Der Sohn des berühmten Drehbuchautors und Regisseurs Jim Abrahams, Charlie Abrahams, erkrankte bereits in frühen Jahren an Epilepsie. Er hatte pro Tag bis zu 10 Anfälle und bisher hat nichts geholfen. Da Medikamente bei ihm nicht anschlugen, fand Abrahams durch Eigenrecherche heraus, dass bereits seit 1920 eine alternative Behandlungsmöglichkeit populär wurde. Die Ketogene Ernährung bei therapieresistenter Epilepsie. Durch diese Ernährungsform konnten Charlies Symptome vollständig therapiert werden. Mittlerweile ist die ketogene Ernährung einer der effektivsten Behandlungsmöglichkeiten bei Kindheits-Epilepsie. Wie ketogene Diät Epilepsie lindern und heilen kann, erfahrt Ihr hier.

Auch bei Erwachsenen ist die Ketogene Diät hilfreich uns sicher. Eine Studie aus 2014 zeigt eine gute Wirkung auch im Erwachsenenalter.

Wie die ketogene Ernährung bei Epilepsie helfen kann – und was das Krankheitsbild der Epilepsie überhaupt bedeutet – erfahrt Ihr in diesem Artikel!

Was ist Epilepsie?

Epilepsie ist eine weltweit verbreitete, chronische neurologische Krankheit. Sie geht einher mit mindestens zwei spontanen epileptischen Anfällen des Erkrankten innerhalb von 24 Stunden. Des Weiteren dürfen diese Anfälle nicht auf aktuell erkennbare Ursachen wie Kopfverletzungen, Schlaganfälle oder andere Auslöser wie Entzugserscheinungen bei bestehender Alkoholabhängigkeit oder Ähnlichen zurückzuführen sein. Epilepsie beschreibt keine einzelne Krankheit, sondern die Folge einer Vielzahl von Hirnerkrankungen. Alle Gemeinsam haben das Merkmal einer erhöhten Neigung zu epileptischen Anfällen.

Hohe Zahl von Betroffenen

Laut The Epilepsy Foundation haben schätzungsweise 65 Millionen Menschen Epilepsie.  In Deutschland sind circa 500.000 Menschen betroffen. Dies macht einen Bevölkerungsanteil von 0.6% aus. Von Neuerkrankungen pro Jahr sind durchschnittlich 47 von 100.000 Menschen betroffen, also circa 38.000 Menschen. Etwa 2-4 % der Menschen erleiden in ihrem Leben einen einzelnen, für sich allein Stehenden epileptischen Anfall. Trotz der Häufigkeit wissen Ärzte vergleichsweise sehr wenig über Epilepsie. The Epilepsy Foundation besagt, dass rund ein Drittel der Epilepsie-Patienten mit wiederholten, unkontrollierbaren Anfällen leben. Des Weiteren sind bei circa 60% der Erkrankten keine weiteren Ursachen bekannt.

Wie entsteht Epilepsie?  

Es gibt Millionen von Nervenzellen, die ihrer normalen Aufgabe nachgehen und funktionieren. Doch es kann auch zu Ausfällen und Störungen kommen. Die Nervenzellen werden dann epileptisch. Verallgemeinernd sagen Wissenschaftler, dass Epilepsien aus einer Mischung aus pathologischer (krankhaft, gestört) Erregungsbildung und fehlender Erregungsbegrenzung der Nervenzellen des zentralen Nervensystems entstehen. Ursache, Symptome, Auslöser und wie oft und wie schwer die Anfälle sind, kann variieren.

Nicht jeder Krampfanfall bedeutet gleich auch die Diagnose Epilepsie. Es gibt nicht den einen Faktor, der Epilepsie auslöst. Viele Ursachen können Auslöser sein. Womöglich ist die Krankheit deshalb noch nicht wirklich hundertprozentig erforscht. Was derzeit gesagt werden kann: Jede Störung der Nerventätigkeit durch erworbene Hirnschädigungen (zum Beispiel durch Drogenkonsum oder einem Verkehrsunfall) erhöht die Anfallsbereitschaft.

Wie sieht die Standardtherapie aus?

Bei Epilepsie handelt es sich um eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der es zu wiederholten Anfällen kommt. Eine Hyperaktivität bestimmter Nervenzellen im zentralen Nervensystem löst dabei eine spastische Kontraktion verschiedener Muskelgruppen aus. Ein Anfall dauert dabei meistens zwischen 2 Minuten und 30 Minuten.  Epilepsie schränkt die Lebensqualität sehr stark ein. Betroffene wissen nie genau, wann es zu einem nächsten epileptischen Anfall kommt. Normale Tätigkeiten (zum Beispiel Auto fahren) sind ein lebensgefährliches Risiko und sind durch die Krankheit nicht mehr ausführbar. Außerdem kann ein Anfall auch für unmittelbar beteiligte Menschen gefährlich sein (Autounfall).

Kann den Patienten geholfen werden?

Die Betroffenen erhoffen sich ein Ende der immer wiederkehrenden Anfälle. Die übliche Medikation besteht aus Antikonvulsiva, die diese Hyperaktivität im zentralen Nervensystem beseitigen.  Durch die Medikamente sollen die GABA-Rezeptoren stimuliert werden, was für eine Beruhigung der Nerven sorgen soll. Die medikamentöse Therapie schlägt aber auch nicht immer an. Umso interessanter wird dann die Option der ketogenen Ernährung. Es gibt zahlreiche Studien, die einer ketogenen Diät eine Wirksamkeit wissenschaftlich bestätigen. Es ist wirklich faszinierend, dass eine Ernährungsform solch eine schwerwiegende Krankheit beeinflussen kann. Wir gehen gleich noch in die Details. Nun widmen wir uns noch sogenannten „provozierenden Faktoren“ für mögliche Anfallsauslöser.

Faktoren die Dein Anfallsauslöser sein können

Bei provozierenden Faktoren handelt es sich um Faktoren, die das Auftreten von epileptischen Anfällen erhöhen bzw. begünstigen können. Was genau gehört dazu? Experten gehen davon aus, dass Schlafmangel oder Stress (zum Beispiel am Arbeitsplatz) provozierende Faktoren sind. Des Weiteren können sogenannte Lichtblitze ein Grund für epileptische Anfälle sein. Den Lichtblitzen ausgesetzt sind wir Beispielsweise in einer Diskothek, an einem Computer-Monitor oder vor einem Fernseher. Auch hormonelle Schwankungen, Nikotin oder Alkohol können provozierende Faktoren sein. Wichtig zu wissen: Es handelt sich hier um Anfallsauslöser, die nicht für sich selbst die Epilepsie auslösen können. Sie ebnen aber den Weg in die Krankheit.

Die Krankheit mit den tausend Gesichtern

Epilepsie hat viele verschiedene Erscheinungsformen. Experten sprechen deshalb auch von mehreren unterschiedlichen Epilepsien. Bei einem „tonisch-klonischen Anfall‘ liegt der Patient zum Beispiel mit Muskelzuckungen auf dem Boden und verliert die Kontrolle über seinen Körper. Dabei können die Betroffenen unter Umständen sogar Blau anlaufen. Außerdem wirken die Betroffenen teilweise sehr oft geistig abwesend, mit stereotypischen Verhalten. Es kann auch vorkommen, dass Patienten an ihrer Kleidung ziehen oder gewisse Bewegungen ständig wiederholen (zum Beispiel ein Buch wiederholt auf- und zuklappen oder eine permanente Kopfbewegung).

Dabei herrscht gleichzeitig oft geistige Verwirrung vor und es ist schwer, die Patienten anzusprechen. Die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Anfallstypen sind bei Epilepsie sehr stark ausgeprägt. Im folgenden Abschnitt werden die verschiedenen Anfallstypen erläutert. Außerdem gehen wir auf das ILAE-Klassifikationssystem ein und schauen uns die verschiedenen Epilepsie-Level genauer an. Nachdem wir die Krankheit beleuchtet haben, werden wir ein Auge darauf werfen, ob ketogene Ernährung gegen Epilepsie helfen kann. Wissenschaftliche Studien über ketogene Ernährung und Epilepsie werden zusätzlich interessante Ergebnisse aufzeigen.

Verschiedene Anfallstypen – welche gibt es?

Epileptische Anfälle werden nach der ILAE-Klassifikation von 2017 auf 3 Ebenen klassifiziert. Diese Klassifikation ist ein multivariater Ansatz. Dieser Ansatz versucht, den verschiedenen diagnostischen Möglichkeiten gerecht zu werden. ILAE bedeutet übrigens ausgeschrieben „Internationale Liga gegen Epilepsie“. Das ILAE-Klassifikationssystem ist eines der etabliertesten Verfahren zur Einordnung von epileptischen Anfallstypen. Es gibt in der Literatur natürlich auch noch weitere Einordnungssysteme für Epilepsie. Wir beziehen uns aber in diesem Text auf die vorgestellte ILAE-Klassifikation. Insgesamt gibt es 3 Level der Epilepsie, die nun vorgestellt werden.

Level 1 – der Anfallstyp

Epileptische Anfälle werden Unterteilt in fokale Anfälle, generalisierte Anfälle und Anfälle von unbekannter Ausbreitung. Auf die ersten beiden Arten werden wir nun genauer eingehen. Bei fokalen Anfällen ist die Übererregung auf ein Areal beschränkt. Zum Beispiel würde nur die rechte Hand willkürliche motorische Bewegungen vollziehen, eine andere Körperstelle wäre demnach nicht betroffen. Wie beschrieben, sind fokale Anfälle auf eine bestimmte Hirnregion begrenzt. Sie lassen sich noch in Anfälle mit Bewusstseinsstörung und in Anfälle ohne Bewusstseinsstörung unterteilen. Aber die hauptsächliche Unterscheidung hängt von dem Vorhandensein der motorischen Einschränkungen und Störungen statt.

Fokale Anfälle ohne motorische Störungen

Autonome Anfälle

Dieser Anfallstyp macht sich dadurch bemerkbar, dass er Einfluss auf das vegetative Nervensystem nimmt. Das vegetative Nervensystem (auch autonomes Nervensystem genannt) ist der Teil des Nervensystems, der größtenteils der willkürlichen Kontrolle entzogen ist. Physiologisch wird unterschieden zwischen dem autonomen und dem somatischen Nervensystem. Von autonomen Anfällen sind vor allem Kinder betroffen. Circa 7% der von Epilepsie betroffenen Kinder erleiden laut dieser Studie einen solchen Anfall.

Symptome eines autonomen Anfalls sind ganz unterschiedlich. Es kann vorkommen, dass die Atmung, die Haut oder auch die Atmung betroffen sind. Die Intensität der Symptome variiert ebenfalls. Eine Studie zeigt das. Manche Beschwerden schwanken zwischen leicht und schwer. In Ausnahmen kann es auch lebensbedrohlich werden.

Arrest- Anfälle

Hier handelt es sich um eine Art von völliger Bewegungslosigkeit. Die betroffenen Personen haben dabei meist offene Augen (und dabei kein Augenblinzeln). Außerdem Reagieren die betroffenen Personen nicht auf äußere Reize.

Kognitive Anfälle

Was ist mit kognitiv eigentlich gemeint? Übersetzt bedeutet es „wahrnehmen“ oder „erkennen“. Es sind sogenannte höhere geistige Funktionen eines Menschen, die uns auch von anderen Lebewesen unterscheiden. Wenn Patienten unter Epilepsie leiden, ist das Risiko für eine kognitive Störung erhöht. Diese Störung beeinflusst das Gedächtnis, die Geschwindigkeit des Denkens oder die Fähigkeit des Lernens. Da Epilepsie häufig Kinder betrifft, ist dies für die schulische Laufbahn besonders kritisch.

Sensorische Anfälle

Im Vordergrund stehen Beeinträchtigungen der Sinneswahrnehmungen. Zum Beispiel kann es sein, dass der Patient Sehstörungen hat. Außerdem gibt es häufig Beeinträchtigungen im taktilen Bereich. Hierzu zählen zum Beispiel ein einzelner Finger oder generell Taststörungen.

Emotionale Anfälle

häufig kommt es zu einer fehlerhaften Deutung der eigenen Emotionen. Die Personen empfinden Angst-oder auch Glücksgefühle. Häufig passt die gezeigte Emotion aber nicht zum realen Erlebnis und wirkt unangebracht. Zum Beispiel kann die Wahrnehmung von Geräuschen bei emotionalen Anfällen verstärkt sein. Dies bedeutet, wenn der Patient etwas im Haus rascheln hört, denkt er sofort an Einbrecher und bekommt eine Panikattacke. In Wirklichkeit war es nur eine kleine Maus oder der Wind, der durch ein gekipptes Fenster eindrang.  Die Panikattacke benötigt keinen spezifischen Auslöser, selbst Alltagsgegenstände können eine Panikattacke verursachen.

Fokale Anfälle mit motorischen Störungen

Epileptische Spasmen

Diese Art von Anfällen tritt oft in Form von Clustern auf. Typisch dafür sind rasche, blitzartige Anspannung der Beugemuskulatur im Rumpf. Es kommt dabei sehr häufig vor, dass Patienten bei einem Anfall stürzen und sich schwer verletzen. Die Dauer eines Anfalls ist meist um die eine Sekunde.

Myoklonische Anfälle

Kurze, vereinzelte, sehr plötzlich einschießende Zuckung von Armen, anderen Körperteilen oder auch vom ganzen Körper. Häufiger sind obere Extremitäten betroffen. Außerdem treten die Myoklinischen Anfälle gehäuft in der Zeit nach dem Aufwachen auf. Ein vorzeitiges Wecken (bei Kindern) oder chronischer Schlafentzug fördert das Auftreten dieser Art von Anfällen.

