Was passiert, wenn man zu viel Zucker isst?

Ketoseportal.de » Ketogene Diät » Was passiert, wenn man zu viel Zucker isst?

Was passiert, wenn man zu viel Zucker isst?

Laut einer Statistik konsumierte der durchschnittliche Amerikaner im Jahr 1820 lediglich etwa 2 Kilo Zucker im Jahr. Heute hingegen nähern wir uns einer Menge von 73 Kilo jährlich, das ist ein Anstieg von 3200 %. In Deutschland lag der durchschnittliche jährliche Zuckerkonsum im Jahr 2013 bei etwa 35 Kilo. Was passiert, wenn man zu viel Zucker isst? Im Jahr 2016 veröffentlichte das Magazin Vox ein Interview mit dem Neuroendikronologen Robert Lustig mit dem Titel “The Case for Treating Sugar Like a Dangerous Drug“. Darin verglich er Zucker mit Alkohol. Alkohol in geringen Mengen ist zwar nicht zwangsläufig schädlich, doch wir Menschen haben nur eine begrenzte Kapazität, Alkohol zu metabolisieren. Die Folge ist, dass wir betrunken werden, wenn wir zu viel davon zu uns nehmen. Sobald wir diesen Zustand erreicht haben, können wir das Betrunkenheitslevel durch noch mehr Alkohol dann umso mehr steigern. Auf ähnliche Weise verhält es sich auch mit Zucker. Während Alkohol zwar abhängig machen kann, gibt es gewisse Drogen wie Meth, Kokain oder Heroin, deren Abhängigkeitspotential noch viel höher ist. Neueste Nachforschungen konnten zeigen, dass Zucker und hochglykämische, kohlenhydrathaltige Speisen mindestens so abhängig machen wie diese harten Drogen. Einige Studien konnten sogar beweisen, dass sie ein noch höheres Abhängigkeitspotential haben. Wie bei diesen Drogen hat auch der Zuckerkonsum ähnlich verheerende Konsequenzen. Auf einige davon werde ich später näher eingehen.

Der hauptsächliche Mechanismus, durch den Zucker seine schädliche Wirkung entfaltet, ist nicht etwa über die Kalorien. Sondern, indem Zucker Entzündungsprozesse im Körper anregt. Es ist eine traurige Tatsache, dass die meisten Ärzte zur Bekämpfung von Entzündungsprozessen lediglich Medikamente verschreiben, obwohl diese nur eine kurzfristige Besserung verschaffen und die Ursache nicht angegangen wird. Es wäre viel effektiver, die Körperphysiologie selbst zu verändern. Für die Pharma-Industrie ist diese Herangehensweise allerdings freilich wenig lukrativ, da sie die Menschen ohne Medikamente gesund machen würde und sie so nicht mehr von diesen abhängig wären. Denn am meisten verdient die Pharma-Industrie an kranken Menschen, die aber dennoch lange leben.

Hier sind einige weitere Zusammenhänge von Zucker mit diversen Erkrankungen aus dem Interview:

  • Hohe Cholesterinwerte: Viele Studien konnten zeigen, dass weder diätisches Cholesterin, noch Fette (vorausgesetzt, es sind keine Transfette) einen bedeutsamen Einfluss auf die Cholesterinwerte ausüben. Doch was treibt sie wirklich in die Höhe? Vor allem Zucker und Fast Food. Das war bereits in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt, doch die Zuckerindustrie unterdrückte diese Erkenntnisse.
  • Typ II Diabetes:  Die Ursache für Diabetes ist nicht so sehr Zucker, als viel mehr Entzündungsprozesse im Körper. Diese Entzündungen lösen Diabetes aus, indem vermehrter Zuckerkonsum sie antreibt. Diese Erkenntnisse werden in der Evidenz-basierten Medizin weitläufig ignoriert, wodurch eine wirksame Linderung der Beschwerden durch eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten verhindert wird. Auch in diesem Fall dient das unter anderem dem Absatz von Medikamenten.
  • Übergewicht:  Übergewicht entsteht nicht bloß, indem du zu viele Kalorien zu dir nimmst und dabei zu wenige davon durch körperliche Aktivität verbrennst (unausgeglichene Energiebilanz). Es ist vielmehr so, dass bestimmte Lebensmittel wegen ihrer Inhaltsstoffe zu Entzündungsprozessen in deinem Körper beitragen. Dies geschieht, indem sie dein endokrines System auf pathologische beziehungsweise abnormale Weise aktivieren. Die Hauptauslöser dafür sind wiederum Zucker und Kohlenhydrate. Insbesondere Maissirup (high fructose corn syrup) ist in der Beziehung besonders schädlich. Eine sichtbare Konsequenz davon, dass wir viel zu viel dieser ungesunden Inhaltsstoffe zu uns nehmen ist die epidemiehafte Zunahme des Bauchfetts. In früheren Zeiten sah man selten mal eine Frau mit übermäßigem Bauchfett, doch heutzutage ist das leider um einiges verbreiteter.
  • Erkrankungen der Leber:  Die Hauptursache für die Fettleber und die dritthäufigste Ursache für Leberzirrhose ist nicht Alkoholkonsum, sondern Zucker und Junk Food. Unsere Leber metabolisiert nämlich nicht nur die meisten Drogen (sowohl Medikamente als auch illegale Drogen), sondern ebenfalls Zucker. Wenn du deinem Körper zu viel davon zumutest, kann das zu schweren Problemen führen und diese wirst du nicht allein durch die Einnahme von Medikamenten lösen können. Medikamente sind zum Teil sogar für viele Beschwerden verantwortlich, da unsere Leber den Körper wieder davon entgiften muss (durch einen Prozess, der sich Biotransformation nennt).
  • Demenz: Ein wenig bekannter Fakt ist, dass zusammen mit Impfungen Zuckerkonsum die führende Ursache der Alzheimer-Erkrankung ist. Alzheimer wird durch eine Ablagerung von Eiweißen im Gehirn, nämlich von sogenannten Tau-Fibrillen, ausgelöst. Diese wiederum entstehen durch übermäßigen Konsum von Zucker und Kohlenhydraten. Einfache Kohlenhydrate werden nämlich auf ganz ähnliche Weise wie Zucker metabolisiert. Falls du dein Gehirn durch Stimulierung vor einem Ausbruch von Demenz schützen möchtest, kannst du dich hier darüber informieren, wie du das erreichen kannst.
  • Krebs: Bereits im Jahr 1931 stellte der Nobelspreisträger Otto Warburg fest, dass Zucker das Wachstum von Krebsgeschwüren begünstigt. Gerade weil du bei der ketogenen Ernährungsform den Zuckerkonsum drastisch reduzierst, haben sich diesbezüglich positive Auswirkungen auf den Verlauf und die Entstehung von Krebserkrankungen gezeigt. Leider ignoriert die Medizin auch in diesem Fall jene Zusammenhänge und Ärzte raten selten zu einer Reduktion des Zuckerkonsums als Prophylaxe. Daher solltest du umso mehr darauf achten, weniger Produkte, die Zucker enthalten, zu dir zu nehmen. Denn die Krebszellen ernähren sich von Glukose und dadurch ebenfalls von Kohlenhydraten, da unser Körper diese zu Glukose umwandelt.

Weiterhin bringt Zucker die Bakterienflora in Mund und Darm durcheinander. Auch Autoimmunerkrankungen können von übermäßigem Zuckerkonsum ausgelöst und ihr Verlauf verschlimmert werden. Außerdem kann Zucker ebenfalls Unfruchtbarkeit, sexuelle Dysfunktionen und Depressionen begünstigen. Wegen der inflammatorischen Eigenschaften von Zucker in Verbindung mit der Tatsache, dass viele Krankheiten durch Zucker verschlimmert werden, verstümmeln wir uns kollektiv durch unser unachtsames Essverhalten. Auch die Kosten für die Behandlung der dadurch entstehenden Krankheiten können wir immer weniger stemmen. Das Problem ist, dass es vielen wegen dem großen Abhängigkeitspotential schwerfällt, Zucker konsequent vom Speiseplan zu streichen.

Zucker erfüllt viele Kriterien, welche die Substanz von ihren negativen Auswirkungen auf die Gesundheit her mit Drogen wie Alkohol und Kokain vergleichbar machen. Robert Lustig schlägt vor, hohe Steuern auf Zucker zu erheben, um dadurch die Konsumenten vom Kauf abzuschrecken. Doch er bezweifelt daraufhin selber die Effektivität einer solchen Maßnahme: [Menschen] „trauen den Politikern in der Regel nicht. Und sie haben dafür gute Gründe: Meistens sind die Politiker eher an Macht und Geld interessiert als daran, das richtige zu tun. Insofern würden die Bürger hinterfragen, inwiefern deren Intention rein ist und dadurch vermuten, dass sie sich durch diese Steuer ohnehin nur bereichern wollen. Basierend auf dem bisherigen Verhalten vergangener Regierungen ist das leider eine ziemlich gute Einschätzung. Daher ist es zweifelhaft, ob eine solche Steuer wirklich die gewünschte Wirkung erzielen würde, den Bürgern einen Ansporn zu geben, ihren Zuckerkonsum zu reduzieren.”

Doch Lustig glaubt dennoch, das seine Steuer sinnvoll wäre, wenn man sie auf die richtige Weise anwendet. Andererseits werden Lebensmittel wie Getreide, Soja und Zucker vom Staat stark subventioniert. Laut Lustig wäre es nützlicher, wenn der Staat stattdessen Lebensmittel wie Brokkoli bezuschussen würde. Das würde allerdings möglicherweise zu dem Ergebnis führen, dass am Ende eine größere Menge an steuerfinanziertem Brokkoli in den Supermärkten zurückbleibt und entsorgt, exportiert oder an Nutztiere verfüttert werden muss. Somit liegt die Hauptverantwortung eher beim Konsumenten, welcher eine gesündere Ernährungsweise lernen muss, um sich aus freien Stücken gegen Zucker und für Gemüse oder Salat zu entscheiden.
Wie wäre es mit einer Subventionierung von Avocados, Erythrit, Bio-Fleisch, Bio-Eiern, Mandelmehl und Stevia? Wir fragen uns, ob das nicht vielen Menschen helfen würde, die Low Carb, LCHF und ketogene Ernährung momentan für zu teuer halten.

Im weiteren Verlauf des Interviews erläutert Dr. Lustig die Auswirkungen, welche Zucker auf unseren Körper hat:

“Es gibt insgesamt drei.

Erstens wird Fruktose, ein Molekül im Zucker, welches ihn süß schmecken lässt, nicht auf dieselbe Weise wie Glukose metabolisiert. Es wird einerseits in den Mitochondrien verstoffwechselt und andererseits setzt unsere Leber es in Leberfett um. Das Leberfett bringt wiederum die Funktion unserer Leber durcheinander und führt zu einem Prozess namens Insulinresistenz. Dadurch steigt die Menge an Insulin im Körper automatisch an, da der Pankreas deswegen mehr Insulin herstellen muss. Dies ist eine entscheidende Ursache für zahlreiche chronische metabolische Erkrankungen, führt zu einer Zerstörung der Pankreas und löst Diabetes aus.

was passiert, wenn man zu viel Zucker isst2

Die zweite Auswirkung ist ein schnelleres Altern unserer Zellen. Wenn Bananen reifen, werden sie innen drin braun. Das liegt daran, dass der Zucker in den Bananen sich auf nicht-enzymatische Weise an Proteine bindet. Dieser Prozess wird auch Maillard-Reaktion genannt. Dies ist ein natürlicher Vorgang und passiert auch uns tagtäglich. Das bedeutet, mit zunehmendem Alter werden wir innerlich immer brauner. Du solltest allerdings verhindern, dass dieser Vorgang zu schnell vonstattengeht. Doch aufhalten lässt er sich nicht. Der Punkt ist, dass uns Zucker siebenmal schneller innerlich braun werden lässt und dadurch auch unsere Organe schneller altern.

