Ketose und Haut: Welche Veränderungen erwarten mich?

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Ketose und Haut: Welche Veränderungen erwarten mich?

Ketose und Haut. Seine Ernährung umzustellen und dabei gesichtstechnisch eine Zeitreise zurück in die Pubertät zu machen, ist definitiv nicht schön. Sowohl das resultierende Gesicht als auch von der Sache her selbst. Vielleicht ist Dir auch schonmal eine veränderte Haut an Dir aufgefallen, kurz nachdem Du Deine Ernährung umgestellt hast.

Allerdings gibt es auch viele positive Beispiele, bei denen die Haut sehr viel reiner und allgemein schöner geworden ist. Was Du von der ketogenen Ernährung und vergleichbaren Ernährungsformen in Bezug auf Deine Haut erwarten kannst, erfährst Du hier in diesem Artikel.

Decken sich Erfahrungen und Wissenschaft?

Wer sich bereits mit Ketose und Haut auseinandergesetzt hat, wird es vermutlich wissen: Mit der ketogenen Ernährungsweise geht ein verbessertes Hautbild einher. Zumindest sagen das viele. Was die Ketarier genau dazu sagen, möchte ich aber erst später aufgreifen. Eure Erfahrungen sind nämlich viel besser einzuordnen, nachdem wir uns der knallharten Wissenschaft gestellt haben.

Im Grunde gibt es die beiden Möglichkeiten: Entweder stimmen sowohl Wissenschaft als auch Eure Erfahrungen ausreichend überein, und alle sind glücklich und zufrieden. Oder: das Gegenteil tritt ein und wir müssen uns folgende Frage stellen: Warum stimmen Theorie und Praxis nicht überein?

Wo uns die Reise hinführen wird ist noch ungewiss, fangen wir doch aber zunächst mit der Theorie an.

Das wirst Du oft über Ketose und Haut lesen können…

Tragen wir erst einmal vereinzelte Aussagen zu Ketose und Haut zusammen, die man oft lesen kann. Da hätten wir zum Beispiel die „Verringerung von Akne und anderen Hautproblemen“ [1]. Gleiches berichtet auch eine Ketarierin, die ihre Recherchen zu Keto um persönliche Erfahrungen erweitert. Dort liest man dann Sachen wie „trockene, raue Hautstellen sind verschwunden“, „straffere Haut, etwas weniger Cellulite“ und „reine Gesichtshaut!“ [2]. Was genauer dort hintersteckt wird leider jedoch oft nicht angesprochen.

Einen ersten Ausblick gibt dabei folgende Quelle, die ebenfalls eine positive Wirkung auf Akne durch ketogene Ernährung feststellt. Ein naheliegender Mechanismus soll eine „reduced IGF-1 skin action“ sein. Aha. Und das heißt jetzt was genau…? Weitere Informationen leider Fehlanzeige. Aber immerhin schonmal eine erste Spur.

Wir merken jedenfalls schon, dass sich die Hautauswirkungen ziemlich stark auf Akne fokussieren. Forschen wir also dort mal weiter. Eine Paleo-Quelle verrät uns zum Beispiel folgendes: Der Verzicht auf Milch kann Akne beseitigen. Weitere Informationen leider ebenfalls Fehlanzeige.

Okay, dann gehen wir doch mal ein wenig tiefer in die Akne hinein. Der nächste selbst erprobte Ketarier gibt uns den Tipp, dass ein niedriger Insulinspiegel bei Akne helfen soll [3]. Außerdem sollt Ihr wenig Zucker essen und von „industriell verarbeiteten Lebensmitteln“ die Finger lassen. Alles klar, ist registriert. Zu näheren Informationen brauch ich glaub ich jetzt nichts mehr sagen. Keine Angst, der Hypothesen-Wettbewerb endet in Kürze.

Nun wird es allmählich wissenschaftlicher: In einer Studie von 2007 untersuchte man die Low-Carb-Diät bei Akne-Vulgaris-Betroffenen. Akne Vulgaris ist übrigens die ganz gewöhnliche Akne, also keine Sonderform oder ähnliches. Ergebnis: die Low-Carb-Diät verringert die Insulinkonzentration im Blut und verhindert somit die Entstehung von Akne. Oder einfacher ausgedrückt: niedriger Insulinspiegel = weniger Akne.

Viele Aussagen von LCHF’lern unterstützen diesen Fund. Das sind übrigens Menschen, die sich Low-Carb und High-Fat ernähren. Sie berichten von einer Verbesserung ihrer Akne [4]. Außerdem wird Neurodermitis- und Psoriasis-Patienten diese Ernährungsweise empfohlen. Psoriasis wird dem einen oder anderen sicherlich unter dem Namen „Schuppenflechte“ geläufiger sein. Glücklicherweise fand ich 2 Erfahrungsberichte, die genau von diesen beiden Hautkrankheiten in Verbindung mit Low-Carb-Ernährung berichteten. Dazu jedoch später mehr.

Tragen wir doch noch einmal kurz zusammen, was wir bisher fanden: Keto bzw. vergleichbare Ernährungsformen sollen bei Akne, Schuppenflechte und Neurodermitis helfen. Milch soll nicht gut bei Akne sein. Ein niedriger Insulinspiegel und Low-Carb, die ja beide unweigerlich zusammenhängen, sollen ebenfalls helfen. Ein möglicher Mechanismus könnte die verringerte IGF-1 Hautwirkung sein. Was das sein soll klären wir jetzt.

Die zugrundeliegenden Mechanismen für Hautveränderungen (Theorie)

Soweit so gut. Damit haben wir uns erst einmal die Grundlage geschaffen, um nun tiefer in die Materie einzusteigen. Und ohne lange zu fackeln geht es auch gleich voll in die Eisen.

In Abbildung 1 ist das Szenario mal schematisch dargestellt. In den Talgdrüsen sammeln sich Horn und Talg an, die die Hautoberfläche normalerweise ausscheidet. Talg ist übrigens das, was unser Gesicht „glänzen“ lässt. Wird zu viel Talg produziert, verstopfen die Poren, die ihn ausscheiden sollen. Somit sammeln sich auch Bakterien in den Talgdrüsen an, die dort für Entzündungen sorgen. Unser Immunsystem reagiert darauf mit Eiterungsprozessen, um die Bakterien abzusondern. Voilà, ein Pickel ist entstanden. [5, 6]

Haut und Ketose

Abbildung 1

2 Phänomene stehen nun im direkten Zusammenhang: Je höher der Eiweißkonsum, desto mehr Talg wird produziert. Außerdem scheint gerade tierisches Protein Pickel zu fördern.