Automatismen

hier handelt es sich um physiologische Abläufe, die ohne bewusste Steuerung vollzogen werden. Es gibt einfach strukturierte und komplexere Automatismen. Bei komplex strukturierten kommt es zum Auftreten von geordneten Handlungen. An diese Handlungen kann sich der Patient aber später nicht mehr erinnern (zum Beispiel Sprachautomatismen, orale Automatismen oder mimische Automatismen).

Atonische Anfälle

ein komplexer epileptischer Anfall, der einen plötzlich eintreten Tonusverlust der Muskulatur beinhaltet. Ein Anfall dieser Art sorgt häufig dafür, dass der Kopf des Patienten abrupt auf die Brust absinkt.

Klonische Anfälle

hierunter versteht man rhythmische Kontraktionen der Muskeln oder ganzen Muskelgruppen. Diese finden zumeist unwillkürlich statt und lassen sich nicht steuern.

Generalisierten Anfällen

Generalisierte Anfällen erstrecken sich über beide Hemisphären. Die Hemisphäre bezeichnet die beiden Hälften des Kleinhirns und des Großhirns. Das Kleinhirn (Cerebellum) dient als Kontrollinstanz für die Koordination und Feinabstimmung von verschiedenen Bewegungsabläufen. Das Großhirn (Cerebrum) stellt den größten Teil des menschlichen Gehirns dar. Es ist gleichzeitig der differenzierteste Teil des Zentralnervensystems. Es trägt Verantwortung für Handlungs- und Denkprozesse. Diese Denkprozesse sind dafür verantwortlich, dass wir uns von anderen Lebewesen unterscheiden.

Die generalisierten Anfälle werden genauso wie die fokalen Anfälle in Kategorien eingeteilt. Die Kategorien sind mit motorischen Störungen und ohne motorische Störungen. Hier eine kurze Übersicht:

  • Generalisiert beginnende Anfälle mit motorischen Störungen
  • tonisch-klonische Anfälle
  • tonische Anfälle
  • myoklonische Anfälle
  • myoklonisch-atonische Anfälle
  • atonische Anfälle
  • epileptische Spasmen
  • Generalisiert beginnende Anfälle ohne motorische Störungen (Absencen)

Was sind Absencen? Unter Absencen versteht man im Krankheitsbild der Epilepsie eine kurzzeitige Bewusstseinsstörung. Es gibt verschiedene Arten von Absencen.

  • Typische Absencen: treten häufiger auf als atypische Absencen. Sie lassen sich jedoch sehr gut mit Medikamenten behandeln.
  • Atypische Absencen: ähneln typischen Absencen, sind aber deutlich ausgeprägter. Beginn und Ende eines Anfalls sind nicht so abrupt und eher schleichend.
  • Myoklonische Absencen: Anfallsauslöser sind häufig ein Mangen an Schlaf. Oft sind Jugendliche und Erwachsene betroffen. Die Geschlechteraufteilung ist circa 50:50.
  • Absencen mit Lidmyoklonien: eine sogenannten „lidschlussinduzierte Epilepsie“, die meistens in der Kindheit beginnt. Eine andere Bezeichnung dafür ist auch das „Jaevons-Syndrom“. Es handelt sich um eine generalisierte Form von einer Reflexepilepsie , die sich in einer auffälligen Lichtempfindlichkeit des Auges äußert.

Level 2 – Der Epilepsietyp

Es wird nach wie vor Unterschieden zwischen fokal und generalisiert (wie oben beschrieben). Zusätzlich zu diesen beiden Kategorien kommen noch 2 weitere Kategorien dazu. Hinzugenommen wurden die Kategorie „Combined Generalized“ und „Unknown“.

Level 3 – Epilepsie-Syndrom

Ein Epilepsiesyndrom bezieht neben bekannten Faktoren zusätzliche Faktoren hinzu. Darunter versteht man Epilepsien, die sich durch eine typische Konstellation unterschiedlicher klinischer Befunde auszeichnen. Was genau zählt dazu? Zum Beispiel EEG-Verläufe, Anfallsauslöser sowie möglichen Komorbiditäten. Die Syndrome werden in der ILAE-Klassifikation selbst nicht aufgeführt oder strukturiert. Beispiele wären das West-Syndrom, Juvenile Absence-Epilepsie (JAE) oder das Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS).

Neurobiologische Aspekte

Die neurobiologischen Zusammenhänge, die schlussendlich zu einer Epilepsie führen, sind bisher nicht komplett erforscht. Stand 2018 gibt es keine klaren Aussagen, sondern lediglich Tendenzen. Ein auslösender Mechanismus könnte eine mangelnde Koordination von der Erregung und Hemmung der Neuronen sein. Diese gehören sogenannten Verbänden von neuronalen Netzen an. Vermutlich handelt es sich bei den Auslösern („Trigger“) um veränderte Membraneigenschaften von Nervenzellen. Hiermit sind zum Beispiel defekte Ionenkanäle gemeint. Außerdem könnte eine falsche Zusammensetzung von Neurotransmittern eine Ursache sein. Liegt dieser Defekt vor, kommt es häufig zu Fehlern in der Übertragung von Daten zwischen den Neuronen.

Biochemische Ebene

Hier wird davon ausgegangen, dass ein Ungleichgewicht zwischen erregender Glutamat- bzw. Aspartat-Wirkung und hemmender GABA-Wirkung auf Neurone der Auslöser sein könnte. Dies führt zu einer paroxysmalen Depolarisationsstörung der gesamten Hirnrinde im Cortex. Außerdem können auch weitere einzelne Hirnrindenareale betroffen sein. Die Auswirkungen eines solchen Ungleichgewichts sind unterschiedlich. Es kommt darauf an, welcher Gehirnbereich genau betroffen ist. Folgen sind unter Anderem sensorische und motorische Störungen.

Wieso kann ketogene Diät Epilepsie heilen oder verhindern?

Bei einer ketogenen Ernährung isst Du extrem wenig Kohlenhydrate. Gleichzeitig darfst Du sehr fettreiche Nahrung essen. Durch den Mangel an Kohlenhydraten verändert sich Dein Stoffwechsel und der Körper gerät in eine sogenannte „Ketose“. Wenn Ihr noch nicht genau wisst, was ketogene Ernährung genau bedeutet und wie sie funktioniert, erfahrt ihr in diesem Artikel. Primär wird davon ausgegangen, dass es an dem niedrigen Insulinspiegel und den niedrigen Blutzuckerspiegel liegt. Beides wird mit einer ketogenen Diät erreicht. Was bisher bekannt ist: bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) kommt es häufig zu einem Problem beim Zuckerstoffwechsel! Dieser Vorgang schädigt wiederum Nervenzellen (insbesondere Glia-Zellen sind davon betroffen). Die Konsequenzen daraus sind schädliche Stoffwechselprodukte, die gefährlich für die Nervenzellen sind und diese schädigen können.

Andere Stoffwechselwege werden genutzt

Wenn eine ketogene Diät Epilepsie bekämpft, werden meistens andere Stoffwechselwege von Deinem Körper genutzt. Wenn der Körper sich nun in Ketose befindet, vertrauen die Nervenzellen auf andere Stoffwechselwege, um Energie zu produzieren. Dies ist darin begründet, dass statt Kohlenhydraten Ketone zum Einsatz kommen. Das Gehirn erhält einen konstanteren Energiefluss durch die Ketone. Die Mitochondrien können Energie besser verwerten und Ketone begünstigen die Neubildung weiterer Mitochondrien. Es werden außerdem weitere Signalwege aktiviert, die eine gewisse Langlebigkeit der Zelle generieren. Ein weiterer Vorteil der ketogenen Ernährung bei Epilepsie ist, dass sie eine generelle Unterstützung in der Genese der Nerven ist, während Medikamente nur spezifisch bei Epilepsieformen eingesetzt werden können. Außerdem sinkt der oxidative Stress. Oxidativer Stress bedeutet einen vermehrten Anfall von ungesunden freien Radikalen. Zudem erhöht die ketogene Ernährung die Bildung von GABA.

Wenn Medikamente versagen

Die ketogene Diät wird meistens dann eingesetzt, wenn die Medikamente nicht wirksam sind oder teilweise völlig versagen. Die Wirkmechanismen sind unterschiedlich. Antiepilekta wirken auf die Neuronen im Gehirn und versuchen deren Signale zu verändern. Dies hat gravierende Nebenwirkungen zur Folge. Zum Beispiel Schwindel oder kognitive Störungen. Es kann sogar zu Leberschäden und einer Gewichtszunahme kommen. Die ketogene Diät dagegen hat andere Auswirkungen auf den Körper. Es verändert die Art und Weise, wie der Körper Energie produziert und wie diese verwendet wird. Dies hat zur Folge, dass die neuronale Erregbarkeit verringert wird. Dies reduziert nicht nur die Anfälle bei vielen Studien um mindestens 50%, sondern es hilft auch dabei, dauerhaft Anfallsfrei zu bleiben.

Ketogene Diät Epilepsie

Breiter Wirksamkeitsbereich

Das durch die ketogene Diät nicht ein bestimmtes Hirnareal angesprochen wird, ist ein großer Vorteil. Dies sorgt für eine breite Wirksamkeit bei Epilepsie. Die metabolische Verschiebung im Körper ist noch nicht zu 100% erforscht. Am etabliertesten ist die metabolische Theorie. Die Stoffwechseltheorie sagt voraus, dass die Anfallskontrolle erhöht wird und dafür ist ein verstärkter mitochondrialer Energiestoffwechsel im Gehirn verantwortlich. Außerdem wurde aufgezeigt, dass die Diät eine neuroprotektive antioxidative Wirkung ausübt. Darüber hinaus kommt es zu einer Verringerung des Blutzuckerspiegels, welches ein wichtiger Begleitaspekt der ketogenen Diät ist.  Eine weitere Erkenntnis ist, dass Ketonkörper Beta-Hydrosybuterat und Acetoacetat beeinflussen. Diese Stoffe sind wichtig für die Anfallshemmung. Des Weiteren wurde bereits herausgefunden, dass der Blut- und Ketonspiegel eine starke negative Korrelation mit der Anfallsaktivität aufweist. Dies bedeutet: je niedriger der Blut- und Serumketonspiegel, desto mehr Anfallsaktivität. Daher ist es wichtig, den Ketonspiegel auf einen konstant hohen Level zu halten.

Warum Keto so effektiv ist

Wie oben beschrieben, ist der genaue Wirkmechanismus der ketogenen Diät noch nicht vollständig geklärt.  Erste Erklärungen liefern eventuell eine Veränderung der Mitochondrienfunktion. Eine erhöhte Mitochondrien-Zahl hat Auswirkungen auf den Körper. Die Erhöhung des Mitochondrienspiegels senkt den Glutathionspiegel und schützt so den Mitochondrienspiegel vor oxidativen Stress. Diese Form des Stresses kann ein möglicher Anfallsauslöser sein. Außerdem überqueren Ketone sehr leicht die Blut-Hirn-Schranke. Ketonkörper verursachen eine γ- Aminobuttersäure (GABA)-Synthese und weitere Prozesse. Zum Beispiel eine neuronale Membranhyperpolarisierung, die Freisetzung von Glutamat und eine Erhöhung von Noradrenalin und Adenosin. Außerdem gibt es Studien die zeigen, dass Ketonkörper die GABA Transaminase-Expression erhöht, was gleichbedeutend mit einem erhöhten GABA-Spiegel im Hirnareal ist. Dies führt zu einer Stimulation der Chlorid-Rezeptoren und ATP. Damit ist ein empfindlicher Kaliumkanal gemeint, der zur Hyperpolarisation der neuronalen Membran führt. Schlussendlich mündet dieser Vorgang in eine verminderte und reduzierte Erregbarkeit und somit zu weniger epileptischen Anfällen.

Gesteigerte Wirksamkeit bei Kindern 

Ketonkörper, die den mTOR-Weg hemmen, wirken krampflösend. Die Forschung sagt, dass KetonkörperEnzyme (nämlich Monocarbonsäure-Transporter) häufig abbauen. Dieses Enzym wird bei Säuglingen und Kindern häufiger gefunden. Mit zunehmendem Alter nimmt das Enzym allerdings ab. Daher ist die ketogene Diät bei Säuglingen und in der Kindheit meist effektiver als im Erwachsenenalter, wie diese Studie zeigt. Aber was genau ist mTOR? Es handelt sich um eine Serin-Kinase, die durch das immunsuppressiv wirkende Raoamycin inhibiert werden kann. Es kommt beim Menschen, sowie bei allen Säugetieren vor. Zentrale Wirkung von mTOR ist die Phosphorylierung von anderen Makromolekülen, wo durch diese aktiviert werden.

Potentielle Wirkungsmechanismen

Die Mechanismen, wie genau die ketogene Diät die Anfallskontrolle beeinflusst, sind noch nicht hundertprozentig aufgeklärt. Sie lassen sich jedoch laut Studien in zwei Kategorien einteilen:

  • Veränderungen des Energiestoffwechsels, einschließlich einer Abnahme der Glukosekonzentration mit Zunahme der Fettsäureoxidation und der Produktion von Ketonen
  • Veränderungen in der Neurotransmitterproduktion

Ergebnisse aus der Forschung

Eine Reihe von Studien (im Literaturverzeichnis angegeben) beschäftigen sich mit der Wirkung einer ketogenen Diät bei Epilepsie. Im Folgenden werden einige Ergebnisse aufgezeigt.

