Wie dein Nervus Vagus Entzündungen beeinflusst – und was du dagegen unternehmen kannst

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Wie dein Nervus Vagus Entzündungen beeinflusst – und was du dagegen unternehmen kannst

Spürst du manchmal eine innere Unruhe und weisst nicht, wo sie herrührt oder wie du sie loswirst? Leidest du unter entzündlichen Krankheiten und suchst nach einem Weg, sie zu lindern? Oder möchtest du deine allgemeine Lebensqualität steigern und Krankheiten vorbeugen? Du kannst auf all diese Dinge Einfluss nehmen, indem du deinen Nervus Vagus aktivierst und dadurch seinen Tonus erhöhst. Worum es sich beim Nervus Vagus eigentlich handelt und auf welche Weise du ihn stimulieren kannst erfährst du in diesem Artikel.

 

„Neuronale Reflex-Kreisläufe regulieren die Ausschüttung von Zytokinen, um dadurch potenziell schädigende Entzündungen zu verhindern und das homöostatische Gleichgewicht zu gewährleisten. In Folge des Entzündungsreflexes wandert ein durch Infektionen oder Verletzungen ausgelöster Reiz entlang des afferenten Nervus Vagus zu integrativen Regionen im Hirnstamm und efferente (motorische) Axone tragen ausgehende Signale wiederum zur Milz und anderen Gewebearten. Neben einem beobachteten entzündungshemmenden Effekt in den Versuchsmodellen von Blutvergiftung, Ischämie und Arthritis, deuten neuere Studien darauf hin, dass eine Aktivierung des Nervus Vagus ebenfalls eine modulierende Auswirkung auf andere Krankheiten mit inflammatorischer Komponente hat.”Auszug aus dem Artikel “ Rethinking Inflammation: Neural Circuits in the Regulation of Immunity” der August 2014 Ausgabe des Magazins Europe PMC.

Ein starkes, gut funktionierendes Immunsystem zu haben ist essenziell. Doch ein überdrehtes, über-reaktives Immunsystem ist hingegen schädlich, da dies dazu führt, dass der Körper sich selbst angreift (Autoimmunreaktion). In diesem Artikel möchte ich eine neue, revolutionäre Herangehensweise an das Thema Entzündungen erläutern und verdeutlichen, wie du die daraus gewonnenen Erkenntnisse praktisch anwenden kannst. Wenn es darum geht, herauszufinden, wodurch bei dir Entzündungen im Körper ausgelöst werden, bietet es sich zunächst an, deine Ernährung umzustellen. Zuallererst solltest du Zucker und schlechte Kohlenhydrate (beispielsweise Fast Food) von deinem Speiseplan streichen. Danach wäre es wichtig, dass du eine Eliminierungsdiät beginnst. Dadurch kannst du herausfinden, welche Nahrungsmittel dein Körper nur schlecht verträgt. Wahrscheinliche Kandidaten sind hierbei Gluten, Süßstoffe und FODMAPs (fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole).

Neben dem Ernährungsverhalten und solchen Einflüssen wie Schwarzschimmel, Dysbiose, Parasiten, Aluminium und anderen Metallen ist eine Dominanz des Sympathikus ein häufiger Auslöser von Entzündungsprozessen. Eine übermäßige Aktivierung des Sympathikus wird durch Messung der Herzfrequenzvariabilität festgestellt. Wenn die “Sympathikus-Seite” des autonomen Nervensystems (ANS, zuständig für Fight or Flight Reaktionen) über die Parasympathikus-Seite (aktiviert bei Ruhe und Nahrungsaufnahme) dominiert, so befindet sich der Körper dauerhaft in einem nervösen Angstzustand und das Leben fühlt sich krisenhaft an. Das führt in der Regel dazu, dass sich dauerhafte Erschöpfung einstellt, man aber trotzdem unfähig ist, sich auszuruhen oder zu schlafen. Dies ist keine reine Bewusstsein-über-Materie Angelegenheit und wenn du es nicht schaffst, darüber Herr zu werden, so wird das zu gesundheitlichen Problemen führen. Um das zu illustrieren, möchte ich sogleich auf einige Krankheiten eingehen, die durch Störungen des Autonomen Nervensystems bedingt sind (Sympathikus vs. Parasympathikus). Zuvor möchte ich allerdings erläutern, was der Nervus Vagus ist und welche Funktionen er im Körper übernimmt.

Vagus bedeutet „wandern“ auf Latein. Der Vagusnerv wird als „wandernder Nerv“ bezeichnet, weil er mehrere Zweige hat, die vom Hirnstamm abweichen und zu den tiefsten Eingeweiden der Eingeweide wandern, die dein Herz und die meisten wichtigen Organe auf dem Weg berühren. Als Teil einer Darm-Gehirn-Achse hält der Nervus Vagus eine bidirektionale Rückkopplungsschleife zwischen deinem Gemütszustand und dem, was Claude Bernard ihr Milieu intérieur nennen würde (die innere Umgebung).

Es handelt sich beim Vagus-Nerv um den zehnten Schädelnerv, es ist also einer der 12 Nerven, die vom Gehirn ausgehen. Nachdem er die Medula Oblongata (zuständig für unbewusste Aktivitäten wie beispielsweise die Atmung) verlässt, verläuft er weiter durch ein kleines Loch in der Schädelbasis namens Foramen jugulare, wonach er sich weiter zwischen Halsvene und Carotis-Arterie erstreckt (dies erklärt die vasovagale Antwort des Körpers mancher Patienten auf die Remodellierung von Narbengewebe im Nackenbereich hin). Von dort aus wickelt er sich weiter hinab bis beinahe zum Ende des Dickdarmes und übt einen regulatorischen Einfluss auf alle Organe, die auf dem Weg liegen, aus. Die durch ein überstimuliertes SNS (sympathisches Nervensystem) und/oder ein unterstimuliertes PNS (parasympathisches Nervensystem) bedingten Beschwerden sind zahlreich und unterschiedlich. Beachte ausserdem, dass es sich hier um eine Wechselwirkung, beziehungsweise um einen Teufelskreis, handelt. Ein überdrehtes SNS führt nämlich zu mehr Entzündungen im Körper und diese Zunahme an Entzündungen löst wiederum eine Überaktivierung des SNS aus.

Auf welche Krankheiten nimmt der Nervus Vagus Einfluss?

Diabetes und Zucker-Dysregulation 

Ich fange mit dem Thema Zucker an, da die meisten Gesundheitsbeschwerden (inklusive solche des endokrinen Systems und Krebs) mit einem Übermaß an Zucker beginnen – selbst bereits in der Abwesenheit von Diabetes (eine der Vielzahl an inflammatorischen Krankheiten). Die Verbindung zwischen Zucker und einer Dominanz des Sympathikus wurde in einer Studie aus dem Jahr 1995 genauer untersucht; also bereits vor über zwanzig Jahren. Das Fachjournal “Diabetes Research and Clinical Practice (Association of Vagal Tone with Serum Insulin, Glucose, and Diabetes Mellitus)” zog damals die folgende Schlussfolgerung: “In Studien mit an Diabetes erkrankten Probanden konnte mittels der Herzfrequenzvariabilitätsmessung eine reduzierte Aktivität des Vagus-Nervs festgestellt werden. Somit konnte diese Studie belegen, dass Diabetes-Patienten eine signifikant niedrigere vagale Aktivität aufweisen als Menschen ohne Diabetes. Bei Individuen, die noch nicht mit Diabetes diagnostiziert wurden, waren sowohl Serum Insulin als auch Serum Glukose antiproportional mit der Funktion des Vagus Nerves assoziiert. Das bedeutet, dass bei diesen Menschen Insulin und Glukose die Aktivität des Nerves hrabsetzten. Dies wiederum deutet darauf hin, dass eine veränderte Vagus-Nerv Funktion bei der Entwicklung von Diabetes eine Rolle spielt.“ Das heißt also, dass diese hohen Mengen an Insulin im Blut selbst dann bereits mit einer herabgesetzten Vagusfunktion und Neuropathie in Verbindung stehen, wenn das Blutzuckerlevel für eine Diabetesdiagnose noch zu niedrig ist. Dies ist einer der Gründe, warum eine Ernährungsweise mit zu vielen Kohlenhydraten auf lange Sicht stets zu gesundheitlichen Problemen führt.