Ferner ist bekannt, dass die Vitamine B 6 und B 12 in hoher Dosierung die Haut reizen. Beispiele für B 6 sind Lachs, Gans, Rinderfilet, Weizenvollkornbrot, Grünkohl und Banane. Beispiele für B 12 sind Schweineleber, Eier und Kuhmilch. Der Anteil von B 12 in Schweineleber ist allerdings 40 Mal so hoch wie in Eiern und Kuhmilch (ist lange her, dass ich 40 Eier an einem Tag gegessen habe). [7]

Als ziemlich sichere Ursache gilt ein hoher Insulinspiegel. Er ist die Folge eines hohen Blutzuckerspiegels. Dieser dürfte für Ketarier allerdings kein Problem darstellen, denn er wird durch Produkte mit hohem glykämischem Index verursacht. Wie der Name schon impliziert, geht es hierbei nur um kohlenhydrathaltige Lebensmittel. Diese essen Ketarier ja nicht. Den höchsten Index haben z.B. Traubenzucker, Pommes, gekochte Karotten, Cornflakes und Popcorn. Die hohe Insulinausschüttung kann jedenfalls für eine hohe Talgproduktion verantwortlich sein.

Was verstärkt und was verringert Akne?

Der Sache genau auf den Grund ist eine Studie gegangen, die den direkten Zusammenhang zwischen Akne und Ernährung untersucht hat. Dazu wurden 27 Studien zusammengefasst. Ich habe die Ergebnisse mal rein quantitativ analysiert.

Milch galt dabei mit insgesamt 4 Funden als Akne-Verstärker #1. Der zweithäufigste Übeltäter waren Nüsse mit 2 Funden. Die weiteren fand man jeweils nur ein Mal: Süßigkeiten, Schokolade, Ölprodukte, Instant-Nudeln, Junkfood (=ungesundes Fastfood), Getränke mit Kohlensäure, prozessierter Käse, geschmortes Schweinefleisch, Schweinebraten, gebratenes Huhn, geschmortes Huhn, Seetang, Fruchtsaft, frittiertes Essen und scharfes Essen. Sogar die High-Fat-Diät brachte eine Studie mit verstärkter Akne in Verbindung.

Als Akne senkend traten gesättigtes Fett, Fisch, wenig Natrium, Milchprodukte & Soja, die South-Beach-Diät und die Low GL Diet auf. Außerdem verringerte sich die Akne bei Frauen durch viel Gemüse. Sie alle fand man jeweils nur einmalig. Noch ein paar kurze Infos zu den beiden Diäten: In der South-Beach-Diät isst man die ersten 2 Wochen gar keine Kohlenhydrate. Danach darf man Kohlenhydrate mit niedrigem glykämischen Index essen, z.B. Vollkornprodukte, Gemüse und Früchte. Ist das Wunschgewicht erreicht, darf man wieder essen was man will. Vorausgesetzt, man nimmt dabei nicht zu. Zumindest in Phase 1 gleicht diese Diät also stark der ketogenen. [8]

Bei der Low GL Diet steht das GL für „Glycemic Load“, also den schon angesprochenen glykämischen Index. Demzufolge essen Ausführende nur Kohlenhydrate mit niedrigem glykämischen Index.

Die Übeltäter entlarvt: Stark prozessierte Kohlenhydrate und Milchprodukte

Nun geht es endlich ans Eingemachte. Die Autoren folgern, dass High-GL- und viele Milchprodukte Akne fördern. Fangen wir mit den biologischen Mechanismen bei High-GL-Produkten an. Da jetzt ziemlich viele wahrscheinlich unbekannte Begriffe folgen, empfehle ich dir, immer mal wieder auf Abbildung 2 zu schauen zur Unterstützung.

Stark prozessierte Kohlenhydrate

High-GL-Produkte verursachen einen zu hohen Insulinspiegel. Dabei wird IGF-1 stimuliert und IGFBP-3 unterdrückt. IGF-1 ist ein zellulärer Wachstumsfaktor und strukturell dem Insulin sehr ähnlich [9]. IGFBP-3 ist ein hemmendes Protein, das IGF-1 und Androgene bindet. Somit wird deren Wirkung gehemmt. IGF-1 hat die Eigenschaft, die Produktion von Androgenen zu verstärken. Androgene unterstützen u.a. die Talgproduktion und -ausschüttung. Somit sind sowohl IGF-1 als auch Androgene im Sinne des Akne-Problems eher hinderlich. Denn eine verstärkte Talgproduktion gilt ja als anerkannte Ursache für Akne.

Ketose und Haut

Abbildung 2

IGF-1 verstärkt weiterhin noch den produzierten Talg, weil es die Ausschüttung von SREBP-1 fördert. SREBP-1 befeuert nämlich die Lipogenese in den Talgdrüsen, indem es den PI3K-Akt-Signalweg aktiviert. Dieser ist mitunter verantwortlich für Entzündungsprozesse. Klingt auf jeden Fall ziemlich Pickel-fördernd. IGF-1 = schlecht bei Akne, merken.

Stellen wir uns das eben Erklärte doch mal so vor: Vielleicht sagt dem einen oder anderen der NBA-Draft etwas. Dabei wählen die 30 NBA-Teams insgesamt 60 Nachwuchsspieler von den Colleges aus. Also 2 pro Team. Für die gänzlich uninformierten unter euch: es geht um Basketball. Dabei reisen natürlich mehr als 60 Spieler an, um gedraftet zu werden. Manchmal sind es knapp 3 Mal so viele. Der Großteil fährt also wieder enttäuscht nach Hause.