Die dritte negative Auswirkung ist, dass Zucker abhängig macht. Wir verlangen automatisch nach mehr, da der Konsum unser Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert.“

Wie du deine Gesundheit wiederherstellen und beibehalten kannst

Beim Wort „Fail“ denkst du sicherlich spontan an lustige Pannenvideos aus Internet und Fernsehen. Doch wir wollen uns stattdessen mit der Art von Fehlschlägen befassen, welche deine Gesundheit in Mitleidenschaft ziehen. Du kannst deine Gesundheit nur erhalten, wenn du einige Zeit und Aufwand dahinein investierst. Der Hauptgrund für den sich nach Diäten oftmals einstellenden Jojo-Effekt und dafür, dass es uns so schwerfällt, gesund zu bleiben, sind nämlich Abhängigkeiten.

Es gibt zahlreiche Gründe dafür, wieso wir Fehlschläge erleben. Vielleicht liegt es an verschreibungspflichtigen Medikamenten oder daran, dass wir zu faul sind. Vielleicht denken wir, dass eine gesunde Ernährung auf Dauer zu teuer ist. Eventuell halten wir uns für gesund, obwohl wir es in Wirklichkeit nicht sind. Oder wir glauben, dass unser Gewicht der Hauptindikator für unseren Gesundheitszustand ist.

(Letzte Woche habe ich mit einem schlanken aber rauchenden Freund gesprochen, der einen kleinen Schlaganfall hatte. Er meinte, dass das so plötzlich und unerwartet kam und er bisher absolut gesund war. Ich frage mich, ob er die Motivation für eine Veränderung durch einen Bluttest bekommen hätte vor dem Schlaganfall. Ich habe mir einen Bluttest machen lassen vor ein paar Wochen. Eigentlich hätte ich das vor meinem Beginn mit Keto schon machen wollen und nicht erst nach ein paar Jahren in Keto. Aber besser jetzt als nie. Ich hoffe, dass ich ein wenig weiser werde dadurch. Und vielleicht etwas motivierter, hier und da in meiner ketogenen Ernährung noch besser zu werden; weniger oft ungesunde Ladetage einlege und noch öfter gesündere Fette esse. Da ich den Test ohne Arzt entziffere, bin ich noch dabei ihn zu verstehen…)

Weitere Gründe können sein, dass wir auf falsche Ernährungsempfehlungen unseres Arztes hören, wir unter zu starken Schmerzen leiden, um regelmäßig Sport zu treiben oder uns nicht genügend um die Gesundheit unseres Darms kümmern. Der Punkt ist, dass es uns stets leichtfällt, Ausreden zu finden.

Die zentrale Ursache dafür, dass es den meisten so schwerfällt, ihre Gesundheit zurückzuerlangen und ihr Gewicht zu reduzieren liegt an Zuckerabhängigkeit und industriell verarbeiteten Lebensmitteln. Süchte sind wirklich ein schwerwiegendes Problem, aber du kannst sie besiegen. Auf einige der Taktiken und Wege, dies zu erreichen, werde ich später noch genauer eingehen.

Wie kannst du Nahrungsmittelabhängigkeiten loswerden?

„Nahrungsmittelabhängigkeit ist eine Erkrankung, die durch einen Kontrollverlust über die Fähigkeit, bestimmte Speisen zu vermeiden, gekennzeichnet ist. Wissenschaftlich betrachtet besteht diese Sucht in einer Ansammlung verschiedener chemisch bedingter Abhängigkeiten von gewissen Nahrungsmitteln oder Nahrung allgemein. Nach dem Konsum besonders schmackhafter Speisen wie zum Beispiel von Speisen mit viel Zucker, Trans-Fetten oder Salz entwickelt das Gehirn mancher Menschen ein starkes physiologisches Craving (Verlangen) nach diesen Nahrungsmitteln. Wenn sie diese Speisen häufiger zu sich nehmen, so führt das zu einer Störung ihrer Denkprozesse, woraus allerlei negative Konsequenzen resultieren, die sie nicht mehr stoppen können.“ (Von der Website des Food Addiction Institutes.)

„Bist du süchtig nach gewissen Nahrungsmitteln? Wegen der resultierenden unkontrollierbaren Cravings nimmt die Lebensqualität bei von Nahrungsmittelabhängigkeit Betroffenen drastisch ab, wenn sie Zucker Mehl oder Weizen zu sich nehmen. Dies kann sich sowohl auf physischer, emotionaler, sozialer oder spiritueller Ebene auswirken.“ (Von der Website der Food Addicts Anonymous.)

Laut dem Prevention Magazine sind die „Top Ten“ der am meisten abhängig machenden Lebensmittel in aufsteigender Reihenfolge: Brot, Donuts, Pasta, Kuchen, Chips, Cookies, Schokolade, Pommes, Süßigkeiten und an oberster Stelle Eiscreme. Und genau wie es sich mit Drogen wie Alkohol verhält, benötigt man auch bei diesen immer mehr und mehr, um denselben Zustand der Befriedigung zu erreichen. Das liegt daran, dass sich die Toleranzschwelle sukzessive nach oben verschiebt, weswegen man für dasselbe Glücksgefühl nach mehrmaligem Konsum immer mehr zu sich nehmen muss.

Es gibt viele Menschen, welche die Position vertreten, dass Nahrungsmittelabhängigkeit beziehungsweise Zuckerabhängigkeit ein Mythos sei. Doch angesichts der Nachforschungen und zahlreichen Bücher auf diesem Gebiet ist diese Ansicht unhaltbar. Was passiert, wenn man zu viel Zucker isst? Da Lebensmittelabhängigkeiten oftmals mit Drogensüchten verglichen werden und praktisch identische Reaktionen im Gehirn hervorrufen, sollten wir das Thema nicht länger ins Lächerliche ziehen oder mit Samthandschuhen anfassen. Es ist nicht bloß ein „kleines Problem“, sondern kann sich zu einer ernsten Suchterkrankung auswachsen. Und leider haben Süchte im Allgemeinen die unangenehme Eigenschaft, dass sie sowohl dein Leben als auch das deiner Angehörigen ruinieren.

Die Debatte über Lebensmittelabhängigkeiten dreht sich meistens darum, ob Abhängigkeiten Erkrankungen oder bewusste Entscheidungen sind. Studien in diesem Bereich deuten allerdings darauf hin, dass sie beides sind. Wir entscheiden freilich tagtäglich selber, welche Speisen wir zu uns nehmen. Aber dennoch prasseln jeden Tag unzählige externe Trigger über Medien und auch Mitmenschen auf uns ein, welche uns dazu animieren, diejenigen Nahrungsmittel zu uns zu nehmen, die wir eigentlich meiden sollten.

was passiert, wenn man zu viel Zucker isst3

Manche Lebensmittelgeschäfte sind zum Beispiel gewollt so gestaltet, dass sie zu impulsivem Einkaufsverhalten verleiten. Dann gibt es natürlich die Nahrungsmittelwerbungen im TV und im Internet für jegliches nur erdenkliches ungesundes Essen. Und dann ist auch unsere Erziehung ein wichtiger Faktor. Du bist traurig? Hier, nimm nen Lolli. Es gibt was zu feiern? Kuchen, Spaghetti, Pizza und Eiscreme. Du warst ein braves Kind? Hier, ein Bonbon für dich. Für jede Gelegenheit gibt es die passende zuckerhaltige Droge. Wenn es uns schlecht geht, greifen wir dann oft zu prozessierten Kohlenhydraten und Zucker – so wie wir es aus der Kindheit gewohnt sind.
Leider wird den Kindern heute ein viel zu ungenügendes Wissen über die richtige Ernährung gelehrt, wodurch sie nach Abschluss der Grundschule kaum gewappnet sind, den unzähligen Versuchungen via Werbung und sonstigen Medien zu widerstehen.

Die Wahrheit ist, dass Abhängigkeiten ein schwerwiegendes Problem sind. In vielerlei Hinsicht unterscheiden sich Lebensmittelabhängigkeiten kaum von anderen Abhängigkeiten. Auch sie können dein Leben zerstören beziehungsweise deine Lebensqualität drastisch vermindern. Es gibt aber viele Organisationen und Selbsthilfegruppen, welche dich dabei unterstützen können, diese Abhängigkeiten loszuwerden. Einige von euch müssen eventuell diesen Weg wählen. Doch der Zweck dieses Artikels soll es sein, euch nützliche Ratschläge an die Hand zu geben, wie ihr damit auch allein fertig werden könnt.

Gibt es Zucker und Nahrungsmittelabhängigkeit wirklich und was passiert, wenn man zu viel Zucker isst?

„Es ist noch immer zu voreilig, Lebensmittelabhängigkeit als Erkrankung in den DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) aufzunehmen. Es ist gerade 15 Jahre her, dass Wissenschaftler Nahrungsmittelabhängigkeit an Ratten das erste Mal untersucht haben. Lediglich innerhalb der letzten fünf bis sechs Jahren wurden klinische Studien auf diesem Gebiet durchgeführt. Bisher waren die Ergebnisse konsistent. Nämlich, dass Lebensmittelabhängigkeit als Störung existiert. Doch wie es in der Wissenschaft üblich ist, wird es noch einige Zeit dauern, bis die Details hinreichend genug erforscht sind, um es als Störung in die Diagnosemanuale aufzunehmen. Doch nur, weil wir es nicht als Störung bezeichnen bedeutet nicht, dass es keine ist.“  – Dr. Nicole M. Avena, Neurowissenschaftlerin am New York Obesity Research Center der Columbia Universität

Leider gibt es noch immer viele Menschen, Laien wie auch Experten, welche leugnen, dass Zucker – und Lebensmittelabhängigkeiten überhaupt existieren. Das liegt unter anderem an einer Studie, die 2012 im Magazin Nature Reviews Neuroscience (Obesity and the Brain: How Convincing is the Addiction Model?) veröffentlicht wurde. Diese kam zu dem Schluss, dass nicht genügend empirische Beweise dafür vorhanden sind, Zucker als abhängig machende Substanz zu kennzeichnen. Allerdings sind die Hinweise, dass es sich sehr wohl um eine süchtig machende Substanz handelt überwältigend. Schauen wir uns dazu zunächst ein paar Studien an.