Allergien und Asthma

Über den Zusammenhang von Asthma und Allergien mit Entzündungsprozessen gibt die folgende Studie aus dem Journal of Allergy von 2010 Aufschluss (Neural Pathways in Allergic Inflammation) : „Schätzungen zufolge leidet etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung in Amerika an allergischen Erkrankungen. Zu den am weitesten verbreiteten allergischen Krankheiten zählen dabei: Asthma, Nahrungsmittelallergien, Hautentzündungen und  systemische Anaphylaxie (Die Anaphylaxie – aus griechisch ἀνά, aná-, „auf(wärts)/nochmals“, und griechisch φύλαξις, phýlaxis, „Bewachung, Beschützung“ – ist eine akute, allergische Reaktion des Immunsystems von Menschen und Tieren auf wiederholte Zufuhr körperfremder Eiweißstoffe und betrifft den gesamten Organismus). Eine Vielzahl an epidemiologischen und klinischen Daten deutet an, dass bei Menschen, die unter Allergien leiden, ebenfalls eine wesentlich höhere Inzidenz von Angststörungen und emotionaler Reaktivität vorliegt. Studien zu Essensallergien haben ergeben, dass die Prävalenz von Angstzuständen und Depressionen in Individuen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten deutlich höher ist. Zusammenfassend konnte in diesem Bericht gezeigt werden, dass eine allergiebedingte Entzündungsreaktion Informationen an das zentrale Nervensystem übermittelt, woraufhin dieses dann Informationen zurück zum Entzündungsherd in Form von neuraler Mediatoren wie Acetylcholin sendet.“  Bei Acetylcholin handelt es sich um einen Neurotransmitter. Es ist der wichtigste Regulator des autonomen Nervensystems.

Rheumatische Arthritis

In der August 2014 Ausgabe des Magazins Best Practice & Research Clinical Rheumatology wurde eine Studie mit dem Namen  “Vagus Nerve Stimulation: A New Bioelectronics Approach to Treat Rheumatoid Arthritis?” veröffentlicht, in welcher die Autoren herausfanden, dass eine Reduzierung des nikotinischer Acetylcholinrezeptortypus 7 (α7nAChR) in RA fibroblastartigen Synovialzellen in einer vermehrten Produktion von Entzündungsmediatoren resultiert. Der Acetylcholinrezeptor α7nAChR spielt eine wichtige Rolle in der cholinergischen anti-inflammatorischen Leitungsbahn. In anderen Worten:  Einige spezifische Neurotransmitter-Rezeptoren für Acetylcholin haben eine entzündungshemmende Wirkung. Die Forscher aktivierten jene Leitungsbahn durch eine Stimulation des Vagus-Nerves und schauten danach, was passiert, wenn man ihre Aktivität unterdrückt, indem sie den Vagus Nerv wieder ausschalteten. „In mehreren Beobachtungsstudien konnte demonstriert werden, dass RA Patienten einen niedrigeren Vagus-Nerv Tonus bei gleichzeitig reduzierter Herzfrequenzvariabilität haben als gleichaltrige Probanden in der Kontrollgruppe. Dieses Phänomen konnte auch bei anderen Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel bei systemischem Lupus, Spondylitis ankylosans und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen nachgewiesen werden. Eine Aktivierung des Vagus-Nervs, welcher Teil des parasympathischen Systems ist, führte zu einer Abmilderung der Entzündungsprozesse.Wie wichtig die Erkenntnisse dieser Studie sind, möchte ich anhand der Schlussfolgerung aus einer anderen Studie, die in einer Ausgabe des Magazins Biomed Central aus dem Jahr 2011 veröffentlicht wurde, verdeutlichen (Can Vagus Nerve Stimulation Halt or Ameliorate Rheumatoid Arthritis and Lupus?):  „Dies impliziert, dass Therapien, welche auf eine Regulierung der cholinergischen  und alpha7nAChR-mediierten Mechanismen abzielen rheumatische Arthritis, Lupus und anderer rheumatische Erkrankungen entweder verlangsamen oder gar völlig zum Stillstand bringen können.

Spondylitis ankylosans

Die Studie “Autonomic Functions and their Relations with Disease Activity in Ankylosing Spondylitis” des Fachjournals Acta Rheumatology Portugal offenbarte: „Cholinergische Neuronen beeinflussen die TNF Synthese durch Acetylcholin.(ACH). Acetylcholin ist der primäre Neurotransmitter des parasympathischen Systems. Diese Beziehung zwischen dem autonomen Nervensystem und dem Immunsystem wird auch ‚cholinergische anti-inflammatorische Leitungsbahn’ genannt. Inflammatorische Stimuli erregen diejenigen sensorischen Nerven, die zum Vagus hinführen und vermittelt darüber die Hypothalamusregion im Gehirn. Eine experimentelle Stimulation des Vagus verursachte eine herabgesetzte TNF Synthese in der Leber, der Milz und dem Herz. Darüber hinaus nahmen die TNF Level bei Endotoxämie, Ischämie (Mangeldurchblutung)und bei einem Blutungsschock ab. Nach einer Vagotomie (Methode zur operativen Behandlung eines Magengeschwürs oder Zwölffingerdarmgeschwürs) zeigte sich bei Tieren eine erhöhte TNF Reaktion auf inflammatorische Stimuli.“  Beim TNF (Tumor Nekrose Faktor) handelt es sich um einen sehr potenten inflammatorischen Mediator.

Arthritis

  Im Jahr 2013 erschien im Fachjournal Nature Reviews: Rheumatology eine Studie mit dem Namen “Role of Peripheral Nerve Fibres in Acute and Chronic Inflammation in Arthritis.“ Diese Studie stieg zwar nicht so tief in das Thema Vagus-Nerv Stimulation ein wie andere, doch enthält dennoch einige wichtige Erkenntnisse. „Während eines akuten Entzündungsprozesses kommt es zu einer neuronalen Reorganisation mit veränderter neuronaler Aktivität. Die hauptsächlichen Kennzeichen dieses Prozesses sind ein Anstieg der systemischen Aktivität des Sympathikus, eine Abnahme der systemischen Aktivität des Parasympathikus und ein Verlust sympathischer Nervenfasern in den Entzündungsregionen- gleichzeitig mit einer erhöhten Versorgung sensorischer Nervenfasern und erhöhter sensorischer Nervenfaseraktivität.“ Hierbei muss beachtet werden, dass dieser Vorgang notwendig ist, da Entzündungsprozesse die primäre Methode des Körpers sind, um den Heilungsprozess bei beschädigtem Gewebe zu beginnen. Doch bei Autoimmunerkrankungen wird dieser Prozess pathologisch.  Die Veränderungen des peripheren Nervensystems führen hier zu einer ungünstigen Situation , bei der es zu einer andauernden Energieumverteilung und fortgesetzter örtlicher zellulärer Zerstörung kommt. Als ein Beispiel für eine chronisch entzündliche Erkrankungsform wird im Artikel zudem auf die Hinweise für eine Neuroimmunregulation bei Arthritis eingegangen und die Rolle des Sympathikus dabei in den Fokus genommen. Später werde ich noch genauer darauf eingehen, wie du die Balance des autonomen Nervensystems auf die parasympathische Seite hin verlagern kannst.