  • Wenn die Kohlenhydrate aus der Nahrung reduziert werden, sinkt der Blutzucker und der Ketonspiegel steigt an. Die ketogene Diät reduziert die Zufuhr von Glukose, verringert die Glykolyse und führt durch ausreichende Energiezufuhr durch Fettkonsumierung zu einer Verhinderung der Gluconeogenese, was zu einer erhöhten b-Oxidation und einem Anstieg der Ketonkörper führt, die zur Hauptenergiequelle für Neuronen werden 16-18.
  • Es wurde außerdem festgestellt, dass die Glykolyse allein eine Rolle bei der Anfallsreduktion spielt, wobei eine erhöhte Anfallsaktivität bei der Wiedereinführung von Kohlenhydraten und dem anschließenden Anstieg der Glykolyse beobachtet wurde. Mit abnehmender Kohlenhydrataufnahme und zunehmender Fettaufnahme bei einer ketogenen Diät stabilisiert sich die Blutzuckerproduktion und die Ketonproduktion beider endogene und diätetische Quellen steigen an und bieten eine stetige Brennstoffquelle für die Neuronen, wodurch die Wahrscheinlichkeit von Störungen der Energieverfügbarkeit verringert wird.8,17,19.
  • Der zweite Mechanismus, durch den KDs die Anfallsaktivität reduzieren können, besteht in Änderungen in Neurotransmittern, in vielen Fällen auf ähnliche Weise wie Medikamente gegen Epilepsie. Es wurde herausgefunden, dass Ketonkörper, insbesondere Acetoacetat und BOHB, 20 durch Gaminobuttersäure-Rezeptor induzierte Anfälle inhibieren.
  • 21 Es wurde gefunden, dass KDs die Produktion und die synaptische Freisetzung von Gaminobuttersäure erhöhen, wodurch die neuronale Erregungs- und Anfallsaktivität durch Verringerung der Umwandlung von Glutamat in reduziert wird Aspartat, 22,23 sowie möglicherweise die Blockierung der neuronalen Aufnahme von Glutamat durch das Vorhandensein von Acetoacetat im Serum.
  • 20 Darüber hinaus können BOHB und Acetoacetat aufgrund einer erhöhten Adenosintriphosphat-Kaliumkanalaktivität zu einer Hyperpolarisierung der Membran führen, wodurch möglicherweise die Freisetzung von Neurotransmittern verringert wird.
Autor Zahl der Patienten Alter der Patienten Anfallstyp Erfolgsrate
Petermann, 1925 37 2.25-14.5 PM, GM 60% Anfallsfrei

34,5% Verbesserung

5,5% keine Verbesserung

Talbot, 1926 12 Kinder PM, GM 50% Anfallsfrei

34,5% Verbesserung

17% keine Veränderung

Cooder, 1933 38 12 Jahre oder Jünger GM, PT 50% Anfallsfrei

34% Verbesserung

16% keine Verbesserung

Helmholz, 1937 501 Kinder UN Idiopathische Ätiologie
Wilkins, 1937 30 3-14 GM, PT, MM 27 % Anfallsfrei

50 % keine Verbesserung

Keith, 1963 729 Nicht bekannt UN 31% Anfallsfrei

24 % Verbesserung

39% keine Verbesserung

Hopkins, 1970 34 1-13 GM, MM 29% Anfallsfrei

32 % keine Verbesserung

Livingston, 1972 1001 Nicht bekannt UN 52% der Anfälle konnten kontrolliert werden

27% Verbesserung

21% keine Veränderung

Dodson, 1976 50 5-38 UN 50% Anfallsfrei

20-30% Verbesserung

Schwartz, 1989 59 5-54 M, A, IS, GTC, AB, SP, CP 81% -> Reduzierung der Anfälle um 50%
Klinsman, 1992 58 1-20 Multiple Anfälle 20% Anfallsfrei

38% Reduzierung der Anfälle um 50%

Swink, 1997 18 6.5-1.75 Multiple Anfälle Ab 6 Monaten: 50% Anfallsfrei

42% haben 50% Verbesserung

Vining, 1998 51 1-8 IS, SP, GTC, AB, CP, A, M Ab 1 Jahr: 53% Anfallsfrei
Freeman, 1998 150 0.34-16 Multiple Anfälle Ab 1 Jahr: 55% sind noch auf ketogener Diät gewesen, 90% hatten eine Verbesserung in der Anfallshäufigkeit 7% sind Anfallsfrei
Hassan, 1999 52 5.5 Multiple Anfälle 67% haben eine verringerte Anfallshäufigkeit, 11,5 % sind Anfallsfrei
Barborka, 1928 49 17-42 GM, PM 25% Anfallsfrei

34% Verbesserungen

41% keine Veränderungen

Barborka, 1930 100 16-51 GM, PM 12% Anfallsfrei

44% keine Veränderungen

Bastible, 1931 45 19-51 GM, PM 7% Anfallsfrei

69% Verbesserungen

21% Anfälle verstärkten sich

Notkin, 1934 20 22-47 GM Keine Verbesserungen
Sirven, 1999 11 4-19 CP, SGTC 6 von 11 hatten 50% weniger Anfälle

www.ketoseportal.de

GABA und ketogene Ernährung

Bei GABA handelt es sich um einen hemmenden Neurotransmitter im Gehirn, der bei Epilepsie- Patienten möglichst hoch sein sollte. Wichtig zu wissen ist, dass GABA selbst durch medikamentöse Gabe häufig nicht erhöht werden kann. Das Gute ist, dass eine ketogene Ernährungsweise auf natürliche Weise GABA im Körper erhöht. In einer Studie von Yudkoff aus 2008 wurde dieses Ergebnis wissenschaftlich nachgewiesen.Durch die natürliche Erhöhung von GABA werden die Epilepsie-Symptome (in Form von Anfällen) deutlich gelindert. Der Fakt, dass diese Wirkung ohne medikamentöse Behandlung eintritt, sollte nicht außer Acht gelassen werden. Hier umgeht man sämtliche medikamentösen Nebenwirkungen. Damit erreichst Du eine bessere Lebensqualität!

Vorteile der ketogenen Diät für Epilepsie

Der Vorteil bei einer ketogenen Behandlung von Epilepsiepatienten liegt vor allen an einer verbesserten Anfallskontrolle der Patienten. Gleichzeitig müssen dafür aber keine hohen Dosen an sogenannten „antikonvulsiven Medikamenten“ verabreicht werden. Für die Patienten ist dies ein großer Vorteil, da häufig die Nebenwirkungen der Medikamente den Alltag beeinträchtigen.

Aber was genau sind antikonvulsive Medikamente? Antikonvulsivum sind Arzneimittel, die gegen epileptische Erkrankungen oder auch Anfallserkrankungen eingesetzt werden können. Die Substanzen hemmen die neuronale Erregbarkeit im zentralen Nervensystem (ZNS). Genauer sorgen die Medikamente für eine Blockade spannungsunabhängiger CA+ – Kanäle und NA+ – Kanälen. Außerdem sorgt es für eine Verstärkung von GABA-vermittelten Hemmungsmechanismen.

Medikamente und ihre Nebenwirkungen von Keto speziell bei ketogener Ernährung

Leider haben solche Wirkungen auch Nebenwirkungen, die teilweise sehr stark beeinträchtigen. Diese Nebenwirkungen treten nicht bei allen Patienten auf, sind allerdings vermehrt zu beobachten. Es kann zum Beispiel zu einer sedierenden Wirkung kommen. Patienten fühlen sich zum Teil sehr erschöpft und Müde, so dass Alltagsaufgaben häufig sehr schwer zu bewältigen sind. Des Weiteren kann es auch zu allergischen Reaktionen kommen, wie zum Beispiel einen Hautausschlag oder starker Juckreiz auf verschiedenen Bereichen der Haut. Außerdem kann es bei Patienten manchmal zur Diplopie kommen. Mit Diplopie ist das Symptom des Doppelsehens gemeint. Vielleicht hat der ein oder andere dies schon mal nach einem intensiveren Alkoholgenuss erlebt. Jedenfalls handelt es sich um Nebenwirkungen, die den normalen Alltag erschweren.

Des Weiteren kann es zur „Keto-Grippe“ kommen. Dies ist ein vorübergehender Zustand, der Symptome wie Verstopfung, Austrocknung oder Mundgeruch hervorruft. Kein Grund zur Sorge: Die Symptome klingen meist innerhalb von 2 bis 14 Tagen wieder ab. Außerdem kann es zur Entstehung von „Nierensteinen“ kommen. Es kann allerdings Medikamentös entgegengewirkt werden. Die frühzeitige Gabe von Medikamenten ist hier ein gutes Mittel, um prophylaktisch gegen die möglichen Nebenwirkungen vorzugehen.  Auch hier gilt: Deine ketogene Diät sollte immer unter ärztlicher Aufsicht stattfinden, um die bestmöglichste Kontrolle und Sicherheit zu Gewährleisten.

Erste Hinweise auf Wirkung von Keto bei Epilepsie

1921 beobachteten Experten, dass Hungern die Anfallssituation bei Epilepsie-Patienten verbessert. Der kohlenhydratarme Zustand war dafür ausschlaggebend und Ärzte versuchten, diesen durch ausreichende Protein- und Fettzufuhr aufrechtzuerhalten. Die Anfälle reduzierten sich bis zu 15%. Bei 50% der Epilepsie-erkrankten Kinder sogar bis zu 90%. Damit wurde die ketogene Diät nach Kaliumbromid und Phenobarbital die dritte antikonvulsive (konvulsiv = krampfend) Therapieoption.  Anwendbar ist sie prinzipiell in jedem Alter und jeder Form der Epilepsie. Ketonen selbst wird eine krampflindernde und nervenschonende Eigenschaft zugesprochen.  In Tierversuchen wurde festgestellt, dass Ketone den Verlauf der Epilepsie verlangsamt. In der Ketose sank die Anzahl der Anfälle. Sobald wieder Kohlenhydrate hinzugefügt und damit die Ketose unterbrochen wurde, kamen die Anfälle zurück.

Die genaue Wirkungsweise der ketogenen Diät ist wissenschaftlich noch nicht hundertprozentig erforscht. Die Experten vermuten jedoch, dass es eine Kombination der verschiedenen Änderungen in den Gehirnstoffwechseln ist, die vielen Patienten hilft. In folgendem Abschnitt werden wir wissenschaftliche Studien durchleuchten, die sich mit ketogener Ernährung und Epilepsie beschäftigen. Eine Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen ist in den meisten Fällen möglich. Da eine ketogene Diät meistens teurer ist (Nahrungsmittelbeschaffung), gibt es entsprechende Zuschüsse. Klinische Aufenthalte werden meistens komplett bezahlt. Im Zweifel immer an die eigene Krankenkasse wenden und die Modalitäten vorher abklären.

Die John Hopkins- Diät

Die John Hopkins- Diät wird seit Anfang des Jahrhunderts in Amerika durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine ketogene Diät, die in der Regel über eine Dauer von 2 Jahren durchgeführt wird. Das Ziel ist es, epileptische Anfälle zu vermindern oder die Epilepsie komplett zu heilen. Es wird in der Regel als die Standard- und klassische Form der ketogenen Diät gesehen. Die meisten Patienten befinden sich in einem Alter von 3 bis 12 Jahren. Bei der Diät wird stark auf das Verhältnis zwischen Fett und Proteinen geachtet. Meistens wird mit einem 3:1 Verhältnis begonnen, bevor dann auf 4:1 erhöht .

Falls Ihr Interesse an einer solchen Diätform habt, könnte dieser Artikel für Euch interessant sein. Dort erhaltet Ihr interessante Tipps & Tricks rund um die ketogene Ernährung. Außerdem zu empfehlen ist auch die folgende Artikel mit vielen leckeren ketogenen Rezepten und tollen Ideen zum nachkochen. Die Rezepte sind aber nicht speziell für Epileptiker. Bei Epileptikern gibt es strengere Vorgaben, was bedeutet, dass die Rezepte abgewandelt werden müssen.

Keto durchhalten? Deine Einstellung ist Entscheidend!

Jeder Mensch (in dem Fall Kind) ist Individuell und es gibt nicht den passenden Plan für alle Gleichzeitig. Daher ist es wichtig, die ketogene Diät individuell anzupassen. Die Diät erfolgt unter ärztlicher Aufsicht. Kontrollbesuche und Überprüfungsintervalle sind Standard. Die Kinder nehmen während der ketogenen Ernährung Multivitamine und Ergänzungen für den Mineralstoffhaushalt zu sich (besonders Kalzium). Auch werden zu Anfang antikonvulsive Medikamente verabreicht. Diese haben zu Anfang der Diät die normale bzw. übliche Dosis. Quasi so, als würden sie als Monotherapie eingesetzt. Allerdings werden die Medikamente im Laufe der Keto Diät reduziert, je nachdem, wie das Kind auf die ketogene Diät anspricht. Dies bedeutet, je besser die ketogene Diät bei einem Kind wirkt, desto weniger Medikamente werden im Laufe der Therapie benötigt. Weniger Medikamente bedeutet zeitgleich auch einen deutlich geringeren Leidensdruck, aufgrund der oben beschrieben Nebenwirkungen der Antikonvulsiva.