In diesem Szenario ist der NBA-Draft der Insulinspiegel. Er bewirkt, dass es zu viele Spieler und zu wenig Vereine gibt. Folglich können nicht alle Spieler von einem Verein gebunden werden. Gäbe es weniger Spieler oder mehr Vereine, würde dieses Problem nicht existieren. Die zu wenigen Vereine sind in dem Falle das IGFBP-3. Die Spieler sind die IGF-1 und die Androgene. Weil zu wenige Spieler durch die Vereine gebunden werden, wächst natürlich die Enttäuschung dieser Spieler. In dem Falle die Talgproduktion. Weil zu viel Testosteron an einem Ort versammelt ist, schlägt die Enttäuschung in Aggression um und die Örtlichkeit (das Gesicht) wird demoliert… Nein natürlich nicht, aber irgendwie muss ich ja bei der Akne enden.

Wie gesagt fungiert IGFBP-3 als hemmendes Molekül, in dem es IGF-1 und Androgene bindet. Dieselbe Funktion übernimmt auch SHBP, ein weiteres hemmendes Molekül. SHBP können wir uns als 5 weitere NBA-Vereine vorstellen, die zusätzlich weitere Spieler an sich binden.

Beide hemmenden Moleküle werden jedoch durch hohes Insulin unterdrückt. Folgerichtig werden IGF-1 und Androgene „verfügbarer“, weil ja weniger davon durch IGFBP-3 und SHBP gebunden werden. Bzw. bleiben mehr Jugendspieler auf der Strecke. Somit wird weniger von ihrer Wirkung gehemmt. Und die Wirkung bestand ja darin, Talg zu produzieren. Bzw. enttäuscht zu sein. Akne nimmt dadurch also zu. Die Halle wird demoliert.

Folgendes Phänomen unterstützt diese Hypothese: ein Mangel an IGF-1 im Körper geht mit weniger Akne einher. Bzw. weniger enttäuschte Spieler = weniger Zerstörung. Gleichzeitig nimmt Akne bei einer höheren IGF-1-Konzentration zu. Effektiv bei der Akne-Behandlung sind außerdem Medikamente, die die Insulin-Ausschüttung reduzieren. Bzw. effektiv gegen die Hallen-Zerstörung wären weniger NBA-Drafts.

Das gesenkte IGFBP-3 hat außerdem eine weitere negative Nebenwirkung. Es ist nämlich ein Ligand (=Bindungspartner) für den „Retinoid X receptor alpha“. Durch das Binden sinkt normalerweise die Zellvermehrung von Talg- und Hornzellen. Da nun weniger IGFBP-3 binden können, bilden sich zu viele Talg- und Hornzellen und die Poren verstopfen.

Der Rezeptor, für den IGFBP-3 ein Ligand ist, ist ein retinoider Rezeptor. Retinoide sind Verwandte vom Vitamin A. Dieses wird auch Retinol genannt. Retinoide können Akne und Schuppenflechte bekämpfen. Sie sorgen z.B. dafür, dass sich nicht zu viel Hornsubstanz bildet. Da diese bei Schuppenflechte das Problem ist, liegt eine Verbesserung durch Retinoide nahe. Sie verrichten ihren Dienst also auf der obersten Hautschicht.

Außerdem können Retinoide Entzündungen in der Haut lindern. Sie vermindern die Talgproduktion und dämmen die Infektion bei verstopften oder entzündeten Talgdrüsen ein. Darum kommen sie auch in Salben vor. [10]

Mit anderen Worten: Retinoide senken die Enttäuschung der ungedrafteten Jugendspieler. Z.B. sind Retinoide Agenten, die sie über Umwege doch noch zu ihrem Lieblingsteam befördern.

Sie wirken also hemmend auf die Zellvermehrung und fördern gleichzeitig den Zelltod von Talg und Horn. Damit sie dies tun können, muss jemand an den retinoiden Rezeptoren binden. Und diese Aufgabe kommt dem IGFBP-3 zu. Wenn also zu wenig vom IGFBP-3 da ist, wofür ja der hohe Insulinspiegel verantwortlich ist, können auch die Retinoide nicht optimal zum Einsatz kommen.

Somit hätten wir die Mechanismen bei den High-GL-Produkten erst einmal abgearbeitet. Nochmal eine kurze Zusammenfassung:

High-GL-Produkte erhöhen den Insulinspiegel. Zu viel Insulin erhöht die IGF-1-Konzentration und senkt die IGFBP-3-Konzentration. Beides führt zur Überkonzentration an IGF-1, weshalb auch Androgene verstärkt produziert werden. Das hat eine erhöhte Talgproduktion zur Folge. Gleichzeitig kommen durch die gesenkte IGFBP-3-Konzentration auch die Retinoide zu kurz. Auswirkung: Zu viel Talg und zu viel Horn werden produziert.

Bleiben also noch die Milchprodukte. Keine Angst, viel Neues kommt nicht mehr hinzu.

Milchprodukte

Im Grunde genommen verursachen Milchprodukte Akne auf vergleichbaren Wegen. Sie enthalten ebenfalls Kohlenhydrate und verursachen einen zu hohen Insulinspiegel. Dabei gibt es keinen Unterschied zwischen Mager- und Vollmilch. Beide haben einen 3 bis 6 Mal so hohen GL wie erwartet. Somit könnte Milch einen stärkeren Einfluss auf Akne haben als andere kohlenhydratreiche Produkte.

Bei Käseprodukten ist das übrigens nicht so. Selbst nach Pasteurisierung, Homogenisierung und Verarbeitung behält Milch eine hohe IGF-1-Konzentration. Doch was unterscheidet Milch von anderen kohlenhydratreichen Produkten?

Das Problem ist folgendes: Das IGF-1 von Rindern ist identisch mit dem von Menschen. Somit können sie ohne Probleme am IGF-Rezeptor binden und die Androgen-Produktion verstärken. Durch den hohen Insulinspiegel fehlt mit den wenigen IGFBP-3 das nötige Gegengewicht. Die Talgproduktion steigt. Es braucht jetzt also keine NBA-Drafts mehr, um enttäuschte Jugendspieler zu hinterlassen. Manche wurden nämlich erst gar nicht zum Draft zugelassen. Den Draft im Fernseher mitzuverfolgen, schmerzt nochmal extra.