Abnormale Funktion des Verdauungssystems

Die beiden Seiten der Fehlfunktion des Verdauungssystems sind Dysbiose und das Leaky Gut Syndrom. Du solltest zudem beachten, dass sich 80 % deines Immunsystems im Verdauungstrakt befindet. Die Gastroenterologin Dr. Esmerij Vander Zanden schrieb im Jahr 2011 einen Bericht mit dem Titel “The Vagus Nerve as a Modulator of Intestinal Inflammation”, in dem sie bemerkt: „Acetylcholin, der primäre Neurotransmitter des Vagus-Nervs, kann die Ausschüttung entzündungsfördernder Zytokine abschwächen. Es konnte zudem demonstriert werden, dass eine elektrische Stimulation des Vagus-Nervs die systemische Inflammatorische Antwort abmildert. Acetylcholin übt seinen entzündungshemmenden Effekt aus, indem es sich an nikotinische Acetylcholinrezeptoren bindet (nAChRs), welche sich auf Makrophagen und anderen Zellen des Immunsystems befinden. Das cholinergische Nervensystem verringert die Produktion pro-inflammatorischer Zytokine und vermindert dadurch Entzündungsprozesse. Die Aufnahme von Nahrungsfetten stimuliert die Produktion von Cholecystokinin (CCK). Dabei handelt es sich um ein charakteristisches Hormon, das während der Nahrungsaufnahme ausgeschüttet wird, um verschiedene Verdauungsfunktionen zu triggern. Dazu gehören Pankreas-Sekretion und die Aktivierung afferenter Vagus-Nerv Signale, um das Gefühl von Sättigung zu induzieren. Eine neuere Studie hat gezeigt, dass CCK, das als Folge der Aufnahme von sehr fetthaltigen Speisen ausgeschüttet wurde, einen hämorrhagischer Schock unterbunden hat – indem es die Ausschüttung von TNFα  und Interleukin-6 inhibierte. Dieser anti-inflammatorische Effekt der Ausbringung von CCK wird durch den Vagus-Nerv gesteuert. Sowohl akute als auch chronische Phasen des Stresses können die Durchlässigkeit von Epithelzellen durch cholinergische Mechanismen steigern. Dies geschieht, indem eine cholinergische Stimulation den Transport von Epithelzellen via einer Unterbrechung der Integrität der Tight Junctions im Darm erhöht. Andere Studien konnten hingegen zeigen, dass die Vagus-Nerv Aktivität eine schützende Auswirkung auf die Instandhaltung der Darmwandbarriere unter pathologischen Bedingungen haben kann.“  Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Studie ist, dass die Aufnahme von fetthaltigen Speisen das Potenzial birgt, das parasympathische System durch CCK anzuregen. Du solltest dabei lediglich darauf achten, gute Fette zu dir zu nehmen (also keine Transfette).

Entzündliche Darmerkrankungen / IBS / SIBO

In einer Studie aus dem Jahr 2015 mit dem Titel “The Neuromodulation of the Intestinal Immune System and Its Relevance in Inflammatory Bowel Disease“ behandeln die Autoren zunächst das Thema Homöostase und wie wichtig diese für unsere Gesundheit ist. Danach schreiben die Forscher: ” Eine der Hauptaufgaben des Immunsystems ist es,  Gefahrensignale und solche, die keine Gefahr andeuten zu unterscheiden und angemessen darauf zu reagieren. Das ist besonders im Verdauungstrakt wichtig, da unser Immunsystem dort mit einer großen Menge an Antigenen aus unserer Nahrung konfrontiert wird. Diese große Anzahl an Antigenen und symbiotischer Mikroflora, die essenziell zur Bereitstellung wichtiger Vitalstoffe sind, muss vom intestinalen Immunsystem richtig differenziert werden, um abnormale, schädliche Entzündungsprozesse zu vermeiden. Um die Homöostase zu erhalten, verfügt unser Immunsystem über diverse Regulationsmechanismen, inklusive einiger nicht-immunologischer Akteure, welche die Immunantwort kontrollieren. Es haben sich in diesem Bereich die Hinweise darauf gehäuft, dass es einen bidirektionalen Link zwischen dem Gehirn und dem Darm gibt. Dabei moduliert das Gehirn die Immunantwort durch die Registrierung von Zytokinen und via des direkten afferenten Inputs von sensorischen Fasern sowie von Darmneuronen.“ Hier geht es also um ein Kontinuum zwischen dem Gehirn, dem enterischen Nervensystem (ungefähr 90 % der Signale an den Vagus Nerv kommen aus dem Darm), dem Mikrobiom und Zytokinen/Entzündungsreaktionen. Die Autoren schlagen an dieser Stelle als Therapiemöglichkeit eine elektrische Stimulation der anti-inflammatorischen Leitungsbahn des Vagus-Nervs vor. Doch es gibt auch andere Methoden, positiv auf den Vagus-Nerv einzuwirken, die nicht so invasiv sind, wie sich ein Implantat einpflanzen zu lassen. Eine davon ist, auf seine Ernährungsgewohnheiten zu achten.

Autismus

Über die Jahre haben diverse Studien gezeigt, dass insbesondere eine gestörte Darmflora und Entzündungsprozesse bei der Entstehung von Autismus maßgeblich beteiligt sind. Es gibt zudem Hinweise darauf, dass diese Entzündungsreaktionen durch Impfungen induziert werden. In der im März 2011 erschienen Ausgabe des Magazins Neuropsychology Reviews behandeln die Autoren in ihrem Artikel „The Immune System’s Moderating Response to Inflammation Relieves Autistic Behavior: Response to Peter Good” die Frage, warum sich die Symptome von an Autismus erkrankten Kindern drastisch verbessern, während sie unter Fieber leiden. Die Autoren schlussfolgern darin: „Die inflammatorische Reaktion und die damit einhergehende Aktivierung des Sympathikus wird durch das vagale cholinergisch anti-inflammatorische System (CAIS) abgemildert. Elektrische Stimulation des Vagus Nerves wird verwendet, um diverse Entzündungskrankheiten zu behandeln (darunter auch Depressionen, bei denen in der Regel neurologische Entzündungen vorliegen).Vagus-Stimulation erhöht zudem die Herzfrequenzvariablität, während der vegetative Tonus sich von einer Sympathikus-Dominanz hin zum Parasympathikus verschiebt. Zur Linderung von Entzündungen und zur Korrektur sympathischer Dominanz bietet sich also eine Stimulierung des CAIS an, da es das Arousal-Level absenkt. Die meisten Symptome autistischen Verhaltens scheinen ein kompensatorischer Mechanismus zu sein, um ein chronisch erhöhtes, pathologisches Arousal-Level auszugleichen. Diana L. Vargas konnte in Personen mit Autismus Neuroinflammation nachweisen – sowohl in vivo als auch während der Autopsie (1 , 2). Die Ausschüttung von Zytokine durch aktivierte Mikroglia (das ZNS Pendant von Makrophagen) ist ebenfalls von einer exzessiven Freisetzung von Glutamat begleitet (der primäre exzitatorische Neurotransmitter), wodurch die Aktivität des Gehirnes hin zu einem Hyperarousal erhöht wird.“  Somit ist es ratsam, den Konsum von Excitotoxinen wie Mononatriumglutamat und Aspartam zu vermeiden, da sie durch Erhöhung des Arousals eine neurotoxische Wirkung auf das Gehirn entfalten. Dies kann bei dauerhaftem Konsum sogar zur Apoptose und zu Krebs führen. Als Fazit gilt, dass sowohl Vagus-Nerv Stimulation als auch Mikroglia Aktivierung einiges Potenzial bergen, die Symptomatik von Autismuserkrankungen zu lindern.