Welche Risiken für Dich bestehen bei ketogener Diät für Epilepsie

Sehr wichtig ist auch der Rahmen, in der die Therapie stattfindet. Da es sich hier um eine Therapieform für Epilepsie handelt, sollte dieser Rahmen fest gegeben sein. Dazu gehört ein erfahrenes Behandlungsteam aus Experten und Pädagogen. Optimalerweise sollte das Behandlungszentrum auch auf Epilepsie-Behandlungen spezialisiert sein. Daher ist schon mal ein wichtiger Aspekt gegeben: Die ketogene Diät sollte zur Epilepsie-Behandlung nicht in Eigenregie ausgeführt werden. Es handelt sich hierbei nämlich um eine anerkannte Therapieform. Dies erfordert eine elterliche und ärztliche Überwachung. Für den Körper der Kinder ist es meist eine größere Umstellung. Schließlich haben sie sich vorher noch nie Ketogen ernähren müssen. Daher ist zu Anfang mit leichteren Komplikationen zu rechnen.

Welche Welche Nebenwirkungen Dich oder dein Kind erwarten

Natürlich birgt auch die ketogene Diät (nicht „ketogene Ernährung“) ein erhöhtes Risiko für ungewünschte Wirkungen. Da die ketogene Diät erstmal eine (für den Körper) unnatürliche Methode zur Nährstoffversorgung darstellt, sind Nebenwirkungen während der Epilepsie-Therapie möglich. Allerdings halten diese sich im Vergleich zu den Nebenwirkungen von Antikonvulsiva in Grenzen. Bekannte Nebenwirkungen bei einer klassischen ketogenen Diät bei Epilepsie sind:

  • Wachstumshemmung aufgrund von Proteinmangel (kann durch Tabletten ausgeglichen werden)
  • Vitamin- und Mineralstoffmängel (kann durch Tabletten ausgeglichen werden)
  • Übelkeit, Erbrechen oder Darmträgheit. In diesem Artikel https://ketoseportal.de/30-tips-verstopfung-ketose/ erfährst Du mehr darüber!
  • anormal hohe Blutfettwerte nach Beenden der Diät
  • Pankreatitis
  • Dehydration
  • verminderte Knochendichte
  • unregelmäßige Menstruation (bei weiblichen Jugendlichen und Frauen)

Wann lohnt sich die ketogene Diät bei Epilepsie?

Die ketogene Diät wird häufig dann nicht angewendet, wenn das Kind keine starken Nebenwirkungen hat. Außerdem sollten die die Medikamente gut wirken und Anfälle reduzieren können. Dies ist in vielen Fällen leider nicht gegeben. Leider verspüren viele Kinder die typischen Nebenwirkungen (zum Beispiel eine starke Müdigkeit). Was über allem stehen muss ist die Frage: Profitiert das Kind von der ketogenen Diät? Diese Frage stellt sich vor allem dann, wenn ein Kind auf 2 bis 3 verschiedene antikonvulsive Medikamente nicht anspricht. Hier wird der Leidensdruck durch die Nebenwirkungen zu hoch. Gleichzeitig sinkt die Lebensqualität der Patienten enorm. Auch für nahe Angehörige (zum Beispiel die Eltern oder Geschwister), ist diese Zeit eine harte Belastung.

Selbstkontrolle erforderlich!

Selbstkontrolle ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg der ketogene Diät für Epilepsie. Vorstellbar ist, dass es älteren Kindern (zum Beispiel zwischen 10-12 Jahren) deutlich leichter fallen wird. In diesem Alter sind Mechanismen der Selbstkontrolle schon deutlich eher ausgeprägt als in jüngeren Jahren. Im Optimalfall sollte das Kind in der Lage sein, sich selbst zu kontrollieren. Wichtig ist, dass selbst ein Konsum von kleinen Kekskrümeln oder anderen Süßigkeiten den Effekt der Diät zu Luft macht. Zudem sollten Kinder davon abgehalten werden, Zucker über meist unscheinbare Mittel aufzunehmen (zum Beispiel Mundwasser). Eine geringe Selbstkontrolle erhöht in dieser Phase die Gefahr für einen epileptischen Anfall.

Sinnvolle Ergänzungen für die ketogene Diät gegen Epilepsie

Es gibt Ergänzungen, die Du während Deiner ketogenen Diät zu Dir nehmen kannst. Eine kleine Liste ist hier dargestellt:

Empfohlene Ergänzungen

  • Multivitamine mit Mineralien und Spurenelementen
  • Kalzium mit Vitamin D

Optionale Ergänzungen:

  • Selenium
  • Magnesium
  • Phosphorus
  • Vitam D
  • Eisen
  • Abführmittel
  • Carnitin
  • Citrat

Ketogene Ernährung für Epilepsie: Worauf musst Du achten?

Wenn ketogene Diät Epilepsie verhindern soll, musst Du gewisse Sachen beachten. Es gibt Kontraindikationen, die zu Problemen führen können. Was sind Kontraindikationen? Unter einer Kontraindikation (Gegenanzeige) versteht man in der Medizin ein Kriterium oder einen Umstand (beispielsweise Schwangerschaft oder eine bestimmte Krankheit), die eine – an sich angezeigte – diagnostische oder therapeutische Maßnahme verbieten. Dies bedeutet, dass zum Beispiel ein Arzneimittel wegen einer vorliegenden Kontraindikation nun nicht mehr eingesetzt werden darf.

Beziehe alle mit ein!

Eine große Hilfe für das Kind ist auch der Einbezug aller Beteiligten Personen im nahen Umfeld. Um zu gewährleisten, dass ketogene Diät Epilepsie wirksam reduziert. Damit ist das enge Umfeld (Eltern, Geschwister und beste Freunde) aber auch das erweiterte Umfeld gemeint (Bekannte der Eltern, Freunde und Schule). Dazu gehört natürlich auch, dass alle Beteiligten (besonders die Beteiligten aus dem engen Umfeld) über den Prozess der ketogenen Diät aufgeklärt sind.

Das abwiegen der Portionen, die Urintests –all das kostet Zeit. Gefordert ist natürlich (ab einem gewissen Alter) die Selbstkontrolle! Aber mit Unterstützung und Verständnis aus dem Umfeld, wird es dem Kind leichter fallen. Es wird die innere Überzeugung entwickeln, dass die ketogene Ernährung was Gutes ist. In diesem Fall ist die Erfolgschance, dass die Keto Ernährung durchgegezogen wird und ihre Wirkung entfaltet, deutlich höher.

Wann solltest Du ketogene Diät gegen Epilepsie nicht anwenden?

Es gibt gewisse Kontraindikationen bei einer ketogenen Diät. Dies ist ein Umstand, bei dem Du die ketogene Ernährung gegen Epilepsie nicht anwenden solltest und es zu Komplikationen gesundheitlicher Art kommen könnte. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Die Auflistung zeigt Dir, wann Du aufpassen solltest:

Relative Kontraindikationen für ketogene Diät bei Epilepsie:

  • Kandidaten für eine Epilepsieoperation
  • Schlechter Ernährungszustand
  • Spezielle Diät wird benötigt
  • Elterliche noncompliance (Eltern sind dagegen oder machen nicht mit)
  • Durch eine Diät verschlimmerte Krankheiten

Absolute Kontraindikationen gegen ketogene Diät für Epilepsie:

  • Primärer Carnitinmangel
  • Carnitin Palmitoyltransferase 1 oder 2
  • Carnitine- Translokase Defizit
  • Fettoxidations- Defekte
  • Porphyrie (Defekte in Enzymen)
  • Pyruvate Carboxylase- Mangel
  • Fettstoffwechselstörungen (Beta – Oxidationsdefizite); verschiedene Typen

Ketogene Diät Epilepsie

Wir zeigen Dir hier Studien, wo eine ketogene Diät bei Epilepsie angewandt wurde. Du wirst schnell sehen, dass es sich lohnt, eine ketogene Ernährung bei Epilepsie anzuwenden.

 

Studie Ergebnisse

Vining et al. 1998

51 Kinder mit 230

Anfällen/ Monat

  • 47% haben über 1 Jahr an der Behandlung teilgenommen
  • Effektivität nach 1 Jahr: 90 % Verbesserung bei 43 % der Kinder
  • Nebenwirkungen: Lethargie, Stimmungsschwankungen, erhöhte Erkältungsgefahr
  • Gründe für möglichen Abbruch: Unverträglichkeit, Probleme mit der strengen Diät
Freeman et al. 1998

150 Kinder mit 410 Anfällen/ Monat

  • Nach 1 Jahr: 100% Verbesserung bei 7%, über 90 % Verbesserung bei 27%, 50-90% Verbesserung bei 50%
  • Eine Verbesserung von 50% innerhalb der ersten 3 Monate, die andere Hälfte hatte auch danach keine Verbesserung mehr
Freitas et al. 2007

70 Kinder mit einer refraktären Epilepsie

  • 55% haben über 1 Jahr an der Behandlung teilgenommen
  • Effizienz der Anfallskontrolle: Bei 75 % eine 70% Verbesserung, bei 75-25% eine 25% Verbesserung
  • Gründe für einen Abbruch: schlechte Laune, Übelkeit und Erbrechen
  • Bei allgemeiner Epilepsie wirksamer als bei partieller Epilepsie
Neil et al. 2008

Randomisierte Studie kontrollierter Studie mit 103 Kindern mit einer refraktären Epilepsie

  • Effizienz der Anfallskontrolle nach 3 Monaten Behandlung:
  • Ketogene Diät (54 Kinder): 75% weniger Anfälle im Vergleich zur Kontrollgruppe (49 Kinder)
  • Nebenwirkungen: Verstopfung, Erbrechen, Energiemangel, Hunger und Bauchschmerzen

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Bei der modifizierte Atkinson- Diät (MAD) gibt es eine neuere Studie. Auf die modifizierte Atkinson Variante wird im Artikel noch ausführlich eingegangen.

Studie Ergebnisse
Sharma et al., 2013, randomisierte Studie, in denen 2 Gruppen miteinander verglichen werden (Atkinson vs. Normale Ernährung). Teilnehmer: Kinder und Erwachsene mit refraktärer Epilepsie.
  • Effizienz nach 3 Monaten Behandlung:
  • Atkinson-Diät: 50 Personen hatten eine signifikante Reduzierung der Anfallshäufigkeit (Verglichen mit der Kontrollgruppe).
  • Es gab keine Abbrüche in der Atkinson- Gruppe. Einzige Nebenwirkung: leichte Verstopfung bei einigen Patienten

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Es gibt auch Diäten die sich nach dem sogenannten glykämischen Index orientiert. Der glykämische Index wird in Prozent ausgedrückt. Um ihn zu ermitteln, wird der Verlauf des Blutzuckeranstieges nach Verzehr von 50 Gramm Kohlenhydraten aus einem Lebensmittel gemessen. Als Vergleichswert wird der Blutzuckeranstieg nach Aufnahme von 50 Gramm Glucose ermittelt. Dieser Referenzwert wird gleich 100 Prozent gesetzt. Kohlenhydrathaltige Lebensmittel, die einen schnellen und/oder hohen Blutzuckeranstieg auslösen, haben somit einen hohen glykämischen Index. Hier bieten wir Dir einen Überblick über die Studien:

Studie Ergebnisse
Muzyjewicz et al., 2009, 76 Kinder mit refraktärer Epilepsie
  • Effizienz der Anfallskontrolle nach 1 Jahr Behandlung: 66% Verbesserung bei 50% der Behandelten Personen
  • Nur 3 Patienten berichten von Müdigkeit
  • Der hauptsächliche Grund für einen Abbruch war die Strenge der Diät
Coppolla et al., 2011, 15 Kinder und junge Erwachsene mit refraktärer Epilepsie
  • Effizienz der Anfallskontrolle nach 1 Jahr Behandlung: 40% Verbesserung bei 75-90% der Personen
  • Es wurden keine Nebenwirkungen berichtet

Was sagen uns nun die Ergebnisse? Die klassische ketogene Variante zur Behandlung von Epilepsie ist bewährt. Es wurden angepasste und neuere Diätformen entwickelt. Diese stellen sich aber als höchstens genauso Wirksam wie eine ketogene Diäten heraus. Ein Vergleich findet sich in folgender Abbildung:

Studie Ergebnisse
Neal et al., 2009, randomisierte Studie die eine ketogene Diät mit einer MCT- Diät
  • Keinen Unterschied in der Effizienz zwischen MCT und einer ketogenen Diät.
Martin et al., 2016, Review von 7 randomisierten Studien von Kindern und Erwachsenen mit Epilepsie
  • Effizienz der klassischen ketogenen Diät: 85% Anfallsreduktion und 55% frei von epileptischen Anfällen
  • Effizienz MAD: 60% Anfallsreduktion und 10% frei von Anfällen
  • Klassische ketogene Diät hat größere Effekte
Klein et al., 2014, Review von Studien mit ketogener Diät und MAD mit Jugendlichen mit refraktärer Epilepsie
  • Effizienz der klassischen ketogenen Diät: 50 % hatten eine Verbesserung von 32%, 90% hatten eine Verbesserung von 9%
  • Effizienz von MAD: 50 % hatten Verbesserung von 29%, 90% hatten eine Verbesserung von 5%
  • Nebeneffekte sind in beiden Bedingungen ähnlich gewesen
Ye et al., 2015, Meta- Analyse. Vergleich zwischen einer ketogenen Diät, MAD & MCT + KD
  • Die ketogene Diät (52%) hat signifikant höhere Effizient als MAD (34%).
  • Die eigenständige Mitarbeit an der Diät war bei MAD höher als bei der ketogenen Diät

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Effizienz der John- Hopkins Diät

Laut Daten des John- Hopkins- Instituts gehen die Anfälle bei der Hälfte der Kinder zurück. Dies ist eine Besserung von 50 %. Die Kinder hatten eine klassische ketogene Diät über den Zeitraum von sechs Monaten durchgeführt. Die Hälfte dieser Gruppe zeigte eine Verbesserung von 90 %. Außerdem blieben fast 15 % der Kinder (in der klassischen ketogenen Diät) völlig Anfallsfrei. Dazu kommt, dass sie zusätzlich keine medikamentöse Belastung durch Antikonvulsiva haben. Die Medikamente konnten in Laufe der Therapie stufenweise abgesenkt werden. Natürlich nur bei den Kindern, die auf die ketogene Ernährung positiv reagieren. Durch das langsame Ausschleichen der Medikamente ist der Alltag der Kinder nicht mehr so anstrengend. Eine Komponente, die nicht zu unterschätzen ist, besonders im Hinblick auf die langfristige Mitarbeit der Kinder. Im Vorfeld zu prognostizieren, welche Kinder auf die Diät ansprechen werden, ist schwierig. Empfohlen wird ein ketogener Zeitraum von sechs Monaten. Danach wird die Situation individuell analysiert. Es wird geschaut, ob die Therapie eine Wirkung zeigt oder nicht. Im Rahmen des Programms wird berichtet, dass immerhin die Hälfte der Kinder die Diät ein Jahr später noch einhalten.