Interessanterweise ist dieser Effekt bei Magermilch sogar extremer als bei fettreicher Milch. Das impliziert, dass der Fettgehalt in der Milch Akne höchstwahrscheinlich nicht verursacht. Außerdem verlangsamt Fett die Verdauung. Somit gerät der Zucker aus der Lactose langsamer in den Blutkreislauf. Der Blutzuckerspiegel steigt also nicht so schnell, und damit auch der Insulinspiegel nicht.

Eine Theorie der Autoren ist, dass es an den Milchproteinen liegt. Allerdings habe ich es mal nachgeschaut: Mager- und Vollmilch haben denselben Eiweißgehalt [11, 12]. Sofern sich also die Zusammensetzung der Proteine nicht unterscheidet, dürfte diese Theorie falsch sein. Vielmehr dürfte es am glykämischen Index liegen. Dieser ist bei Magermilch mit 32 höher als bei Vollmilch mit 27 [13].

Schlagsahne kommt dabei sehr gut weg: Der glykämische Index liegt hier bei 0 [14]. Eiweißgehalt zwischen Milch und Schlagsahne unterscheidet sich nicht. Zuckergehalt ist bei Milch 1,5 Mal höher und Fettgehalt bei Schlagsahne fast 8 Mal. Heißt für Schlagsahne: Der Blutzuckerspiegel steigt ohnehin schon weniger stark, und durch das Fett auch noch langsamer als bei Milch. Gut für die Haut.

Doch nur weil die Milchproteine nicht den Unterschied zwischen Mager- und Vollmilch erklären können, sind sie nicht weniger wichtig im Gesamtzusammenhang. Die beiden Übeltäter heißen Whey und Casein. Auf Deutsch: Molkenprotein und Kasein. Klingt auf Englisch aber cooler. Und ja, es ist dasselbe Whey, das man vom Fitnesssport kennt.

Whey verursacht eine hohe Insulin-Ausschüttung und Casein eine hohe IGF-1-Konzentration. Whey steigert also die Enttäuschung der ungepickten Spieler durch NBA-Drafts und Casein schafft das sogar ohne Draft. Blöder kann’s also gar nicht laufen im Sinne der Haut. Ein Indiz darauf ist die Haut von manchen Fitnesscenter-Besuchern: Sie macht oft Probleme. Gerade bei Proteinpulver-Konsumenten.

Was kann denn die Akne senken?

Doch nun auch mal wieder etwas Positives: Omega-3-Fettsäuren sollen Akne senken. Sie sind in vielen Ölen und zu einem Anteil von 2 % in Fischen enthalten. Diese Fettsäuren unterdrücken die Zytokin- und Leukotrien-Produktion. Beide Stoffe stehen mit Entzündungsprozessen im Zusammenhang. Außerdem könnten Omega-3-Fettsäuren die Insulin- und IGF-1-Konzentration senken und dafür sogar die IGFBP-3-Konzentration erhöhen.

Somit hätten sie den entgegengesetzten Effekt zu High-GL- und Milchprodukten. Sie sorgen also für mehr NBA-Vereine, wodurch mehr Jugendspieler gedraftet werden und weniger enttäuscht nach Hause fahren.

Karl Ess – ein ziemlich bekanntes Gesicht in der Fitness-Szene – bemerkte Hautunreinheiten seitdem er Whey Protein konsumierte. Er stieg auf pflanzliches Proteinpulver und pflanzliche Milch um und hat seitdem keine Probleme mehr. Kein Fleisch mehr zu essen hat bei ihm auch positiv gewirkt.

Verena von ketoseportal.de sagt dazu folgendes: „Ich habe ebenfalls Änderungen an meiner Haut gemerkt. Mein Gesicht wurde viel besser. Oberarme und Rücken jedoch haben plötzlich Pickel bekommen. Jedoch keine Akne, sondern Ketosis Pilaris (was oft mit Akne verwechselt wird). Verdächtige sind Creatin sowie Casein oder Whey Protein. Ich will mal in den nächsten Wochen testen, ob pflanzliches Proteinpulver das Ganze verbessert.“

Eure Erfahrungsberichte (Praxis)

Somit sind wir auch schon bei den Erfahrungsberichten gelandet. Laut Wissenschaft müssten also Ketarier, die wenige Milchprodukte essen, die beste Haut haben. Weil High-GL-Produkte wie auch andere Kohlenhydrate sowieso wegfallen. Da diese wegfallen, sollte sich also insgesamt das Hautbild verbessern im Vergleich zum Durchschnitts-Deutschen.

Meine Stichprobe umfasst 36 Berichte, die überwiegend aus Keto-Foren und Artikeln mit persönlichen Erfahrungen stammen. Dabei habe ich Geschlecht, Wirkung und Ernährungsart registriert. Sicher bestimmen konnte ich: 9 x Keto, 6 x Low-Carb, 5 x Atkins, 3 x Anabole Diät und 2 x Paleo. Die restlichen 10 sind nicht eindeutig zuzuordnen. Allerdings schrieben sie alle im Keto-Forum. Dort treiben sich aber nicht nur Ketarier rum, von daher möchte ich nicht spekulieren.

Nur kurz für die Vita: Keto und Low-Carb sollten klar sein.

Atkins ist anfangs genau wie Keto und tastet sich mit zunehmender Dauer an höhere, aber dennoch unterm Strich niedrige Kohlenhydrat-Mengen im Gesamtverhältnis heran.

Bei der Anabolen Diät befindet man sich im ständigen Wechsel zwischen Keto und „Ich esse was ich will“. Z.B. folgender Rhythmus: in der Woche Keto und am Wochenende egal.

Paleo kann je nach Auslegung auch High-Carb sein. Allerdings beschränkt man sich ausschließlich auf natürliche Produkte und lässt sowohl Getreide- als auch Milchprodukte komplett weg. Whey eingeschlossen. Vor allem in Form von Proteinpulvern, weil dazu eine industrielle Verarbeitung notwendig ist [15]. Auch Casein wird kritisch betrachtet, weil es zur Milchallergie beitragen kann und entzündungsfördernd ist [16].

Erwartungsgemäß sollten Keto und Paleo am besten abschneiden, weil bei Keto komplett die Kohlenhydrate und bei Paleo die Milchprodukte wegfallen. Bei Atkins ist es von der Phase abhängig. Sprich: je später desto schlechter. Low-Carb sollte kurz nach Keto und Paleo folgen. Die Anabole Diät sollte am schlechtesten abschneiden.

