Heilfasten! Erfahrungen, Auswirkungen – und Kritik eines Ketariers

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Heilfasten! Erfahrungen, Auswirkungen – und Kritik eines Ketariers

Heilfasten ist eine der ältesten Formen, seinen Körper und Geist reinigen. Schon seit den alten Griechen gibt es Aufzeichnungen mit Heilfasten-Erfahrungen, wonach das Fasten einen positiven Effekt auf den Körper hat. Bei längerem Fasten stellt sich der Fettabau um und es bilden sich Ketonkörper wie Aceto Acetat, Aceton und 3-Hydroxybutyrat.

Auch ich hatte irgendwann das Bedürfnis, meinen Körper von innen zu reinigen. Da ich Veranlagungen zu Neurodermitis habe und auch sonst meine Verdauung nicht optimal funktioniert, entschloss ich mich, mich über Fasten zu erkundigen.

Den Dschungel der angebotenen Formen des Fastens verschlang mich. Es war ein Überangebot und ich konnte mich kaum entscheiden, was denn für mich das Wichtigste und Richtige sein könnte.

Was mir so gar nicht gefiel, war der Fokus auf das Abnehmen. Abnehmen war für mich überhaupt nicht wichtig. Ich bin eine der wenigen Frauen, die mit ihrem Gewicht nicht wirklich zu kämpfen haben. Ich weiß, die meisten Frauen empfinden das sehr ungerecht, ich habe auch mal zwei bis drei Kilo zu viel, die aber auch nicht mehr werden. So musste ich eher aufpassen, beim Fasten nicht zu viel Gewicht zu verlieren.

Und so kam ich beim Stöbern einer Frauenzeitschrift auf einen Artikel über Erfahrungen im Heilfasten. Es waren nur zwei Seiten, aber da stand alles drin, was wichtig war und was ich wissen wollte. Und es war einfach. Nur Suppe, Säfte und Wasser, für fünf Tage. Mehr nicht.

Heilfasten Erfahrungen: Fünf Tage nichts essen, nur Trinken und Abführen

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Und dann noch ein rundum Wohlfühlprogramm. Lange Spaziergänge, warme Leberwickel, Mittagsschlaf und sich entspannen.

Also brauchte ich eine Woche Urlaub und einen nicht wirklich umfangreichen Einkauf, um mich in das Abenteuer zu stürzen.

Es gab einen Entlastungstag, um den Darm auf das Fasten vorzubereiten. Also nur Obst essen, das war einfach. Aber drei Liter Wasser zu trinken, war dann doch ganz schön herausfordernd. Am nächsten Tag ging es los mit einer Tasse Tee zum Frühstück, einer warmen Gemüsebrühe zum Mittagessen und abends einem Glas Fruchtsaft, und drei Litern Wasser. Fünf Tage lang. Außerdem vor dem Frühstück ein Glas Wasser mit Glaubersalz.

Das Glaubersalz enthält viele Bitterstoffe und soll beim Entleeren des Darms helfen. Es schmeckt dementsprechend bitter.

Aber es hat seine Wirkung nicht verfehlt und es war gut, dass ich zu Hause war und mich schonte. Abends gab es dann noch einen Leberwickel, um die Leber bei der Entgiftung des Körpers zu unterstützen.

Das ist nämlich der größte Unterschied zu den meisten Fastenformen. Die Reinigung des Körpers von innen. Durch das Fasten stellt sich der Darm von Verdauen auf Ausscheiden um. Durch das Abführen werden noch feste Reste, die im Darm verblieben waren, ausgespült. Die sehr hohe Einnahme von Flüssigkeit sorgt dafür, dass sich Rückstände lösen und ausgeschieden werden können.

Außerdem werden auch alle Organe und das Blut mit mehr Flüssigkeit versorgt, sodass auch hier Schlacke-Stoffe gelöst werden und über die Leber und die Nieren entsorgt werden.

In dieser Zeit arbeitet die Leber auf Hochtouren und sollte hier durch Leberwickel und Einnahme von Mariendistel bei der Arbeit unterstützt werden.