Eine modifizierte Atkinson-Diät

Seit dem Jahr 2002 wird in Amerika im Johns-Hopkins-Krankenhaus noch eine andere Form der ketogenen Diät angeboten. Die modifizierte Atkinson- Diät unterscheidet sich von dem Vorgänger. Lustigerweise entstand der Grundgedanke zur Diät eher durch einen Zufall. Die Mutter reduzierte im Vorfeld eines Klinikaufenthaltes in eigener Regie die KohlenhydratzufuhrZiel war es, dass Kind zum Zeitpunkt der Aufnahme ins Krankenhaus frei von Anfällen zu bekommen. Das Vorhaben gelang. Die festgelegten Kohlenhydrate wurden auf 10 Gramm pro Tag beschränkt. Die Mutter berichtete ihr Vorgehen und das Kind hatte tatsächlich weniger epileptische Anfälle.

Ebenfalls im Jahr 2002 begann das Behandlungszentrum eine Fallstudie mit sechs Kindern und vierzehn Erwachsenen. Diese befolgten nicht 100 % die klassische ketogene Diät, sondern eine abgeschwächte Form. Ein Verhältnis von 4:1 wird hier in der modifizierten Variante bevorzugt. Eine grobe Vorgabe über Energiequellenverteilung sind circa 65% Fett, 5% Kohlenhydrate und circa 30% Proteine. Das Ziel ist es, die epileptischen Anfälle zu reduzieren. Wichtig ist sich im Hinterkopf zu behalten, dass es sich immer noch um eine ketogene Ernährungsweise handelt.

Damit ketogene Diät Epilepsie wirksam behandelt- werden die Patienten werden bei der modifizierten Variante nicht stationär aufgenommen. Außerdem mussten sie zu Beginn der Diät nicht fasten. Ebenfalls unterlagen die Protein-Kalorien-und die Flüssigkeitsaufnahme keiner Beschränkung. Die Versuchspersonen konnten so viele Kalorien zu sich nehmen, wie sie Lust hatten. Außer natürlich Kohlenhydrate, diese sind verboten gewesen. Den Patienten wurde einzig auferlegt, möglichst fettreiche Nahrung zu sich zu nehmen.

Eine vielversprechende Erfolgsquote von Keto gegen Epilepsie

Die Erfolgsquote war erfreulich. Von den 20 Patienten haben 2/3 eine verringerte Quote von epileptischen Anfällen. Neun weitere Patienten konnten zumindest ihre Medikamentendosis reduzieren. Dies ist ebenfalls wichtig, denn die Nebenwirkungen von Antikonvulsiva sind nicht zu unterschätzen. Teilweise bestimmen die Nebenwirkungen den Alltag, in Form von Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Umso besser, dass mit einer gleichzeitigen ketogenen Diät die medikamentöse Behandlung schrittweise reduziert werden kann!

Doch auch bei Kindern zeigt sie hervorragende Resultate. 2013 wurde ein Bericht veröffentlicht, der die ausgewerteten Ergebnisse der letzten 10 Jahre zusammenfasste. Laut diesem Bericht wiesen 53% der Kinder eine Anfallsreduktion von 50% auf bei der ketogene Diät gegen Epilepsie. Außerdem sind 15% der Kinder tatsächlich anfallsfrei geworden. Bei den Erwachsenen waren es rund 3%, aber dennoch reduzierten sich bei 30% der Patienten die Anfälle um 50%. Die vielversprechenden Ergebnisse motivierten die Ärzte zusätzlich. Es wurde eine Art Protokoll angefertigt. Das Protokoll beinhaltete einen genauen Ernährungsplan der 20 Kinder. So wurde versucht, den Therapieerfolg auch für zukünftige Epilepsie- Patienten zu gewährleisten. Hier ein Auszug aus dem Protokoll:

  • Die Familie des Patienten erhält einen Leitfaden für die Kohlenhydratkontrolle.
  • Die Kohlenhydratzufuhr ist im ersten Monat auf 20 Gramm pro Tag begrenzt
  • Eine hohe Aufnahme von Fetten in Form von Mayonnaise, Butter, Ölen usw. wird empfohlen. Genaue Angaben zur Menge werden aber nicht gemacht.
  • Klare kohlenhydratfreie Flüssigkeiten und Kalorien werden nicht beschränkt.
  • Die Kinder erhalten teilweise Nahrungsergänzungsmittel. Besonders Kalzium ist von wichtiger Bedeutung.
  • Sehr wichtig: Die Ketone müssen kontrolliert werden! Genaugenommen der Ketonspiegel. Dies passiert über Urinproben, die zweimal in der Woche abgegeben werden.
  • Das Gewicht wird einmal in der Woche überprüft und dokumentiert.
  • Im ersten Monat sollten keine kohlenhydratarmen Produkte gekauft werden. Es handelt sich zum Beispiel um Shakes. Die Patienten können sich nie sicher sein, ob nicht doch Kohlenhydrate zugemischt wurden. Häufig kommt es auch zu Verwechslungen oder Missverständnissen.
  • Ein vollständiges Blutbild wird mindestens alle drei Monate erhoben. Auf Wunsch kann dieses Blutbild auch monatlich erstellt werden.
  • Ein Stoffwechselprofil wird ebenfalls alle drei Monate erstellt. Dies ist wichtig, um den Prozess zu überwachen und mögliche Komplikationen früh genug zu erkennen.

Die Anfangsphase der ketogenen Diät gegen Epilepsie

Um den Einstieg für (besonders Jüngere) Kinder zu erleichtern, gibt es eine gewisse Vorgabe für ketogene Diät gegen Epilepsie. Diese Vorgaben sind wichtig, um den richtigen Start in die ketogene Diät zu erlangen. Denn besonders in der ersten Zeit kommt es vermehrt zu Fehlern in der Ausübung der Diät. Dies hat zur Folge, dass die Kinder länger Medikamente nehmen müssen als eigentlich nötig. Die Anfangsphase der Atkinson-Diät wird im folgenden Teil beschrieben:

  • Zu Anfang der Behandlung bekommt das Kind eine Fastenkur verschrieben. Diese Fastenkur dauert zwischen 24 und 48 Stunden. Anschließend folgt ein mehrtätiger Krankenhausaufenthalt, bei dem der Zustand des Körpers untersucht wird und mögliche Nebenwirkungen erfasst werden. Ziel ist es, mögliche Nebenwirkungen der ketogenen Diät für Epilepsie früh zu erkennen und dem entgegen zu wirken.
  • Vor der stationären Aufnahme des Kindes wird drei Tage lang ein Ernährungsprotokoll geführt, so dass die Ärzte die durchschnittliche tägliche Kalorienzufuhr kennen, um die Keto Epilepsie Spezialdiät an den Wachstumsbedarf des Kindes anzupassen.
  • Das Ziel besteht darin, den Body Mass Index (BMI) in der 50. Perzentile zu halten.
  • Der Proteingehalt des Keto Diätplans richtet sich nach dem Alter des Kindes, der Nierenfunktion und Stressfaktoren.
  • Nierenfunktionen, das Alter des Kindes und mögliche Stressfaktoren beeinflussen den Proteingehalt des Diätplans für die ketogene Ernährung. Die Proteinzufuhr muss dementsprechend angepasst werden. Außerdem muss dieser täglich überwacht werden.
  • Die Eltern erhalten eine viertätige Schulung. Dies ist wichtig, um das Verständnis der Eltern für die ketogene Diät gegen Epilepsie zu bekommen. Auch die Eltern müssen den Vorgang verstehen. Sie spielen auch eine wichtige Rolle in der Compliance/Mitarbeit des Kindes, da sie das Kind besser überwachen können. Überwachung hört sich im ersten Moment drastisch an, damit ist aber lediglich die Kontrolle über gewisse Mahlzeiten gemeint.

Die ketogene Diät ist für Kinder keine langfristige Ernährungsform. Bei Erwachsenen ist dies durchaus möglich, aber im kindlichen Kontext nicht umzusetzen. Die meisten Kinder (bei denen die ketogene Diät epileptische Anfälle reduziert), setzen die Keto Diät ungefähr zwei Jahre fort. Wichtig ist, dass die ketogene Ernährung innerhalb der zwei Jahre nicht abgebrochen werden darf. In der Übergangsphase zur herkömmlichen Ernährung ist es sinnvoll, dies in kleinen Schritten zu vollziehen. Dies bedeutet, dass die Nahrungsplan nach und nach mit kohlenhydratreicher Nahrung (zum Beispiel Pommes Frites) angereichert wird.
Die Atkinson-Diät ist in Deutschland noch nicht weit verbreitet. In einigen Epilepsie- Zentren wird sie aber bereits angeboten.

Ketogene Diät – Anwendung in Deutschland

Die ketogene Diät wird mittlerweile auch in Universitätskliniken in Deutschland angewandt. So passiert es derzeit im Universitätsklinikum Freiburg. Es handelt sich um eine Variante, unter denen Kinder mit schwer behandelbaren Epilepsien eine ketogene Diät unter ärztlicher Aufsicht erhalten. Wichtig zu erwähnen ist, dass die Kinder in stationärer Behandlung gewesen sind. Die Behandlung wurde unter Aufsicht von erfahrenen Ärzten und Ernährungsberaterinnen durchgeführt.

Noch sind die Wirkmechanismen nicht hundertprozentig geklärt. Im Verlaufe des Artikels werden aber noch Studien aufgezeigt, wo zum Beispiel neuroprotektive Prozesse und Wirkungen aufgezeigt werden. Zu den Ergebnissen der Behandlung: es zeigt sich, dass die Diät sich circa bei der Hälfte der Kinder als erfolgreich erweist. Das bedeutet, bei 50 % der Kinder treten weniger Epilepsie- Anfälle als vor der Behandlung mit der ketogenen Diät bei Epilepsie auf. Diese Daten sind ein sehr großer Erfolg!

Darmbakterien bei ketogener Diät

Im Jahr 2018 wurden Darmbakterien identifiziert, die eine entscheidende Rolle bei der krampflösenden Wirkung haben. Besonders bei einer fettreichen und gleichzeitig kohlenhydratarmen Diät, wie es für eine ketogene Diät typisch ist. Die in der Studie von A. Olsen et al. (2018) publizierten Daten zeigen einen Zusammenhang zwischen dem Rückgang epileptischer Anfälle und Darmmikrobiota in Mausversuchen.

Es zeigt sich, dass die Mikrobiota des Darms eine entscheidende Rolle spielen. Durch eine ketogene Diät werden die Mikrobiota im Darm verändert. Außerdem sorgen diese dafür, dass der Metabolismus (Stoffwechsel) des Wirts und die Anfälligkeit für Anfälle verringert werden. Zusätzlich zeigen die Ergebnisse, dass die Mikrobiota für den Schutz vor akuten elektrisch induzierten Anfällen und spontanen tonisch-klonischen Anfällen verantwortlich sind. Dies ist eine sehr interessante neue Erkenntnis. Bisher gab es wenige Studien, die genaue neuroprotektive Wirkungen exakt nachweisen konnten.

Extrem gute Wirksamkeit bei Kindern

Es gibt eine erstaunliche Erfolgsquote im Kindesalter! Der Grund dafür: Das Gehirn von Kindern ist noch in der Entwicklung. Dadurch hat eine Therapie (beispielsweise mit Hilfe von ketogener Ernährung) eine besonders hohe Chance auf Erfolg. Es gibt viele Studien, die auf einen Langzeitnutzen bei Kindern hinweisen. Exemplarisch ist hier mal eine Studie verlinkt. In dieser Studie gab es eine Messung über einen Zeitraum von 3-6 Jahren. Es nahmen insgesamt 83 Kinder an der Studie Teil. Alle Kinder litten unter schwer zu kontrollierenden epileptischen Anfällen, wo meistens keine Besserung zu erwarten wäre. Die Realität sieht aber anders aus, denn 13 % der Kinder sind nach Einhaltung der Diät komplett frei von epileptischen Anfällen. Bei 14 % der Kinder gab es einen Rückgang der Anfälle um circa 95%. Außerdem haben 30 Kinder ihre Medikamente absetzen können, da die Anzahl der epileptischen Anfälle durch die ketogene Lebensweise deutlich zurückgingen. Dies bedeutet gleichzeitig eine höhere Lebensqualität, da es keine medikamentös bedingten Nebenwirkungen mehr für die Kinder gibt. Zusätzlich gibt es noch weitere Studien, die deutlich belegen, dass die ketogene Ernährung besonders bei Kindern eine hohe Wirksamkeit gegen Epilepsie hat.