Die Ergebnisse könnt ihr den Abbildungen 3 und 4 entnehmen. Keto und Paleo haben am besten abgeschnitten. Darauf folgen Low-Carb, Atkins und die Anabole Diät in absteigender Reihenfolge. Insgesamt ist es bei knapp 53 % besser geworden und bei 25 % schlechter. Knapp 17 % hatten gemischte Ergebnisse und knapp 6 % keine Veränderung.

Ketose Haut

Abbildung 3

Haut Ketose

Abbildung 4

Leider waren nur 4 eindeutig zu identifizierende Männer unter den Beiträgen, somit nur 11 %. 72 % waren eindeutig als Frauen zu identifizieren, also 26 Beiträge. Somit lässt sich leider nicht viel zu Geschlechter-Effekten sagen.

Auffällig bei Keto war allerdings, dass alle 5 Frauen Verbesserungen hatten. 2 der 3 restlichen Männer waren ambivalent. Z.B. berichteten die Männer von geheilter Neurodermitis und Verbesserungen im Gesicht. Allerdings auch von Akne an Rücken & Oberarmen und tiefsitzenden Pickeln, bei denen der Eiter nicht rauskommt.

Keto scheint bei Frauen also besser anzuschlagen. Diese berichteten von schöner, reiner & straffer Haut, frischem & rosigem Teint und weniger Cellulite. Bei beiden Geschlechtern verschwanden jeweils 1 Mal Neurodermitis und trockene bzw. raue Hautstellen.

Weiterhin auffällig: Die Ernährungsformen, bei denen auch mehr Kohlenhydrate erlaubt sind, schneiden am schlechtesten bei den Verbesserungen ab: Atkins und die Anabole Diät. Die Anabole Diät dabei mit nur 33 % Verbesserungen, Atkins mit 40 %. Spricht für die Wissenschaft.

Eine weitere Erfahrung pro Wissenschaft: Eine Low-Carb-Frau berichtet von schlechterer Haut seitdem sie Low-Carb isst. Ihre Vermutung: zu viel Käse, Fleisch und Milchprodukte. Müsste sie ja nicht vermuten, wenn sie davon wenig essen würde. Weiterhin berichtet sie, dass sie bei Paleo bessere Haut hatte. Dort würden Käse und andere Milchprodukte wegfallen.

Ein Bericht contra Wissenschaft stammt jedoch aus der Anabolen Ecke: Seine Haut ist schlecht bei Low-Carb und wird besser mit High-Carb. Wie viel Milch und Fleisch er während Low-Carb isst, bleibt leider offen.

Ein weiteres Phänomen: bei insgesamt 5 Personen war die Haut nur anfangs schlecht. Sie wurde dann mit zunehmender Dauer immer besser. Darunter sind 1 x Low-Carb und 1 x Paleo, die restlichen 3 nicht identifizierbar.

Eine Atkins-Frau berichtet wieder pro Wissenschaft: Mit Atkins ist ihre Haut top geworden. Bei Zuckerkonsum wird die Haut allerdings unrein. Daraus schließe ich, dass sie in der Anfangs-Keto-Phase keine Probleme hatte, und diese erst seit erhöhtem Kohlenhydrat-Anteil in der Ernährung auftreten.

Ein Vertreter der Anabolen Diät berichtet auch pro Wissenschaft: Nach 3 eingelegten Cheat-Days ist seine Haut schlechter geworden. Damit steht er im direkten Kontrast zu der Person, die in der kohlenhydratreichen Phase bessere Haut hat. Auch hier wäre eine genauere Beschreibung der Produkte sehr interessant gewesen.

Eine Paleo-Vertreterin berichtet sogar von verbesserter Schuppenflechte. Ein weiteres Argument pro Wissenschaft.

Interessant wird es bei einer Frau, deren Ernährungsform leider nicht zuzuordnen ist: Sie aß im Urlaub weniger Eiweiß und mehr Obst & Gemüse. Ergebnis: bessere Haut. Zwar nennt sie noch den Sonnen-Einfluss als mögliche Erklärung, allerdings hat sich ihre Ernährung trotzdem kurzzeitig offenbar verändert. Interessant ist es deshalb, weil sie den Kohlenhydrat-Konsum erhöht hat. Da man Eiweiß allerdings oft mit schlechter Haut in Verbindung bringt, könnte dieser Effekt hier zum Tragen gekommen sein.

Abschließend müssen wir uns natürlich im Klaren darüber sein, dass Erfahrungsberichte nicht gleich Wissenschaft sind. Sofern wir unsere Ernährung nicht aufschreiben, wird sie durch Dinge wie Vergesslichkeit und Erinnerungseffekte beeinflusst. In welchem Ausmaß Whey und Casein eine Rolle spielten, lässt sich auch nicht mehr herausfinden. Von daher würden weitere Interpretationen nur in Spekulationen enden.

Dennoch ist es interessant, wie die Ernährungsformen tatsächlich in ihrer Anwendung wirken.

Ketose und Haut: Weitere Vorteile

Die Ketose hilft bei vielen Hautkrankheiten. Berichtet wurde von Akne, Schuppenflechte und Neurodermitis. Allerdings stelle ich die Behauptung auf, dass Keto noch bei vielen anderen Hautkrankheiten helfen kann. Warum? Weil sich Hautkrankheiten meist in Entzündungen auswirken.

Es ist nämlich bewiesen, dass die Ketose insgesamt gesehen eine entzündungshemmende Wirkung hat. Eine große Rolle spielen dabei die Mitochondrien. Sie sind speziell dafür entwickelt, Fett zur Energiegewinnung zu nutzen. Wenn sie dies tun, wird die „Last von entzündlichen energetischen Endprodukten verringert“. Der Körper ist also eindeutig im Vorteil, wenn die Mitochondrien ihre Energie aus Fett statt aus Kohlenhydraten beziehen. [17]

Außerdem bewirkt die Ketose eine verringerte Produktion von freien Radikalen und Entzündungsmediatoren.