Aber nicht nur der Köper reinigt sich. Auch der Geist. Denn es ist viel Zeit zum Nachdenken und Erholen. Außerdem kämpft man mit seinen Inneren Dämonen. Denn, das stramme Programm durchzuhalten, ist eine der größten Herausforderungen. Denn, nicht zu kauen und nicht zu essen, ist schon eine Sache für sich. Auch das Hungergefühl und der knurrende Magen und die Essensgerüche um einen herum muss man aushalten können. Meditation, Muskelentspannung nach Jakobson oder Yoga können hier unterstützend praktiziert werden.

Da heißt es nur, dranzubleiben und sich immer wieder zu sagen, dass es ja bald rum ist, und ich es ja für mich mache. Ich will mich besser und gesünder fühlen.

Aber dann kamen da noch die Kopfschmerzen.

Die Fastenkrise hatte mich am dritten Tag fest im Griff

Da galt es, viel Wasser zu trinken. Einen Liter auf einmal und die Kopfschmerzen waren weg. Und danach wusste ich, dass ich einfach mehr trinken musste. Das ist das Wichtigste, Trinken. Der Magen ist beschäftigt und der Körper wird optimal versorgt.

Da der Körper auch über die Haut Giftstoffe ausscheidet, gab es dann am dritten Tag auch eine lange Dusche. Eine Stunde duschen, bei einer angenehmen Temperatur und einmal von oben nach unten alles mit einem Luffaschwamm abreiben. Danach ab in den Bademantel, Leberwickel und schlafen. Was für eine Wohltat.

Am fünften und letzten Tag gab es ein Bad in Kaisernatron. Es ist ein Basenbad und sorgt auch hier für die Entgiftung. Unser Körper ist meistens übersäuert. Durch das Heilfasten wird der pH-Wert im Körper von sauer auf basisch umgestellt. Ein basisches Niveau ist besser, da durch das saure Milieu freie Radikale freigesetzt werden und diese unsere Zellstruktur schädigen können. Auch sind sie im Verdacht, Krebs fördern zu können.

Und auf der Waage zeigte sich auch deutlich weniger. Obwohl das ja nicht mein Ziel war, verlor ich fünf Kilos. Das war aber auch wirklich genug.

Am sechsten Tag durfte wieder gegessen werden

Natürlich erst langsam und in kleinen Bissen. Wieder kauen zu können, war eine der überraschenden Heilfasten-Erfahrungen. Es war schon erstaunlich, wie sich das morgendliche Vollkornbrot mit Butter und Schinken im Mund so anfühlte, wie es schmeckte und wie die Konsistenz so war. Langsam zu kauen und lange. Und es dann hinunterzuschlucken. Wau.

Etwas so ganz Normales und Alltägliches war auf einmal ein Happening. Und es schmeckte unglaublich gut. Das war das beste Schinkenbrot, das ich je gegessen hatte. Den Geschmack habe ich bis heute nicht vergessen. Und das war die ganze Quälerei wert. Das Essen schmecken zu können und es zu genießen. Denn wann tun wir dies in unserer hektischen Zeit noch? Essen ist zu einer Nebentätigkeit geworden. Wir machen es neben der Arbeit, neben dem Laptop, neben dem Handy oder Fernseher. Richtig schmecken tun wir nicht mehr. Es ist eine Völlerei und eine Selbstverständlichkeit.

Und das sind Heilfasten-Erfahrungen

Erfahrungen Heilfasten

Verzicht auf etwas Lebensnotwendiges und doch Alltägliches. Und sich daran erfreuen zu können, ist ein wunderbares Geschenk. Seitdem mache ich jedes Jahr Heilfasten.

Jedes Jahr freue ich mich darauf, mir Urlaub zu nehmen, die Lebensmittel einzukaufen und mich auf das Heilfasten vorzubereiten.

Sylvia

(Heil-)Fasten für Ketarier

Auch viele Ketarier sind Fans von Fasten. Wir fasten mit Fett, essen 24 Stunden nichts, verkürzen unsere Essenszeit auf sechs bis zehn Stunden.

Fasten Ketarier?

Durch unsere ketogene Ernährung bezieht unser Körper seine Energie hauptsächlich aus Ketonkörpern wie Aceto Acetat, Aceton und 3-Hydroxybutyrat.

Trotzdem fasten wir gerne und aus den unterschiedlichsten Gründen: Für Autophagie, um Plateaus zu überwinden zum Abnehmen, weil wir es toll finden, weniger oft kochen und essen zu müssen, weil wir tiefer in Keto kommen wollen, für Leptin, etc.