Ketogene Diät & Epilepsie: Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen

Um zu sehen, ob ketogene Diät Epilepsie wirksam behandelt, gucken wir uns nun einig Studien an. Es gibt viele Studien, die eine Wirkung wissenschaftlich nachweisen.

In einer Studie von Schwartz & Eaton (1989) nahmen circa 60 Kinder und 5 Erwachsene mit starker Epilepsie teil. Die Medikation hat zuvor nichts bewirkt. Nun haben die Versuchspersonen eine ketogene Diät praktiziert. Zusätzlich wurde die Ernährung durch MCT-Öl ergänzt. Das Ergebnis spricht für sich: Bereits nach nur drei Monaten hatten 80 % der Teilnehmer weniger epileptische Anfälle. Teilweise wurde die Anfallshäufigkeit sogar um 50 % reduziert. Als Fazit kann gesagt werden, dass die ketogene Ernährung eine erfolgreiche Therapie ist. Dies scheint besonders dann zuzutreffen, wenn gleichzeitig die medikamentöse Behandlung nicht anspricht.

Eine weitere Studie ist die von Martin (2016). Anzumerken ist, dass hier ein unabhängiges Institut mehrere Studien in eine zusammengefasst hat. Die sogenannte „Cochrane-Collaboration“ ist eine anerkannte wissenschaftliche Institution, welche nach höchsten Standards arbeitet. Die Ergebnisse haben ein großes Gewicht in der Wissenschaft und sind höchst Vertrauenswürdig. Insgesamt wurden Daten aus sieben Studien zusammengefasst, in denen 427 Kinder teilnahmen. Die Kinder praktizierten all eine ketogenen Ernährung, mit dem Ziel, epileptische Anfälle zu verringern oder das Auftreten der Anfälle gänzlich zu stoppen. Sieben Studien mit insgesamt 427 Kindern wurden analysiert, bei allen wurde die ketogene Ernährung als Intervention bei epileptischen Kindern angewandt. Alle Studien waren gut geführt, die Kinder machten gut mit und es gab eine sehr gute Betreuung. Die epileptischen Anfälle der Kinder wurden zwischen 55 – 85% reduziert! Auch die Ernährungsform wurde von den Kindern akzeptiert und positiv angenommen. Eventuell auch, weil alle Beteiligten (zum Beispiel auch die Eltern) in den Prozess miteinbezogen waren. Nebenwirkungen gab es wenige. Wenn es welche gab, dann betrafen sie den Verdauungsbereich. Dort konnte aber durch gezielte Intervention entgegengewirkt werden.

Auch über die schon im Artikel vorgestellte Atkinson Diät gibt es eine Studie von Kosoff (2012). Im Experiment selbst nahmen circa 30 Kinder teil, die eine Atkinson Diät vollzogen. Es handelt sich hier um die bereits modifizierte Variante. Ergänzt wurde die Diät noch mit einem Shake (dieser enthielt zusätzlich Ketone). Auch hier ist das Ergebnis als erfolgreich einzustufen. Nach circa einem Monat hatten ungefähr 75 % der Kinder weniger Anfälle. Also ungefähr ¾ der Kinder hatte eine deutliche Verbesserung der Symptome, teilweise sogar um 50 %. Dazu kommt, dass 30% der teilnehmenden Kinder sogar eine Symptomverbesserung (weniger Anfälle) um 90 % zu verzeichnen hatte. Dies ist (wohlgemerkt ohne die Verabreichung von Medikamenten) ein tolles Ergebnis! Schlussfolgernd kann gesagt werden, dass eine modifizierte Atkinson-Diät absolut wirksam ist. Besonders auch dann, wenn sie zusätzlich mit Ketonen angereichert wird. Eventuell macht die Zugabe von Ketonen (durch den Shake) die Diät für die Kinder angenehmer, was zeitgleich die Mitarbeit („Compliance“) erhöht.

Diese drei aufgeführten Studien verdeutlichen, welch eine starke Wirkung die ketogene Ernährungsweise auf Epilepsie haben kann. Insbesondere hilft sie den Kindern, aber auch Erwachsene profitieren davon. Sie ist eine vielversprechende Intervention bei einer Epilepsie- Erkrankung.

Welchen Epilepsie Typen hilft eine ketogene Ernährung? 

Interessant wäre auch zu erfahren, für wen genau die ketogene Ernährung besonders hilfreich ist. Nicht jeder Epilepsie- Typ ist für die Behandlungsart bei einer ketogenen Diät passend. Besonders geeignet ist die ketogene Ernährung bei Epilepsie Patienten, die eine Enzymmangel-induzierte Epilepsie haben, wie zum Beispiel ein GLUT-1-Defizit Syndrom oder ein Pyruvatdehydrogenasemangel. Diese Epilepsietypen stellen wir nun kurz vor.

GLUT-1-DEFIZIT- Syndrom

Es handelt sich dabei um eine angeborene genetische Krankheit, die zu neurologischen Störungen sowie zu Entwicklungsstörungen führen kann. Er geht einher mit einem Defekt, der den Glukosetransport stört und auch die Ursache der Krankheit darstellt. Besonders Mutationen im Gen selbst sind das Problem. Die Mutationen sorgen für weniger Synthese des Proteins. Dies bedeutet, dass es schlechter transportiert werden kann. Eine Unterversorgung des Gehirns mit Glucose ist unter Umständen die Folge. Dieser Zustand ist ein fruchtbarer Boden für eine Entstehung von Epilepsie oder für das Auftreten von Anfallstypen.

Pyruvatdehydrogenasemangel

Pyruvat ist ein Element des Citratzyklus, der eine Art Energiespeicher darstellt und hemmend auf die Geschwindigkeit des Citratzykluses wirkt. Durch den Enzymmangel kann Pyruvat nicht ausreichend in Acetyl-CoA umgewandelt werden, wodurch der Energiehaushalt im Gehirn und im restlichen Körper durcheinanderkommt und Anfälle auftreten können.  Enzyme sind vom Körper hergestellte Riesenmoleküle, die in der Regel aus Eiweißen bestehen.  Sie wirken als Katalysatoren, das heißt sie beschleunigen biochemische Prozesse im Körper. Zum Beispiel helfen sie uns dabei, unsere Nahrung zu verdauen. Genau an diesem Punkt kommen die Vorteile der ketogenen Ernährung zu trage. Das Gehirn nutzt als Energielieferant Glukose. Im Citratzyklus wird Glukose in mehreren Schritten über Acetyl-CoA zu ATP (Adenosintriphosphat), dem universellen Energieträger in lebenden Organismen, abgebaut. Aufgrund des Enzymmangels wird dieser wichtige Vorgang gestört.

Anderer „Treibstoff“

Bei der ketogenen Ernährungsform stellt der Körper seinen Treibstoff um. Durch den geringen Kohlenhydratanteil in der Nahrung gerät der Körper in die Ketose. In der Leber werden nun vermehrt Fette zur Energielieferung verbrannt. Der Körper greift auf die aus den verbrannten Fetten entstandenen Ketonkörper als Energiequelle zurück, wodurch der Enzymmangel umgangen und somit ein konstanter und ungestörter Stoffwechsel gewährleistet werden kann.

Worauf muss ich achten bei der ketogene Diät für spezielle Epilepsieformen?

Doch auch bei anderen Epilepsie-Formen hilft eine ketogene Ernährung. Denn Ketogen ist nicht gleich Ketogen. Je nach Schweregrad, Ursache und Konstitution des Patienten wird entschieden, welche Ernährungsform die besten Resultate erzielen kann. Da gibt es natürlich die klassische ketogene Ernährung. Bei der klassischen ketogenen Ernährung steht die Makronährstoffverteilung in einem Verhältnis von 4:1 beziehungsweise 3:1.

Das heißt für je 5 (oder 4) Gramm Nahrung, die der Patient zu sich nimmt, bestehen jeweils 4 (oder 3) aus Fett. Das andere Gramm besteht aus Proteinen und Kohlenhydraten. Die klassische ketogene Ernährung für Epilepsie zählt zu den strengsten Formen der Diät. Rund 90% der Energie werden hierbei aus Fetten bezogen, meist wird sie in einem Krankenhaus unter ärztlicher Aufsicht mit einem initialen Fasten und einem Klinikaufenthalt von 12-72 Stunden begonnen. Neuere Studien haben jedoch ergeben, dass dies eventuell nicht notwendig ist. Dennoch wird es oft praktiziert.

Sie findet oft sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen Anwendung. Meist bei Patienten, die unter einer schwereren Form Epilepsie leiden und eine schnelle Verbesserung ihrer aktuellen Lage benötigen. Sie verlangt vollste Mitarbeit von Patienten und Angehörigen, da sie sehr zeitaufwendig und anstrengend sein kann; vor allem bei Leuten die sich bislang nicht intensiv mit ihrer Ernährung befasst haben. Die Nährstoffe müssen strikt abgewogen, damit die klassische ketogene Ernährung ihre vollständige Wirkung entfalten.

Die verschiedenen Formen der ketogenen Diät für Epilepsie

Es gibt verschiedene Typen der ketogenen Diät, mit denen Du den Zustand der Ketose erreichen kannst. Wenn ketogene Diät Epilepsie wirksam bekämpfen soll, muss dieser Zustand erreicht werden. Der Hauptunterschied zwischen den Diäten ist meist die Kalorienanzahl, die Du zu dir nimmst. Diese bestehen natürlich weiterhin aus Eiweiß, (wenig bis gar keine) Kohlenhydraten und Fetten. Insgesamt kann gesagt werden, dass Fett der kalorienreichste Nährstoff ist und den höchsten Wert hat. Die bekanntesten Formen der ketogenen Diät für Epilepsie sind:

  • Klassische ketogene Diät
  • Modifizierte Atkinson Diät
  • MCT Öl Diät
  • Modifizierte ketogene Diät
  • Niedriger Glycemic Index Diät
  • Intermettierendes Fasten
  • Sang Pail Hospital- Diät

Übrigens unterscheidet sich die ketogene Ernährung, über die du Rezeptbücher und Artikel im Internet findest, sehr von der ketogenen Ernährung für Epilepsie. Es gibt viele Menschen, die sich ketogen ernähren, weil sie abnehmen wollen. Wenn Du Infos dazu willst, ist der Artikel für dich interessant.  Außerdem kann die ketogene Ernährung auch bei anderen Krankheiten helfen, wie in diesem Artikel beschrieben. Außerdem gibt es einige Biohacker, Athleten und Bodybuilder, die auf ketogene Ernährung schwören. Jede dieser Gruppen hat andere Prioritäten in ihrer ketogenen Ernährung. Wichtig ist, dass keine dieser Gruppen so strenge Vorgaben hat in ihrer Zusammensetzung von Makronährstoffen – Fett, Kohlenhydraten, Proteinen – wie Keto für Epilepsie. Bevor du dir also ein Rezeptbuch kaufst oder etwas aus dem Internet nachkochen willst: prüfe ob es für Epilepsie geeignet ist!

Niedriger Glycemic Index Diät

Bei der Low Glycemic Index Diät (LGID) wird die Kohlenhydratmenge auf etwa 40-60 g/Tag beschränkt. Zudem sollen nur Lebensmittel mit einem Glykämischen Wert- Index größer 50 verwendet werden. Der Glykämische Index ist ein Maß zur Bestimmung der Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel. Lebensmittel mit einem niedrigen Glykämischen Index (GI <50) bewirken einen schwachen Anstieg des Blutzuckers.

MCT (Medium Chain Triglyceride) – Ernährung

Alternativ dazu wäre eine sogenannte MCT. Da die klassische ketogene Ernährung sehr strikt ist, haben Forscher über mehrere Jahre nach anderen Wegen gesucht um die Patienten in der Ketose zu halten. Die MCT Diet wurde erstmals 1970 eingeführt. In unserer täglichen Ernährung bestehen die Fette meist aus langkettigen Fettsäuren; sowohl gesättigt, ungesättigt als auch mehrfach ungesättigt. Quellen für mittelkettige Fettsäuren sind zum Beispiel Kokosnuss- und Palmöl.

Diese werden im Körper effizienter verdaut, das heißt wir können sie besser aufnehmen und schneller zu Acetyl-CoA umwandeln, einer Vorstufe von den Ketonkörpern. Ihnen wird auch nachgesagt, sie seien ‚ketogener‘ als langkettige Fettsäuren. Die MCT Ernährung ist im Vergleich zur klassischen ketogenen Ernährung nicht so strikt. Sie rechnet auch eher mit einer prozentualen Verteilung der Energiequellen, wobei MCTs circa 50%, LCTs (langkettige Fettsäuren) um die 20% und Kohlenhydrate und Proteine rund 30% des täglichen Konsums ausmachen.

Das macht die MCT Ernährung flexibler und den Umgang mit Kohlenhydraten etwas liberaler. Der Grund warum sie die klassische ketogene Ernährung nicht vollständig ablöst ist der, dass sie zum Teil gastrointestinale (den Magen-Darmtrakt betreffende) Nebenwirkungen haben kann und die Patienten langsam und stetig auf den steigenden MCT-Gehalt vorbereitet werden sollten. Sie wird deshalb auch oft unter ärztlicher Beobachtung praktiziert. Idealerweise sollte der Tagesbedarf über drei Mahlzeiten und drei Snacks gedeckt werden, um Magen-Darmverstimmungen vorzubeugen.