Hinzu kommt, dass die ketogene Ernährung den Glukosespiegel senkt. Liegt daran, dass man kaum noch Kohlenhydrate isst. Wie wir wissen, führt ein niedriger Glukosespiegel zu einem niedrigen Insulinspiegel. Für unsere Haut kann das also nur positiv sein.

Die Ketose sorgt außerdem dafür, dass im Gehirn weniger exzitatorische Neurotransmitter ausgeschüttet werden. Die wichtigste Art davon ist Glutamat. Es erregt die Zellen, leitet Signale weiter und setzt sie letztendlich in eine Verhaltensreaktion um. Doch was ist der Vorteil daran?

Glutamat könnte durch seine erregende Wirkung die Talg- und Hornproduktion verstärken. Somit würde es Auswirkungen auf Akne haben [18]. Das ist naheliegend, weil Retinoide (also mehr NBA-Vereine) die Glutamat-Rezeptoren regulieren [19].

Keto hat außerdem die Fähigkeit, aus Glutamat GABA zu machen. GABA ist ebenfalls ein Neurotransmitter – allerdings der wichtigste inhibitorische. GABA wirkt also hemmend und macht somit genau das Gegenteil von Glutamat: die Talgproduktion abschwächen.

Nun aber der letzte Keto-Vorteil, sonst wird es zu einseitig: Viele Keto-Produkte enthalten Omega 3-Fettsäuren. Und diese haben ebenfalls einen positiven Effekt auf Akne, wie wir vorhin besprochen haben.

Bei welchem Hautkrankheiten kann die Ketogene Ernährung noch helfen?

Ich zeige Dir einfach mal eine Liste, wo Keto helfen kann:

  • Seborrhoisches Ekzem und Rosazea
  • Schuppenflechte (Psoriasis)
  • Schmetterlingsflechte (Lupus erythematodes)
  • Reibeisenhaut (Keratosis pilaris)
  • Herpes
  • Cellulite
  • Schwangerschaftsflecken (Melasma)

Gehen wir sie doch einmal schrittweise durch.

Seborrhoisches Ekzem und Rosazea

Die auch unter dem Namen ‚Seborrhoische Dermatitis‘ bekannte Krankheit ist ein Hautausschlag. Dieser wird auch Ekzem genannt. Er kommt hier vor allem auf der Kopfhaut und im Gesicht vor. Meist ist er auch mit Schuppungen verbunden. [20]

Rosazea dagegen tritt rund um die Nase auf. Sie wird auch Kupferrose genannt. Markenzeichen sind Flecken, Rötungen, Schwellungen, Pusteln und die Knollennase. [21]

Ein Internet-User berichtet, dass er seit 5 Jahren verschiedene Diäten ausprobiert. Er hat beide Krankheiten vereint. Die ketogene Ernährungsform hilft ihm dabei am meisten. [22]

Ursachen des Seborrhoischen Ekzems sind u.a. eine verstärkte Talgproduktion und das Immunsystem. Keto beeinflusst beide: Erstens durch einen niedrigen Insulinspiegel. Zweitens durch die entzündungshemmende Wirkung der Ketonkörper, die einen bestimmten Teil des Immunsystems blockieren: das NLRP3 Inflammasom. [23, 24, 25]

Als Ursache für Rosazea gilt u.a. ein über-aktives Immunsystem. Keto verbessert hier auf die gleiche Art wie eben beschrieben. [26]

Schuppenflechte (Psoriasis)

Die häufigste Form der Schuppenflechte ist die Psoriasis vulgaris, auch Plaque-Psoriasis genannt. Früher wurde sie als Krätze bezeichnet. Charakteristisch sind rote, schuppende Hautstellen an Knien, Ellenbogen und Kopfhaut. Manchmal werden sie sogar Handteller-groß. Etwa 2,5 % der Deutschen sind daran erkrankt. [27]

Eine Studie fand heraus, dass die Ketogene Ernährung bei der Behandlung helfen kann. Viele Patienten werden mit biologischen Wirkstoffen behandelt, z.B. Adalimumab. Sie blockieren die Immunreaktion, die die schlechte Haut verursacht.

Allerdings gewöhnt sich der Körper daran, sodass die Reaktionen darauf immer schlechter ausfallen. Folge ist ein wieder verschlimmertes Krankheitsbild. Normalerweise würde der Arzt nun eine höhere Dosierung verschreiben oder einen neuen biologischen Wirkstoff mit hinzuziehen. Die Studie zeigte jedoch, dass Keto dem Körper hilft, wieder besser auf den bisherigen Wirkstoff anzuspringen.

Wie Keto das schafft? Natürlich kommt hier wieder der entzündungshemmende Effekt der Ketonkörper ins Spiel. Etwas anderes machen die biologischen Wirkstoffe ja auch nicht. Außerdem sind Psoriasis-Erkrankte oft insulinresistent und haben mitunter deshalb auch mehr Bauchfett. In diesem Bauchfett befinden sich entzündungsförderliche Zytokine.

Die in der Studie untersuchte Frau aß 98 Tage lang überwiegend ketogen, und nahm dabei ganze 24,6 kg ab! Gleichzeitig verbesserte sich ihre Haut ungemein. Keto hilft also auch durch seine Abnehm-Qualitäten, wodurch sich Bauchfett und entzündliche Zytokine verringern.

Es gibt übrigens Hinweise darauf, dass Psiorasis eine Autoimmunerkrankung sein kann. Wie diese entstehen und was du dagegen tun kannst – mehr darüber findest du bei uns (wir arbeiten gerade an einem langen Artikel).

Schmetterlingsflechte (Lupus erythematodes)

Erkennbar ist die Schmetterlingsflechte an der Rötung, die sich vom Nasenrücken aus symmetrisch über Jochbein und Wange ausdehnt. Sieht dann wie ein Schmetterling aus. Das körpereigene Immunsystem ist hierbei fehlreguliert. Es greift gesunde körpereigene Zellen an. Dabei wird die Haut geschädigt. [28]

Gerade ein aktiviertes NLRP3 Inflammasom hängt stark mit der Krankheit zusammen [23]. Dass die Ketonkörper diesen Teil des Immunsystems blockieren, ist ein wahrer Segen. Auch die entzündungsfördernden Kohlenhydrate fallen bei Keto weg. Ebenfalls positiv. [29]

Reibeisenhaut (Keratosis pilaris)

Die Reibeisenhaut ist eine „Verhornungsstörung der Haarfollikel“ [30]. Dabei produziert der Körper zu viel Keratin, weshalb sich zu viel Horn ansammelt und die Follikelöffnungen verstopfen [31].