  • Das Suchtpotenzial industriell verarbeiteter Lebensmittel: Eine Studie, die in der Fachzeitschrift Psychiatrica Danubina (Food Addiction-Diagnosis and Treatment) erschienen ist, schlussfolgerte: „Das Konzept der Nahrungsmittelabhängigkeit ist zwar noch recht neu und komplex, aber dennoch sehr wichtig, um das Problem des Übergewichts besser verstehen und therapieren zu können. Die Studie betont, dass die Aktivierungsmuster des Gehirns beim Konsum von Zucker denjenigen ähneln, die es unter Drogeneinfluss zeigt. In diesem Kontext sind insbesondere wohlschmeckende, industriell verarbeitete Speisen, die meist viel Salz, Fett und Zucker enthalten, relevant.” Es gibt also eine große Menge an Untersuchungen (die Autoren des Artikels benennen 22), die sich mit den neurologischen Auswirkungen der Zuckerabhängigkeit befassen.
  • Industriell verarbeitete Nahrungsmittel bergen unter allen Nahrungsmitteln das höchste Suchtpotential: Eine Studie (Which Foods May Be Addictive? The Roles of Processing, Fat Content, and Glycemic Load) fand heraus, dass sehr abhängig machende Lebensmittel sich oftmals nicht in ihrem natürlichen Zustand befinden. Vielmehr handelt es sich dabei um ehemals natürliche Substanzen, die auf eine Art verändert und prozessiert wurden, wodurch ihr Missbrauchspotenzial gesteigert wurde. Beispielsweise können Trauben in Wein umgewandelt und Mohnblumen zu Opium/Morphium/Heroin raffiniert werden. Ein ganz ähnlicher Prozess ereignet sich wahrscheinlich in unserer Nahrungsmittelzufuhr. „Bei Lebensmittelabhängigen findet sich in der Regel eine erhöhte Konzentration des süchtig machenden Mittels im Körper (insbesondere der Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat). Das Missbrauchspotenzial einer Speise wird dadurch gesteigert, dass suchtfördernde Stoffe darin durch die industrielle Verarbeitung erhöht werden. Nahrungsmittelabhängigkeit hat ähnliche Auswirkungen auf das Gehirn wie andere Abhängigkeitsstörungen. So hat sich in Studien mit bildgebenden Verfahren gezeigt, dass dieselben Regionen des Belohnungssystems in Personen mit Nahrungsmittelabhängigkeit aktiviert werden wie bei Personen mit anderen Suchterkrankungen. Nach Auffassung der Autoren ist die Suchtgefahr vor allem bei industriell verarbeiteten Lebensmitteln erhöht.“
  • Wir benutzen abhängig machende Speisen vor allem, um mit Stress umzugehen: Eine im Jahr 2014 im Magazin Neuroscience & Behavioral Reviews erschienene Studie (The Intersection of Palatable Food, Cues and Reward Pathways, Stress, and Cognition) verdeutlicht, was die Folge des Konsums solcher Lebensmittel ist. „Veränderungen in der Lebensmittelkomposition und Verfügbarkeit haben zu einem dramatischen Anstieg der Übergewichtigkeit innerhalb der letzten 30-40 Jahre sowohl in Entwicklungsländern als auch in der westlichen Hemisphäre geführt. Die Forscher fanden heraus, dass der Konsum sehr fett- und zuckerhaltiger Speisen aus dem Supermarkt zu einer Veränderung von Neurotransmittern führt, die bei der hedonischen Bewertung von Lebensmitteln eine Rolle spielen. Dies deutet darauf hin, dass insbesondere solche Speisen mit viel Zucker abhängig machen können. Der Entzug solcher Substanzen zog zudem einen Stresszustand in den Probanden nach sich. Die Verfügbarkeit dieser Speisen reduzierte außerdem die physiologischen Folgen akuten Stresses bei den Patienten. Dadurch wird klar, dass jene Lebensmittel dazu dienen, das Gemüt zu beruhigen.“ Allerdings ist dieser stressreduzierende Effekt nur von kurzer Dauer und unser Körper gewöhnt sich recht schnell daran.Was passiert, wenn man zu viel Zucker isst? Das Resultat ist ein Anstieg der Toleranz, wodurch wir immer größere Mengen der Substanz zu uns nehmen müssen, um dieselbe Wirkung zu erleben.
  • Entzugssymptome: Die Februarausgabe des Fachjournals Physiology & Behavior (Sugar Withdrawal and Differential Reinforcement of Low Rate (DRL) Performance in Rats) befasste sich mit dem Thema Entzug. In der Studie heißt es: „Zuckerkonsum induziert ähnliche Verhaltensweisen wie solche, die durch den Konsum von süchtig machenden Substanzen hervorgerufen werden. Drogenentzug erhöht die Impulsivität. Gleichsam konnte auch bei den Ratten nach einer längeren Periode des Zuckerkonsums ein Anstieg der Impulsivität als Reaktion auf den Entzug beobachtet werden.“ Durch diese Erkenntnis konnte die Studie die Vermutung untermauern, dass Zuckerabhängigkeit dieselben Mechanismen wie auch die Abhängigkeit von Drogen zugrunde liegt. Impulsivität ist nämlich ein hauptsächliches Kennzeichen von Suchterkrankungen. Auch Supermärkte designen ihre Regale entlang dieser Tatsache, wodurch sie die Wahrscheinlichkeit impulsiver Kaufentscheidungen beim Kunden erhöhen.
  • Lebensmittelabhängigkeit ist vererblich:  Eine andere Studie (Dopamine and Glucose, Obesity, and Reward Deficiency Syndrome) des Magazins Frontiers in Psychology ging auch der Frage auf den Grund, was passiert, wenn man zu viel Zucker isst. Darin bemerken die Autoren: „Zahlreiche neurochemische und genetische Studien belegen, dass Nahrungsmittelabhängigkeiten viele Parallelen zu Abhängigkeitsstörungen, die psychoaktive Drogen betreffen, haben. Beim sogenannten Reward Deficiency Syndrome handelt es sich um eine Funktionsstörung des Belohnungszentrums des Gehirns, wodurch dieses nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert. Das RDS ist ein epigenetisches Phänomen, in Folge dessen es zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Dopamin kommt und der Betroffene dem Gehirn daher die Belohnung durch externe Stimulanzien zuführen muss. Das RDS beinhaltet die Interaktion diverser Neurotransmitter. Zuerst postuliert wurde das RDS im Jahr 1996 von Kenneth Blum. Es ist gekennzeichnet durch ein erhöhtes Bedürfnis, sich durch externe Stimuli zu belohnen und hat seine Ursache in genetischen Variationen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das D2A1 Allel. Menschen, welche das A1 Allel in sich tragen haben zumeist eine verringerte Anzahl an D2 Rezeptoren. Dadurch sind sie unfähig, dasselbe Ausmaß an Freude, Vergnügen und Belohnung aus solchen Aktivitäten zu ziehen, welche bei anderen Menschen zu Befriedigung und Wohlgefallen führen. Dadurch kann es schnell passieren, dass diese Menschen abhängig werden. Dies resultiert dann in einem erhöhten Verlangen nach derjenigen Substanz, welche das Belohnungszentrum stellvertretend stimuliert. Der Konsum großer Mengen von Alkohol und Kohlenhydraten regt im Gehirn die Produktion und Absorption von Dopamin an. Denselben Effekt haben auch Crack, Kokain, Opioide und der Missbrauch von Nikotin. Auch überaggressives Verhalten steht mit dieser Dysfunktion des Gehirns in Verbindung. Dadurch wird nämlich ebenfalls die Verwertung von Dopamin im Gehirn stimuliert. Das zwanghafte Verhalten und der Kontrollverlust, der oftmals bei Patienten mit Drogenabhängigkeit beobachtet wurde, ist vergleichbar mit der Neigung sich zu Überessen bei übergewichtigen Patienten.“ Des Weiteren haben die Studien ergeben, dass Mütter Nahrungsmittelabhängigkeiten an ihre Kinder vererben können. „In Tiermodellen zeigte sich, dass eine Prädisposition für Nahrungsmittelabhängigkeit beim Nachwuchs von Ratten dadurch verursacht wurde, dass die Mutter mit fettigen, zuckrigen und salzigen Snacks während der Schwangerschaft und Säugezeit gefüttert wurde. Verglichen mit dem Nachwuchs in der Kontrollgruppe zeigten diese Jungtiere ein erhöhtes Gewicht und BMI, während bei ihren Müttern Binge-Eating und Esssucht bezüglich Junk-Food beobachtet werden konnte.“
  • Adipositaschirurgie: Eine der interessantesten Erkenntnisse im Bereich der baritarischen Chirurgie ist die Tatsache, dass ein Placebo-Eingriff ebenso effektiv ist. Wenn man die Patienten statt eines tatsächlichen chirurgischen Eingriffs also lediglich in dem Glauben ließ, die Operation sei erfolgt, so zeigten sich dieselben Resultate.  Nun hat sich allerdings erwiesen, dass diese chirurgischen Eingriffe ebenfalls die Abhängigkeit von Nahrungsmitteln transferieren können. In einer Studie aus dem Magazin Eating Behaviours von August 2014 schlussfolgern die Forscher: „Patienten, welche sich einem adipositaschirurgischen Eingriff unterworfen haben, sind überrepräsentiert in Therapieprogrammen für Substanzabhängigkeit. Die Ergebnisse der Studie weisen auf einen Transfer der Esssucht hin zu einer Substanzabhängigkeit bei manchen baritarischen Patienten hin.
  • Bist du ein saisonaler Binge-Eater? Eine Studie aus der Dezemberausgabe des Magazins Frontiers of Psychology aus dem Jahr 2013 untersuchte den Zusammenhang zwischen Binge Eating und Saisonal abhängigen Depressionen (wie zum Beispiel Winterdepressionen). Darin heißt es: „Essstörungen und saisonale   Depressionen wurden das erste Mal vor einigen Dekaden kurz hintereinander als klinisch relevante Erkrankungen beschrieben. Beide Erkrankungen kommen häufiger bei Frauen vor und sind charakterisiert durch eine hohe Stressanfälligkeit sowie eine Präferenz sehr kalorienhaltiger, schmackhafter Speisen. In den vergangenen Jahren haben sich die Hinweise darauf gehäuft, dass Lebensmittel mit viel Zucker und Fett den Belohnungs-Schaltkreis in unserem Gehirn auf ähnliche Weise umbauen wie Alkohol oder Heroin. Diese Befunde haben zu der Annahme geführt, dass manche Fälle von Überessen als eine Abhängigkeit von süßen, fettigen und salzigen Lebensmitteln verstanden werden müssen. In dieser Studie wird nun die These aufgestellt, dass die saisonal abhängige Depression ein Risikofaktor für Binge-Eating ist, insbesondere bei Personen mit ängstlichen und impulsiven Persönlichkeitszügen. Wegen der hohen Korrelation zwischen Binge-Eating und anderen Abhängigkeitserkrankungen nehmen die Forscher an, dass saisonbedingte Depression die Wahrscheinlichkeit erhöht, mehrere Substanzabhängigkeitsstörungen zu entwickeln.
  • Wie sinnvoll sind Impfungen als Therapieansatz?  Von den beinahe 300 Impfungen, die sich im R&D Register befinden, sind viele spezifisch darauf ausgelegt, Abhängigkeitserkrankungen zu kurieren. Wir wissen mittlerweile, dass die Wirkmechanismen von Zucker- und Nahrungsmittelabhängigkeit denjenigen der Drogensucht äußerst ähnlich sind. In der Augustausgabe des Magazins Vaccine aus dem Jahr 2014 wurde folgendes verlautbart: „Derzeit befinden sich Impfungen zur Behandlung der Abhängigkeit von zahlreichen Drogen wie Nikotin, Kokain, Heroin, Oxycodon und Amphetamin in der Entwicklungsphase. Die Rolle von Wirkverstärkern während der Immunisierungsphase ist dabei zentral.“ Die zwei am häufigsten verwendeten Wirkverstärker in Impfungen sind Quecksilber und Aluminium. Quecksilber ist das mit Abstand giftigste, nicht-radioaktive Element auf unserem Planeten und bezüglich Alzheimer konnte eine Verbindung zum Ausbruch der Alzheimererkrankung hergestellt werden. Im Artikel des Magazins heißt es weiter: „Der einzige Wirkverstärker, welcher Impfstoffen für Nikotin und Kokain in Testläufen hinzugefügt wurde, war Aluminiumhydroxid. Während Aluminiumsalze bereits seit geraumer Zeit weltweit in lizensierten Impfungen Verwendung finden, hat sich gezeigt, dass die Immunantwort beim Aluminiumsalz-Wirkverstärker in Impfungen gegen Drogensucht zu schwach ist, um eine zufriedenstellende Wirkung zu erzielen. Basierend auf den Forschungsergebnissen in diesem Bereich empfehlen wir die folgende Wirkverstärkerkombination sowohl für die Forschung als auch für die Anwendung am Menschen: Aluminiumsalze mit absorbiertem monophosphoryl lipid A oder L.“  In einer Ausgabe des Fachjournals The Journal of Clinical and Experimental Vaccine Research proklamieren die Autoren, dass eine Adipositas Impfung auf dem Weg ist. Eine dieser „Übergewichts-Impfungen“ entfaltet ihre Wirkung, indem sie die Effekte des hungerauslösenden Hormons Ghrelin blockiert und dadurch eine autoimmunerkrankungs-ähnliche Reaktion im Körper hervorruft. „Ghrelin ist ein appetitregulierendes Hormon und trägt beispielsweise dazu bei, dass wir zur Mittagszeit hungrig werden. Die Konzentration an Ghrelin im Körper nimmt kurz vor Mahlzeiten zu und nach der Nahrungsaufnahme wieder ab. Ghrelin hat eine große Bandbreite an biologischen Funktionen. Es begünstigt die Gewichtszunahme, indem es den Appetit und dadurch die Menge an Nahrung, die wir konsumieren, erhöht. Gleichzeitig reduziert es den Energieverbrauch. Die Autoren warnen schließlich davor, dass die Impfung negative Nebeneffekte auf die Stimmungslage entfalten kann.“ Fazit: du solltest andere Wege finden solltest, deine Abhängigkeit zu besiegen, als dich dagegen impfen zu lassen.