Sanggye Paik Hospital-Diät

Die Sanggye Paik Hospital-Diät ist eine andere Variante der ketogenen Diät gegen Epilepsie. Diese kommt in Korea zum Einsatz. Es wurde entwickelt für Kinder, deren Ernährung normalerweise deutlich weniger Fett enthält als die Kost der Kinder in der westlichen Welt. Das Sanggye Paik-Diätprotokoll erfordert nicht eine anfängliche Fastenkur und sieht die eine Stufenweise Aufnahme von fettreichen Nahrungsmitteln in den Nahrungsplan des Patienten vor. Es wird allerdings das gleiche Verhältnis von 4:1 von Fett zu Proteinen erreicht. Ähnlich wie bei Kohlenhydraten ausgerichtet wie beim Johns Hopkins-Protokoll. Die Evidenzen und die Berichte sind ansprechend. Die Ergebnisse zeigen auf, dass die Sanggye Paik Hospital-Diät ein gleiches Niveau an Wirksamkeit erreicht wie bei der ketogenen Diät der Johns Hopkins-Klinik.

Intermittent Fasting 

Eine andere Form um in Ketose zu kommen ist das Intermittent Fasting. Auf Deutsch heißt es Intermittierendes (unterbrechendes) Fasten. Es ist eine Form der Diät, die das Zeitfenster der Nahrungsaufnahme begrenzt. Durch das Fasten werden die Glykogenspeicher des Körpers geleert. Dadurch sinkt der Insulinspiegel im Blut. Insulin ist ein Hormon, welches die Lypolyse (Fettabbau) hemmt. Durch den niedrigen Insulinspiegel gelangt man schneller in die Ketose. Wenn du mehr über Insulin wissen möchtest, ist dieser Artikel hilfreich.

Psychische Vorteile von Intermittent Fasting

Bei vielen Diäten wird mit starken Restriktionen gearbeitet. Du musst meist strikt darauf achten, nicht zu viel Fett oder Kalorien zu essen. Dies kann extrem demotivierend auf einen Menschen wirken. Teilweise werden bei vielen Diäten auch kleine Mahlzeiten angesetzt. Basierend auf dem Glauben, dass mehrere Mahlzeiten am Tag für ein niedrigeres Hungergefühl sorgen. Zu erwähnen wäre, dass es keinerlei Studien und wissenschaftliche Belege für die These gibt. Tatsächlich gibt es sogar Studien (Studie 1, Studie 2), die diesen Glauben aktiv widerlegen.

Ketonkörper und Intermittent Fasting

Die Ketonkörper sind ein Produkt welches entsteht, wenn Körperfett abgebaut wird. Es ist für den Körper der Ersatz für Glukose, also quasi der Energieträger des Organismus. Der Körper benötigt nun also nicht permanent Kohlenhydrate, sondern kann auf den Fettstoffwechsel des Körpers die nötige Energie gewinnen. Dazu kommt, dass Ketonkörper auch eine schützende Wirkung auf den Organismus haben. Sie haben eine protektive Wirkung auf die Nervenzellen. Verknüpft damit sind viele Erkrankungen des Gehirns, die durch Ketonkörper gehemmt werden können. Dazu zählen zum Beispiel Epilepsie oder sogar Alzheimer. Intermittent Fasting ist sehr ähnlich zu einer ketogenen Ernährung. In Studien wurde nachgewiesen, dass bei dieser Art der Diät die doppelte Menge an Ketonkörper im Blut sind (im Vergleich zu anderweitigen Diätformen). Auch interessant: Bei den Tieren, die eine anderweitigen Form der Diät nachgingen, war die Zahl der Ketonkörper sogar verringert.

Einen kurzen Überblick über die verschiedenen ketogenen Diätformen verschafft folgende Tabelle. Sie zeigt eine Zusammenstellung der täglichen Kalorienzufuhr in Prozent.

Diätform Fett in % Kcal in % Proteine %
Typische Amerikanische Diät 20-35 50-70 15-20
Klassische ketogene Diät (Verhältnis 4:1) 90 2-4 6-8
Modifizierte Atkinson Diät 60-65 5-10 25-35
Wenig Glycemic Index Diät 60-70 10 30
MCT Öl Diät 60-75 15 10-20
2015-2020 Diät Richtlinien für eine amerikanische ketogene Diätt 20-35 45-65 10-35
Ketogene Diät Ratio
4:1 90 2-4 6-8
3:1 85-90 2-5 8-12
2:1 80-85 5-10 10-15
Modifizierte Aktins Diät (Verhältnis 1:1) 60-65 5-10 25-35
Wenig Glycemic Index Diät (Verhältnis 1:1) 60-70 20-30 10-20
MCT Öl Diät (Verhältnis 1:1) 60-70 20-30 10

ketoseportal.de

Ketogene Ernährung: Variable Wirksamkeit in Teilbereichen der Epilepsie

Das eine ketogene Diät Epilepsie wirksam heilen kann, ist wissenschaftlich bewiesen. Die ketogene Diät und die an ketogene Diät anlehnenden modifizierten Diäten haben zusätzlich noch einen breiten Wirksamkeitsgrad. Sie sind bei Epilepsie und anderen Krankheitsbildern und Zuständen zunehmend etabliert. Besonders Kinder haben unter den epileptischen Anfällen zu leiden. Es gibt wissenschaftliche Studien die eine Wirksamkeit in folgenden Teilbereichen der Epilepsie belegt:

Complex 1 Mitochondriale Störungen

Es kommt zum Mangel eines Proteinkomplexes in den Mitochondrien. Es kann auch zu einem kompletten Verlust der Funktion kommen. Der Proteinkomplex dient normalerweise dazu, Nahrung in eine verwertbare Form für den Organismus zu verwandeln. Die betroffenen Personen zeigen häufig neurologische Ausfälle, aber auch Herz und Niere können betroffen sein.

FIRES- Symptom-eine fieberhafte Erkrankung

Die Prävalenz von FIRES wird in Europa auf 1:100.000 Kinder und Adoleszenten geschätzt. Es ist also eine sehr seltene Art der Epilepsie. Klinisch gesehen tritt in der Regel FIRES im Alter von 3-15 Jahren auf. Die Patienten waren vorher gesund und normal entwickelt. Immer geht eine einfache fieberhafte Erkrankung voraus. Die Krankheit beginnt plötzlich mit rezidivierenden fokalen Krämpfen. In der Folge entwickelt sich eine refraktäre fokale Epilepsie mit Gedächtnis-, Kognitions-und Verhaltensstörungen. In einigen Fällen bestehen psychiatrische Auffälligkeiten und gelegentlich motorische Störungen. In schweren Fällen schreitet die Krankheit bis zu einem vegetativen oder semi-komatösen Zustand oder sogar bis zum Tod fort.

Glut1- Defizit-Syndrom

Das GLUT1-Defizit-Syndrom, auch als Enzephalopathie durch GLUT1-Defekt bezeichnet, ist eine äußerst seltene Krankheit. Das Syndrom ist zur Zeit nicht heilbar. Es lässt sich aber mit Hilfe der ketogenen Diät einigermaßen kontrollieren oder zumindest lindern. Die Diät sollte sehr früh begonnen werden und möglichst über einen langen Zeitraum aufrecht gehalten werden, wie diese Studie zeigt.

Angelman Syndrom

Es handelt sich um eine eher seltene genetische Veränderung auf Chromoson 15. Die Krankheit geht oft einher mit motorischen und psychischen Entwicklungsverzögerungen, Hyperaktivität und kognitive Beeinträchtigungen. Die betroffenen Kinder haben meistens keine Berührungsängste mit fremden Personen.

Infekt-assoziierter Status Epilepticus ohne Erregernachweis im Liquor im Kindesalter

Aus bisher ungeklärtem Grund kann es bei bis Dato gesunden Klein-und Schulkindern wenige Tage nach Beginn eines harmlos erscheinenden lnfektes zu einem Status epilepticus oder einer Anfallsserie kommen. Durch ketogene Diät wird dieser Anfallsserie entgegengewirkt und es zeigen sich im Verlauf dieser Studie weniger epileptische Anfälle.

Infantile Spasmen

Es handelt sich hier um plötzliche Krämpfe. Diese zeigen sich zum Beispiel durch ein rasches Beugen der Arme oder das Ausstrecken der Beine. Häufig ist diese Art von epileptischen Anfällen sehr unangenehm. Die Anfälle dauern wenige Sekunden, kehren aber mehrmals am Tag wieder. Die Patienten haben daher permanent Angst, den nächsten Anfall zu erleiden. Häufig kommen diese Anfälle bei Kindern vor, die über einem Jahr sind. Ab 5 Jahren nimmt die Anzahl der Anfälle in der Regel wieder ab.

Tuberous Sclerosis Complex

Diese Erkrankung gehört zu den neurokutanen Syndromen. Es handelt sich hierbei um eine Krankheit, die insbesondere in Haut und Nervensystemen auftritt. Es zeigen sich an der Haut häufig hautfarbene Knötchen sowie weiße Flecken. Neurologisch kommt es insbesondere zu epileptischen Anfällen und ein Zustand von geistiger Retardierung.

Lennox Gastaut Syndrome

Der Beginn der Erkrankung ist meist zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr. Es kommt zu einem gleichzeitigen Auftreten von verschiedenen Anfallsbildern und teilweise zu Entwicklungsverzögerungen bei der kognitiven Entwicklung des betroffenen Kindes.

Künstliche Säuglingsnahrung

Künstliche Säuglingsnahrung kann dafür verantwortlich sein, das ein erhöhtes Risiko für epileptische Anfälle besteht. Die Kinder erleiden sehr oft eine erhöhte Anzahl von Anfällen, die hundertprozentige Ursache ist aber wissenschaftliche noch nicht festgestellt.

Lafora Body Desease

Es gibt zwei Unterformen der Erkrankung. Bei der klassischen Lafora- Krankheit beginnen die klinischen Symptome zwischen sechs-und neunzehn Jahren. Typisch für die Anfälle sind myoklonische Anfälle oder fokale Anfälle mit visuellen Halluzinationen. Bei der atypischen Lafora-Krankheit treten im Kindesalter Lernstörungen auf, gefolgt von Epilepsie und einer allgemeinen neurologischer Verschlechterung.

Das Ohtahara Syndrom

Das Ohtahara-Syndrom einer der frühesten Formen der altersabhängigen epileptischen Enzephalopathien. Es äußert sich durch seinen frühen Beginn und tritt oft auf in Form von tonischen Krämpfen. Auch motorische Unregelmäßigkeiten sind möglich. Diese Art von Epilepsie ist aber extrem selten, es gibt nur 200 dokumentierte Fälle, die im Kindesalter aufgetreten sind.

Status epilepticus (SE)

Ein Status epilepticus (SE) ist ein epileptischer Anfall bzw. durch wiederkehrende, d.h. mindestens 2 epileptische Anfälle ohne zwischenzeitliche Wiedererlangung des vorbestehenden neurologischen Befundes in einem umschriebenen Zeitraum gekennzeichnet. Es gibt operationale und konzeptionelle Definitionen, wie lange ein epileptischer Anfall dauern muss, um als Status epilepticus definiert zu werden. Auch hier kann eine ketogene Diät helfen, wie folgende Studien (Studie 1, Studie 2) zeigen.

Dravet- Syndrom

Das Dravet Syndrom (DS) ist eine seltene und schwer verlaufende Epilepsieform. Diese Form der Epilepsie wurde im Jahr 1978 zum ersten Mal beschrieben. Die Häufigkeit wird auf 1:22’000 geschätzt. Typischerweise kommt es bei einem gesunden Kind im ersten Lebensjahr zu grossen (Grand Mal) Anfällen. Diese Anfälle betreffen meist nur eine Körperhälfte. Allerdings kann die Seite von Anfall zu Anfall wechseln. Dieser Fakt macht diesen Anfallstyp noch tückischer, da er sich auf den kompletten Körper auswirkt. Das Dravet Syndrom ist eine bisher therapieresistente Epilepsie. Dies bedeutet, dass bisher medikamentös kaum eine Wirkung erzielt werden kann. Die Behandlung gestaltet sich zum Teil schwierig, es gibt nur wenige Medikamente bisher auf dem Markt. Und falls Medikamente vorhanden sind, haben sie meisten keine ausreichende Wirkung um die Anfallssituation beim Dravet Syndrom verbessern können. Umso interessanter ist die Tatsache, dass es eine Studie gibt, bei der die ketogene Diät eine Verbesserung für die Patienten brachte. 75 % der Kinder, die sich über einen Zeitraum von ca. 2 Jahren Ketogen ernährten, zeigten eine verringerte Anfallshäufigkeit.

Rett Syndrom

Es handelt sich um eine Entwicklungsstörung mit fortschreitendem Verlust der Intelligenz und der kognitiven Fähigkeiten. Diese Erkrankung betrifft hauptsächlich junge Mädchen. Typisch sind unwillkürliche Handbewegung (die sich häufig ähneln) und Krampfanfälle.

Pyruvate Dehydrogenase Deficiency

Der Pyruvat-Dehydrogenase-Mangel (PDHD) ist eine sehr seltene neurometabolische Erkrankung und zeichnet sich durch einen weiten Bereich klinischer Zeichen aus. Der Schweregrad kann dabei variieren. Die Erkrankungen reichen von schwerer bis tödlicher neuronaler Laktatazidose bis zu später beginnenden neurologischen Störungen. Laktat ist ein Produkt des anaeroben Stoffwechsels. Dies führt zu einer Reduzierung des PH-Werts.

Myoclonic Epilepsy bei jungen Erwachsenen

Das Auftreten der Erkrankung ist circa das zwölfte bis ins zwanzigste Lebensjahr. Es kommt zum wegschleudern der Extremitäten, außerdem sind auch häufig Gegenstände davon betroffen. Typisch ist ein Auftreten des Anfalls unmittelbar nach dem Aufwachen.