Depression

Obschon die folgende Studie eher als Werbung für SSRI Antidepressiva fungierte, wurde im Artikel “Impaired Parasympathetic Function Increases Susceptibility to Inflammatory Bowel Disease in a Mouse Model of Depression“ des Journal of Clinical Investigation geschlussfolgert: „Die Evidenz weist darauf hin, dass Entzündungen im Darmktrakt durch behaviorale Faktoren wie Depressionen verstärkt werden können. Kürzlich konnten wir Beweise dafür anführen, dass depressionsähnliches Verhalten mit einer überempfindlichen Reaktion auf inflammatorische Stimuli im Darmtrakt in Verbindung steht. Die Demonstration eines nervenstärkenden entzündungshemmenden Einflusses der Mediation des Vagus-Nervs bei experimenteller Colitis offenbart einen potenziellen Zusammenhang zwischen dem Verhalten und Entzündungen im Darm. Depressionen ziehen ein Ungleichgewicht des autonomen Nervensystems nach sich. Dabei werden die Funktionen des Parasympathikus behindert und eine Dominanz des Sympathikus ist die Konsequenz, was zu einer kardiellen Pathophysiologie beiträgt. Der Verdacht, dass Depression mit einer Fehlfunktion des Parasympathikus zusammenhängt, hat dazu geführt, dass vermehrt elektrische Stimulation des Vagus-Nervs als Therapieform angewendet wird.“  Diese Erkenntnisse sollten allerdings niemanden verwundern, da die Depression nur eine der unzähligen Krankheiten ist, die in die Kategorie Entzündungskrankheiten fallen.

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Wirkmechanismus der invasiven Vagus-Nerv Stimulation

Die invasive Vagus-Nerv Stimulation (VNS) scheint eine effektive Behandlungsmethode bei Depressionspatienten zu sein, die auf gewöhnliche therapeutische Interventionen nicht ansprechen. Ein wichtiger Wirkmechanismus ist dabei eine Veränderung des Metabolismus im Gehirn der Patienten. Bildgebende Verfahren konnten zeigen, dass sich bereits Wochen oder gar Monate bevor die Patienten eine Verbesserung ihrer Stimmungslage berichteten eine Veränderung des Metabolismus in ihrem Gehirn ergab.

Der Psychiater Charles R. Conway bemerkt diesbezüglich: „Die Erkenntnisse aus Studien mit VNS zeigen, dass diese Therapiemethode bereits sehr früh einen äußerst wirksamen antidepressiven Effekt auf gewisse Kortexregionen im Gehirn der Patienten entfaltet. Die metabolische Aktivität im Gehirn dieser therapie-resistenten Depressionspatienten konnte durch den Eingriff verändert werden. Die betroffenen Regionen im Gehirn sind solche, welche mit depressiven Erkrankungen in Verbindung stehen, insbesondere der dorsolaterale präfrontrale Kortex, der orbitofrontale Kortex und die anteriore Insula. Die Veränderung der metabolischen Aktivität ereignet sich bereits, bevor sich sichtbare Resultate in Form einer Verbesserung der Stimmungslage bei den Patienten zeigten. Die Patienten wurden zunächst nicht weniger depressiv.  Dies deutet darauf hin, dass die erste Hälfte der VNS Behandlung (1-5 Monate) als Vorbereitungsphase dient. Erst ab dem 6. Monat erlebten die Patienten eine spürbare Verbesserung ihrer Depression.“

Nach 12 Monaten konnten die Forscher außerdem einen Anstieg der metabolischen Aktivität in denjenigen Hirnstammregionen der Patienten beobachten, die mit Depressionen im Zusammenhang stehen. Der größte Anstieg zeigte sich im ventralen tegmentalen Areal, einer Hirnregion, die mit der dopaminergen Hirnfunktion in Verbindung steht.

Dr Conway und sein Team implantierten Geräte zur Stimulation des Vagus-Nervs in 70 Patienten, die auf sonstige Therapien nicht angesprochen haben. Obwohl nicht jeder Patient eine Linderung seiner Symptome durch VNS erlebte, berichtete der Großteil dennoch spürbare, nachhaltige Verbesserungen ihrer Depression. Diese hielten auch Jahre danach noch an. Viele konnten nach Jahren der Lähmung durch die depressive Symptomatik ihr einstiges Funktionsniveau vollkommen zurückgewinnen. Dies brachte die Forscher zu der Vermutung, dass sich angesichts solcher deutlicher Verbesserungen in der Stimmungslage ebenfalls Veränderungen im Gehirn der Patienten beobachten lassen sollten. Um das zu überprüfen, planten sie daraufhin eine Studie unter Zuhilfenahme bildgebender Verfahren.

Im Verlauf dieser Untersuchung begleiteten Conway und sein Team insgesamt 13 Patienten mit therapie-restistenter Depression. Therapie-resistent bedeutet in diesem Fall, dass die Symptome der Patienten sich trotz Medikation mit 5 verschiedenen Antidepressiva nicht verbessert hatten.

Der Großteil der Patienten litt bereits seit 2 Jahren unter Depressionen, doch einige darunter schon über 20 Jahre. Allen Patienten wurde ein Gerät zur Stimulation ihres linken Vagus-Nervs implantiert. Der linke Vagus-Nerv läuft vom Hirnstamm aus an der Seite des Körpers bis zum Magen-Darm Trakt hinab. Nachdem das Implantat aktiviert wurde, sendete es alle 5 Minuten einen 30 Sekunden andauernden elektrischen Impuls an den Vagus-Nerv. Um die Auswirkung der Behandlung auf die Hirnaktivität der Patienten zu messen, führten die Forscher eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) jeweils vor dem Beginn der Stimulation, nach 3 Monaten und dann nochmal nach 12 Monaten durch. Danach verglichen sie die so gewonnen Aufnahmen miteinander. Für die PET Aufnahmen benutzten die Forscher radioaktiv markierten Zucker, Fluorodeoxyglucose (FDG). Das Gehirn absorbiert beständig Glukose aus dem Blutkreislauf. Wenn der Metabolismus in einer Hirnregion abnimmt (dies steht im Zusammenhang mit zugleich herabgesetzter Hirnaktivität), so kann das durch ein FDG-PET sichtbar gemacht werden, denn das Gehirn nimmt dann in der betroffenen Region weniger Fluorodeoxyglucose auf.

Am Ende der Behandlung mit VNS zeigte sich bei 9 der 13 Patienten eine Verbesserung ihrer Depressionssymptomatik. Allerdings dauert es in den meisten Fällen mindestens 6 Monate, bis Patienten eine positive Veränderung ihrer Stimmungslage erleben.