was passiert, wenn man zu viel Zucker isst4

  • Weitere Faktoren, die bei Nahrungsmittelabhängigkeit eine Rolle spielen:  Der Neurologe und Chiropraktiker Dr. David Seaman beschäftigt sich bereits seit Jahren mit Ernährung und in welchem Zusammenhang sie mit Abhängigkeitserkrankungen, Entzündungsprozessen und chronischem Schmerz steht. In seinem Artikel has Weight Gain as a Consequence of Living a Modern Lifestyle: A Discussion of Barriers to Effective Weight Control and how to Overcome Them gibt er einen Überblick über die wissenschaftliche Literatur bezüglich dieses Themas Übergewicht. Darin schreibt er: „Neueste Untersuchungen konnten eine Vielzahl verschiedener Faktoren identifizieren, welche für Gewichtszunahme und Adipositas verantwortlich sind. Das Hauptproblem sind Bewegungsmangel und der Konsum von sehr kalorienhaltigen Nahrungsmitteln. Obwohl Ernährungsexperten bisher angenommen hatten, dass insbesondere der Kaloriengehalt industriell verarbeiteter Speisen zu Fettleibigkeit führt, sind ebenfalls noch andere Faktoren ausschlaggebend. Prozessierte Kohlenhydrate verringern den Energieverbrauch des Körpers, führen zu mehr Entzündungsprozessen nach Mahlzeiten und Insulinresistenz. Sie stimulieren zudem neuronale Netzwerke in unserem Gehirn, die für Abhängigkeit verantwortlich sind. Während der Gewichtszunahme wird unser Hypothalamus sukzessive resistent gegen Insulin und Leptin. Dies wiederum zieht eine verstärkte Kalorienaufnahme und dadurch eine schnellere Gewichtszunahme nach sich. Der moderne Lebenswandel geht zudem mit verschiedenen verhaltensbasierten Faktoren einher, welche ebenfalls zur Fettleibigkeit beitragen. Dazu zählen: Zu schnelle Nahrungsaufnahme, Schlafmangel, ein hoher Stresslevel und ein Mangel an Bewegung. Während die Gesamtmasse des Körpers zunimmt, verschiebt sich der Set-point unseres Körpers. Dadurch kommt es zu Veränderungen im Metabolismus des Körpers, was uns danach erschwert, abzunehmen.“

Welche Konsequenzen hat der Konsum von Zucker für unser Gehirn?

„“Drogen machen nicht abhängiger als Oreos“. Die Drogen, welche in der Studie untersucht wurden, waren Heroin und Kokain (Heroin wird direkt nach der Injektion zu Kokain). Demnach hätte die Überschrift auch lauten können: „Studie zeigt, dass Heroin und Kokain nicht abhängiger machen als Oreos.“ Auf diese Weise formuliert würde diese Tatsache einige spannende Fragen über das angeblich unwiderstehliche Suchtpotenzial dieser Drogen aufwerfen.“  – Jacob Sullum in der Oktober Ausgabe 2013 des Magazins Forbes (Research Shows Cocaine And Heroin Are Less Addictive Than Oreos).

„Zucker hat einen überaus mächtigen Einfluss auf unser Verhalten. Bei manchen Menschen ergeben sich gar Veränderungen in ihrem Gehirn, wenn sie diese Substanz zu viel und häufig konsumieren. Dies kann in vielen Fällen zu einer Abhängigkeitserkrankung führen. Ich kann diese Annahme aus eigener Erfahrung bezeugen. Ich bin ein Drogenabhängiger in Remission, der an insgesamt 6 Entzug-Programmen teilgenommen hat. Ich habe außerdem viele Jahre lang geraucht und es war ein harter Kampf für mich, diese Sucht aufzugeben. Man könnte sagen, dass ich Süchte so gut wie meinen Handrücken kenne. Was ich euch sagen möchte ist, dass die Abhängigkeit von Zucker und Junk Food exakt dasselbe ist wie die Abhängigkeit von Drogen wie Nikotin, Amphetamin und Cannabis. Es gibt eigentlich keinen Unterschied, bis auf die Tatsache, dass die süchtig machende Substanz eine andere ist und die Konsequenzen des Rückfalls nicht so schlimm sind. Es gibt nur eine wirklich effektive Herangehensweise für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen zur Überwindung ihrer Sucht und zwar totale Abstinenz. Das hat für mich funktioniert, als ich Drogen aufgab und außerdem auch dabei, mich von Zucker und Fast Food zu entwöhnen. Ich sprach mit vielen anderen Drogenabhängigen in Remission und alle sagten, dass sie ein Craving nach Junk Food auf genau dieselbe Weise verspüren wie früher nach Drogen und Alkohol. Ich persönlich habe in den letzten 5 Monaten weder Zucker, noch Gluten angerührt. Ich habe in dem Zeitraum beinahe 14 Kilo verloren und spüre keinerlei Craving nach den Speisen mehr.“ –  Kris Gunnars von “How Sugar Hijacks Your Brain And Makes You Addicted.”  Kris ist derzeit persönlicher Trainer und Medizinstudent, der für die Webseite Authority Nutrition Artikel schreibt.

Das ist der Grund, warum viele Ketarier berichten, dass ketogene Ernährung für sie einfacher ist als Low Carb. Bei Low Carb essen manche Menschen noch bis zu 150 Kohlenhydrate am Tag. Da ist die Versuchung groß, die gesunden Kohlenhydrate wegzulassen zugunsten eines Weißmehl-Croissants oder einer Nougat Schokolade.
Bei 20 – 50 Gramm Kohlenhydraten bei der ketogenen Ernährung bin ich froh, wenn ich genug Kohlenhydrate „übrig“ habe, um Sahne in meinen Kaffee zu tun. Zucker oder Weißmehl ist keine Option.

„Die Forschung hat ergeben, dass chronischer Drogenmissbrauch zu Veränderungen in der Struktur und Funktion des neuronalen Netzwerks führt, die für Wochen, Monate oder gar Jahre nach dem letzten Konsum anhalten können. Dieser Gewöhnungsprozess schwächt den glücksinduzierenden Effekt der Substanz ab, während er das Craving nach der Substanz erhöht. Dadurch befindet sich der Abhängige in einem Teufelskreis aus immer weiter eskalierendem Missbrauch und resultierenden negativen Konsequenzen zu Hause und auf der Arbeit.“  – Dr. Eric J. Nestler und Dr. Robert C. Malenka in der März 2004 Ausgabe des Scientific American (The Addicted Brain).

„Wie viele Konsumenten habe ich? Und wie viele Getränke nehmen sie tagtäglich zu sich? Wenn wir einen Konsumenten verlieren, der besonders viel trinkt – wenn dieser sich dazu entscheiden würde, keine Coca-Cola mehr zu sich zu nehmen – wie viele neue Konsumenten bräuchten wir dann, um den Verlust auszugleichen? Die Antwort lautet: Sehr, sehr viele. Daher ist es wesentlich effizienter, die bereits existierenden Konsumenten dazu zu bekommen, noch mehr zu trinken.“ – Jeffrey Dunn, früherer Manager bei der Coca Cola Company in einem Gespräch mit Tom Mckay von NewsMic (What Happens to Your Brain on Sugar, Explained by Science).

„Falls du Zucker konsumierst, so ist die Wahrscheinlichkeit schon recht hoch, dass du auch süchtig danach bist“  (Überschrift eines Artikels vom März 2012 von Dr. Joseph Mercola (The Most Unhappy of Pleasures: This Is Your Brain on Sugar))

„Wir alle suchen nach einem Weg, um den Schmerz zu stillen.“ (Bryan Adams im Song Somebody vom 1984 erschienenen Album Reckless)

Was passiert, wenn man zu viel Zucker isst? Die Abhängigkeit sowie der übermäßige Konsum von Zucker und Kohlenhydraten ist die Ursache zahlreicher Gesundheitsprobleme. Während Entzündungsprozesse die Wurzel der allermeisten Krankheiten sind, ist ein Ungleichgewicht des Blutzuckerspiegels wiederum die Hauptursache für diese Entzündungsprozesse. Einige Krankheiten, welche durch einen übermäßigen Konsum von Zucker verursacht werden können sind: Diabetes, Adipositas, Erkrankungen des endokrinen Systems, Krebs und eine Störung der Darmflora. Doch auf kein anderes Organ wirkt sich Zucker so fatal aus, wie auf unser Gehirn. Wie ich bereits erwähnt habe, ergaben Hirnscans, dass die Veränderungen im Gehirn eines Zuckerabhängigen beinahe identisch mit denjenigen des Gehirns eines Drogenabhängigen sind.

was passiert, wenn man zu viel Zucker isst5

Es handelt sich dabei nicht bloß um funktionelle Veränderungen des Gehirns, sondern ebenfalls um strukturelle. Diese Veränderungen sind der Grund dafür, wieso Abhängige genau die jeweilige Droge (ob nun Kokain, Meth, Heroin oder Zucker) benötigen, um das spezielle Gefühl, wonach ihr Gehirn dürstet, zu erzeugen. Das kann sehr schnell zu einem Teufelskreis führen. Je mehr Drogen/Zucker du zu dir nimmst, desto besser fühlst du dich dann (dies geht einher mit einer erhöhten Konzentration von Dopamin, Opioiden und anderen feel-good Molekülen, welche dein Gehirn herstellt). Es gibt zudem Studien, welche dieselben Abhängigkeitsmechanismen bei Pornographiesucht fanden. Pornosucht macht nämlich exakt dasselbe mit denjenigen Regionen deines Gehirns, die für die Kontrolle des sexuellen Verlangens verantwortlich sind. Doch unser Körper kann nur eine gewisse Menge dieser Neurotransmitter verkraften. Wenn es zu einer Überstimulation kommt, dann reagiert er, indem er die Rezeptoren für diese Moleküle verringert. Das hat wiederum zur Folge, dass der (Drogen-) Rausch abflacht und wir eine stetig größere Menge der jeweiligen Substanz benötigen, um dasselbe befriedigende Gefühl zu erzeugen. Daraus resultiert sodann ein noch größeres Verlangen nach der Substanz (ob nun Zucker, Kokain oder irgendeine andere Droge). In einer Studie (4), welche im Mai 2007 im Magazin Neuroscience & Biobehavioral Reviews veröffentlicht wurde, kamen die Autoren zu dem folgenden Ergebnis:

„Zuckerkonsum führt dazu, dass unser Gehirn Opioide und Dopamin ausschüttet, worin das Abhängigkeitspotenzial dieser Substanz besteht. In dieser Studie werden verschiedene Komponenten von Abhängigkeitserkrankungen analysiert: Übermäßige Nahrungsaufnahme (Binge-Eating), Entzug und Craving. Diese Verhaltensmuster werden dann mit neurochemischen Veränderungen im Gehirn in Verbindung gebracht, welche sich durch den Konsum abhängig machender Substanzen einstellen. Neuronale Adaptionen beinhalten Veränderungen der Dopamin- und Opioid-Rezeptoren, Endorphin mRNA Expression und einer Veränderung der Ausschüttung von Dopamin und Acetylchoin im Nukleus Accumbens. Die Untersuchungsergebnisse weisen darauf hin, dass Ratten von Zucker abhängig werden können. Dies lässt sich auf Vorgänge im menschlichen Gehirn übertragen, wie dies bereits durch Erkenntnisse auf dem Gebiet von Essstörungen und Adipositas angedeutet wurde.