Doose-Syndrom

Das Doose-Syndrom ist ebenfalls eine seltene Form der Epilepsie, die typischerweise im Kindesalter zwischen ein und fünf Jahren auftritt. Betroffen davon ist ca. 1 Kind von 10.000 Kindern. Zum akuten Krankheitsbild des Doose-Syndroms gehören das Auftreten von verschiedenen Anfallsformen. Diese können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Zum Beispiel handelt es sich um plötzliche Muskelverkrampfungen, Muskelerschlaffungen oder Bewusstseinspausen. Als Behandlungsmöglichkeiten kommen die klassischen Medikamente, Hormone und die Ketogene Diät infrage. Da jedes Kind auf eine Behandlung individuell reagiert, sollte die Behandlung auf jedes Kind einzeln zugeschnitten sein. Auch der Krankheitsverlauf unterschiedlich und ganz individuell für jedes Kind anders. Im optimalen Fall „verwächst“ sich die Krankheit nach einigen Jahren. Dies ist leider nicht immer der Fall, denn bei anderen Kindern kommt es trotz Therapie häufig zu weiteren Anfällen. Auch die geistige Entwicklung kann von der Krankheit beeinträchtigt werden.

Die aufgeführten Krankheiten sind alles Subkategorien von einem epileptischen Anfall. Studien legen nahe, dass sich eine ketogene Ernährung positiv auf die Patienten auswirkt. Es kann gesagt werden, dass sich die Anzahl der Anfälle deutlich reduziert. Außerdem haben die Patienten (durch den schrittweisen Verzicht auf Medikamente) eine höhere Lebensqualität. Anzumerken ist, dass solche Studie natürlich unter Aufsicht von Wissenschaftler stets kontrolliert werden. Außerhalb der Studien ist es extrem wichtig, dass Eltern und Bekannte thematisch involviert sind. Das (häufig noch sehr junge) Kind sollte immer kontrolliert werden, denn oft führen kleine Fehler zu Komplikationen. Diese Komplikationen sind dann oft der Grund, darum keine Besserung eintritt oder die Diät sogar abgebrochen werden muss.

Auf welche Nahrungsmittel sollte verzichtet werden bei der ketogene Diät für Epilepsie?

Die folgende Aufzählung zeigt, welche Nahrungsmittel sich nicht für eine ketogene Diät eignen und möglichst gemieden werden sollten. Die aufgelisteten Nahrungsmittel haben zum Teil alle sehr viel Zucker! Verzichten solltest Du auf Kekse, Eiscreme, Kaugummi oder zum Beispiel Schokolade. Auch Kuchen und Sirup sind in dieser Zeit tabu. Ebenfalls nicht geeignet sind Brot und Nudeln. Wenn Du wissen willst, welche Lebensmittel sich für eine ketogene Diät eignen, ist dieser Artikel interessant.

Ketogene Diät & Epilepsie: FAQ

Allgemeine Fragen zu Keto findest du in diesem Artikel.

Frage: „Führt eine fettreiche Diät zu einem beeinträchtigten Herz-Kreislauf-System?“

A: Veröffentlichte Studien zu relativ langfristigen Ergebnissen stützen diese Behauptung nicht. Wenn das Cholesterin unter Anleitung eines erfahrenen Therapieteams durchgeführt wird, sollte eine regelmäßige Überwachung gewährleistet sein.

Frage: „Es gibt keine einzige Wissenschaft, die erklärt, warum die Diät effektiv ist.“

A: Seit 1995 wurden über 800 wissenschaftliche und medizinische Veröffentlichungen veröffentlicht, in denen sowohl verschiedene Mechanismen als auch die Wirksamkeit der ketogenen Diät bei Epilepsie beschrieben wurden – einschließlich zweier Studien nach höchsten wissenschaftlichen Standards.

Frage: „Die ketogene Diät hat anderweitige nachteilige Auswirkungen.“

A: Die häufigsten Nebenwirkungen Die mit Abstand häufigsten Nebenwirkungen der Diät sind Nierensteine in der Diät sind Nierensteine und Verstopfung. Beide Bedingungen lassen sich einfach prophylaktisch behandeln, vorausgesetzt, sie befinden sich in einer guten medizinischen Betreuung. Allgemein haben Medikamente natürlich ebenfalls gravierende Nebenwirkungen.

Frage: „Die ketogene Diätform ist zu schwierig.“

A: In der heutigen Zeit steht eine professionelle diätetische Unterstützung für Patienten zur Verfügung. Zudem gibt es eine Vielzahl von neuen und leckeren Essensplänen für Menschen, die eine ketogene Diät durchführen wollen. Durch die bessre Aufklärung lässt sich die ketogene Diät sehr gut umsetzen. Hier ist ein passender Artikel.

Wie verwende ich die Diät zur Behandlung von Epilepsie?

Die ketogene Diät ist eine spezielle fettreiche Diät, die dann angewendet wird, wenn Medikamente keine Wirkung zeigen. Die Diät schließt vollständig aus. Andere kohlenhydratreiche Nahrungsmittel wie Brot, Kartoffeln, Reis, Getreide und Teigwaren zum großen Teil ebenfalls. Alle Lebensmittel müssen sorgfältig zubereitet werden. Jede Mahlzeit muss in ihrer Gesamtheit gegessen werden, damit die Diät am effektivsten ist.

Wem wird durch die Diät geholfen?

Junge oder alte Menschen mit epileptischen Anfällen kann durch die Ernährung geholfen werden. Traditionell wurde die Diät für Kinder mit myoklonischen, atonischen und tonisch-klonischen Anfällen angewendet. Studien zeigten, dass 50-75% der Säuglinge, deren Anfälle schwer zu kontrollieren sind, durch die Ernährung positiv unterstützt werden. Kreative Rezepte haben darüber hinaus dazu beigetragen, dass die Ernährung in den letzten Jahren schmackhafter wurde.

Wie effektiv ist die Diät bei der Bekämpfung oder Beseitigung von Anfällen?

In den letzten 10 Jahren wurden vier große Metaanalysen (Bewertungen vieler Studien) veröffentlicht. Sie haben festgestellt, dass die ketogene Diät die Anfallshäufigkeit bei Kindern mit schwer zu kontrollierender Epilepsie wirksam reduziert. Eine randomisierte, kontrollierte Studie aus dem Jahr 2008 zeigte, dass die Anfallshäufigkeit nach 4 Monaten bei 54 Kindern in der ketogenen Diät signifikant niedriger war als in der Kontrollgruppe der Kinder, die medikamentös behandelt wurden.

Wie funktioniert die Diät?

Da die ketogene Ernährung wirkt, wenn Medikamente versagen, scheinen sich die Wirkmechanismen der Diät von denen der Antiepileptika zu unterscheiden. Forscher zeigten, dass die Ketonkörper Beta-Hydroxybuterat und Acetoacetat die Ursache für die Anfallshemmung sein könnten. Die Anfallskontrolle geht nämlich durch den Konsum von Kohlenhydraten verloren. Ein weiteres Phänomen, das diese Behauptung stützt, ist, dass der Blut- oder Serumketonspiegel eine starke negative Korrelation mit der Anfallsaktivität aufweist.

Wie wird die Keto Diät zubereitet?

Die notwenige Kalorienzufuhr wird von einem Ernährungsberater für jedes Kind auf der Grundlage seines Alters und seines Aktivitätsniveaus bestimmt. Um ein gewünschtes Niveau der Ketose zu erreichen, wird die Diät in Form von Verhältnissen wie 4: 1, 3: 1 und 2: 1 berechnet. Die verlinkten Artikel geben Dir Informationen über Öle und Fette, Proteine und Kohlenhydraten während einer ketogenen Diät. Jedes Lebensmittel muss auf einer Grammwaage gewogen werden. Eine typische Mahlzeit umfasst eine kleine Menge Obst oder Gemüse, eine proteinreiche Nahrung und eine Fettquelle. Wenn du mehr über ketogene Lebensmittel herausfinden möchtest, ist dieser Artikel interessant für Dich.

Werden die Medikamente gegen Anfälle reduziert, nachdem mein Kind die ketogene Diät gemacht hat?

Wenn das Kind mehr als ein Medikament gegen Krampfanfälle einnimmt, kann bei Beginn der ketogenen Diät eines reduziert werden. Die Reduzierung der verbleibenden Anfallsmedikation kann erfolgen, wenn sich die Anfälle des Kindes im Laufe der Zeit reduzieren. Bei einigen Kindern können die Medikamente vollständig abgesetzt werden. Eine medizinische Überwachung ist aber jederzeit notwendig.

Wie fängt man mit der Keto Ernährung an?

Die Diät wird unter ärztlicher Aufsicht begonnen. Die Diät wird schrittweise begonnen und über einen Zeitraum von 3 bis 4 Tagen oder länger auf die volle Menge erhöht. Während dieser Zeit werden die Blutzucker- und Ketonwerte stetig gemessen.

Wie schnell braucht Keto, um Anfälle zu reduzieren oder zu beseitigen mit Keto?

Die Diät kann sofort wirksam werden oder mehrere Monate dauern. Jede Person ist individuell und hat unterschiedliche Anfallsmuster. Im Großen und Ganzen kann man aber innerhalb der ersten 10 Wochen mit einer Verbesserung der Epilepsie rechnen.

Was würde passieren, wenn mein Kind seine / ihre Keto-Diät „betrogen“ hat?

Wenn jemand etwas gegessen oder getrunken hat, das nicht zu seiner Diät gehörte, könnte es innerhalb kurzer Zeit zu einem Anfall kommen.

Ist die ketogene Diät gegen Epilepsie für mein Kind gesund?

Die Diät allein enthält oft nicht genügend Vitamine oder Mineralien. Ein Nährstoffmangel könnte sich ohne Zusatzstoffe entwickeln. Deswegen werden während der ketogenen Diät für Epilepsie jedem Kind spezielle Vitamin- und Mineralstoffzusätze verschrieben.

Wie lange wird die ketogene Ernährung angewendet?

Die Diät wird im Allgemeinen über einen Zeitraum von bis zu 3 Jahren angewendet, wenn sie Anfälle reduzieren oder beseitigen kann. Bei Misserfolg wird sie innerhalb weniger Monate abgebrochen.

Gibt es nachteilige Auswirkungen der ketogenen Diät für Epilepsie?

Die häufigste Nebenwirkung der Diät ist Verstopfung . Infos und Tipps darüber findest Du in diesem Artikel. Dagegen empfiehlt sich der Verzehr von Gemüse mit hohem Ballaststoffanteil und ausreichend Wasser trinken. Eine weniger häufige unerwünschte Wirkung sind Nierensteine. Auch hier hilft protektiv eine hohe Flüssigkeitszufuhr. Es gibt zwei Medikamente gegen Anfälle (Zonegran® und Topamax®), die Azidose und Nierensteine ​​verursachen können. Diese sollten in der ketogenen Diät sehr genau überwacht werden.

Wird mein Kind mit dieser fettreichen Diät zu viel zunehmen?

Die ketogene Diät wird für Kinder mit einem bestimmten Kalorienwert berechnet. Der Ernährungsberater wird das Wachstum Ihres Kindes verfolgen und feststellen, ob eine Kalorienänderung erforderlich ist, um ein normales Wachstum sicherzustellen.

Verursacht Keto einen hohen Cholesterinspiegel?

Die meisten Menschen entwickeln während der Diät keinen hohen Cholesterinspiegel. Infos dazu erhältst Du in diesem Artikel. Die Lipidwerte werden vor Beginn der Diät und in regelmäßigen Abständen während der Diät kontrolliert. Wenn ein Kind hohe Cholesterinwerte oder Lipide entwickelt, kann die Ernährung umgestellt werden. 

Kann die Diät für Menschen angewendet werden, die durch eine Magensonde ernährt werden?

Die ketogene Diät kann für Menschen mit Magensonde mit speziellen ketogenischen Formeln oder mischbarer Vollwertkost angeboten werden. Ein Ernährungsberater bestimmt die Art und Menge der Formel und der Ergänzungen, die diese begleiten.

Gibt es spezielle Tests, die vor Beginn der Keto Ernährung erforderlich sind?

Zu sinnvollen Untersuchungen vor Beginn der Diät gehören Stoffwechseltests zum Ausschluss von Fettsäurestörungen oder eines Carnitin-Mangels.

Ist die ketogene Diät für Epilepsie zu empfehlen?

Ja! Die ketogene Diät wurde vielfach wissenschaftlich erforscht. Die Studien haben ihre Wirksamkeit bei der Vermeidung von epileptischen Anfällen nachgewiesen. Ein großer Vorteil ist, dass die Nebenwirkungen der Medikamente umgangen werden kann! Die Forschung geht weiter und die Wissenschaftler hoffen natürlich, in Zukunft noch mehr über die Wirkungsweise herausfinden zu können.

Es gibt derzeit sogar wissenschaftliche Strömungen, die ketogene Diät in Bezug auf die Heilung für andere Krankheiten erforscht. Zum Beispiel beim Glukose-Transporter-Defekt oder ALS. Es werden in Zukunft weitere spannende Ergebnisse erwartet!

Lass uns bitte wissen, wie Deine Erfahrung mit ketogener Ernährung sind! Wir freuen uns auf Deine Kommentare und Anmerkungen! Falls Du mehr über ketogene Ernährung und ihre Auswirkung wissen möchtest, könnten Dich auch diese Seiten interessieren:

Was ist Ketose? 

Ketogen Essen-meine Ernährungsumstellung für mich und meine Kinder

Was sind Autoimmunerkrankungen?

Chronische Krankheiten heilen

Lebensmittel fürs Gehirn

Die Studien und weitere Infos

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