Bei den Patienten, die auf die Behandlung angesprochen haben, ergab der FDP-PET Scan nach 3 Monaten bereits signifikante Veränderungen im Gehirnmetabolismus. Und das, obwohl sich ihre Depressionssymptomatik erst später verbessert hat.

Dr. Conway stellt dazu fest: „Wir konnten tiefgreifende Veränderungen des Gehirnmetabolismus beobachten, lange bevor die Patienten von einem Rückgang ihrer Depression berichteten. Es scheint sich dabei um einen adaptiven Prozess zu handeln: Zunächst beginnt das Gehirn, anders zu funktionieren. Erst danach erlebt der Patient eine Aufhellung seiner Stimmung.”

Obwohl die Ergebnisse dieser Studie vorläufig sind und noch weitere Untersuchungen durchgeführt werden müssen, sind die Behandlungserfolge vielversprechend.

Dr Conway sagt: “Wir glauben, dass diese Studie neben anderen zu diesem Thema die Erkenntnis untermauert, dass das Behandlungskonzept effektiv ist. Die Sub-Population solcher Patienten mit therapie-resistenter Depression ist bezüglich der Wahl der Intervention sehr eingeschränkt. Angesichts dessen erzielte die VNS Behandlung bei ihnen vergleichsweise die besten, langanhaltendsten Ergebnisse. Die Intervention sollte für solche Patienten dringend allgemein zugänglich gemacht werden.“

Die Tatsache, dass die Patienten bei der VNS-Methode innerhalb eines Jahres keine Rückfälle erlebten ist insbesondere bei einer Erkrankung wie Depression, die durch ständig wiederkehrende Episoden gekennzeichnet ist, sehr relevant. Obwohl es sich bei der Implantation des Stimulationsgerätes um ein recht invasives Verfahren handelt, ist dies dennoch durch die hohe Erfolgsrate gerechtfertigt.

Chronisches Erschöpfungssyndrom und PTSD

Im Artikel Chronic Fatigue Vagus Nerve Link von der Seite Healing Histamine befasst sich der Autor Dr. Michael Van Elzakker mit der Verbindung zwischen dem chronischen Erschöpfungssyndrom und dem Vagus Nerv. Er berichtet darin: „Beim chronischen Erschöpfungssyndrom handelt es sich um eine neurologische Erkrankung. Das kennzeichnende Hauptsymptom dieser Krankheit ist ein langanhaltender Erschöpfungszustand. Es dreht sich dabei allerdings um eine klinisch relevante Schlappheit. Es ist nicht die Art von Erschöpfung, die man nach einem langen Arbeitstag spürt und durch einige Minuten des Ausruhens behoben werden kann. Es gibt eine Menge Pathogene, die speziell Nervengewebe angreifen. Dazu zählen Windpocken, der Herpes Zoster Virus, der Eppstein-Barr Virus, HHV-6 (Humanes Herpesvirus 6), einige Arten von Enteroviren und auch das Borreliose Bakterium. Es ist kein Zufall, dass all diese Erkrankungen ebenfalls mit dem chronischen Erschöpfungssyndrom in Verbindung stehen. Wir alle haben Herpes-Viren in unserem Körper. Mehr als 90 % aller Menschen tragen sogar mehr als nur einen Erregerstamm in sich. Wir alle tragen  diese Viren in unserem Körper, doch die meiste Zeit ruhen sie und es kommt nicht zum Ausbruch der Krankheit. Viele Menschen merken, dass einige dieser Viren erst dann aktiviert werden, wenn wir uns eine Grippe einfangen, also das Immunsystem in der Folge geschwächt ist. So ist es beispielsweise beim Herpes-Virus.” Der Autor fährt daraufhin mit der Aktivierung von Gliazellen fort. Doch wie relevant sind diese viralen Infekte wirklich? Viele Wissenschaftler glauben, dass eine Unmenge an chronischen Erkrankungen durch “okkulte” (verborgene) Infektionen mit Viren wie dem EBV (Eppstein-Barr Virus) oder CMV (Cytomegalo Virus) bedingt sind.

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Tinnitus

Unter Tinnitus, einem permanenten Rington im Ohr, leiden zwischen 10 und 15 % der Bevölkerung. Momentan sind mehrere Studien geplant, welche die Rolle des Vagus-Nervs in Verbindung mit Tinnitus untersuchen. Diese wurden durch frühere Studien angestoßen, die gezeigt haben, dass das störende Klingelgeräusch im Ohr durch eine Stimulation des Vagus-Nervs um bis zu 50 % reduziert werden konnte. Die griechische Endung –itis bedeutet übrigens Entzündung beziehungsweise entzündliche Erkrankung.

Sympathische Reflexdystrophie / Komplexes regionales Schmerzsyndrom

“Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (Complex regional pain syndrome, CRPS) gehört zu den neurologisch-orthopädisch-traumatologischen Erkrankungen. Der Begriff ersetzt die früher gebräuchlichen und synonym verwendeten Bezeichnungen Reflexdystrophie, Morbus Sudeck, Sudeck-Dystrophie, Algodystrophie und sympathische Reflexdystrophie.  Die Krankheit ist dadurch gekennzeichnet, dass es nach äußerer Einwirkung (z. B. Traumata, Operationen und Entzündungen) über längere Sicht zu einer Dystrophie und Atrophie von Gliedmaßenabschnitten kommt. Als Symptome treten Durchblutungsstörungen, Ödeme, Hautveränderungen, Schmerzen und schließlich Funktionseinschränkungen auf. Die Erkrankung tritt bei Erwachsenen häufiger an den oberen Gliedmaßen als an den unteren auf; sie entsteht  relativ häufig nach distalen Radiusfrakturen. Frauen sind häufiger betroffen. Bei noch nicht zufriedenstellend geklärtem Entstehungsmechanismus wird eine neuronale Entzündungsreaktion, sowohl peripher als auch zentral, in Kombination mit einer kortikalen Reorganisation als Ursache diskutiert. Des Weiteren wird eine Dysregulation des zentralen sowie des autonomen Nervensystems als Ursache angenommen. 35 % der Betroffenen berichten von Symptome, die sich über den ganzen Körper erstrecken.“ Falls du einen guten Grund benötigst, deinen Körper frei von Entzündungen zu halten – CRPS ist sicherlich einer.  Dr Latinka van der Merwe spezialisiert sich auf die Behandlung von Menschen, die an CRPS erkrankt sind. In einem Artikel auf RSD dot org mit dem Titel Putting Out the Fire: A Brand New Approach to Treating RSD/CRPS berichtet sie folgendes:  „Eine der ersten Techniken, die ich lernte, drehte sich um die Wiederherstellung der Balance des autonomen Nervensystems, insbesondere den Vagus Nerv betreffend. Das zentrale Nervensystem ist – wie der Name schon andeutet – der zentrale Regulationsmechanismus unseres Körpers. Von dort aus werden alle anderen Funktionen gesteuert und laufen darin zusammen. Beispielsweise kontrolliert es Bewegungen, Funktionen des Immunsystems und die Schmerzempfindung. Es kontrolliert außerdem Heilungsprozesse. Das autonome Nervensystem wiederum ist ein Subsystem des ZNS. Es ist der Teil deines Gehirnes, der sämtliche Funktionen, die nicht vom Bewusstsein gesteuert werden müssen, reguliert – beispielsweise die Atmung. Es teilt sich auf in Sympathikus (SNS) und Parasympathikus (PNS). Das sympathische Nervensystem ist dafür verantwortlich, unser Leben zu bewahren, wenn wir angegriffen werden. Es ist zwar wichtig, aber nur sekundär mit Funktionen wie Heilung, Sex, Verdauung oder Ruhephasen beschäftigt – denn darum kümmert sich das PNS. Was alle CRPS Patienten gemeinsam haben, ist eine Überaktvierung des sympathischen Nervensystems. Das bedeutet, dass ihr autonomes Nervensystem nicht zwischen den beiden Komponenten gleichmäßig ausbalanciert ist, sondern die SNS Aktivität überwiegt. Diese Fehladjustierung existierte meistens schon lange bevor die Patienten CRPS entwickelt haben. Zur Behandlung dieses Leidens verwendet Dr Latinka van der Merwe unter anderem eine Methode, die sich Frequenzspezifische Mikrostrom-Stimulation (Frequency Specific Microcurrent) nennt. Dabei wird die betroffene Geweberegion mit einem schwachen elektrischen Strom gereizt, um dadurch einen Heilungsprozess anzustoßen.