Ein User schreibt, dass er seit Beginn der ketogenen Diät seine Keratosis pilaris komplett in den Griff bekam. [32]

Da ein niedriger Insulinspiegel weniger Horn produziert, könnte Keto über diesen Weg hilfreich sein.

Aufpassen solltest du mit Whey und Casein. Viele Ketarier nehmen diese Proteinpulver in Shakes oder für Pfannkuchen und zum Backen. Diese Proteinpulver können auch Keratosis pilaris auslösen oder verstärken.

Herpes

Da der Herpes durch Viren ausgelöst wird, spielt auch hier wieder das Immunsystem die entscheidende Rolle [33]. Wie die ketogene Ernährung hier wirkt, wissen wir bereits.

Eine Userin schreibt, dass sie seit 3 Monaten Keto betreibt und seitdem keine Medikamente mehr gegen ihren Herpes nehmen muss [34].

Eine andere Userin schreibt jedoch, dass sie nach ihrem 8. Keto-Tag einen schlimmen Herpes bekommen hat [35].

Nicht nur bei Herpes – auch bei anderen Erkrankungen kann es sein, dass sie sich bei der Umstellung für eine Weile verschlechtern. Das passiert nicht nur bei Hauterkrankungen. Auch körperliche und psychische Krankheiten können sich zeitweise verschlimmern. Der Körper ist extrem unter Stress bei der Umstellung von Glukose auf Ketone.

Wenn du also gesundheitliche Probleme hast, dann im Zweifelsfall die Umstellung immer in Begleitung eines Arztes machen!

Cellulite

Dass Keto bei Cellulite helfen kann, berichtete vorhin schon eine Frau.

Die Ursache v.a. bei Frauen sind schwankende Hormone. Außerdem haben auch die Insulinresistenz und schlechte Ernährung ihre Finger im Spiel. Schlechte Ernährung heißt im Rahmen der Cellulite:

  • viel Zucker
  • viele Trans-Fette
  • industrialisiertes Fleisch

Diese sind hochentzündlich und behindern die Fettverbrennung. Grundsätzlich ist das Problem bei der Cellulite, dass Kollagen abgebaut und neue Fettzellen gebildet werden.

Keto kann so helfen: Durch die stark reduzierten Kohlenhydrate ist die ketogene Ernährung sehr „unentzündlich“. Außerdem herrscht eine hormonelle Balance, weil der Insulinspiegel nicht verrückt spielt. Erklärung siehe weiter oben. [36]

Hohes Insulin stört außerdem die Produktion von SHBG: sex hormone binding globulin. Also das Globulin, das Sexualhormone wie Testosteron und Östradiol bindet. Vermutlich ist hohes Insulin auch eine Ursache für die angesprochenen hormonellen Schwankungen. [37, 38]

Bei vielen anderen Frauen aus einem Keto-Forum hat sich die Cellulite ebenfalls durch Keto deutlich verbessert. [39]

Verena vom ketoseportal hat dazu folgende Gedanken: „Ich frage mich ob auch die Versorgung mit ausreichend Proteinen eine Rolle spielt. Oder die Tatsache, dass Ketarier anfangen sich allgemein besser zu ernähren – und ihr Körper daher weniger Giftstoffe im Fettgewebe binden muss.

85% aller Frauen haben Cellulite. Ich auch. Bei mir scheint sie besser geworden zu sein. Allerdings mache ich seit Keto aber auch mehr Sport und tue mehr gegen Stress. Und ohne es zu wissen, hat mir wohl auch ein typisches Keto Ergänzungsmittel geholfen.

Eine Veränderung, die viele Ketarier in ihrem Leben vornehmen, ist Kollagen.
Kollagen aus Weidehaltung von primalife
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Interessanterweise ist dessen Effekt nachgewiesen; es scheint auch tatsächlich eine der Ursachen zu bekämpfen und nicht nur die Symptome. Wie so viele teure Cremes und Prozeduren. Trotzdem findest du dieses tatsächlich wirksame Mittel in den wenigsten Frauenzeitschriften…“ [40]

Schwangerschaftsflecken (Melasma)

Auch Hyperpigmentierung genannt. Wirkt sich durch braune bis braungraue Flecken im Gesicht aus. Ursächlich ist besonders der hormonelle Einfluss. [41]

Melasma bekommen die meisten Frauen durch eine Schwangerschaft oder hormonelle Verhütungsmittel. Da Sonneneinstrahlung die Flecken verschlimmert, meiden viele Betroffene die Sonne oder verwenden Sonnenschutzmittel.

Auch hier kann Verena vom ketoseportal aus eigener Erfahrung berichten: „Ich habe auch ein Melasma. Es ist schon etwas besser geworden. Aber ich hatte es mehrere Jahre bevor ich mit Keto angefangen habe, also erwarte ich nicht, dass es über Nacht verschwindet.

Ich trage meist einen Hut mit breiter Krempe. Habe eine ganze Sammlung für Sommer wie Winter. Außerdem trage ich jeden Tag Sonnenschutz. Meist einen der speziell helfen soll gegen Melasma. Außerdem ein Makeup mit Sonnenschutz aus einem Mineral Make Up Puder.

Ich habe auch schon jede Menge verschiedene Cremes probiert. Da ich momentan zu viel in der Sonne bin für Retinol, nehme ich abends Hagebuttenöl.

Das soll einen ähnlich guten Effekt haben für Melasma, nur dass es die Haut nicht lichtdurchlässiger macht. Irgendwann schreibe ich mal einen Artikel über all die Mittel die ich genommen, geseift und auf meiner Haut probiert habe. Achja: ich bin überzeugt, dass es wichtiger ist, das Melasma von innen zu bekämpfen als von außen. Viele Leute die Laser und Bleichcremes versucht haben, sind erstmal total begeistert. Wer sich allerdings die langfristigen Studien ansieht, merkt, dass das Melasma oft zurück kommt und dann oft sogar noch schlimmer wird.