Das Konzept der Nahrungsmittelabhängigkeit entwickelte sich in der Ernährungspsychologie auf der Basis von Erfahrungsberichten, klinischen Studien sowie Fallstudien in Selbsthilfe Büchern. Der dramatische Anstieg von Übergewichtigkeit in Kombination mit wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Ähnlichkeit zwischen den Mechanismen des Drogenmissbrauchs und denjenigen von Lebensmittelabhängigkeit konnten dieses Konzept untermauern. Die in dieser Studie untersuchten Forschungsergebnisse konnten die Theorie bestätigen, dass intermittierender Missbrauch von Zucker (Binge-Eating) zu Verhaltensweisen und neurochemischen Veränderungen führen, welche dem Effekt von Drogenmissbrauch ähneln.“

Die Studie befasst sich eingehend mit dem Nukleus Accumbens. Dieser Bereich des Gehirns spielt eine Rolle in der Regulation von Motivation, Verlangen, Befriedung, Belohnung, Abhängigkeit sowie Angst, Aggression und Impulsivität. Die beiden wichtigsten Neurotransmitter in diesem System sind Serotonin und Dopamin. ΔFosB (Delta FOSB) bezeichnet dabei eine von insgesamt vier Variationen des FOS Genes, welches die maßgebliche biochemische Komponente in den meisten (sowohl bei substanzgebundenen als bei auch substanzungebundenen) Abhängigkeitserkrankungen ist. Bei allen bekannten Drogen- und sonstigen Abhängigkeitserkrankungen liegt eine erhöhte Produktion von ΔFosB im Nukleus Accumbens vor. Dieses Gen hat den Effekt, dass es die Dopaminkonzentration ansteigen lässt und zugleich die Serotoninkonzentration herabreguliert. Die Autoren Eric J. Nestler und Dr. Robert C. Malenka bemerken dazu in ihrem Buch „The Addicted Brain“: „In Studien mit Ratten konnte beobachtet werden, dass delta FosB im Nukleus Accumbens der Ratten als Reaktion auf wiederholte nicht drogengebundene Belohnungen produziert wurde. Hierzu zählte exzessives Rennen im Laufrad sowie Zuckerkonsum.“

ΔFosB verstärkt nicht nur die Antwort unseres Belohnungssystems, sondern erhöht auch die Sensibilität, mit der es auf Dopamin reagiert. Das bedeutet, dass du nicht nur mehr dieser „feel-good“ Neurotransmitter im Belohnungssystem hast, sondern sie auch viel effektiver darauf einwirken. Nach Aussage der New York’s Mount Sinai Icahn School of Medicine kann dies langanhaltende Veränderungen der Gen-Expression nach sich ziehen. Dabei handelt es sich um einen epigenetischen Effekt. Epigenetik bezeichnet die Wechselwirkung unserer genetischen Veranlagung mit diversen Umweltbedingungen. Du kannst nämlich durch dein (Konsum)Verhalten selbst beeinflussen, welche deiner Gene angeschaltet und welche abgeschaltet werden. Gewisse Verhaltensweisen, Diäten, sportliche Betätigung oder Stress haben das Potenzial, deine Gene je nach Situation an- oder auszuschalten. Da es sich bei ΔFosB um die stabilste Variante der FOS Gene handelt, bleibt es für eine sehr lange Zeit im Nukleus Accumbens. Was passiert, wenn man zu viel Zucker isst? Das bedeutet also, dass übermäßiger Zuckerkonsum über eine längere Zeitspanne hinweg derjenige Umweltfaktor ist, der die Aktivität des ΔFosB Genes auf negative Weise beeinflusst. Je mehr Zucker du konsumierst, desto  mehr Dopamin wird ausgeschüttet. Durch die Überaktivierung von ΔFosB wird  daraufhin dein Belohnungssystem für Dopamin sensibilisiert und wird reagiert stärker darauf. Dass die so erfolgte Zunahme von ΔFosB im Nukleus Accumbens wegen der Stabilität von ΔFosB sehr langanhaltend ist, ist wiederum der Grund, warum die Zuckerentwöhnung so viel Disziplin erfordert.

Die Verbindung zwischen Alzheimer und Zucker

Was passiert, wenn man zu viel Zucker isst? Das Problem ist, dass Zucker nicht nur die Hirnfunktion beeinflusst, sondern ebenfalls die Struktur des Gehirns nachhaltig verändert. Eines der eindrücklichsten Beispiele für diesen Prozess sind die strukturellen Veränderungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten.

Eine englische Studie aus dem Jahr 2017 hat den Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und dem Ausbruch der Alzheimer-Erkrankung näher untersucht (5). In dieser Studie entdeckten die Wissenschaftler einen molekularen Link zwischen einem erhöhten Blutzuckerspiegel und einem Enzym namens Makrophagen-Migrations-Inhibitions-Faktor (MIF). Dieses Enzym hilft dem Gehirn dabei, den Aufbau abnormaler Proteine, welche ansonsten Klumpen bilden und zu Plaques führen (welche charakteristisch für die Alzheimer Erkrankung sind) zu verhindern. Doch wenn dieses Enzym beschädigt ist, dann kann es diese Aufgabe nicht mehr erfüllen und es kommt folglich zur Bildung von Plaques.

Um die genauen Auswirkungen von Zuckerkonsum auf die Funktionalität des Enzyms zu erforschen, nahmen die Wissenschaftler einerseits das Hirn von Patienten mit Alzheimer und andererseits gesunde Gehirne unter die Lupe und verglichen sie miteinander. Sie kennzeichneten dabei von Zucker geschädigte Proteine mit einem fluoreszierenden Marker. Indem sie diese leuchtenden Marker durch ein bildgebendes Verfahren verfolgten, konnten sie beobachten, dass ein erhöhter Blutzuckerspiegel in einem frühen Stadium der Alzheimer Erkrankung das Enzym MIF beschädigte. Der Prozess, durch den es zu jener Schädigung kommt, nennt sich Glykation. Die Forscher konnten zeigen, dass die Glykation des Enzyms mit Fortschreiten der Erkrankung immer weiter zunimmt. Das bedeutet, dass die Krankheit, nachdem die Abwehrmechanismen versagt haben, umso schneller voranschreitet.

Jean van Elsen schlussfolgert diesbezüglich: „Normalerweise ist das Enzym MIF Bestandteil der Antwort unseres Immunsystems auf die Bildung abnormaler Proteine im Gehirn und hilft dabei, diese abzubauen. Da die Schädigung durch Zucker einige Funktionen von MIF hemmt und andere vollkommen unterbindet, sind wir der Auffassung, dass dieser Mechanismus beim Ausbruch der Alzheimer-Erkrankung eine entscheidende Rolle spielt.“

Aufgrund der Verbindung zwischen Zucker und Alzheimer wird diese Erkrankung von vielen Wissenschaftlern mittlerweile auch Typ III Diabetes oder Psychodiabetes genannt. Die Frage, was passiert, wenn man zu viel Zucker isst, wäre dann durch die Verbindung zwischen Alzheimer und Zucker beantwortet worden.

Wenn du also verhindern möchtest, dass es zu einer Ansammlung dieser schädlichen Plaques in deinem Gehirn kommt, dann solltest du vermeiden, dass das Enzym MIF bei dir durch Zuckerkonsum geschädigt wird. Somit ist ein dauerhafter Verzicht auf Zucker als wichtige Komponente einer Prophylaxe vor Demenzerkrankungen zu betrachten.

 Wie kannst du herausfinden, ob du von Zucker oder Junk Food abhängig bist?

Wir alle haben mit unterschiedlichen Süchten zu kämpfen. Die Bandbreite der Dinge, von denen wir abhängig werden können, ist schier endlos, ob es nun Sex/Pornos, Drogen, Macht, Sport, Facebook oder Chatten ist. Das Webster New World Dictionary definiert chemische Abhängigkeit als „ein zwanghaftes physiologisches und psychologisches Bedürfnis nach einer gewohnheits-bildenden Substanz.“ Allgemein gesagt ist eine Sucht gekennzeichnet durch den wiederholten, zwanghaften Missbrauch von Dingen, von denen wir ganz genau wissen, dass sie uns schaden. Es fällt uns schwer, sie einzustellen, obwohl wir den Wunsch danach hegen, die Sucht loszuwerden.

Wenn du den Begriff Zuckerabhängigkeit googelst, so wirst du etwa 26.000 Ergebnisse erhalten. Diese Anzahl ist recht niedrig und spiegelt wider, dass im Vergleich zu anderen Abhängigkeiten noch ein recht niedriges Level an Bewusstheit über die Schwere dieser Sucht vorherrscht. Obwohl es eine Abhängigkeitsform ist, so zählt sie sicherlich zu den gesellschaftlich akzeptierteren Süchten. Während Leute dazu neigen, die Nase über Alkoholabhängige zu rümpfen oder sich generell über Drogenabhängige aufregen, so haben sie keinerlei Problem damit, wenn Menschen sich dem Zucker hingeben. Sich trösten oder ihre Angst ersticken in Kuchen und Schokolade. Und wer kennt nicht die traurige Frau, die zur Eiscreme greift im Film? Die ist gesellschaftlich anerkannt – ganz anders als jemand, der zum Alkohol greift. (Wobei inzwischen Wein trinkende Mütter auch immer häufiger als normal gesehen werden.)
Doch Zuckerabhängigkeit ist trotz allem eine Sucht. Wie kannst du nun herausfinden, ob du süchtig nach Zucker bist oder nicht? Wenn Zuckerabhängigkeit auch zunächst nicht solch unmittelbar spürbare negative Auswirkungen wie andere Drogen hat, so ergeben sich nach einiger Zeit nicht nur die sucht-typischen psychologischen Symptome, sondern es kommt auch zu physischen Symptomen. Anhand der folgenden Liste kannst du bei dir prüfen, inwiefern eine Zuckerabhängigkeit vorliegt.