Herzerkrankungen/ Herzversagen

Eine Studie, die 2013 in einer Ausgabe des Fachjournals Annals of Thoracic Surgery veröffentlicht wurde (Cardiac Autonomic Nerve Stimulation in the Treatment of Heart Failure) kam bezüglich dieser Thematik zu einigen interessanten Ergebnissen. Zunächst wird darin berichtet, dass Herzversagen die weltweit führende Todesursache ist. Hiernach erwähnen sie eine Vielzahl an medizinischen Interventionen (überwiegend Medikamente und chirurgische Eingriffe). Doch sie geben in dem Artikel zu, dass Medikamente und chirurgische Eingriffe auf lange Sicht nicht wirklich helfen. „Momentan verfügbare Therapien bei Herzerkrankungen haben nur eine begrenzte Effektivität. Die Pathophysiologie von Herzerkrankungen steht mit einer neurohormonellen Aktivierung des sympathischen Nervensystems in Verbindung. Daraus resultiert ein erhöhtes Plasmalevel an inflammatorischen Biomarkern und eine Zunahme an Zytokinen (Tumor Nekrose Faktor und C-reaktives Protein), wie auch eine Zunahme von Markern für systemischen und kardiell oxidativen Stress. Die Anwendung der Vagus-Nerv Stimulation als Therapieform zur Herabsenkung der Aktivierung des Sympathikus bei Herzerkrankungen hat positive Resultate befördert. Die jeweils optimale kardielle Neurostimulationstherapie varriiert je nach Typ und Schwere der Herzerkrankung sowie basierend auf der Balance zwischen der Aktivität von Sympathikus und Parasympathikus im autonomen Nervensystem.

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Krebs

Im Jahr 2016 publizierte Dr. Grace Bullock einen Artikel mit dem Titel “Vagus Nerve Activity May Impact Cancer Prognosis.” In diesem gibt sie einen Überblick über verschiedene Studien, die den Zusammenhang zwischen einer Dysregulation des autonomen Nervensystems und Krebs (insbesondere Brustkrebs) untersucht haben. Im Folgenden gehe ich auf einige ihrer Schlussfolgerungen ein. „Bisher waren Prognosen über die Entwicklung einer Krebserkrankung weithin abhängig von dem Stadium des Tumors, dem Alter des Patienten, der genetischen Expression, Entzündungsparametern und dem Funktionsniveau der Organe. Nach neuesten Erkenntnissen aus Studien ist ein weiterer Prädiktor für die Überlebenschance von Patienten mit metastastasierendem Krebs oder wiederkehrendem Brustkrebs die Aktivität des Vagus-Nervs. Diese zusammen mit dem Stadium des Krebses ist ein verlässlicherer Prädiktor als das Stadium allein. Die Wissenschaftler vermuten, dass ein hoher Tonus des Vagus-Nervs das Tumorwachstum verlangsamt, da dies verschiedene Mechanismen, die für das Wachstum auschlaggebend sind, inhibiert. Dazu zählen oxidativer Stress, Entzündungen und Sympathikus-Aktivität. Der Vagus-Nerv innerviert zudem viele der Organe, in denen Krebsarten bevorzugt entstehen, wie beispielsweise die Lungen, der Darm, der Pankreas und der Dickdarm.Sie fährt danach damit fort, die in Krebspatienten präsente niedrige Herzfrequenzvariabilität als wichtigen Marker für die Dominanz des Sympathikus zu bennen und gibt einige Tipps, wie man den Vagus Nerv stimulieren kann und das autonome Nervensystem hin zu einer Dominanz des Parasympathikus verschiebt. Auf diese werde ich später noch genauer eingehen.

 Disruption der HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse), Gewebsentartung und Autoimmunerkrankungen

Die im Dezember 2014 im Magazin Journal of Arthritis Research Therapy veröffentlichte Studie mit dem Titel The Sympathetic Nervous Response in Inflammation liefert einen guten Überblick über mehr als 100 Studien, die sich mit dem Thema Disruption der HPA Achse und die Verbindung mit dem Vagus-Nerv befasst haben. Im Folgenden liste ich einige Ergebnisse aus dem Artikel auf. „Entzündungen verursachen eine erhöhte Aktivität des sympathischen Nervensystems (SNS). Wenn ein Entzündungsprozess angeregt wird, reagiert der Körper darauf in Form einer ‘Entzündungskonfiguration’, die in einer erhöhten systemischen SNS und HPA-Achsenaktivität besteht. In Folge dieser Reaktion stellt der Körper genügend energiereiches Brennmaterial bereit (wie beispielsweise Glucose und freie Fettsäuren), um den  Anforderungen eines aktivierten Immunsystems gerecht zu werden. Die Autoren sprechen hier von den Nebennieren, welche die Produktion von Kortisol anregen – ein Stresshormon, dessen Aufgabe es ist, den Blutzuckerspiegel so schnell wie möglich herabzusenken. Unter den richtigen Umständen ist das eine normale Reaktion des Körpers. Doch wenn Menschen zu gestresst sind- ob nun emotional, physisch, mental oder dietätisch- dann kann das auf hormoneller und immunologischer Ebene negative Folgen nach sich ziehen. „Wenn die Entzündungen im Körper chronisch werden (wie das bei chronisch entzündlichen Erkrankungen der Fall ist) , dann wechselt unser System in einen chronischen Entzündungszustand, der durch eine erhöhte Aktivität der HPA-Achse ohne ausgleichende Immunosuppression charakterisiert ist. Falls ein solcher chronisch inflammatorischer Zustand über längere Zeitperioden anhält (wie bei Autoimmunerkrankungen), so hat das einen schädlichen Effekt – da die Aktivität von SNS und HPA-Achse dauerhaft erhöht ist und daraus ein chronisch katabolischer Zustand resultiert.In anderen Worten: Dein Körper unterdrückt beziehungsweise schwächt dann dauerhaft die Aktivität des Immunsystems, um dieses daran zu hindern, den Körper selbst anzugreifen. Ungezügelte, anhaltende Entzündungsherde , egal wodurch sie bedingt sein mögen (zum Beispiel durch sympathische Dominanz), führen potenziell zu einer großen Zahl an verschiedenen Autoimmunerkrankungen. Wenn der Körper sich dauerhaft in einem katabolischen Zustand befindet, so birgt das dieselbe Gefahr (Entstehung von Autoimmunerkrankungen), da das den Körper daran hindert, die Antwort des Immunsystems zu regulieren.