Haben Ketarier eine Fastenkrise?

Wir sind in Ketose und damit im „Fastenstoffwechsel“: Da wir schon ketoadaptiert sind, fällt uns auch der Übergang von Essen zu Fasten leicht.
Wobei auch für uns der Übergang von Glukosestoffwechsel zu Keto- / Fastenstoffwechsel (Fettadaption) nicht einfach war. Wir haben die Keto Flu durchgemacht und unser Körper brauchte mehrere Wochen, um sich daran zu gewöhnen, mit Ketonkörpern zu arbeiten.

Dieser Übergang von Glukosestoffwechsel zu Fastenstoffwechsel ist Teil der Fastenkrise (oder vielleicht sogar die ganze Fastenkrise), die Normalessende spüren, wenn sie beginnen zu fasten.

Da wir diese Fastenkrise ja nicht mehr haben, können wir relativ leicht beginnen zu fasten.

Womit fasten wir – und womit nicht?

Ketarier fasten entweder „ganz“, das heißt, sie nehmen nur Dinge zu sich, die keinen Nährwert haben. Wie zum Beispiel Kaffee oder Wasser.

Manchmal fasten sie auch, indem sie Getränke oder Nahrung zu sich nehmen, die nur aus Fett bestehen – aber keine Proteine oder Kohlenhydrate haben. Keto Kaffee mit Butter und MCT Öl ist ein Beispiel.

Was Ketarier als Teil des Fastens nicht essen würden, ist Obst. Vor allem kein Obst mit vielen Kohlenhydraten oder sogar Fruchtsaft.
Wenn Ketarier Obst essen, dann nur Obst mit wenig Kohlenhydraten. Alles andere wirft uns aus der Ketose.

Aber selbst, wenn ich nicht in Keto wäre, würde ich keinen Obstsaft trinken, wenn ich meine Leber reinigen will. Fruktose wird über die Leber verstoffwechselt. Deswegen strengt Fruktose die Leber eher an, als dass sie sie schont; erst recht, wenn ich sie nicht als ganze Frucht esse mit ihren Ballaststoffen, sondern sie konzentriert als Saft trinke.

Ich will hiermit aber nicht sagen, dass Ketarier immer absolut gesund fasten. Ob Kaffee gesund ist oder nicht, darüber scheiden sich die Geister. Auch Kaffee hat den Ruf, die Leber zu belasten. Wobei es auch einige Studien über Kaffee für die Leber gibt.

Wie viel trinken Ketarier beim Fasten?

Ketarier trinken nicht alle viel. Die meisten von uns versuchen aber, auf drei Liter am Tag zu kommen. Im Zweifelsfall kann das auch mehr werden, wenn wir fasten. Damit lenken wir uns vom Hunger ab.

Wie viel nehmen Ketarier beim Fasten ab?

Beim Übergang von Glukosestoffwechsel auf Fettstoffwechsel nehmen Menschen ungefähr zwei Kilo Wasser ab. Dieses Wasser wurde von der Glukose im Körper gebunden. Diese zwei Kilo haben Ketarier schon beim Übergang zu Ketose verloren. Was sie beim Fasten abnehmen ist also Fettmasse. (Manchmal entleeren sich auch die Fettzellen, die Wasser gespeichert haben durch das Fasten… aber das ist eine andere Geschichte.)

Nicht-Ketarier können sich hier also über eine größere Gewichtsabnahme freuen – sollten aber nicht vergessen, dass zwei Kilo davon Wasser sind.

Wie lange fasten Ketarier?

Es gibt Ketarier, die über mehrere Tage fasten. Ich persönlich faste meist nur 24 Stunden und kenne viele Ketarier, die ähnlich kurz oder sogar kürzer fasten. Die Studienlage weist darauf hin, dass der Metabolismus herunterfährt und Menschen nach mehr als 24 bis 48 Stunden relativ viel Muskelmasse verlieren.

Es gibt zwar viele Hinweise auf die gesundheitlichen Vorteile von längerem Fasten, aber mir persönlich ist meine hart antrainierte Muskelmasse zu wertvoll.

Wie sind Eure Heilfasten-Erfahrungen?

Verena

2018-11-06T09:07:43+00:00

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