was passiert, wenn man zu viel Zucker isst6

  • Versuchst du, deine Sucht zu verbergen? Obwohl das am Anfang noch einfach ist, fällt es Drogenabhängigen mit Voranschreiten der Sucht zunehmend schwieriger. Das rührt daher, dass der Körper sich an die Substanz gewöhnt und man folglich für dieselbe Rauschintensität immer mehr des Mittels benötigt. Nach einer gewissen Zeitspanne wird es schier unmöglich, die Sucht zu verstecken.
  • Bunkerst du Zucker an verschiedenen Stellen in der Wohnung? In einem alten Werbespot im Fernsehen wurde ein Alkoholabhängiger gezeigt, der an den unwahrscheinlichsten Orten in seiner Wohnung halb getrunkene Whiskyflaschen deponierte. Viele Zuckerabhängige machen genau dasselbe.
  • Ausreden/Verleugnung: Eine weitere Parallele zu Menschen, die abhängig von Drogen sind, ist, dass Zuckerabhängige auch dazu neigen, ihre Sucht herunterzuspielen und sich die wildesten Ausflüchte dafür einfallen lassen, wieso sie Zucker brauchen. Eine beliebte Rechtfertigung ist für viele beispielsweise, dass sie sich nach getaner Arbeit ruhig ausnahmsweise mit einem leckeren Eis oder einem Kaffeestückchen belohnen können und das ja nicht so schlimm ist. Besser wäre es aber, wenn du dich auf gesündere Weise mit anderen Dingen, welche dir Spaß bereiten, belohnst.
  • Abhängige tun meist alles für einen Fix: Beginnst du deine Tage schon am Morgen mit Zucker? Wenn du dich häufig in Situationen wiederfindest, wo du dich gewollt der Versuchung, Zucker zu konsumieren aussetzt und ihr nachgibst, so hast du ein Problem. Wie auch bei anderen Formen der Abhängigkeit tun Zuckersüchtige alles, um ihre tägliche Dosis zu bekommen.
  • Kannst du trotz des Schadens, den es anrichtet, nicht damit aufhören, Zucker zu konsumieren? Wie ich bereits erläutert habe, führt Zucker durch die Entzündungsprozesse, welche es im Körper anregt zu physiologischen sowie psychologischen Schäden und meistens zu einer Kombination aus beidem. Ein Kennzeichen für die Abhängigkeit ist daher, dass eine Person den Konsum nicht stoppen kann – obwohl sie erkennt, dass es ihre Gesundheit und zwischenmenschlichen Beziehungen zerstört.
  • Pathologisches Craving und die Angst davor, den Zuckerkonsum aufzugeben: Hast du gesundheitliche oder soziale Probleme in der Schule, auf der Arbeit oder in deinem Privatleben, welche durch Zucker oder Kohlenhydrate bedingt sind, doch nimmst es trotz der negativen Konsequenzen weiterhin zu dir? Jagst du dem Zucker hinterher, obwohl er physischen und emotionalen Schmerz verursacht? Hat Zucker eine hohe Priorität in deinem Leben? Gegen Ende der Dokumentation “Super Size Me”, in welcher sich Morgan Spurlock einen Monat lang ausschließlich von Fast Food ernährte und in dem Prozess einiges an Gewicht zulegte, zieht er das folgende Resümee: “Die einzigen Augenblicke, in denen ich mich wirklich wohlfühlte waren die, in denen ich Fast Food zu mir genommen habe.” Falls du Zucker oder Kohlenhydrate benutzt, um deine Stimmung aufzuhellen (also damit die Serotoninkonzentration steigerst) oder den Gedanken, dich davon komplett zu entwöhnen nicht ertragen kannst, dann bist du höchstwahrscheinlich süchtig danach. Ein weiterer Indikator dafür ist außerdem, wenn dich die Eventualität deprimiert, ohne Zucker auszukommen.
  • Verlagerst du deine Sucht? Verwendest du Substitute für deine Zuckerabhängigkeit wie beispielsweise Light Produkte? In einer Studie der Purdue Universität aus dem Jahr 2008 konnten Wissenschaftler zeigen, dass künstliche Süßstoffe wie Sacharin oder Acesulfam-K bei Mäusen zu einer größeren Gewichtszunahme geführt haben als bei den normal gefütterten Mäusen in der Kontrollgruppe. Dies rührt daher, dass diese Süßstoffe zum einen das Hungergefühl anregen und zum anderen zu einer vermehrten Einlagerung von Fetten beitragen. Daher ist es ratsam, wenn du statt auf Ersatzprodukte umzusteigen dich lieber vollständig von Zucker und Substituten entwöhnst.
    (Das ist ein hervorragendes Ziel! Wenn es dir allerdings zu schwierig erscheint, nimm stattdessen zumindest Stevia.)
  • Gewichtsprobleme: Obwohl Zuckerabhängigkeit fast immer zu einer Gewichtszunahme führt, denken manche, dass sie ruhig Zucker konsumieren können, da sie trotzdem recht dürr bleiben. Das rührt allerdings daher, dass die Bauchspeicheldrüse dieser Menschen mehr aushält als diejenige anderer. (Oder sie Magen-Darm Probleme wie Reizdarm mit Durchfall haben. Ob Zucker oder andere prozessierte Kohlenhydrate eine Rolle spielen bei der Entstehung des Reizdarms: auf diese Forschungsergebnisse sind wir gespannt!) Dadurch wird die Gewichtszunahme lediglich ein wenig nach hinten verschoben. Doch im Laufe der Zeit wird sie sich bei konstantem Zuckerkonsum dennoch einstellen. Sobald sie dieses mehr an Gewicht auf den Rippen haben tendieren viele Menschen dann dazu, sich zu sagen, dass sie zwar fett, aber trotzdem fit sind.
  • Andere Suchterkrankungen: Der eben erwähnte Zusammenhang mit der Bauchspeicheldrüse gilt ebenfalls bei anderen Drogen wie Kaffee, Nikotin oder Alkohol. Alkohol wird beispielsweise auf dieselbe Art wie Zucker im Körper metabolisiert. Wenn die Bauchspeicheldrüse wegen einem unkontrollierten Blutzuckerspiegel ausbrennt, dann werden unsere Nebennieren aktiviert, um das Funktionsdefizit der Bauchspeicheldrüse auszugleichen. Die meisten Zuckerabhängigen verspüren ein Verlangen nach Substanzen, welche diese Reaktion der Nebennieren stimulieren (wie zum Beispiel Koffein, Nikotin und Zucker). Leider ist das allerdings nicht hilfreich, sondern führt auf lange Sicht zu vielen weiteren Problemen und Erkrankungen.
  • Ein unkontrollierter Blutzuckerspiegel: Viele Menschen machen sich vor, dass mit ihrem Blutzuckerspiegel alles in Ordnung sei, da sie regelmäßig ihre Blutwerte untersuchen lassen und diese normal sind. Doch falls sie Zucker regelmäßig in größeren Mengen konsumieren, dann täuschen sie sich darüber. Ein zu hoher Blutzuckerspiegel ist in der westlichen Hemisphäre aktuell die Hauptursache für eine Vielzahl an unterschiedlichsten Erkrankungen.
  • Fühlst du dich nach dem Essen müde und träge? Wenn du dich nach Mahlzeiten erschöpft und träge fühlst, dann leidest du höchstwahrscheinlich an reaktiver Hypoglykämie (Unterzuckerung). Dies beschreibt die reaktive Herabregulierung des Blutzuckerspiegels, welche auf eine rapide Zunahme der Zuckerkonzentration im Blut folgt. Bei der Diabetes-Erkrankung sind ein niedriger sowie ein hoher Blutzuckerspiegel beispielsweise zwei Seiten derselben Medaille.
    Manche haben noch kein Diabetes, aber fühlen sich ein paar Stunden nach dem Essen zittrig oder schlecht gelaunt. Oder haben wieder Appetit, obwohl ihr Körper noch keine Nährstoffe bräuchte.
  • Fällt es dir schwer, dich zu konzentrieren? Viele Studien haben den negativen Effekt von Zucker auf kognitive Funktionen untersucht und konnten einen Zusammenhang mit Demenzerkrankungen feststellen. Es ist kein Zufall, dass die Alzheimer-Erkrankung in Fachkreisen mittlerweile auch Typ III Diabetes genannt wird. Denn durch einen unkontrollierten Blutzuckerspiegel kommt es zu einer Häufung von Plaques im Gehirn, welche für diese Erkrankung charakteristisch sind.
    Meine Mutter merkt, dass sie besser denken kann, wenn sie Sport machen oder sich ketogen ernährt. Viele Ketarier berichten über eine Verbesserung ihres Denkvermögens. Das kann zum einen an Keto selbst liegen – aber auch einfach daran, dass sie Zucker und prozessierte Kohlenhydrate weglassen.
  • Hast du ein konstant geschwächtes Immunsystem? Wenn du andauernd krank bist, kann das unter Umständen daran liegen, dass du während der Medikation mit Antibiotika Zucker zu dir genommen hast. Wenn diese beiden nämlich kombiniert werden, so kann das eine Vielzahl an dysbiotischen Gesundheitsproblemen nach sich ziehen. Dazu gehört beispielsweise systemischer Pilzbefall. Pilzinfektionen benötigen Zucker, um überleben zu können und produzieren folglich ein starkes Verlangen nach Zucker im Wirt, den sie befallen haben. Neben Antibiotika lösen ebenfalls Corticosteroide ein starkes Verlangen nach Zucker aus.
  • Hat deine Libido abgenommen? Egal ob du männlich oder weiblich bist – Wenn du nicht das Verlangen danach spürst, Sex zu haben, dann ist dein Blutzuckerspiegel höchstwahrscheinlich im Ungleichgewicht. Wenn du Sex für eine Hand voll Bonbons eintauschen würdest, dann hast du mit Sicherheit eine Zuckersucht.
    (Ketarier können dann stattdessen das alte Lied singen: „Ich will keine Schokolade… ich will lieber einen Mann“)
  • Hast du hormonelle Probleme? Dr. Jacob Teitelbaum, der Autor des Buchs “Beat Sugar Addiction Now„, sagte zu diesem Thema am 10 Juni 2010 in den Morgennachrichten des Fernsehsenders ABC: “Hormonelle Fluktuationen, welche sich bei Frauen während der Menopause einstellen, können zu innerer Unruhe, Depressionen und Insulinresistenz führen. Eine Konsequenz von Insulinresistenz kann außerdem ein gesteigertes Verlangen nach Zucker sein.” Obschon diese Feststellung prinzipiell korrekt ist, können hier auch Ursache und Wirkung vertauscht sein. Es ist nämlich auch möglich, dass bei manchen Frauen das polyzystisches Ovarsyndrom gerade durch eine Abhängigkeit von Zucker ausgelöst wird.
  • Ist dein Säurewert zu hoch? Falls du mit Erkrankungen zu kämpfen hast, deren Ursache ein zu hoher Säuregehalt im Körper ist (dazu gehören zum Beispiel Krebs und Osteoporose), dann ist es wahrscheinlich, dass du süchtig nach Zucker sein könntest. Am besten wäre es, wenn du dir einen Litmus-Test in der Apotheke holst, um deinen pH-wert zu prüfen.

Welche Schritte du ergreifen kannst, um deine Abhängigkeit zu besiegen

was passiert, wenn man zu viel Zucker isst7

„Viele Menschen haben die Kontrolle über ihr Essverhalten verloren, da ihre Geschmacksknospen und die Biochemie ihres Körpers von industriell verarbeitetem Essen verdorben wurde. Diese hoch glukose- und zuckerhaltigen Speisen regen ihre Hormone und Neurotransmitter dazu an, das Verlangen danach noch mehr zu steigern. Wir konsumieren so große Dosen von Zucker und Mehl wie niemals zuvor in der gesamten Menschheitsgeschichte. Und zwar durchschnittlich 66 Kilo Mehl und 69 Kilo Zucker im Jahr. Das ist viel zu viel.” – Dr. Mark Hyman in dem Artikel Ten Day Detox Diet Author Tells How to End Sugar Addiction and Clean Up Your Diet der Zeitschrift New York Daily News.

Obwohl die Beweislage dafür, dass es sich bei Abhängigkeiten um Erkrankungen handelt, ziemlich eindeutig ist, wird dir dein Arzt diesbezüglich vermutlich nicht helfen (können). Psychologen werden nur auf den psychischen Aspekt der Sucht eingehen, nicht auf den körperlichen.
Das bedeutet, dass du es selbst in die Hand nehmen musst. Phillip Werdell vom ACORN Food Addiction Institute schreibt diesbezüglich:  „In den meisten Krankenpflegeschulen wird nichts über Lebensmittelabhängigkeiten gelehrt. Auch Teilnehmer in Graduiertenschulen, Sozialarbeiter und Psychotherapeuten erfahren über dieses Thema in ihrer Ausbildung viel zu wenig. Noch nicht einmal die vorgeschriebene Literaturliste der Examensprüfung des Internationalen Instituts für Essstörungen enthält einen Text über Lebensmittelabhängigkeiten. Es gibt auch keinen Verweis auf diese im Merck Manual of Medical Information, dem weltweit am meisten genutzten medizinischen Referenzwerk. Auch die diagnostischen Kriterien der amerikanischen Vereinigung der Psychiater enthält keinen Verweis auf Lebensmittelabhängigkeiten. Allerdings haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Beweise dafür gehäuft, dass gewisse Nahrungsmittel unter die Kategorie des Substanzmissbrauch gefasst werden müssen.

Obwohl ein Mangel an Lehrbüchern über das Thema vorherrscht, gibt es hunderte von Büchern und hunderte von Studien und vermutlich tausende von Internetartikeln über Lebensmittelabhängigkeiten. Es gibt unzählige spezifische Dinge, die du tun kannst, um deine Abhängigkeit von Zucker und industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln wirksam zu bekämpfen. Dieser Artikel dreht sich nicht primär darum (wie mehr Wasser trinken, die Paleo-Diät oder die ketogene Ernährung ausprobieren oder mehr Sport treiben). Vielmehr möchte ich dir Basiskompetenzen vermitteln, um dich die richtige Geisteshaltung heranzuführen, wodurch du deine Abhängigkeit wirksam bekämpfen kannst. Die Vorgehensweise kann in drei Schritte heruntergebrochen werden: Die richtige Einstellung bezüglich der Abhängigkeit gewinnen, gesundheitsschädliche Gewohnheiten reduzieren und danach neue, gesunde Gewohnheiten an deren Stelle setzen.