Für mich ist Melasma ein weiterer Motivationsfaktor für Keto und gesunde Ernährung. Pille absetzen, Leberreinigung, Hormone ausgleichen,… alles wichtig. Für mich wäre es aber blödsinnig, danach weiter „mein täglich Brot“ zu haben. Stark prozessierte Kohlenhydrate haben wenig Nährstoffe. Zucker und Gluten, dafür viele negative Auswirkungen auf den Körper. Damit meine Leber langfristig weniger zu tun hat und meine Hormone eine bessere Chance haben im Lot zu bleiben.“

Bei einer anderen Frau verbesserte sich das Hautbild durch Keto schlagartig. [42]

Auch hier könnte das Insulin den Hormonhaushalt beeinflussen.

Ein weiterer Grund könnte sein, dass sich viele Ketarier gesünder ernähren. Bei Melasma wird ein Zusammenhang mit der Leber vermutet. Wenn du dich gesünder ernährst – das heißt nicht nur ketogen, sondern auch Bio und viel Frisches isst – kann das möglicherweise deine Leber entlasten. Dass könnte helfen, dass sich deine Haut erholt.

Fazit

Für Ketose und Haut halten wir fest:

  • JA, Keto verbessert die Haut, vor allem bei Frauen
  • Bei der Umstellung auf Keto kann deine Hautkrankheit für eine Weile schlechter werden
  • Keto hilft bei Neurodermitis, und Paleo oder Keto-Paleo bei Schuppenflechte
  • Milchprodukte reduzieren!
  • Fleisch ist mit seinen tierischen Proteinen eher negativ zu bewerten – vor allem wenn du viel und industriell produziertes isst
  • Kohlenhydrate mit hohem glykämischen Index unbedingt vermeiden!
  • Auf einen niedrigen Blutzuckerspiegel achten!
  • Omega-3-Fettsäuren verstärkt essen!
  • Vitamine B 6 und B 12 in Maßen essen!

In diesem Sinne: Haut rein!

Geschrieben von Dennis Pritzkow

PS: Keto kann wahrscheinlich noch bei mehr Hautkrankheiten helfen. Falls es etwas bei dir geändert hat, freuen wir uns über deinen Kommentar unten!

Noch mehr zum Thema „Ketose und Haut“:

[1] https://www.trainingsworld.com/ernaehrung/abnehmen/ketose-abnehmen-ketogene-ernaehrung-vorteile-umsetzung-risiko-6814655

[2] http://www.greenaliving.de/gesuender-schoener-gluecklicher-ketose/

[3] http://bewect.com/2017-06-ketogene-diaet-ein-eigenversuch

[4] https://lchf-deutschland.de/was-ist-lchf/lchf-diaet-gesundheit/

[5] http://www.sofimo.de/supplements/warum-bekommt-man-pickel-und-unreine-haut-von-zu-viel-eiweiss.html

[6] https://www.karl-ess.com/tipps-gegen-unreine-haut-bei-fitnesssportlern/

[7] http://www.homocystein-netzwerk.de/homocystein-senken/anteil-vitamine-in-lebensmitteln/

[8] https://de.wikipedia.org/wiki/South-Beach-Di%C3%A4t

[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Insulin%C3%A4hnliche_Wachstumsfaktoren

[10] https://www.stern.de/gesundheit/haut/therapie/retinoide-vitamine-fuer-die-haut-3754840.html

[11] http://gesuender-abnehmen.com/abnehmen/naehrwerte-kalorien-vollmilch.html

[12] http://gesuender-abnehmen.com/abnehmen/naehrwerte-kalorien-magermilch.html

[13] http://www.femininundfit.de/content/glykaemischer-index-tabelle-mit-gi-werten-von-milch-und-milchprodukten-mit-glykaemischer

[14] https://dr-barbara-hendel.de/bewusstes-leben/ernaehrung/tabellen/glyx-tabelle/

[15] https://www.paleo360.de/paleo-lebensmittel/

[16] https://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/ist-milch-gesund-oder-ungesund/

[17] https://de.sott.net/article/12100-Die-ketogene-Ernahrung-Die-vielen-unglaublichen-Vorteile-einer-Ernahrung-basierend-auf-tierischem-Fett-Fur-Korper-Geist-und-Seele

[18] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21896138

[19] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2637283/

[20] https://de.wikipedia.org/wiki/Seborrhoisches_Ekzem

[21] https://de.wikipedia.org/wiki/Rosazea

[22] https://rosaceagroup.org/The_Rosacea_Forum/showthread.php?31685-Ketogenic-Diet-For-Seb-Derm

[23] https://www.marksdailyapple.com/is-keto-ancestral-ketone-breath-and-keto-for-lupus/

[24] https://ketoschool.com/the-43-health-benefits-of-ketogenic-dieting-in-addition-to-weight-loss-1e4ee4743f1f

[25] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4352123/

[26] http://marygillianvellet.com/2017/06/06/healthy-habits-solution-effectively-treating-rosacea/

[27] https://de.wikipedia.org/wiki/Schuppenflechte

[28] https://de.wikipedia.org/wiki/Lupus_erythematodes

[29] http://blog.factor75.com/healthy-eating-tips-people-lupus/

[30] https://de.wikipedia.org/wiki/Lichen_pilaris

[31] https://www.eucerin.de/beratung/hautprobleme/reibeisenhaut

[32] https://www.reddit.com/r/keto/comments/2le7zp/going_keto_for_severe_eczema_please_help/

[33] https://www.apotheken-umschau.de/Lippenherpes

[34] https://honeycomb.click/topic/61127-ketogenic-diet-anyone-tried-it-for-a-few-months-report/

[35] https://www.ketogenicforums.com/t/things-that-keto-doesnt-improve/18974

[36] https://drjockers.com/get-rid-cellulite-naturally/

[37] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17448569

[38] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22327146

[39] https://www.reddit.com/r/keto/comments/paou4/keto_ladies_do_you_have_less_cellulite/

[40] http://www.nutritionaloutlook.com/beauty/collagen-peptides-reduce-cellulite-women

[41] https://derma.plus/haut/melasma/

[42] https://www.realself.com/forum/melasma-fading-diet

2018-06-08T14:47:52+00:00

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