Andere

Es gibt noch eine Vielzahl weiterer Beschwerden, bei denen der Vagus-Nerv sowie das autonome Nervensystem eine Rolle spielt. Zwei besonders weit verbreitete sind Fibromyalgie und Migräne (siehe Vagus Nerve and Vagus Nerve Stimulation, a Comprehensive Review: Part I, II, and III) (3).

15 Methoden, um den Tonus deines Vagus-Nervs auf natürliche Weise zu stärken

Ein paar simple Techniken, die jeder mal ausprobieren sollte, könnten der Schlüssel zur Linderung von Schmerz und Entzündungen sein. In ihrem Artikel „Hacking the Nervous System“ beschreibt Gaia Vince, Wissenschaftsjournalistin und Editor des Magazins New Scientist, wie sie eine Frau, die unter rheumatischer Arthritis litt, durch ein Gerät, das den Vagus-Nerv stimuliert, von ihren Schmerzen kurieren konnte. Ganz ohne Pillen, Morphium oder Nebenwirkung – sondern ausschließlich durch die Stimulierung des Nervs. Und nicht nur das, Gaia berichtet außerdem davon, dass du durch die Stimulierung des Vagus-Nervs ebenfalls Entzündungen, Depressionen, Ängste, Bluthochdruck und so manche andere Leiden kurieren oder zumindest deutlich verbessern kannst. Und das Beste ist- dazu brauchst du nicht zwingend ein Gerät.

Der Vagus-Nerv ist der längste Nerv im gesamten Körper. Er erstreckt sich vom Gehirn aus über den ganzen Torso, verläuft durch den Nacken über die Stimmbänder und ist mit dem Verdauungssystem, der Leber, der Milz, dem Pankreas, dem Herz und der Lunge verbunden. Zudem handelt es sich bei diesem Nerv wie bereits bemerkt um einen integralen Bestandteil des parasympathischen Teils des autonomen Nervensystems.

Der Tonus des Vagus-Nervs wirkt sich auf unsere Gesundheit aus und determiniert, wie gut unser Körper mit Stress umgehen kann, sowie wie leicht es ihm gelingt, nach einem belastenden Ereignis wieder das Gleichgewicht herzustellen. Ein hoher vagaler Tonus verbessert die Funktion vieler Systeme in unserem Körper. Er reduziert das Risiko von Schlaganfällen, Herzinfarkten und reguliert unseren Blutzuckerspiegel. Er wirkt sich außerdem darauf aus, wie leicht es uns fällt, zu entspannen und wie zufrieden wir mit uns selbst sind. Ein niedriger vagaler Tonus steht hingegen mit kardiovaskulären Erkrankungen, Schlaganfällen, Diabetes, Depressionen, chronischer Erschöpfung sowie vielen anderen Autoimmunerkrankungen in Verbindung. Des Weiteren begünstigt ein schlechter vagaler Tonus Entzündungsprozesse im Körper, die dann im weiteren Verlauf zu Endometriose, Morbus Crohn oder Lupus führen können.

Wie du die natürliche Balance deines Körpers wiederherstellen kannst

Kevin Tracey, ein Neurochirurg aus New York, war der erste Wissenschaftler in der westlichen Hemisphäre, der die Bedeutsamkeit des Vagus-Nervs für unsere Gesundheit und seine Beteiligung an Entzündungsprozessen entdeckt hat. Als er in den späten 90ern ein Experiment an einer Ratte durchführte entdeckte er, dass die Injektion eines entzündungshemmenden Medikaments in das Gehirn der Ratte ebenfalls die Entzündungsprozesse im gesamten restlichen Körper hemmte. Das war deswegen so erstaunlich, weil die injizierte Menge viel zu gering war, um in den Blutkreislauf zu gelangen und sich darüber im Körper zu verteilen. Durch diese zufällige Beobachtung wurde ihm schnell klar, dass das Gehirn der Ratte den Vagus-Nerv verwendet, um Entzündungsprozesse auch im restlichen Körper zu stoppen.

Vor der Entdeckung Traceys wurde in wissenschaftlichen Kreisen angenommen, dass eine Kommunikation zwischen den spezialisierten Zellen unseres Immunsystems in den einzelnen Organen und den elektrischen Verbindungen (den Axonen) unseres Nervensystems unmöglich sei. Doch seine Nachforschung haben gezeigt, dass diese beiden Systeme auf komplexe Weise miteinander verwoben sind. Nach über einer Dekade an Anschlussuntersuchungen war Tracey schließlich überzeugt, dass es möglich ist, die Entzündungsprozesse im Körper durch eine Stimulation des Vagus-Nervs zu stoppen. Im Jahr 2011 führten Tracey und Paul-Peter Tak (ein Professor für Rheumatologie an der Uni Amsterdam) ein Experiment durch, bei dem sie Patienten, die an rheumatischer Arhritis litten, ein einem Schrittmacher ähnliches elektronisches Gerät zur Stimulation des Vagus-Nervs implantierten.

Die Patienten zeigten daraufhin eine signifikante Verbesserung ihrer Beschwerden und etwa ein Drittel befindet sich in Remission – das bedeutet, sie müssen keinerlei Medikamente mehr einnehmen und sind effektiv geheilt. Die Entzündungswerte in ihrem Blut hatten ebenfalls abgenommen und selbst jene Patienten, die keine signifikante Verbesserung ihrer Schmerzen erlebten, berichteten dennoch, dass die Behandlungsmethode ihnen geholfen hat. Keiner davon wollte, dass das Implantat wieder entfernt wird. Sobald aber die elektrische Stimulation des Vagus-Nervs via des Implantats eingestellt wurde, flammten die Symptome in den Patienten neuerlich auf. Als es jedoch wieder aktiviert wurde, verschwanden die Symptome und das autonome Nervensystem normalisierte sich. Tak zieht daraus die Schlussfolgerung, dass eine Stimulierung des Vagus-Nervs offenbar das natürliche Gleichgewicht des Körpers wiederherstellt. Dies wird bewerkstelligt, indem die Stimulation die Überproduktion entzündungsfördernder Proteine reduziert – wobei dadurch die Immunfunktion nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

Wie auch immer sich die Technologie für vagale Stimulation nun weiterentwickeln wird – das medizinische Verständnis in der westlichen Welt, wie der Körper mit chronischen Entzündungen umgeht, hat sich bereits für immer verändert. Tak sagt diesbezüglich:

“ Es wird immer deutlicher, dass wir verschiedene Organsysteme nicht isoliert betrachten dürfen, wie wir das in der Vergangenheit noch getan haben. Stattdessen ist der Mensch eine Einheit: Geist und Körper stehen in Wechselwirkung miteinander. Bisher mangelte es uns an wissenschaftlichen Erkenntnissen, um empirisch zu untermauern, was wir intuitiv bereits geahnt haben. Doch nun haben wir neues Datenmaterial und damit einhergehend- neue Einsichten.“