I. Die richtige Einstellung gewinnen

  • Sei ehrlich zu dir selbst:  Es gibt zahlreiche kostenlose Selbsttests im Internet, mit deren Hilfe du feststellen kannst, ob du von Zucker oder einem anderen Nahrungsmittel abhängig bist. Hierzu zählt beispielsweise die Yale Food Addiction Scale. Einen Test in deutscher Sprache kannst du hier finden. Für die meisten gilt allerdings: Wenn du beabsichtigst, einen solchen Test zu machen, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass du süchtig nach einem Lebensmittel bist, schon recht hoch. Der erste Schritt zur Besserung ist, dass du es dir eingestehst. Es verhält sich dabei nicht anders wie mit Drogenabhängigkeiten. Bevor du das Problem überhaupt angehen kannst, musst du erkennen, dass du ein Problem hast.
  • Überlege dir einen Plan und schreibe ihn auf:  Für die meisten bedeutet das, dass sie sich zunächst genau informieren müssen. Eine einfache Suche im Internet bringt dich zu zahlreichen Artikeln, welche dir Tipps dafür geben, was eine Lebensmittelabhängigkeit ausmacht und wie du sie überwinden kannst (1, 2, 3). Basierend auf diesen Informationen könntest du dir dann einen Plan aufstellen, wie du am besten vorgehst. Dabei ist es am nützlichsten, wenn du dies am PC machst, da du ihn dann je nachdem, was bei dir die beste Wirkung erzielt, modifizieren kannst.
  • Suche dir einen Partner oder ein unterstützendes Netzwerk: Es ist leider in den meisten Fällen so, dass die Personen, welche dir am nächsten stehen, vermutlich diejenigen sein werden, die dich am ehesten in deinem Vorhaben behindern werden. Versuche, dich nicht von ihnen beeinflussen zu lassen. Suche dir stattdessen jemanden mit einem ähnlichen Problem, der die Entwöhnung mit dir zusammen durchziehen will. Einige von euch werden wahrscheinlich ebenfalls ein unterstützendes Netzwerk brauchen. Falls sich kein solches in deiner unmittelbaren Umgebung befindet, dann schließe dich einem Online Netzwerk an (Overeaters Anonymous und Anonyme Esssüchtige in Genesung sind zwei der größeren Gruppen in diesem Bereich).
  • Motiviere dich und bleib dran:  Finde heraus, wer oder was dich motiviert und falls es sich um einen Channel auf Youtube dabei handelt, schaue ihn regelmäßig. Hier findest du ein Beispiel für einen solchen Channel. Wichtig ist dabei vor allem, dass du dich natürlich keinesfalls mit Essen für Erfolge belohnen solltest.
  • Krempel die Ärmel hoch und suche dir ein gesundes Hobby als Ersatz: Viele Menschen mit gestörtem Essverhalten oder Nahrungsmittelabhängigkeiten haben ihre Sucht überwinden können, indem sie sich sportlich betätigt haben oder andere Substitute fanden. Freilich ist es am Anfang schwierig, sich dazu zu überwinden. Doch wenn du regelmäßig Sport treibst, dann wird es dir mit jedem Mal leichter fallen. Ein weiterer Vorteil von gemäßigten Workouts ist, dass sie dein Hungergefühl verringern und dich ablenken. Wir sind Gewohnheitstiere und Konsistenz ist deswegen der Schlüssel zum Erfolg. Halte dir stets vor Augen, wie viele positive Auswirkungen regelmäßiger Sport auf deine Gesundheit hat und sage dir, dass du es schaffen kannst.
  • Vergegenwärtige dir, dass Lebensmittelsucht eine ebenso schwere Abhängigkeit wie Drogensucht ist:  Zucker bringt gewisse Bereiche deines Gehirns (insbesondere den Nucleus Accumbens, einen Teil des Belohnungssystems) zum Aufflackern. Auf funktionellen Aufnahmen des Gehirns (wie zum Beispiel auf dem fMRT) ist das mit der Leuchtkraft eines hell strahlenden Weihnachtsbaums vergleichbar. Wegen dieser Auswirkung von Zucker auf deine Hirnchemie und die sich bei dauerhaftem Konsum ergebenden strukturellen Veränderungen solltest du die Schwere der Abhängigkeit nie unterschätzen. Denn wer seinen Feind unterschätzt, der wird verlieren.
  • Lass dich nicht zu einem bloßen Konsumenten reduzieren:  Die traurige Wahrheit ist, dass die Lebensmittelindustrie und Big Pharma uns so betrachten, als wären wir laufende, atmende Euro-Noten. Oftmals sind die Schnittmengen dieser beiden Industrien sehr groß. Ein Indikator dafür ist, dass in Ärztepraxen nur in den seltensten Fällen auch eine Ernährungsberatung stattfindet. Du solltest dir das bewusst machen, um nicht Gefahr zu laufen, ein unbewusster Spielball in den geldgierigen Schemen der Pharmaindustrie zu werden und deine Gesundheit in der Folge zu ruinieren.

II. Die Sucht besiegen

Sobald du die richtige Einstellung gewonnen hast, über die Dringlichkeit der Entwöhnung reflektiertest und dir einen Plan zurechtgelegt hast, wie du es schaffen kannst, kannst du beginnen. Wie ich bereits erwähnt habe, ist es sehr wichtig, dass du die notwendigen Schritte niedergeschrieben hast, um sie dir vor Augen zu halten. Die ersten paar Tage und Wochen werden sehr hart sein, aber mit der Zeit wird es dir immer leichter fallen und das Craving nach dem Nahrungsmittel wird abnehmen. Wenn du schonmal jemandem während eines Entwöhnungsprozesses von einer Droge beobachtet hast (inklusive physischer Entzugssymptome, Schmerzen, emotionalem Stress und Craving), so wirst du dir in etwa vorstellen können, was dich erwartet. Du wirst vermutlich durch ganz ähnliche Stationen des Entzugs hindurchmüssen. Doch gib nicht auf und begreife es als einen Teil des Heilungsprozesses. Wende dich in Momenten der Schwäche an deinen Partner oder dein Unterstützungsnetzwerk, um durchzuhalten.

Höre nicht auf die Experten dort draußen, die dir erzählen wollen, dass Willenskraft, persönliche Verantwortung, Disziplin und mentale Stärke in diesem Prozess nicht relevant wären. Sie sind es sehr wohl. Für viele von euch wird das Unterfangen, eine Nahrungsmittelabhängigkeit zu besiegen so sein, wie in den Krieg zu ziehen. Nehme dir für jeden Tag eine andere Herausforderung vor und überfordere dich nicht. Den Krieg gewinnst du nur durch Durchhaltevermögen und das bedeutet, dass du nicht alle Schlachten gleichzeitig kämpfen solltest. Eins nach dem anderen. Das Bedürfnis nach Zucker beispielsweise wird sukzessive abnehmen. Aber täusche dich nicht, dieser Kampf richtet sich vor allem gegen dich selbst. Es gilt, dein Gehirn darauf zu trainieren, dass es die jeweilige Substanz beziehungsweise das Nahrungsmittel nicht benötigt. Das kann ein langwieriger Prozess sein, da der dauerhafte Konsum zu strukturellen Veränderungen im Gehirn führte, wodurch es danach verlangt. Doch vertraue auf die Wandelbarkeit deines Gehirns, mit genügend Stringenz und Willenskraft kannst du es schaffen.

Es heißt übrigens, dass Raucher etwa 30 (gescheiterte) Versuche brauchen, bis sie es endlich tatsächlich schaffen aufzuhören. Wenn also dein erster Versuch nicht geklappt habt, gib nicht auf, sondern sieh es als Teil des Weges. Dabei kann es durchaus schwieriger sein, von der Zuckersucht loszukommen als vom Rauchen. Beim Rauchen ist es klar, was das Ziel ist. Beim Loskommen vom Zucker wissen manche nicht, ob sie jetzt roh essen sollen oder wollen – und Honig und Agavendicksaft probieren – oder Paleo oder Low Carb oder LCHF oder Ketogene Ernährung.

III. Schaffe dir neue, gesunde Gewohnheiten

Schlechte Angewohnheiten loszuwerden reicht leider nicht aus. Damit du deine Sucht wirklich erfolgreich besiegen kannst, solltest du dir neue Gewohnheiten schaffen, welche den Platz der schädlichen einnehmen. Hier sind 5 Schritte, welche dir dabei helfen können.

Schritt 1: Schaffe dir eine Vision

Kreiere eine neue Vision für dein Leben. Versuche, in größeren Zusammenhängen zu denken: Wo du dich heute befindest, wo du in Zukunft hin möchtest und wieso es wichtig für dich ist. Wenn du eine klare Vorstellung davon hast, welches Ziel du erreichen willst und wie du dorthin gelangst, dann wird dir das auf dem Weg helfen, dich darauf zu fokussieren.

Visualisiere deine Zielvorstellung, indem du sie entweder textlich oder in Kunstform erfasst. Das wird dir ermöglichen, deine Vision klarer zu artikulieren und liefert dir einen Referenzpunkt, um zu ermessen, wie viel näher du deinem Ziel gerückt bist. Versetz dich schon jetzt gedanklich in den Zustand hinein, als hättest du dein Ziel erreicht und nutze die daraus erwachsende Zufriedenheit als Ansporn.

Fange mit deiner Vision am besten bei kleinen Dingen an und steigere dich dann nach und nach. So wirst du die meisten Erfolgserlebnisse haben. Identifiziere als nächstes, was du tun musst, um die Vision zu realisieren. Vergegenwärtige dir, wo du dich momentan befindest und lege für jeden Tag ein kleines Ziel fest, um deiner Vision näher zu kommen. Wenn du beispielsweise die Angewohnheit hast, dich nach einem harten Arbeitstag mit einem reichhaltigen Essen auswärts zu belohnen, dann mach stattdessen einen Spaziergang und nimm danach ein weniger üppiges Abendessen zu dir.

Schreibe dir weiterhin auf, was du Tag für Tag erreichen möchtest, aber überfordere dich nicht. Leichte, sukzessive Veränderungen deiner Gewohnheiten sind der Schlüssel zum Erfolg. Sei stets ehrlich zu dir darüber, was du wirklich erreichen möchtest und warum. Wenn du dies einhältst, dann steigerst du sowohl deine Integrität, als auch dein Selbstwertgefühl.

was passiert, wenn man zu viel Zucker isst8

Schritt 2: Passe deine Erwartungshaltung an

Bevor du neue, gesundheitsförderliche Gewohnheiten implementierst halte kurz inne und überprüfe, ob deine Erwartungen realistisch sind. Ist deine Zielvorstellung zwar eine Herausforderung, aber trotzdem verwirklichbar? Falls nicht – wie kannst du es modifizieren, um deine Erfolgserwartung zu steigern? Hilft es dir vielleicht, wenn eine deiner Vertrauenspersonen mit dir zusammen darauf aufpasst, dass du das, was du dir vorgenommen hast, auch einhältst?

Eventuell gibt es schädliche Verhaltensmuster in deinem Leben, welche zu deiner Sucht nach einem bestimmten Nahrungsmittel beitragen. Dazu können ein ungesunder Schlafrhythmus und Stress auf der Arbeit ebenso sehr zählen wie Bewegungsmangel. Das wiederum hindert dich dann daran, dir neue, gesunde Gewohnheiten zu schaffen. Wenn du dir solche Verhaltensmuster bewusst machst, dann kannst du dich schon im Vorhinein darauf einstellen, wo(durch) du Rückschläge erleiden könntest und sie eventuell präventiv vermeiden. Du musst dir vergegenwärtigen, dass die Heranbildung neuer Gewohnheiten viel Fokus und konstante Wiederholung erfordert.

Falls du einmal ausrutscht und in alte Verhaltensweisen zurückfällst, so verzeihe dir und schau nach vorne. Erinnere dich daran, dass solche Fehlschläge temporär sind und dass du dich fortan wieder zusammenreißen wirst. Lasse stets Achtsamkeit und Respekt vor dir selbst walten.

Schritt 3: Kreiere Routinen, die dir dabei helfen, die neuen Gewohnheiten einzuhalten

Um dein Ziel zu erreichen ist es nützlich, wenn du dir Routinen schaffst. Die Idee dahinter ist, dass diese Routinen es dir ermöglichen sollen, leichter ja zu gesundheitsförderlichen Entscheidungen zu sagen und Ausrutscher zu erschweren. Auf diese Weise ist weniger Willensanstrengung nötig, um die neuen Gewohnheiten einzuhalten.

Stell dir zum Beispiel eine zuckerabhängige Person vor, die jeden Tag auf dem Heimweg an einer Eisdiele vorbeikommt und dort einen Eisbecher isst. Es wäre wesentlich weiser, wenn dieser Mensch statt der üblichen Route eine andere wählen würde. Dadurch würde er diese Situation vermeiden und der Versuchung fliehen. Somit könnte er die Wahrscheinlichkeit eines Ausrutschers deutlich verringern.

Außerdem ist es wie bereits erwähnt sehr hilfreich, wenn du die alte, schädliche Gewohnheit durch eine neue ersetzt. Statt also in diesem Beispiel ein Eis in der Eisdiele zu essen, könnte der Mann an einem Yoga Kurs teilnehmen oder einen CrossFit Kurs besuchen. Oder sich mit Leuten treffen, die auch Comics mögen. Es kommt ganz auf deine persönlichen Vorlieben an- ersetze die gesundheitsschädliche Gewohnheit mit einem Hobby, das du genießt.

