosung in der „LowCarb Schweiz“ Facebookgruppe. Gleich anmelden und mitmachen!

 

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2018-03-16T10:44:41+00:00

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