Der vagale Tonus und Meditation

Im Jahr 2010 führten Barbara Fredrickson und Bethany Kok – zwei Psychologinnen der Universität von North Carolina – ein Experiment durch mit der Zielsetzung, herauszufinden, ob die Beziehung zwischen dem vagalen Tonus und dem Wohlbefinden auch ohne Implantate auf heilsame Weise genutzt werden kann. Dazu haben die Probanden die Stärke der Emotionen, die sie tagtäglich empfanden, aufgezeichnet und zusätzlich wurde ihr vagaler Tonus einmal zu Beginn und dann nochmal am Ende des Experiments (neun Wochen später) gemessen. Der Hälfte der Teilnehmer in der Experimentalgruppe wurde eine Meditationstechnik mit dem Zweck gelehrt, Gefühle des Wohlwollens sowohl gegenüber sich selbst als auch gegenüber anderen zu fördern. Diejenigen, die meditiert hatten, zeigten am Ende des Experiments einen signifikanten Anstieg des vagalen Tonus. Nach deren persönlicher Einschätzung ging dies zudem mit einer Zunahme an positiven Emotionen einher. Kok erklärt dazu:

“Dies war die erste experimentelle Evidenz, dass eine Zunahme an positiven Emotionen ebenfalls zu einer Zunahme des Gefühls sozialer Verbundenheit führt. Das wiederum war begleitet von einer Veränderung des vagalen Tonus.“

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Die Pranayama Studie

Im Jahr 2010 konnten die Forscher Pramanik, Pudasaini und Prajapati vom Nepal Medical College in Kathmandu demonstrieren, dass “Humming Breath” (Bhramari Pranayama) einen günstigen, sofort messbaren Effekt auf den Blutdruck und die Herzschlagrate hat. Dies wiederum wirkt sich ebenfalls positiv auf die Funktion des Vagus-Nervs aus. Beim Humming Breath handelt es sich um eine Atemtechnik, bei der man leise, summende Geräusche produziert. Die Studie konnte beweisen, dass Atemtechniken, auch wenn man sie nur für 5 Minuten praktiziert, den Vagus-Nerv stimulieren und das parasympathische System aktivieren – wodurch die Herzrate beruhigt und der Blutdruck gesenkt wird.

Das Experiment wurde durchgeführt, um den unmittelbaren Effekt von Bhramari pranayama zu evaluieren. Dazu wurde die Herzrate und der Blutdruck jeweils vor und nach einer 5 minütigen Atemübung gemessen. Die Teilnehmer wurden angewiesen, langsam bis zu maximal 5 Sekunden einzuatmen und danach für maximal 15 Sekunden langsam auszuatmen. Dabei sollten sie beide Daumen jeweils auf beide Gehörgänge legen, während Index und Mittelfinger auf beide geschlossenen Augen und der Ringfinger auf die Seite der Nase gelegt wurde.

Während des Ausatmens mussten die Probanden das Wort “O-U-Mmmma” in einem nasalen Tonfall summen (das summende Geräusch einer Biene imitierend) – mit dem Zweck, dass dadurch die Kehlkopfwände sowie die inneren Wände der Nase milde vibrieren. Nachdem 5 Minuten verstrichen waren, wurden Blutdruck und Herzrate dann wieder gemessen. Das Ergebnis war, dass sowohl der systolische als auch der diastolische Blutdruck deutlich abgenommen und die Herzrate sich leicht verringert hatte. Die Abnahme des diastolischen Blutdrucks war dabei signifikant. Die Resultate deuten also an, dass langsames Bhramari pranayama über die Dauer von 5 Minuten den Vagus-Nerv stimuliert und  den Parasympathikus aktiviert – wodurch die Herzrate beruhigt wurde und der Blutdruck abnahm.

Wir können diese Erkenntnisse verwenden, um unseren eigenen Gesundheitszustand zu verbessern und das Ausmaß an Entzündungen in unserem Körper zu reduzieren. Dies funktioniert, indem wir den Tonus unseres Vagus-Nervs durch tägliche Übungen positiv beeinflussen.

Mit diesen Techniken kannst du den Tonus deines Vagus-Nervs positiv beeinflussen

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Im Folgenden sind ein paar Methoden und Wege aufgeführt, um den Tonus des Vagus-Nervs zu korrigieren und dadurch Entzündungsprozessen entgegenzuwirken:

  1. Humming breathing (Bhramari pranayama): Die einfachste Art, dies zu tun ist, durch die Nase einzuatmen und dann während des langsamen Ausatmens zu summen. Es gibt zwar diverse Variationen, doch dies ist für den Beginn die simpelste Technik.
  2. Ujjayi breathing : Dieselbe Atemübung mit dem Unterschied, dass die Stimmritze teilweise geschlossen ist. Das wiederum stimuliert die Stimmbänder, die ebenfalls mit dem Vagus-Nerv verknüpft sind.
  3. Nadi Shodhan Pranayama – die sogenannte Wechselatmung (4). Die Wechselatmung ist eine Atemtechnik aus dem Yoga Vidya. Sie heisst Wechelatmung, weil man dabei wechselnd durch das linke und durch das rechte Nasenloch atmet.
  4. Chanting: Das Chanting bezeichnet das Singen von religiösen Liedern oder Mantren als religiöse Praxis. Im weiteren Sinn ist Chanting das Singen einfacher Melodien, bzw. das melodische Sprechen von Texten − oft in Verbindung mit Körperbewegung, Trommeln oder auch Tanz.
  5. Singen
  6. Reden – alles, was die Stimmbänder stimuliert ist hilfreich.
  7.   (Loving kindness-meditation)
  8. Das Gesicht mit eiskaltem Wasser waschen – auch kaltes Wasser auf deinem Gesicht stimuliert den Vagus-Nerv. Behalte dir das für die Momente, wo du sehr gestresst bist in Erinnerung.
  9.  : Die Bauchatmung (Abdominalatmung) oder auch Zwerchfellatmung (Diaphragmalatmung) ist eine normale, ruhige Form der Lungenbelüftung. Das Einatmen erfolgt bei der Bauchatmung durch das Zusammenziehen (Kontraktion) des Zwerchfells, wodurch der Unterdruck im Pleuraspalt verstärkt wird. Diesem Unterdruck folgend wird die Lunge ausgedehnt und dadurch wird Luft angesaugt. Das Ausatmen erfolgt bei dieser Atemtechnik durch das Entspannen des Zwerchfells, wodurch sich die Lunge aufgrund der Eigenelastizität zusammenzieht und die Luft „auspresst“. Bewusst kann die Ausatmung durch die Anspannung der Bauchmuskeln unterstützt werden.
  10. Kurze, kalte Duschen
  11. Auf der linken Seite schlafen
  12. Positive und bereichernde gesellschaftliche Beziehungen
  13. Tägliche moderate Fitnessübungen
  14. Meditation : Meditation aktiviert den Vagus durch eine Aktivierung des Parasympathikus. Hier findest du einige Meditationsübungen zur Erhöhung des vagalen Tonus.
  15. Verzehr von Probiotika – eine starke und gesunde Darmflora führt zu einer besseren Hirngesundheit

Es gibt einen Grund dafür, dass wir stöhnen, wenn wir Schmerz empfinden- warum Frauen bei der Geburt beispielsweise stöhnende Laute ausstoßen. Denn auch dadurch aktivieren wir instinktiv unseren Vagus-Nerv durch Stimulierung der Stimmbänder. Wenn du die oben aufgelisteten Übungen regelmäßig durchführst, so kannst du damit deinen vagalen Tonus anheben, dein Immunsystem stärken und in der Folge Entzündungsprozesse eindämmen. Zudem verbessern diese Techniken auch die Stimmungslage und schenken mehr .

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2018-06-08T14:47:02+00:00

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