Schritt 4: Stelle das Gelingen deines Vorhabens sicher

Belohne dich auf gesunde Weise für erreichte Etappen auf dem Weg zu deinem Ziel. Selbst, wenn es sich dabei nur um kleine Etappen handelt. Dadurch kannst du dein Gehirn und deinen Körper darauf trainieren, dass er nach diesen neuen, gesundheitsförderlichen Gewohnheiten verlangt.

Beachte, dass du keinen unerschöpflichen Vorrat an Willenskraft hast. Vielleicht gibt es gewisse Zeiten am Tag oder Situationen, in denen du in Gefahr stehst, einzuknicken und eine gesundheitsschädliche Entscheidung zu fällen. Ein Mangel an Willenskraft, insbesondere wenn wir müde, hungrig oder gestresst sind, ist ganz normal und menschlich. Du solltest es lediglich einplanen und dem vorbeugen. Beispielsweise, indem du gerade in solchen Momenten der Schwäche Orte meidest, die dich in Versuchung führen könnten. Und immer einen Keto Snack dabei hast für den Heißhunger am Anfang.

Falls du einmal einen Rückfall erleidest, dann vergib ihn dir und besinne dich sogleich wieder auf deine neuen, gesundheitsförderlichen Gewohnheiten. Es kann sein, dass du manchmal fällst, aber du musst nicht am Boden liegen bleiben.

Du wirst tagtäglich der Wahl begegnen müssen, ob du deinen Weg weiterverfolgst oder dein Vorhaben abbrichst. Doch du bist nicht machtlos gegenüber deiner Sucht. Wenn du beständige Gewohnheiten implementierst und sie wiederholst, so können sie ein Leben lang halten. Wichtig ist, dass sie zur Routine werden.

Schritt 5: Suche dir Hilfe, wenn du sie benötigst

Es ist ganz leicht, die Entscheidung zu fällen, deine Abhängigkeit zu besiegen, wenn deine Motivation gerade stark genug ist, um den Versuchungen zu widerstehen und mit dem Unwohlsein klar zu kommen. Doch die wirkliche Herausforderung kommt, wenn deine Motivation abnimmt. Du kannst die Erfolgswahrscheinlichkeit deines Vorhabens steigern, wenn du dir Hilfe suchst, um durch schwierige Zeiten hindurch durchzuhalten.

Sich Hilfe zu suchen bedeutet nicht, dass du schwach wärst oder es alleine keinesfalls schaffen würdest. Es zeigt lediglich, dass du die Gefahr des Rückfalls anerkennst und es im Verbund mit mehreren Menschen leichter ist, dranzubleiben.

Indem du nach Hilfe suchst- ob nun von einem Freund, einem Ernährungscoach, einem Therapeuten oder durch ein Behandlungsprogramm – steigerst du die Wahrscheinlichkeit, dein unmittelbares Ziel zu erreichen. Dadurch nimmt deine Selbstwirksamkeitserwartung zu und du kannst dich dem nächsthöheren Ziel widmen. Auf diese Weise gelangst du irgendwann zu deinem Endziel und kannst mit Stolz darauf zurückblicken, es vollbracht zu haben.

Schritt 6: Umgebung ändern

Du kannst dir die Abstinenz von Nahrungsmitteln, nach denen du süchtig bist, enorm erleichtern, indem du deine Umgebung anpasst. Dies funktioniert beispielsweise, indem du Orte meidest, die dich in Versuchung führen könnten. Damit deine Entwöhnung gelingt, solltest du dir außerdem Lebensmittel, die Zucker enthalten, gar nicht erst ins Haus holen. Achte zudem darauf, dir keine kohlenhdrathaltigen Nahrungsmittel zu kaufen, welche die zulässige Höchstmenge überschreiten. Für die ketogene Ernährungsform gilt als Richtwert, dass du nie mehr als 50 g Kohlenhydrate am Tag zu dir nehmen darfst. Hier kannst du ausrechnen, was das für dein Gewicht zulässige Maximum ist.

Als Fazit gilt, dass du deine Umgebung stets so gestalten solltest, dass du dir dein Abstinenzvorhaben nicht unnötig erschwerst und dadurch leichter durchhalten kannst.

Die beste Art, Abhängigkeiten zu besiegen: „Kalter Entzug

Du allein musst zunächst herausfinden, wie abhängig du wirklich bist. Um dir das ehrlich eingestehen zu können, musst du deinen inneren Dämonen begegnen. Es gibt online zahlreiche Erfahrungsberichte von Menschen, die von irgendeiner Substanz abhängig sind, welche meinen, dass alles in bester Ordnung sei, solange sie nur eine klitzekleine Menge der Substanz täglich genießen können. Das mag in äußerst seltenen Fällen funktionieren, doch die Regel ist das nicht.

Bei Patienten mit einem pathologischen Suchtverhalten ist es fast immer notwendig, sie komplett vom entsprechenden Nahrungsmittel zu entwöhnen. Es verhält sich dabei ähnlich wie mit einem Alkoholiker. Bei Alkoholikern ist das altbekannte Klischee leider wahr: “Einmal ein Alkoholiker, immer ein Alkoholiker”. Ein Beispiel hierfür ist Mary Foushi von ACORN Food Dependency Recovery Services. Auf ihrer Webseite beschreibt sie sich selbst als “eine Nahrungsmittelabhängige, die seit über 23 Jahren in Remission ist (ihre Sucht im Griff hat) und ihren Abnehmerfolg von 90 Kilo seit 22 Jahren aufrechterhält.“ Das entscheidende Detail ihrer Beschreibung ist, dass sie sich noch immer als nahrungsmittelabhängig bezeichnet (wenn auch in Remission). Der Punkt ist, dass für sie wie für viele andere substanzabhängige Menschen in Remission gilt: Bereits eine nur unscheinbar geringe Menge der Substanz beziehungsweise von dem Nahrungsmittel hätte eine ähnlich fatale Auswirkung wie ein kleiner Schluck Alkohol bei einem trockenen Alkoholiker.

Beim Cold Turkey („kalter Entzug“) würdest du den Konsum einer Substanz oder eines Nahrungsmittels radikal einstellen. In der Mehrheit der Fälle ist dies die beste Methode, um eine Abhängigkeit zu besiegen. Für die meisten Menschen ist es die beste Lösung, wenn sie die Speise, von der sie abhängig sind, konsequent meiden. Wenn du es beispielsweise einige Zeit geschafft hast, auf Zucker komplett zu verzichten, dann wird auch dein Verlangen danach abnehmen. Doch wenn du nur ein klein wenig davon isst, dann willst du direkt wieder ein „kleines bisschen“ mehr. Und danach noch mehr und mehr und mehr. So ist eine der Gefahren bei Ausrutschern während der Abstinenz, dass man sich leicht sagt, dass man nun sowieso schon versagt hat und dann nach dem Motto „wenn schon denn schon“ weiter macht. Daraufhin droht das Abstinenzgelübde dann einzubrechen. Eine klitzekleine Menge einer Substanz „nur für den Geschmack“ zu konsumieren ist Teil der von der Lebensmittelindustrie verbreiteten „Alles in Maßen“ Idee. Das Problem dabei ist, dass das Vorhaben, eine Substanz oder ein Lebensmittel nur in Maßen zu konsumieren für die meisten Abhängigen absolut illusorisch ist. Dieses kleine, unscheinbare Craving, das du verspürst, würde sich im Nu zu einem rasenden Inferno des Verlangens danach auswachsen. Inklusive der Entschuldigungen, welche du vor dir selbst dafür anführen wirst, wieso du dem nachgegeben hast. Und danach musst du den ganzen Prozess der Abstinenzeinhaltung von vorne beginnen. Um Zucker zu vermeiden, musst du allerdings auch wissen, unter welchen Namen sich Zucker verbirgt. Hier haben wir dir eine Liste zusammen gestellt.

Der Vorteil der ketogenen Ernährung ist nicht nur, dass du Zucker und prozessierte Kohlenhydrate vermeidest. Keto hilft dir schneller als andere Ernährungsformen, die Fehler deiner bisherigen Ernährung auszugleichen. Es hilft deinem Gehirn, weil es für die Myelinisierung hilft. Es hilft gegen die Entzündungen, die in deinem Körper ausgelöst wurden durch Zucker. Nicht nur, weil du den Zucker jetzt weglässt, sondern auch, weil Ketogene Ernährung einen entzündungsreduzierenden Effekt hat. Keto reduziert auch Glukose Level im Blut. Die Ketonkörper haben auch neuroprotektive antioxidative Effekte durch Reduktion reaktiver Sauerstoffspezies (ROS).

Außerdem sind viele der Zuckersüchtigen „überernährt“ an Energie, aber „unterernährt“ an Vitaminen und Mineralstoffen. Eine Mahlzeit, die aus Mehl, Zucker, künstlichen Zusätzen, ranzigen Fetten und / oder anderen Zutaten besteht, die Kalorien liefern und mit minimaler Nahrung schmecken, wird (wenn sie ohne die Begleitung von nahrhafter Nahrung konsumiert wird) süchtig machend. Und gleichzeitig kaum Mikronährstoffe liefern. Eine Studie mit dem Titel „Die Mangelernährung bei Adipositas: Mikronährstoffmangel fördert Diabetes“ (The Malnutrition of Obesity: Micronutrient Deficiencies That Promote Diabetes) macht deutlich, dass:

„Trotz übermäßiger Nahrungsaufnahme haben adipöse Personen hohe Mikronährstoffmangelraten. Mangel an spezifischen Vitaminen und Mineralstoffen, die eine wichtige Rolle im Glukosestoffwechsel und den Insulin-Signalwegen spielen, können zur Entwicklung von Diabetes bei adipösen Patienten beitragen.“

Eine Paleo Ketogene Ernährung kann hier gut helfen, den Mangel auszugleichen. Dadurch hast du mehr Omega 3, Milchsäure und Proteine – und ausreichend Vitamine und Mineralstoffe, wenn du genügend Abwechslung in dein Gemüse bringst. Außerdem kann Ketogene Ernährung im Frühstadium von Diabetes 2 auch helfen, dies rückgängig zu machen – und im fortgeschrittenen Diabetes 2 kann es helfen, dies zu managen.

Als Fazit gilt, dass ein kalter Entzug wie die ketogene Ernährung wohl die optimalste Methode ist, um eine Abhängigkeit zu besiegen. Allerdings benötigst du dafür viel Durchhaltevermögen, einen starken Willen sowie ein Umfeld, welches dich in deinem Vorhaben unterstützt. Zudem solltest du jene Orte und Situationen (und manchmal auch Menschen) meiden, welche dich in Versuchung führen. Für einen Zucker-Junkie sind in dieser Hinsicht Eisdielen und Süßigkeiten Abteilungen ebenso gefährlich wie es Kneipen für einen Alkoholabhängigen sind.

Welche Erfahrung hast du mit der Entwöhnung von Lebensmitteln bisher gemacht? Fällt es dir leichter, den Konsum dauerhaft einzustellen, wenn du einen kalten Entzug machst und das Lebensmittel von heute auf morgen komplett meidest? Oder findest du es effektiver, die Menge sukzessive zu reduzieren?

Timo B.

Mehr zum Thema „Was passiert, wenn man zu viel Zucker isst“:

  1. https://www.prevention.com/food/healthy-eating-tips/signs-symptoms-and-treatment-food-addiction
  2. https://www.eatlikeanormalperson.com/overcoming-food-addiction/
  3. https://www.webmd.com/food-recipes/features/breaking-food-adictions#1
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17617461
  5. https://www.nature.com/articles/srep42874
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2898565/
  7. https://blogs.scientificamerican.com/mind-guest-blog/the-fat-fueled-brain-unnatural-or-advantageous/
  8. https://drjockers.com/ketogenic-diet-improves-brain-function/
  9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK209323/
  10. https://www.healthline.com/nutrition/low-carb-ketogenic-diet-brain
2018-10-07T20:26:51+00:00

Kommentar hinterlassen

* Bitte bestätige, dass Du mit den Datenschutzbestimmungen zur Veröffentlichung Deines Kommentares einverstanden bist.

Ich stimme zu.